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Veröffentlicht am 01.06.2022

Eine kleine Inselauszeit

Inselluft
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Der spontane Ortswechsel von Postbotin Sarah auf die Insel Föhr aufgrund ihrer Pollen-allergie ist nur vorgeschoben, denn eigentlich hat sie mit schlimmen Ereignissen in der Vergangenheit immer noch nicht ...

Der spontane Ortswechsel von Postbotin Sarah auf die Insel Föhr aufgrund ihrer Pollen-allergie ist nur vorgeschoben, denn eigentlich hat sie mit schlimmen Ereignissen in der Vergangenheit immer noch nicht abgeschlossen.

Trotz Problembewältigung der sympathischen Protagonistin steht eindeutig der Wohlfühlfaktor dieses Romans im Vordergrund. Mit Sarah zusammen lernt man diese wunderschöne grüne Insel mit ihren vielen kleinen und größeren Sehenswürdigkeiten kennen, lässt sich dabei den Wind um die Nase wehen und atmet die salzige Meerluft ein. Aber auch die Insulaner und Zugereisten haben alle das Herz am rechten Fleck.

Durch den angenehmen Schreibstil der Autorin Jette Hansen fliegt man nur so durch die Seiten, und bereits ab der ersten Seite war ich gefühlt im Urlaubsmodus. Eine Geschichte zum Entspannen und Genießen, wie eine kleine Auszeit vom Alltagsstress. Ich freue mich schon auf den 2. Teil der Föhr-Reihe.

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Veröffentlicht am 29.05.2022

Interessantes Stück Zeitgeschichte

Die Freundinnen vom Strandbad (Die Müggelsee-Saga 2)
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"Die Freundinnen vom Strandbad", das sind Betty, Clara und Martha, die als 13-jährige aus dem Müggelsee gemeinsam einen älteren Badegast gerettet haben. So ein Erlebnis schweißt zusammen und ist der Beginn ...

"Die Freundinnen vom Strandbad", das sind Betty, Clara und Martha, die als 13-jährige aus dem Müggelsee gemeinsam einen älteren Badegast gerettet haben. So ein Erlebnis schweißt zusammen und ist der Beginn ihrer Freundschaft.
Zunächst begleiten wir diese drei völlig unterschiedlichen Mädchen in ihrem familiären Alltag, durch die Schulzeit und in ihrer Freizeit im Osten von Berlin Ende der 50er Jahre. Man bekommt einen Einblick in das schon stark reglementierte Leben im Ostsektor und kann quasi hautnah miterleben, welche negativen Konsequenzen ein Andersdenken haben kann. Die drei Freundinnen haben alle recht unterschiedliche Träume und Wünsche von ihrer Zukunft und ihrem künftigen Beruf; allen gemeinsam ist aber der Wunsch nach Freiheit im Denken und Handeln.
Julie Heiland hat mit Band I ihrer Müggelsee-Saga ein berührendes Stück Zeitgeschichte über die Freundschaft dreier Mädchen im Osten Berlins vor dem Mauerbau geschrieben. Trotz anfänglicher kleinerer Längen habe ich die Drei gerne begleitet und ihre bisherige Entwicklung beobachtet. Wird der Mauerbau ihre Freundschaft gefährden? Auf diese Frage hätte ich gerne eine Antwort und fiebere daher schon der Fortsetzung in Band II entgegen.

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Veröffentlicht am 08.05.2022

Gelungener Reihenauftakt

Die Frauen vom Inselsalon
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Die Sommerfrische auf Norderney zu Beginn des 20. Jahrhunderts habe ich zusammen mit den Protagonistinnen Frieda und Grete in Sylvia Lotts neuem Roman „Der Inselsalon“ miterleben dürfen.
Frieda, Tochter ...

Die Sommerfrische auf Norderney zu Beginn des 20. Jahrhunderts habe ich zusammen mit den Protagonistinnen Frieda und Grete in Sylvia Lotts neuem Roman „Der Inselsalon“ miterleben dürfen.
Frieda, Tochter eines Fischers, darf im Friseursalon arbeiten und es eröffnen sich ihr so völlig neue Eindrücke. Grete ist die Tochter eines wohlhabenden Berliner Fabrikanten und verbringt die Sommerzeit aus gesundheitlichen Gründen auf Norderney. Obwohl beide Mädchen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten stammen freunden sie sich an.
Die Entwicklung vom Teenager zur jungen Frau beider Protagonistinnen zeichnet auch ein Bild der damaligen Klassenunterschiede und den damit verbundenen Konflikten mit den Eltern und der ersten großen Liebe. Sowohl Frieda als auch Grete sind für ihre Zeit recht fortschrittlich, haben einen eigenen Kopf mit Vorstellungen und Träumen, die sie auch in die Tat umsetzen wollen.
Dank Sylvia Lotts flüssigem Schreibstil ist man schnell Teil der Geschichte und kann sich auch von der schönen Insel Norderney und ihren Bewohnern zu Kaisers Zeiten ein Bild machen. Sehr unterhaltsam waren dabei auch immer die Szenen aus dem Salon, wenn die Herren sich über die aktuellen weltgeschichtlichen und politischen Ereignisse ausgetauscht haben.
Band 1 der vielversprechenden Norderney-Saga endet mit dem Beginn des ersten Weltkrieges und lässt viele Fragen offen, so dass ich neugierig der Fortsetzung entgegenfiebere.

