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Veröffentlicht am 10.03.2020

Klima for Kids

Land unter bei Samuel
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Samuels Vater ist Klimaforscher, daher weiß auch Samuel jede Menge über Treibhausgase, CO2-Sünder und das Schmelzen von Eisbergen. Dieses Wissen will er bei der Projektwoche auch mit seinen neuen Klassenkameraden ...

Samuels Vater ist Klimaforscher, daher weiß auch Samuel jede Menge über Treibhausgase, CO2-Sünder und das Schmelzen von Eisbergen. Dieses Wissen will er bei der Projektwoche auch mit seinen neuen Klassenkameraden teilen. Sofern der blöde Bela endlich mal aufhört, ihn zu piesacken!

"Land unter bei Samuel" erklärt kindgerecht die aktuelle Klimaproblematik. Dabei wird nur ein sehr grober Überblick gegeben - doch das reicht auch schon aus, um die kleinen Leser überhaupt für das Thema zu sensibilisieren und mit ihren Eltern weiter darüber zu reden. Und die beiden Experimente, die Samuels Vater mit seiner Klasse durchführt erklären zumindest anschaulich 2 wichtige Faktoren des globalen Problems.

Ich finde es immens wichtig, dass die Kinder von heute mit einem ganz neuen Klimabewusstsein aufwachsen. Vielleicht schaffen sie es dann ja, unsere Welt aus der Krise zu führen. Die jetzigen Entscheider glauben ja alle, sie geht das alles nichts mehr an weil sie eh sterben bevor es so richtig schlimm wird.
Als ich meine Kinder, denen ich dieses Buch vorgelesen habe, fragte ob sie denn jetzt was gelernt haben bejahte das der Kleinere (1. Klasse), der Größere (4. Klasse) sagte er hat das vorher schon gewusst. Nun ja, gerade im letzten Jahr mit den ganzen Greta Thunberg Demos haben wir des Öfteren darüber mit ihm gesprochen. Dennoch finde ich, dass man nie genug darüber reden kann und dieses Buch eine Bereicherung zum Thema Klimaschutz ist.

Abgesehen davon ist es aber auch eine Geschichte über der Neue in der Klasse sein, Freunde finden, mit Stänkerern umgehen. Der Größere hat sich deutlich mehr für diese Aspekte der Geschichte interessiert und fand es toll, wie Bela und Samuel am Ende doch zu Freunden geworden sind. Der Schreibstil ist sehr angenehm und absolut kindgerecht, die Kapitel sind nicht übermäßig lang und über das ganze Buch hinweg gab es auch lauter kleine Witze, denn Samuel und seine Schwester denken sich sehr gern lustige Wortspiel-Witze aus. Bei mir kamen sie eher mittelmäßig an, die Kids konnten über einige davon lachen. Einen Witz fand ich allerdings wirklich lustig: Was sagt der große Stift zum kleinen Stift? "Wachsmalstift!"

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Veröffentlicht am 10.03.2020

Eine phantastische Reise ins Land der Märchen!

Land of Stories: Das magische Land - Eine düstere Warnung
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Alex lebt mittlerweile im Märchenland und geht bei ihrer Oma in die Lehre. Schließlich soll sie mal die nächste gute Fee werden. Ihr Zwillingsbruder Connor ist hingegen in unserer Welt verblieben und macht ...

Alex lebt mittlerweile im Märchenland und geht bei ihrer Oma in die Lehre. Schließlich soll sie mal die nächste gute Fee werden. Ihr Zwillingsbruder Connor ist hingegen in unserer Welt verblieben und macht gerade einen Schulausflug nach Berlin, wo drei neue Märchen der Gebrüder Grimm der Weltöffentlichkeit vorgestellt werden. Allerdings ist das dritte Werk eine versteckte Warnung an alle Bewohner des Märchenlandes, dass bald ein Unheil droht. Und Connor muss sich schleunigst auf den Weg machen, um seine Schwester noch rechtzeitig zu warnen.

