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Veröffentlicht am 23.03.2026

Cozy Fantasy

The House Witch 1
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Rezensionsexemplar | The House Witch von Emilie Nikota

Er ist eine Hexe, möchte aber am liebsten im verborgenen bleiben und sucht deswegen eine Anstellung als königlicher Koch, wo er sein ruhiges Leben ...

Rezensionsexemplar | The House Witch von Emilie Nikota

Er ist eine Hexe, möchte aber am liebsten im verborgenen bleiben und sucht deswegen eine Anstellung als königlicher Koch, wo er sein ruhiges Leben führen kann.

Dieses Buch wird dem Subgenre Cozy Fantasy definitiv gerecht. Es ist eine ruhige, fast schon gemütliche Geschichte über Magie, Alltag und die kleinen Dinge, die oft übersehen werden.

Statt Schlachten und Intrigen geht es hier um Rezepte, zwischenmenschliche Dynamiken und die Frage, wo man eigentlich hingehört.
Der Ton ist leicht, humorvoll und stellenweise überraschend herzlich.

Für mich hatte das Buch aber auch seine Schwächen: Das Tempo war stellenweise für mich einfach zu langsam. Einige Passagen ziehen sich, ohne wirklich etwas Neues beizutragen. Auch der Humor hat mich nicht immer abgeholt, manche Witze waren mir zu flach, wie die über den Nachnamen einer Figur.

Mit Finlay bin ich anfangs ebenfalls nicht richtig warm geworden. Er wirkt lange sehr unnahbar und distanziert. Gleichzeitig zeigt er immer wieder einen sehr starken Beschützerinstinkt gegenüber Frauen, der teilweise ziemlich dominant wirkt und für mich nicht ganz rund war.

Was ich trotzdem mochte war die unaufgeregte Art zu erzählen. Kein Drama um des Dramas willen, keine künstlich aufgeblähte Spannung. Stattdessen Figuren, die Raum bekommen und eine Welt, die eher einlädt als überwältigt.

Man merkt schnell, dass die eigentliche Stärke nicht in der Handlung liegt, sondern in der Atmosphäre.

Mein Fazit:
Eine ruhige, charmante Fantasy-Geschichte, für alle, die Fantasy ohne große Schlachten suchen und eher auf Atmosphäre, Alltag und leise Entwicklungen setzen. Besonders geeignet, wenn man Cozy Fantasy mag und sich einfach mal in eine entspanntere Geschichte fallen lassen will.

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Veröffentlicht am 03.03.2026

Bleibt im Kopf

Ich, die ich Männer nicht kannte
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Rezension | Ich, die ich Männer nicht kannte von Jacqueline Harpman

Vierzig Frauen sitzen in einem unterirdischen Käfig. Bewacht von Männern, die nicht sprechen. Niemand weiß, warum sie dort sind und ...

Rezension | Ich, die ich Männer nicht kannte von Jacqueline Harpman

Vierzig Frauen sitzen in einem unterirdischen Käfig. Bewacht von Männern, die nicht sprechen. Niemand weiß, warum sie dort sind und eines Tages dann, ganz plötzlich, ergibt sich eine Möglichkeit zur Flucht.

Was wie der Beginn einer klassischen Dystopie klingt, entwickelt sich in eine ganz andere Richtung. Es geht nicht um Action, sondern um die Frage, was vom Menschsein übrig bleibt, wenn alles Soziale wegfällt.

Harpman schreibt ruhig, klar und ohne jede Übertreibung. Die Erzählerin ist die Jüngste unter den Frauen und hat keine Erinnerung an ein „Davor“. Während die anderen zumindest Fragmente von Vergangenheit in sich tragen, startet sie bei null. Ihre Gedanken sind logisch, neugierig, manchmal beinahe kühl.

Man merkt beim Lesen schnell: Die eigentliche Bedrohung ist nicht der Käfig. Es ist die Welt danach. Diese unfassbare Leere. Freiheit fühlt sich hier nicht befreiend an, sondern orientierungslos.

Besonders stark fand ich, wie unterschwellig die großen Themen mitschwingen, wie Identität, Geschlecht, Prägung, Macht. Nichts wird erklärt oder bewertet. Es steht einfach im Raum und man muss selbst damit umgehen.

Fazit:
Ein stiller, kluger Roman, der mehr Fragen stellt als Antworten gibt. Kein leichtes Buch, aber eines, das im Kopf bleibt.

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Veröffentlicht am 03.02.2026

Fesselnd bis zum Schluss

Half His Age
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Waldo ist siebzehn, orientierungslos und auf der Suche nach Bedeutung. Zwischen einer emotional fordernden Mutter, innerer Leere und dem tiefen Wunsch, gesehen zu werden, gerät sie in eine Beziehung zu ...

Waldo ist siebzehn, orientierungslos und auf der Suche nach Bedeutung. Zwischen einer emotional fordernden Mutter, innerer Leere und dem tiefen Wunsch, gesehen zu werden, gerät sie in eine Beziehung zu ihrem deutlich älteren Lehrer. Was zunächst provokant wirkt, entwickelt sich schnell zu einer intensiven, verstörenden und erschreckend ehrlichen Auseinandersetzung mit Macht, Abhängigkeit und Selbstwahrnehmung.

