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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.03.2022

Über Liebe und Verluste

Geschichte einer großen Liebe
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Nachdem ich schon so viel Gutes von Susanna Tamaros poetischem Schreibstil gehört hatte wollte ich mir endlich ein eigenes Bild machen. Im Roman „Geschichte einer großen Liebe“ erzählt sie von Andreas ...

Nachdem ich schon so viel Gutes von Susanna Tamaros poetischem Schreibstil gehört hatte wollte ich mir endlich ein eigenes Bild machen. Im Roman „Geschichte einer großen Liebe“ erzählt sie von Andreas und Ediths Weg zu einer Liebe, die über den Tod hinaus geht.
Susanna Tamaros Schreibstil ist wirklich wunderschön und hat mich von Beginn an begeistern können. Sie versteht es wirklich, mit ihrer Wortwahl zu berühren. Trotzdem habe ich mich mit dem Einstieg in die Geschichte etwas schwer getan. Zunächst habe ich die Erzählperspektive fälschlicherweise einer Frau zugeordnet, obwohl es Andrea ist, der hier rückblickend berichtet. Da er auf ein langes Leben zurückblickt gibt es natürlich jede Menge Zeitsprünge zwischen Gegenwart und Vergangenheit, die mich teilweise verwirrt und so meinem Lesefluss gehemmt haben.
Andrea schildert in zahlreichen Ausschnitten die Höhen und Tiefen seines bewegten Lebens, in denen Edith mal kürzer und mal länger immer wieder eine Rolle spielt. Sein Gefühlsleben kann man dabei gut nachempfinden und auch seine Gedankengänge sind realistisch geschildert. Zu Edith dagegen habe ich keine Beziehung aufbauen können. Ihr sprunghaftes und mitunter sehr verletzendes Handeln habe ich als sehr anstrengend empfunden. Die „große Liebe“ habe ich ihr lange nicht abnehmen können.
Ein sehr melancholischer und emotionaler Roman über die Liebe und Verluste.

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Veröffentlicht am 20.03.2022

Ein bewegender Roman

Das Fundbüro der verlorenen Träume
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Dot ist die Seele des Fundbüros mit dem Herzen am rechten Fleck. Mit Empathie und Wertschätzung behandelt sie nicht nur ihre Kundschaft sondern auch verloren gegangene Gegenstände, so unscheinbar sie auch ...

Dot ist die Seele des Fundbüros mit dem Herzen am rechten Fleck. Mit Empathie und Wertschätzung behandelt sie nicht nur ihre Kundschaft sondern auch verloren gegangene Gegenstände, so unscheinbar sie auch sein mögen, und sieht es als ihre Aufgabe an, diese wieder ihren Eigentümern zu übergeben. Doch hinter der Fassade sieht es ganz anders aus, denn Dot hat nicht nur ihre Träume nach dem plötzlichen Verlust ihres Vaters sondern auch sich selbst verloren.
Als sich ein älterer Herr im Fundbüro nach einer verlorenen Tasche mit einem Andenken seiner verstorbenen Frau erkundigt hat Dot nur noch ein Ziel: beide wieder zusammen zu bringen und damit setzt sie unbewusst eine Folge von Ereignissen in Gang, die ihr Leben völlig umkrempeln werden.
Dot ist eine sehr sympathische Protagonistin, die ich sofort ins Herz geschlossen habe, auch wenn ich nicht immer alle ihre Eigenarten nachvollziehen konnte. Ihre Geschichte ist sehr bewegend geschildert und es war schön mitzuerleben, wie sie aus ihrer selbst gewählten Einsamkeit ganz langsam wieder Freude am Leben hat und auch die Liebe wieder ein Plätzchen findet.
„Das Fundbüro der verlorenen Träume“ ist ein berührender Roman über den Umgang mit Verlusten und das (Wieder-)Finden von neuen Wegen, den ich sehr gerne gelesen habe.

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Veröffentlicht am 14.03.2022

Das große Finale

Tote tanzen keinen Walzer
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Das große Finale: Bärbel und Frank heiraten! Und damit nicht nur sie sondern auch ihre Freunde eine gute Figur auf dem Tanzparkett machen besuchen alle 6 gemeinsam die Tanzschule. Zunächst ist Loretta ...

Das große Finale: Bärbel und Frank heiraten! Und damit nicht nur sie sondern auch ihre Freunde eine gute Figur auf dem Tanzparkett machen besuchen alle 6 gemeinsam die Tanzschule. Zunächst ist Loretta alles andere als begeistert, aber so nach und nach findet sie doch Gefallen daran. Als aber während der Tanzstunde ein Teilnehmer erschossen wird machen sich Loretta und ihr dreamteam auf die Tätersuche.

