Jahreshighlight - Academy trifft Gestaltenwandler und Magie
Shifter Island - Die Akademie der WölfeShifter Island - Die Akademie der Wölfe von Leia Stone und Raye Wagner
Nai lebt mit ihrem Rudel, dem Crescent-Rudel, im Exil, der Menschenwelt. Als sie überraschend ein Jahr zu früh ihre Einladung in die ...
Shifter Island - Die Akademie der Wölfe von Leia Stone und Raye Wagner
Nai lebt mit ihrem Rudel, dem Crescent-Rudel, im Exil, der Menschenwelt. Als sie überraschend ein Jahr zu früh ihre Einladung in die Akademie bekommt, die alle Alphas besuchen müssen, wird sie direkt mit Großaufgebot abgeholt - nämlich von ihren Feinden vom Midnight-Rudel, den vier Brüdern, die sie so überhaupt nicht leiden kann.
Auf der Insel, auf der die Akademie liegt, gibt es dann die nächste Überraschung: Eigentlich hätte Nai dieses Jahr noch gar nicht auf die Akademie kommen sollen. Die Einladung stammte nicht vom König und der ist alles andere als begeistert über Nais Anwesenheit. Nai erfährt viel Abneigung und muss einiges durchmachen, da ihr Clan verbannt worden ist und ihr Ansehen daher sehr niedrig ist. Neben ihr gibt es nur noch ihren Cousin, der selbst allerdings plant, das Rudel zu übernehmen und ihr daher alles andere als eine große Hilfe ist. Unterstützung bekommt sie aber dennoch von einer neuen Freundin und ihrem Seelengefährten, den sie auf einem Maskenball findet - und der seine Identität ihr gegenüber geheim hält. Und so tut sie alles, um gegen die Widrigkeiten anzukommen, die ihr in den Weg gelegt werden in ihrem ersten Halbjahr.
Der Schreibstil des Buches ist flüssig, leicht zu lesen und geht insgesamt gut von der Hand. Es gibt eigentlich keine Stelle, wo man ins Stocken kommt oder die man mehrmals lesen müsste, um sie zu verstehen. Die Sätze sind einfach gebildet, ohne zu viel ausgeschmückt zu sein und trotzdem genug zu beschreiben, um eine Vorstellung zu bekommen. Gerade durch die Perspektive aus der Ersten-Person fühlt man sich dem Hauptcharakter (Nai) sehr nahe und erlebt gut mit, was sie fühlt und selbst erlebt.
Die Charaktere sind gut gestaltet und in die Story mit eingebracht. Gerade Nai, die man in diesem Buch begleitet, ist ein nahbarer Charakter, mit dem ich persönlich mich gut identifizieren konnte. Sie ist witzig, sarkastisch und trifft nicht immer die richtigen Entscheidungen, nur um Konflikten zu entgehen. Nein, eher im Gegenteil. Sie weiß, was sie will und sie hat kein Problem damit, Opfer für ihre Freunde zu bringen oder sich selbst vielleicht sogar in Gefahr zu begeben, um ein paar Antworten zu bekommen. Auch gerade den Umgang mit ihrem Seelengefährten, der seine Identität nicht preisgeben wollte, fand ich sehr gut, weil sie nicht immer direkt auf ihn zu ist, sobald sich die Chance gegeben hat, sondern für sich selbst eingestanden ist. Das ist ein gutes Vorbild, von dem sich der ein oder andere Autor definitiv eine Scheibe abschneiden könnte. Ihre Beziehung zu ihrer besten Freundin Kaja war etwas schnell aufgebaut, aber auch Kaja ist ein sehr gut gestalteter Support-Charakter, den man einfach ins Herz schließen muss. Die vier Midnight-Brüder und Nais Seelengefährte sind ebenfalls gut in die Story eingebracht und gerade den Humor mit ihren Namen und Eigenschaften ist schon ein absolut positiver Punkt. Ich liebe es, wie sie immer wieder versuchen auf Nai zuzugehen, auch wenn die gerne mal etwas kratzbürstig ist und eigentlich Abstand sucht.
Die Handlung des Buches gefällt mir alles in allem auch sehr gut. Es gab einiges in dem Buch, was schon sehr ersichtlich ist und was einem als Leser relativ schnell klar gewesen ist. Aber es gab auch einige Überraschungen, mit denen ich tatsächlich nicht gerechnet habe. Ich mochte es, dass die Autoren versuchen, die Leser ein bisschen zu verunsichern, was die Gefährten angeht. Man glaubt, man weiß es, aber tut man das wirklich? Man will eine Bestätigung, aber die bekommt man dann doch erst sehr spät. Was mir in der Handlung ebenfalls gut gefallen hat, weil ich mich konkret nicht daran erinnern kann, schon mal ein Buch in der Hand gehabt zu haben, wo der Fokus so darauf lag: Das Magiesystem. Gestaltenwandler mit Magie, die sie lernen in einer Akademie zu nutzen? Für mich auf jeden Fall etwas Neues und Interessantes. Und die ganzen Geheimnisse um Nai und ihre Familie - ihre Mutter, das Exil, ihre Elemente. Das Buch gibt viel zum Nachdenken über die Story und Nai, ohne dass man das Gefühl hat, dass es mit Rätseln überladen ist. Es bleibt von Anfang bis Ende spannend.
Mein Fazit ist durch und durch positiv. Alle, die Werwölfe, Gestaltenwandler und Magie mögen, für die ist das Buch ein absolutes Muss. Ebenso natürlich für alle Romantasy-Fans, denn auch wenn der Seelengefährte erst spät einen Namen bekommt, bekommen wir trotzdem die ein oder andere süße Szene, die das Romantasy-Herz eindeutig höher schlagen lässt. Auch Action kommt nicht zu kurz, denn Nai findet sich in dem ein oder anderen Kampf wieder, nicht nur unter ihresgleichen.
Und bei dem Ende des Buches bleibt mir nur zu sagen: Ich kann es nicht erwarten, bis der zweite Band erscheint, denn ich muss unbedingt wissen, wie es weitergeht!