Jennette McCurdy erzählt diese Geschichte nüchtern, direkt und ohne jede Romantisierung. Genau dieser klare, beinahe sachliche Ton macht das Buch so eindringlich. Nähe fühlt sich hier nicht warm an, sondern fragil, fehlgeleitet und gefährlich. Die Atmosphäre ist durchgehend angespannt und fesselnd.

Besonders herausragend ist die innere Perspektive von Waldo. Ihre Gedanken sind roh, widersprüchlich und schmerzhaft authentisch. McCurdy gelingt es, diese innere Zerrissenheit ohne erklärende Kommentare oder moralische Wertungen darzustellen und die Leser:innen ganz in diesem emotionalen Ausnahmezustand zu halten. Themen wie Selbstwert, Kontrolle, Konsum und familiäre Prägung fügen sich nahtlos in die Geschichte ein und verstärken ihre Wirkung.

Fazit:
Half His Age ist ein eindringlicher Roman, der keine einfachen Antworten gibt und genau dadurch so stark ist. Jennette McCurdy beweist erneut ein außergewöhnliches Gespür für psychologische Tiefe und unbequeme Wahrheiten.

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Veröffentlicht am 08.12.2025

Toller Auftakt

To Cage a Wild Bird
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Raven ist eine der härtesten Kopfgeldjägerinnen von Dividium und entschlossen, für ihren Bruder alles zu riskieren. Als dieser verhaftet und in das höllische Gefängnis Endlock geschickt wird, fasst sie ...

Raven ist eine der härtesten Kopfgeldjägerinnen von Dividium und entschlossen, für ihren Bruder alles zu riskieren. Als dieser verhaftet und in das höllische Gefängnis Endlock geschickt wird, fasst sie einen verzweifelten Plan: Sie lässt sich freiwillig einsperren, um ihn zu befreien, also Kopfgeldjägerin ein Todesurteil. Doch in dem Wachmann Vale trifft sie einen unerwarteten Verbündeten.

Die Idee und das Setting sind düster, brutal und elektrisierend. Eine Dystopie, in der Freiheit, Macht und moralische Grenzen jeden Moment infrage gestellt werden. Die Atmosphäre ist bedrückend und fesselnd. Der Schreibstil der Autorin ist klar und angenehm, sodass ich schnell in die Geschichte hineingezogen wurde. Besonders gelungen ist für mich die Mischung aus Überlebenskampf, Angst und kleinen Hoffnungsschimmern sowie Raven als Protagonistin.

Doch es gibt auch Stellen, an denen das Buch sein Potenzial nicht voll ausschöpft. Das Worldbuilding wirkt stellenweise oberflächlich und die Welt außerhalb von Endlock bleibt blass, manche Regeln und Hintergründe bleiben mehr angedeutet als wirklich greifbar. Das nimmt etwas von der Glaubwürdigkeit der Dystopie.

Fazit:
To Cage a Wild Bird ist ein packender Reihenauftakt, mit starken Bildern, spannender Atmosphäre und einer Protagonistin, die man nicht so schnell vergisst. Für alle, die Dystopie mit Gefahr, moralischen Abgründen und einer Prise Romantik mögen. Wer aber Wert auf tief ausgearbeitetes Worldbuilding und eine langsam aufbauende, komplexe Liebesgeschichte legt, könnte stellenweise etwas enttäuscht sein.

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Veröffentlicht am 06.12.2025

Düstere Fantasy

Das Lied der Tiefe
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Das Lied der Tiefe von Kalie Cassidy
Zeit ihres Lebens musste sich Imogen verstecken. Vor einem Königreich, das Sirenen für blutrünstige Monster hält. Vor dem Hass ihrer Verfolger. Und vor einer Macht, ...

Das Lied der Tiefe von Kalie Cassidy
Zeit ihres Lebens musste sich Imogen verstecken. Vor einem Königreich, das Sirenen für blutrünstige Monster hält. Vor dem Hass ihrer Verfolger. Und vor einer Macht, die in ihr schlummert.

Meine Meinung:
Das Setting hat mich sofort mitgenommen: Eine Welt, in der Sirenen und magische Wesen verehrt und gefürchtet werden. Das Buch hat eine düstere und geheimnisvolle Atmosphäre, was mir besonders gut gefallen hat.

Allerdings wirkte das Worldbuilding an manchen Stellen eher angedeutet als vollständig ausgearbeitet. Die Grenzen dessen, was Sirenen können, wirken nicht immer klar, die Mythologie bleibt stellenweise diffus.

Die Dynamik zwischen Imogen und Theodor fühlte sich stellenweise sehr glaubhaft und intensiv an, dann wieder etwas zu schnell, zu konstruiert. Ein paar Szenen hätten für mich mehr Zeit, mehr Raum gebraucht.

Fazit:
Das Lied der Tiefe ist eine düstere, romantasyhafte Geschichte mit starken Bildern, einer faszinierenden Grundidee und spürbarer emotionaler Tiefe. Für Fans von düsterer Fantasy mit Sirenen-Mythos, Geheimnissen und einer Prise Romantik.

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