Unterhaltsam, aber kein Krimi
Salzburger DirndlstichIm zweiten Teil der Reihe um die Arzthelferin und Hobby-Ermittlerin Rosmarie Dorn stehen ein Zwischenfall während einer Modenschau und ein verschwundenes Dirndl im Mittelpunkt. Als eine ihrer Mitschülerinnen ...
Im zweiten Teil der Reihe um die Arzthelferin und Hobby-Ermittlerin Rosmarie Dorn stehen ein Zwischenfall während einer Modenschau und ein verschwundenes Dirndl im Mittelpunkt. Als eine ihrer Mitschülerinnen an der Halleiner Modeschule zu Tode kommt, gilt Rosmaries Tochter Susi bald als Hauptverdächtige. Klar, dass Rosmarie ihre eigenen Nachforschungen anstellen will. Daneben ist sie mit schwierigen Patienten, anstrengenden Verwandten und Streitereien mit ihrem Mann beschäftigt.
Die Geschichte wird aus Rosmaries Perspektive in Ich-Form erzählt, was sehr unmittelbare Einblicke in ihre Gedanken- und Gefühlswelt ermöglicht. Die Lektüre gestaltet sich flott und unterhaltsam, es gibt viele amüsante Szenen. Wenn sich beispielsweise Hämorrhoide, Furunkel und Nagelpilz miteinander unterhalten, der als Hypochonder bekannte Rettenbacher in einem historischen Leichenwagen probeliegt oder der Onkel Stefan mit seinen Vorstellungen von seiner Traumfrau Irritationen auslöst.
Außerdem werden einige interessanten Informationen rund um das Salzburger Freilichtmuseum eingeflochten und zahlreiche typisch Salzburger Ausdrücke sorgen für Lokalkolorit.
Der Kriminalfall kommt bei all dem allerdings zu kurz. Rosmaries Ermittlungen wirken planlos und fördern kaum echte Erkenntnisse zutage. Die Täter werden gegen Ende plötzlich aus dem Hut gezaubert, wobei der Weg zur Auflösung ziemlich unwahrscheinlich wirkt. Generell ist manches unlogisch und die Gründe für das Verhalten einiger Beteiligter sind nicht wirklich nachvollziehbar.
Fazit: Schreibstil und Unterhaltungswert hätten fünf Sterne verdient. Das Buch erfüllt aber nicht die Erwartungen, die ich an einen Krimi habe.