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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.09.2022

Tolles Sachbuch für Kinder und Erwachsene

Wie wir Menschen die Welt eroberten
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In seinem ersten Sachbuch ganz speziell für Kinder „Wie wir Menschen die Welt eroberten“ zeichnet Yuval Noah Harari gekonnt den Siegeszug des Menschen nach. Anhand vieler kleiner Geschichten wird dem Leser ...

In seinem ersten Sachbuch ganz speziell für Kinder „Wie wir Menschen die Welt eroberten“ zeichnet Yuval Noah Harari gekonnt den Siegeszug des Menschen nach. Anhand vieler kleiner Geschichten wird dem Leser immer wieder vor Augen geführt, wie ausgerechnet der Mensch das mächtigste Lebewesen werden konnte. Durch unsere Beherrschung des Feuers sowie der Fähigkeit, mit anderen Gruppen zu kooperieren, konnte sich der Mensch langfristig an die Spitze der Macht durchsetzen.

Die einzelnen Kapitel sind kurz gehalten und wechseln auch teilweise zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Relativ viele Kapitel befassen sich mit der Steinzeit. Auch der Klimawandel und die Corona-Pandemie werden beleuchtet, wenn auch beide Themen leider nur sehr kurz.

Sprachlich ist das Buch wunderschön geschrieben. Die Geschichten sind gut verständlich dargestellt und nicht zu schwer. Für interessierte Kinder ab zehn Jahren sollte das Buch auf jeden Fall gut lesbar sein. Unter zehn Jahren empfehle ich die Lektüre mit einem Elternteil. Durch die vielen Illustrationen ist das Buch zwar abwechslungsreich gestaltet, allerdings kann die Fülle an Text für einige Kinder auch nicht anziehend wirken. Außerdem stellen sich den Kindern über das Buch hinausgehende Fragen, die von einem Erwachsenen weiter besprochen werden müssen. Meinen Kindern war vor allem das Kapitel über die Französische Revolution zu kurz, hat aber bei ihnen viele weitergehende Fragen verursacht. Möglicherweise wird aber in einem weiteren Band der Reihe dieses Thema noch näher betrachtet.

Besonders gut gefallen hat mir die Mischung aus wissenschaftlicher Erkenntnis und dem erzählenden Charakter des Buches. Harari stellt außerdem klar, dass wir noch nicht alles wissen können und manche Dinge nur vermutet werden können.

Die Illustrationen sind wunderschön und kindgerecht gestaltet. Es gibt kaum Seiten ohne Zeichnungen. Gerade für die jüngeren Kinder ist das eine schöne Auflockerung.
Von meiner Seite eine klare Kauf- und Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 07.09.2022

Liebevoll ins Glück

Der kleine Herr Heimlich bastelt am Glück
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Anke Loose hat mit ihrem Nachfolgeband „Der kleine Herr heimlich bastelt am Glück“ eine schöne Geschichte für Kinder ab 5 Jahren geschrieben. Die Kenntnis des Vorgängerbandes ist nicht nötig, um das aktuelle ...

Anke Loose hat mit ihrem Nachfolgeband „Der kleine Herr heimlich bastelt am Glück“ eine schöne Geschichte für Kinder ab 5 Jahren geschrieben. Die Kenntnis des Vorgängerbandes ist nicht nötig, um das aktuelle Buch zu verstehen.

Wir verfolgen hier den kleinen Hauswichtel Herrn Heimlich, wie er in der Familie der Lönneckes viele lustige Abenteuer erlebt. Diese Familie besteht aus 5 Personen sowie einem Kater, der auf den Namen Robinson hört. Die einzelnen Figuren sind jederzeit liebevoll und authentisch.

Herr Heimlich zeigt der Familie Lönnecke immer wieder auf, wie wichtig es doch ist, für einander da zu sein und wertschätzend miteinander umzugehen. Zwischendurch begegnet er Versen, die sehr liebevoll sind. So zeigt zum Beispiel „Du brauchst Zeit für die Arbeit / und auch Zeit für die Liebe. / Unglücklich wirst du, / wenn für beide keine bliebe.“ Herr Heimlich macht sich viele Gedanken über das Glück und auch darüber, was Glück eigentlich für jeden Einzelnen individuell bedeutet.