Es handelt sich hierbei bereits um den dritten Teil der "Land of Stories"-Reihe. Es hilft sehr, wenn man den ersten Teil gelesen hat, denn da werden die beiden Hauptfiguren Alex und Connor eingeführt und auch erklärt, was es mit dem Märchenreich so auf sich hat. Den zweiten Teil habe ich bisher noch nicht gelesen, das ist aber auch nicht so wild, denn was zuvor geschah und wie der Status Quo ist wird ausreichend dargelegt.

Ich fand es super, wie Chris Colfer reale Schauplätze in seine Geschichte so eingebaut hat, dass sie total plausibel erschienen - wenn man in einem Märchenbuch überhaupt von so etwas sprechen kann. Parallel zu Connors Reise durch halb Europa verfolgen wir auch Alex bei ihren Bemühungen, eine echte Fee zu werden. Dabei gibt es witzige Szenen und vor allem viele Begegnungen mit Märchengestalten, die modern und schlagfertig daher kommen.
Sobald es dann ans Eingemachte geht, sprich um die Bekämpfung der Feinde, wird es richtig spannend. Und magisch. Und tragisch. Hab ich spannend schon erwähnt? Und dann dieses Ende!!

Ich war durchgehend begeistert von dieser wirklich toll erzählten Fairytale.

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Veröffentlicht am 09.03.2020

So jung wie man sich fühlt

Younger - Tausche Alter gegen Liebe
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Ich tu mir selbst oft schwer, das Alter von Leuten richtig einzuschätzen. Das ist aber heutzutage auch gar nicht mehr so einfach, wo junge Mädels ihre Haare grau färben und auch Frauen mit 40+ noch lange ...

Ich tu mir selbst oft schwer, das Alter von Leuten richtig einzuschätzen. Das ist aber heutzutage auch gar nicht mehr so einfach, wo junge Mädels ihre Haare grau färben und auch Frauen mit 40+ noch lange Haare haben und Jeans + Sneakers tragen. Aber ist es tatsächlich so einfach, sich 15 Jahre jünger zu schummeln wie es Alice tut nachdem sie sich ein paar Kilo abtrainiert, Haare peppig geschnitten, Gesicht schön angemalt und jugendliche Klamotten angezogen hat. Nun, zumindest halten sie die Leute fortan für eine Frau unter 30 - und da wird sie ja den Teufel tun und sie eines Besseren belehren. Immerhin läuft es nun plötzlich wieder richtig gut für sie: sie bekommt den Job, der ihr zuvor verwehrt blieb. Und im Bett geht endlich auch wieder die Post ab. Doch wie lange wird ihr doppeltes Spiel gut gehen?

Es passiert zwar nicht soo richtig viel in diesem Buch, und es ist wahrscheinlich auch nicht wahnsinnig realstisch. Hierzulande würde wohl niemand mehr ohne Backgroundcheck und polizeiliches Führungszeugnis eingestellt werden. Aber ich fand die Lektüre sehr unterhaltsam, und das ist ja der entscheidende Faktor. Leider endet mir Alice' Abenteuer dann zu abrupt. Das letzte Kapitel bildet zwar einen schönen Bogen zum Anfang, aber lässt auch vieles offen.

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Veröffentlicht am 08.03.2020

Tolle Geschichte mit kleinem Hänger in der Mitte

Halb drei bei den Elefanten
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Was ich an den Romanen von Kyra Groh so mag ist, dass ihre Figuren immer vielschichtig sind und auch die Handlung nicht einer kurzen geraden Linie folgt sondern verschlungenen Pfade in den Bücherwald schlägt. ...

Was ich an den Romanen von Kyra Groh so mag ist, dass ihre Figuren immer vielschichtig sind und auch die Handlung nicht einer kurzen geraden Linie folgt sondern verschlungenen Pfade in den Bücherwald schlägt. Das war auch in diesem Roman wieder so. Man kann sich das Ende zwar schon denken, das ist durch das Genre quasi schon vorgegeben, aber der Weg dorthin birgt doch ein paar Überraschungen.

