Profilbild von Kelo24

Kelo24

Lesejury Star
offline

Kelo24 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Kelo24 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.10.2019

Kryptische Botschaften

Dunkle Botschaft: Thriller
0

„Dunkle Botschaft" ist das 4. Buch mit der Rechtsmedizinerin Julia Schwarz, die eine vermeintliche Selbstmörderin auf ihrem Obduktionstisch als Mordopfer identifiziert und Hinweise auf ein nächstes Opfer ...

„Dunkle Botschaft" ist das 4. Buch mit der Rechtsmedizinerin Julia Schwarz, die eine vermeintliche Selbstmörderin auf ihrem Obduktionstisch als Mordopfer identifiziert und Hinweise auf ein nächstes Opfer in Form eines Rätsels an der Leiche findet. Viel Zeit lässt der Mörder ihr und Kriminalkommissar Florian Kessler nicht. Julia Schwarz stolpert dabei eher zufällig über eine mögliche Rätsellösung und findet schon die nächste Leiche.
Wieder ist eine kryptische Nachricht hinterlassen, die die Ermittler und selbst die Spezialisten an den Rand der Verzweiflung bringen, läuft ihnen doch die Zeit weg.
Julia Schwarz und Florian Kessler bilden ein sympathisches Team, wobei mir in diesem Fall die Rechtsmedizinerin auf ihren Alleingängen ihre Nase doch ein wenig zu tief in die Ermittlungen gesteckt und darüber hinaus ihre Assistentin Lenja mit hineingezogen und so in Gefahr gebracht hat.
Parallel zu diesem Handlungsstrang gibt es einen weiteren. Wird hier die von Misshandlungen geprägte Kindheit und Jugend des Täters geschildert?
Catherine Shepherd hat es wieder einmal geschafft, dass nicht nur die Ermittler rätseln. Auch ich habe mich daran versucht, die Mitteilungen des Mörders zu entschlüsseln und die geschickt gelegten Spuren zuzuordnen, mögliche Motive zu durchleuchten oder Verdächtige auszuschließen. Der Schreibstil war wie immer so fesselnd, dass ich mich nur sehr schwer vom Buch trennen konnte, und der Spannungsbogen war vom Beginn bis zum Ende unverändert hoch. Wie schon so oft bei anderen ihrer Thriller war mir erst kurz vor dem Ende des Buches klar, wer hinter den Morden steckt. Genauso mag ich Thriller.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 28.10.2019

Hier steht viel zwischen den Zeilen

Winterbienen
0

Egidius Arimond hat viele Talente. So fällt es dem an Epilepsie entlassenen Lehrer für Latein auch nicht schwer, seine Tage mit Leben zu füllen. Anfang 1944 ist der Alltag im beschaulichen Städtchen ...

Egidius Arimond hat viele Talente. So fällt es dem an Epilepsie entlassenen Lehrer für Latein auch nicht schwer, seine Tage mit Leben zu füllen. Anfang 1944 ist der Alltag im beschaulichen Städtchen Kall in der Eifel noch wenig vom Krieg berührt.
Egidius kümmert sich mit Hingabe und viel Herzblut um seine zahlreichen Bienenstöcke, die bis kurz vor der belgischen Grenze aufgestellt sind. Nebenbei betreibt er in der Bibliothek Ahnenforschung und übersetzt Fragmente eines Vorfahren aus dem 15. Jahrhundert.
Gut versteckt in unscheinbaren Büchern erhält er dort immer wieder Mitteilungen über jüdische Flüchtlinge, die er in seinen Bienenkörben über die Grenze bringt.

In Tagebuchform berichtet Egidius in kurzen Abschnitten über einen Zeitraum von ca. 18 Monaten, wie sich nicht nur sein bis dahin ruhig dahinplätschernde Alltag mit zunehmenden Kriegshandlungen verändert. Sein eigenes Leben wird zunehmend gefährdeter durch das Voranschreiten der Krankheit und die Bienen werden zunehmend aggressiver. Und immer wieder finden sich Parallelen zwischen dem Leben in einem Bienenvolk und den vorherrschenden Lebensbedingungen im Nazi-Deutschland oder auch den epileptischen Anfällen und den Kriegsbildern. Zitat: „Zuerst die Blitze vor meinen geschlossenen Augen, dann das Dröhnen in meinen Ohren…“
Der Autor schreibt schnörkellos, realistisch und nachhaltig beeindruckend . Es ist ein Buch der leisen Töne, bei dem sehr viel zwischen den Zeilen steht und für das man sich Zeit nehmen sollte, um es genießen zu können.

Veröffentlicht am 24.10.2019

Kommt nicht an den 1. Band heran

Postscript - Was ich dir noch sagen möchte
0

„PS Ich liebe dich“ habe ich vor Jahren gelesen und mit Holly zusammen gelitten, gelacht, geweint und jedem der 10 Briefe entgegengefiebert. Ich habe dieses Buch geliebt und war erstaunt, dass Cecelia ...

