Spannend
Beth is deadBeth und ihre Schwester Izzy waren einmal beste Freundinnen. Heute verbindet sie vor allem Schweigen, Misstrauen und eine Vergangenheit, über die niemand offen spricht. Als Beth tot aufgefunden wird, beginnt ...
Beth und ihre Schwester Izzy waren einmal beste Freundinnen. Heute verbindet sie vor allem Schweigen, Misstrauen und eine Vergangenheit, über die niemand offen spricht. Als Beth tot aufgefunden wird, beginnt sich langsam ein Bild zusammenzusetzen, aus Erinnerungen, Geheimnissen und den Perspektiven der Menschen, die sie kannten.
„Beth is Dead“ startet wie ein klassischer Thriller, entwickelt sich aber schnell zu einer psychologischen Geschichte über toxische Beziehungen, Manipulation und die Dynamik innerhalb einer Familie. Besonders spannend ist dabei, wie unterschiedlich Wahrheit wahrgenommen wird. Fast jede Figur wirkt gleichzeitig verletzlich und verdächtig.
Katie Bernet schreibt atmosphärisch und sehr nah an ihren Figuren. Die wechselnden Perspektiven sorgen dafür, dass man ständig hinterfragt, wem man eigentlich glauben kann. Gerade die emotionalen Spannungen zwischen den Schwestern und innerhalb der Freundesgruppe sind stark ausgearbeitet.
Allerdings verliert sich die Geschichte stellenweise etwas in Wiederholungen und inneren Monologen. Manche Wendungen wirken eher konstruiert als wirklich überraschend, und nicht jede Figur bekommt genug Tiefe, um ihre Entscheidungen komplett nachvollziehbar zu machen.
Trotzdem funktioniert der Roman insgesamt gut, weil die bedrückende Stimmung konstant gehalten wird und man bis zum Ende wissen möchte, was wirklich passiert ist. Besonders gelungen ist dabei das Spiel mit Schuld und Verantwortung und die Frage, wie weit Menschen gehen, um ihr eigenes Bild von der Wahrheit zu schützen.
Fazit:
Ein düsterer, atmosphärischer Thriller mit starken zwischenmenschlichen Spannungen und interessanten Perspektivwechseln. Nicht jede Wendung überzeugt vollständig, aber emotional und psychologisch sehr packend.