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Veröffentlicht am 18.04.2022

Ein Lesehighlight

Die hundert Jahre von Lenni und Margot
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Die 17-jährige Lenni ist Dauergast im Krankenhaus und sie weiß, dass sie es nicht mehr lebend verlassen wird. Ihrem Vater hat sie ein Besuchsverbot erteilt, da er ihr nicht beim Sterben zusehen soll. Da ...

Die 17-jährige Lenni ist Dauergast im Krankenhaus und sie weiß, dass sie es nicht mehr lebend verlassen wird. Ihrem Vater hat sie ein Besuchsverbot erteilt, da er ihr nicht beim Sterben zusehen soll. Da sie mit Gleichaltrigen keine Gesprächsbasis findet beginnt sie, das Krankenhaus zu erkunden. Beim Krankenhauspastor Arthur findet sie ein offenes Ohr, wenngleich auch er nicht auf alle ihre Fragen eine Antwort hat. Und dann lernt sie in einem Malkurs die 83-jährige Margot kennen. Beide beschließen, ihre 100 Jahre Leben in Bildern festzuhalten – eins für jedes gelebte Jahr – und erzählen sich dabei ihre Lebensgeschichte und ihre verborgensten Geheimnisse.
Margot und Lenni sind zwei sympathische, starke und überzeugende Protagonistinnen. Beide haben den Tod vor Augen und sind trotzdem oder gerade deswegen dem Leben noch total zugewandt. Es war schön mitzuerleben, wie die Freundschaft zwischen den beiden wächst und sie sich gegenseitig unterstützen und Halt geben.
Der Roman ist sehr berührend; Lachen und Weinen liegen hier sehr nah beieinander, aber trotz des schweren Themas kommt auch der Humor nicht zu kurz.
Marianne Cronin hat mit ihrem Roman „Die Hundert Jahre von Lenni und Margot“ ein ganz besonderes Buch über die kostbaren Momente im Leben und eine außergewöhnliche Freundschaft geschrieben. Für mich ist dieses Buch ein Lesehighlight in 2022.

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Veröffentlicht am 15.04.2022

Gelungener Reihenauftakt

Der Tote im Netz
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Radioreporterin Franziska Mai will mit Hilfe eines neuen Formats nicht nur Probleme der Usedomer lösen, sondern auch ihren Arbeitsplatz bei Bäderland-Radio sichern.
Aber auch auf der schönen Urlaubsinsel ...

Radioreporterin Franziska Mai will mit Hilfe eines neuen Formats nicht nur Probleme der Usedomer lösen, sondern auch ihren Arbeitsplatz bei Bäderland-Radio sichern.
Aber auch auf der schönen Urlaubsinsel Usedom lauert das Böse und Franzi findet ihren ersten Interviewpartner tot - eingewickelt im eigenen Schleppnetz. Diese Chance lässt sie sich natürlich nicht entgehen und mischt, sehr zum Leidwesen von Kommissar Kay Lorenz, mit ihrem Volontär Janis bei den Ermittlungen tüchtig mit. Wie gefährlich das sein kann, spürt sie am eigenen Leibe.
Die Autorin Frauke Scheunemann hat sich mit Usedom einen wunderschönen Tatort ausgesucht.
Die beiden Protagonisten könnten unterschiedlicher nicht sein: eine rheinländische Quasselstrippe trifft auf einen eher wortkargen Insulaner. Nach anfänglichen Start- und Verständigungsschwierig-keiten harmonieren die beiden aber gut miteinander. Ihre verbalen Wortgefechte waren höchst amüsant. Janis ist auch sehr sympathisch und macht im Laufe der Handlung eine erstaunliche Entwicklung durch.
Der Schreibstil ist angenehm und der Krimi lässt sich flüssig lesen. Der Humor ist wohl dosiert, die Handlung durchgängig spannend, wobei der Spannungsbogen zum Ende hin noch etwas ansteigt. Die Auflösung am Ende hat mich überrascht. Gefehlt hat mir ein bisschen das Inselflair, etwas mehr Beschreibungen von Insel und Landschaft wären schön gewesen.
„Der Tote im Netz“ ist ein unterhaltsamer Krimi für zwischendurch oder als Urlaubslektüre.

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