„PS Ich liebe dich“ habe ich vor Jahren gelesen und mit Holly zusammen gelitten, gelacht, geweint und jedem der 10 Briefe entgegengefiebert. Ich habe dieses Buch geliebt und war erstaunt, dass Cecelia Ahern nach dieser relativ langen Zeit eine Fortsetzung geschrieben hat. Denn die Latte lag schon sehr hoch…
Im Buch sind 7 Jahre nach Gerrys Tod vergangen. Holly befindet sich seit 2 Jahren wieder in einer Beziehung mit Gabriel und arbeitet im Laden ihrer Schwester mit. Diese überredet sie auch in ihrem podcast über ihre Trauererfahrungen und vor allem über Gerrys Geschenk, die Briefe, zu berichten. Einige sterbenskranke Menschen möchten Gerrys Idee aufgreifen und ihren Lieben etwas Ähnliches hinterlassen. Holly soll ihnen dabei im Club „PS Ich liebe dich“ tatkräftig unter die Arme greifen. Nach anfänglicher Abneigung steigt sie dann doch ein.
Der Einstieg in die Geschichte ist sehr schnell gelungen, handelt es sich doch zunächst um alte Bekannte. Auch der Schreibstil gefällt mir nach wie vor gut, allerdings schien er mir im ersten Buch irgendwie leichter und gefühlvoller.
Die Clubmitglieder und ihre Schicksale stehen natürlich im Mittelpunkt und auch der Tod bleibt nicht außen vor. Trotz alledem hat mich die Aneinanderreihung der einzelnen Geschichten nicht ansatzweise so berührt wie Hollys Geschichte zuvor und mitunter hat sich das Ganze auch ziemlich in die Länge gezogen. Lediglich im letzten Teil um Ginika sind dann erstmalig Tränen geflossen.
Holly selbst habe ich als ziemlich nervige und sprunghafte Person wahrgenommen. Nach der langen Zeit wieder in alte Verhaltsmuster zu verfallen und Gerry sogar als übernatürliche Erscheinung wahrzunehmen war mir dann doch zu dick aufgetragen und unglaubwürdig.
Vielleicht ist das Buch eher für Leser*innen geeignet, die nicht die Vorgeschichte kennen und unvoreingenommener herangehen.
Von mir gibt es 3 Sterne

Veröffentlicht am 18.10.2019

Enttäuschend

Die Hoffnung zwischen den Zeilen
0

Zwei mutige Frauen, die in der Nachkriegszeit um eine selbstbestimmte Zukunft kämpfen und das Bündel Briefe im Koffer haben mich neugierig auf das Buch gemacht.

Ja, die zwei Frauen, Uli und Elsa: die ...

Zwei mutige Frauen, die in der Nachkriegszeit um eine selbstbestimmte Zukunft kämpfen und das Bündel Briefe im Koffer haben mich neugierig auf das Buch gemacht.

Ja, die zwei Frauen, Uli und Elsa: die hätten gegensätzlicher kaum sein können. Beide sind schon sehr spezielle Charaktere, die eher unsympathisch daherkommen. Erschwerend kommt hinzu, dass man auch kaum Chancen hat, beide näher kennen zu lernen, da die Beschreibungen immer eher oberflächlich abgehandelt werden. Beide haben Verhaltensmuster und Angewohnheiten, die ich als extrem anstrengend empfunden habe und nur ansatzweise nachvollziehen konnte. Ihr Kampf war wohl eher ein innerlicher, denn einen anderen habe ich nicht wahrgenommen. Außer meinem eigenen mit dem Weiterlesen.

Auch die im Klappentext erwähnten Briefe, die nach meinem Verständnis eine nicht unerhebliche Rolle spielen sollten, haben nur Erwähnung in Nebensätzen gefunden. Eigentlich schade, denn aus dem Briefwechsel zwischen Elsa und Johann hätte man sicherlich vieles über die Absender erfahren können.

Das Buch ließ sich schon flüssig lesen, aber der Schreibstil an sich hat mir überhaupt nicht gefallen. Er war für meinen Geschmack viel zu sachlich und nüchtern und völlig gefühlsneutral. Dadurch ist es mir auch sehr schwer gefallen, Bilder im Kopf entstehen zu lassen. So manche Aufbauanleitung eines schwedischen Möbelhauses ist dagegen unterhaltsamer.

An sich mag ich Geschichten mit unterschiedlichen Handlungssträngen, aber in diesem Fall war mir das Hin- und Hergespringe zwischen Elsa und Uli in Gegenwart und Vergangenheit dann doch zu viel. Viele Teile ergeben doch nicht immer ein Ganzes. Das Ende war mir zu konstruiert und an den Haaren herbeigezogen.

Die Hoffnung zwischen den Zeilen – leider habe ich sie nicht finden können.

Veröffentlicht am 15.10.2019

Unterhaltsamer, aber spannungsarmer Regionalkrimi

Aus dem Takt
0

Der 10. Fall für Vincent Jakob war mein 1. Fall mit ihm. Ein Lehrer, der sich als Hobby-Detektiv betätigt, ist auch mal etwas Anderes. Dieses Mal ist der Chorleiter das Opfer – Mord von Motorradgegnern ...

Der 10. Fall für Vincent Jakob war mein 1. Fall mit ihm. Ein Lehrer, der sich als Hobby-Detektiv betätigt, ist auch mal etwas Anderes. Dieses Mal ist der Chorleiter das Opfer – Mord von Motorradgegnern oder doch ein Unfall? Dieser Frage geht der sympathische Protagonist bald mit viel Elan nach.

Der Schreibstil ist locker und witzig und lässt sich angenehm lesen. Leider habe ich während der ganzen Handlung die Spannung eher als unterschwellig empfunden. Für meinen Geschmack war davon zu wenig vorhanden. Im Rahmen der Ermittlungen gab es zwar verschiedene Motive und Denkansätze, aber einen Spannungsaufbau habe ich dabei vermisst.
Die Ereignisse verlaufen eher ruhig und gemächlich und dümpeln träge vor sich hin.

Wer einen entspannten Nachmittag mit Lesen verbringen möchte ist mit diesem Regionalkrimi gut beraten.