Das Buch erstreckt sich über 158 Seiten und ist aufgeteilt in 14 einzelne Geschichten. Die Empfehlung für Kinder ab 5 Jahren ist meiner Meinung nach etwas zu tief angesetzt. Phasenweise waren die Geschichten etwas langatmig, bzw. langweilig. Für kleine Kinder im Alter von 5 Jahren wird es eventuell schwierig, über einen längeren Zeitraum der Geschichte zu folgen.
Wunderschön sind die Illustrationen, die sich nicht über den Text lagern, sondern diesen schön abrunden.

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Veröffentlicht am 31.08.2022

Verwunderlich...

Ich verliebe mich so leicht
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Nach dem Riesenerfolg von Die Anomalie kommt Ich verliebe mich so leicht verwunderlich daher. Ein Mann um die 50 reist durch Europa, um seine zwanzig Jahre jüngere Geliebte zu treffen. Diese ist gebunden ...

Nach dem Riesenerfolg von Die Anomalie kommt Ich verliebe mich so leicht verwunderlich daher. Ein Mann um die 50 reist durch Europa, um seine zwanzig Jahre jüngere Geliebte zu treffen. Diese ist gebunden und scheinbar nicht wirklich darüber erfreut diesen Mann zu treffen. Er möchte sie davon überzeugen, sich für ihn zu entscheiden, doch schlussendlich muss er einsehen, dass diese zarte Pflanze von Liebe keine Zukunft haben kann.

Der Erzählstil von Hervé Le Tellier ist zunächst gewöhnungsbedürftig. In der gesamten Erzählung gibt es keine wörtliche Rede und die Protagonisten werden als „unser Held/unsere Heldin“ bezeichnet. Dadurch wird eine gewisse Distanz erzeugt und der Leser kann keine direkte Identifikation mit den Personen aufbauen. Der Held – also der Mann als Hauptprotagonist erscheint dadurch beliebig austauschbar. Alle Figuren bleiben das gesamte Buch hinweg seltsam fremd und unnahbar. Der Held möchte vor allem seine eigenen Bedürfnisse gestillt wissen und drängt sich der Heldin förmlich auf. Hier muss der Leser selbst entscheiden, ob in der Liebe wirklich alles erlaubt ist oder ob es schon in Richtung Stalking driftet.

Das große Thema der Liebe ist in diesem Roman zwar omnipräsent, bleibt aber dennoch oberflächlich und unausgereift. Die Handlung plätschert meiner Ansicht nach die gesamte Zeit nur so dahin und erreicht keinerlei Tiefe. Am Ende bleibt der Leser ratlos zurück.

Von mir gibt es allein schon vom Preis-Leistungs-Verhältnis keine Kauf- und Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 26.08.2022

Lädt zum Schmunzeln ein

Liebe machen
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Susanne Fröhlich und Constanze Kleis haben gemeinsam das Buch Liebe machen verfasst. Darin schreiben sie abwechselnd zu verschiedenen Themen, die die Liebe betreffen, aus ihren eigenen Sichtweisen. Die ...

Susanne Fröhlich und Constanze Kleis haben gemeinsam das Buch Liebe machen verfasst. Darin schreiben sie abwechselnd zu verschiedenen Themen, die die Liebe betreffen, aus ihren eigenen Sichtweisen. Die Voraussetzungen bei den beiden Frauen könnten unterschiedlicher nicht sein. Susanne Fröhlich, selbst lange Single gewesen, sieht manche Aspekte anders als Constanze Kleis, die seit 30 Jahren mit demselben Mann verheiratet ist.

Jede Autorin schreibt für sich selbst ein Kapitel zu einem Thema der Liebe und stellt am Ende eine Frage, auf die die jeweils andere Autorin in ihrem Kapitel eingeht. Es entsteht eine Art Gespräch zwischen den beiden Frauen.
Die allermeisten Themen werden rein aus Frauensicht beschrieben, was teilweise schade ist, denn die Sicht der Männer auf die Dinge wären bestimmt ebenso spannend gewesen.