Dabei zeigen sich Max und Moritz mal von der einen und mal auch von einer anderen Seite. Sie haben beide eine Hintergrundgeschichte und vor allem eine eigenständige Personality. Das gilt auch für die Nebencharaktere. Selbst Moritz' Mitbewohner, der mich mit seiner entspannten aber direkten Art und seinen lustigen Sprüche-Shirts stark an Spike aus "Notting Hill" erinnert hat, war kein Klischee sondern eine erinnerungswürdige Figur.

Sprachlich fand ich das Buch in den ersten paar Kapiteln ein bisschen zu bemüht witzig-cool, da hat es Max/Kyra Groh mit ihren Sprüchen und lustig gemeinten Vergleichen etwas übertrieben. Aber später fand sie dann ein angenehmes Maß, so dass das Buch ein Lesegenuss wurde. Mittendrin hat es sich dann aber doch auch mal etwas hingezogen (mit 480 Seiten ist das Buch für dieses Genre auch recht lang), bzw. war ich leicht verwirrt/gelangweilt/genervt. Da treffen sich die zwei seit Wochen, unternehmen verschiedenes, schreiben sich liebe Nachrichten, kuscheln miteinander. Aber sie haben sie sich noch nie wirklich geküsst? Klang doch etwas unrealistisch und sorgte für eine hochgezogene Augenbraue bei mir.
Und allerletzter Kritikpunkt, der zugegeben wahrscheinlich vernachlässigbar ist: aufgrund des Titels habe ich mir mehr Treffen im Zoo versprochen, oder dass es zumindest noch ein sehr bedeutendes Ereignis dort geben wird. Das dem am Ende nicht so war, enttäuschte mich dort etwas (nachdem ich bei jedem Zoobesuch auch immer unbedingt bei den Elefanten vorbeischauen muss!)

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Veröffentlicht am 05.03.2020

Gelangweilt statt gefürchtet

Eddie Fox und der Spuk von Stormy Castle (Eddie Fox 1)
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Das Cover des Buches und auch die Kurzbeschreibung klangen nach genau dem richtigen Buch für unser abendliches Vorlesen: abenteuerlustige Kinder, putzige Tiergesellen, eine alte Burg, ein bisschen Spuk, ...

Das Cover des Buches und auch die Kurzbeschreibung klangen nach genau dem richtigen Buch für unser abendliches Vorlesen: abenteuerlustige Kinder, putzige Tiergesellen, eine alte Burg, ein bisschen Spuk, ein bisschen Hokuspokus, eine Schule. Doch leider hat der Inhalt dann unsere Erwartungen an die Verpackung nicht erfüllen können. Nach den ersten 2-3 Kapiteln wollten meine Jungs eigentlich gar nicht mehr weiterlesen, weil es ihnen viel zu langweilig war. Ich konnte sie überzeugen, dem Buch doch noch eine Chance zu geben. Doch erst nach über der Hälfte des Buches (d.h. mehr als 100 Seiten) fanden sie es einigermaßen spannend, so dass sie dann auch wissen wollten wie es ausgeht.

Ich muss zugeben, wirklich spannend war das Buch echt nicht. Die kleinen Spukereien, die Eddie und seine Fledermaus Tilla absolvieren, sind spärlich und von der 08/15-Sorte. Zudem ist das Personenensemble sehr beschränkt mit 2 Kindern, 2 Tieren und 4 Erwachsenen, wobei letztere eine absolute Nebenrolle spielen. Die versprochene Schule wird erst ganz am Ende eröffnet (anscheinend soll das eine ganze Reihe werden).

So gibt es hier sehr viel Text, und ab und an auch mal eine nette Illustration, aber kaum wirkliche Handlung. Das ist viel zu wenig, um Kinder bei der Stange zu halten. Noch nichtmal ein paar witzige Dialoge oder kreative Einfälle konnten wir entdecken. Dabei ist die Autorin ja eine mehrfach ausgezeichnete Kinderbuchautorin und weiß doch sicherlich, was bei ihrer Zielgruppe ankommt. Und dass man aus so einer Grundidee durchaus was besseres machen kann, haben wir bereits bei der "Tiergeister AG" gelesen.

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