„Tote tanzen keinen Walzer“, Band 15 der Loretta-Krimödien, wird wohl zunächst der letzte sein. Das bedauere ich sehr, denn Loretta und ihre Freunde haben mir schon oft unterhaltsame Lesestunden beschert. Mir gefallen die Charaktere mit ihren kleinen Macken und Schrullen und der wohldosierte Humor. Einmal begonnen legt man das Buch höchst ungern zur Seite. Die Kapitelüberschriften machen neugierig auf die folgenden Seiten, so dass man automatisch weiterlesen muss.
Auch in diesem Band ermitteln die Freunde zwischen eifersüchtigen Ex-Tanzpaaren und vermeintlichen Erbschleicherinnen. Loretta bringt sich wie so oft in Gefahr, es gibt einige mögliche Motive und überraschende Wendungen. Und natürlich ein filmreifes Ende..

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Veröffentlicht am 07.03.2022

Das mysteriöse Verschwinden Agatha Christies

Mrs Agatha Christie
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Der Name der Autorin Agatha Christie ist mir natürlich ein Begriff, obwohl ich noch keinen ihrer Krimis gelesen, aber jede Menge der Verfilmungen gesehen habe. Vom Menschen Agatha Christie wusste ich dagegen ...

Der Name der Autorin Agatha Christie ist mir natürlich ein Begriff, obwohl ich noch keinen ihrer Krimis gelesen, aber jede Menge der Verfilmungen gesehen habe. Vom Menschen Agatha Christie wusste ich dagegen fast nichts. Ihr 11-tägiges Verschwinden, eines der größten Geheimnisse der Literaturgeschichte, war letztendlich der Anlass, den Roman der Autorin Marie Benedict unbedingt lesen zu wollen.
Ein mysteriöser Brief mit Verhaltensanweisungen gleich zu Beginn des Romans, der im Laufe der Handlung auch immer mal wieder zum Gespräch kommt, hat mir zunächst Rätsel aufgegeben. In zwei Handlungssträngen wird zum einen der gemeinsame Lebensweg von Agatha und Archie vom Tag ihres Kennenlernens bis in die Gegenwart geschildert, zum anderen Archies „Alltag“ ab dem Zeitpunkt des Verschwindens seiner Frau. Auf diese Weise gibt es abwechslungsreiche Einblicke in das Privatleben als auch in die polizeiliche Ermittlungsarbeit, ohne dass ein wirklicher Spannungsbogen vorhanden war.
Was nun wirklich geschah wird wohl auch weiterhin ein Geheimnis der Literaturgeschichte bleiben, was hätte geschehen können hat Marie Benedict auf unterhaltsame Weise zu Papier gebracht.

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Veröffentlicht am 05.03.2022

Gelungene Fortsetzung

Ursula und die Farben der Hoffnung
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In Band 2 der Berliner Familiensaga der Autorin Ulrike Renk steht die junge Ursula im Mittelpunkt, die künstlerisch sehr begabt ist und ihre Gefühle als Farben sehen kann. Als 15-jährige trifft sie während ...

In Band 2 der Berliner Familiensaga der Autorin Ulrike Renk steht die junge Ursula im Mittelpunkt, die künstlerisch sehr begabt ist und ihre Gefühle als Farben sehen kann. Als 15-jährige trifft sie während der Sommerfrische mit ihrer Großmutter auf Vera, die Tochter von Paula Dehmel.
Durch die Freundschaft mit ihr macht sie schnell Bekanntschaft mit den unterschiedlichsten Künstlern, die im Hause Dehmel ein und aus gehen, und es wächst sehr schnell der Wunsch, an der Berliner Kunstgewerbeschule studieren zu wollen.
Der Einstieg ist mir wieder sehr leicht gefallen und durch den bildhaften Schreibstil hat sich auch sofort wieder mein Kopfkino in Betrieb gesetzt. Vor allem die bunten, lauten und teilweise schrillen Treffen und die Sommerauszeiten der vielen Künstlerinnen und Künstler habe mich bestens unterhalten. Der Roman geht über die Zeitspanne von 6 Jahren, in denen sich Ursula vom zurückhaltenden Backfisch zu einer jungen Frau mit eigenen Ideen entwickelt, die aber ihren Prinzipien treu bleibt, vor allem in Herzensdingen. Denn es ist auch Raum für eine zarte Liebesgeschichte mit Veras Bruder Heinrich. Aber nicht nur Ursula hat mich überzeugen können. Vera und Paula Dehmel leben für die damaligen Verhältnisse sehr modern und haben sich emanzipiert, in dem sie ihre eigenen Wege gehen und sich nicht von Männern abhängig machen.
Wie schon in Band 1 hat Ulrike Renk auch in diesem Roman reale Vorkommnisse mit fiktiver Handlung gekonnt verwoben und einen sehr unterhaltsamen Roman geschaffen. Im Nachwort sind alle historisch belegten Fakten noch einmal nachzulesen.
Da ich sehr gespannt auf Ursulas weitere Lebensgeschichte bin freue ich mich schon jetzt auf Band 3.

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