Jede Frau, die selbst schon mal auf der Suche nach einem Mann war, oder in einer Beziehung gewesen ist, findet sich in diesem Buch auf jeden Fall wieder! Besonders lustig waren für mich die Kapitel über Tinder und andere Datingplattformen im Internet sowie das Verhalten mancher Männer in der Kommunikation, vor allem über Whatsapp. Wie oft hat man selbst schon auf eine Nachricht oder eine Antwort gewartet. Aber sie kommt einfach nicht, weil Männer am Ende nun mal doch nicht so kommunikative Wesen sind wie wir Frauen und darin auch kein Problem sehen. Auch die Szenen aus dem Alltag mit einem Mann in Bezug auf den Haushalt laden zum Schmunzeln ein.

Der Schreibstil des Buches kommt locker und flockig daher und ich als Leser konnte häufig lachen und dachte: „Genau so ist es!“ Das Buch lebt natürlich von den allgemein gängigen Klischees, was Mann und Frau angeht, aber an den meisten Klischees ist eben immer auch ein Fünkchen Wahrheit.

Von meiner Seite eine klare Leseempfehlung, allerding nur für die Frauen unter uns.

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Veröffentlicht am 20.08.2022

Wichtiges Buch!

Die Wagemutige
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In dem Buch Die Wagemutige begleitet der Leser die junge Frau Lisa Fittko bei ihrem Widerstand gegen die Nazis, auf ihrer eigenen Flucht aus Deutschland nach Frankreich sowie bei ihrem selbstlosen Handeln, ...

In dem Buch Die Wagemutige begleitet der Leser die junge Frau Lisa Fittko bei ihrem Widerstand gegen die Nazis, auf ihrer eigenen Flucht aus Deutschland nach Frankreich sowie bei ihrem selbstlosen Handeln, wenn sie weitere Flüchtlinge über die Berge in sichere Gefilde schmuggelt. Gleichzeitig muss Lisa sich zudem mit ihrer turbulenten Gefühlwelt auseinandersetzen, denn die Liebe ist auch in schweren Zeiten kompliziert.

Zunächst wird Lisa in ein Internierungslager in Gurs gebracht, wo sie mit vielen anderen Frauen einen schweren Alltag zu meistern hat. Den Frauen im Lager fehlt es am Nötigsten, aber sie schaffen es immer wieder, sich gegenseitig zu helfen und sie ermutigen sich gegenseitig, nicht die Hoffnung in dieser schweren Zeit zu verlieren.

Lisa ist lange Zeit auf der Flucht und muss immer wieder Enttäuschungen hinnehmen. So muss sie lange Zeit ohne ihren geliebten Hans auskommen. Doch als sie sich dann treffen, sind sie sich so fremd, dass Lisas Gefühle Achterbahn fahren - all das in dieser unfassbar schlimmen politischen Zeit, in der man nicht weiß, was das Morgen bringt.
Der Schreibstil ist jederzeit lebendig und facettenreich. Der Leser fühlt mit Lisa mit, wenn sie zum einen die gefährlichen Rettungen der Flüchtlinge über die Berge unternimmt, aber auch, wenn sie um ihre Liebe kämpft und schwere Entscheidungen zu treffen hat.

Caroline Bernard vermischt geschickt Fiktion und Realität. Bücher wie diese sind wichtig, um weiterhin an die schreckliche Zeit der Nazis zu erinnern. Im Buch tauchen berühmte Persönlichkeiten der damaligen Zeit auf (Walter Benjamin, Hannah Arendt), denen Lisa bei der Flucht hilft oder die sie im Internierungslager trifft. Diese Personen verschaffen der Geschichte zusätzliche Authentizität.

Vor der Lektüre dieses Buches habe ich noch nie etwas von Lisa Fittko gehört. Solch starke, mutige Frauen sollten in den Geschichtsschulstunden der heutigen Jugend viel mehr Beachtung finden.

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