Profilbild von KimVi

KimVi

Lesejury Star
offline

KimVi ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit KimVi über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.08.2022

Gnadenlos spannend!

Fake – Wer soll dir jetzt noch glauben?
0

Patrick Dostert fällt aus allen Wolken, als an seinem freien Tag plötzlich die Polizei vor seiner Tür steht. Er bittet die Beamten herein und damit beginnt sein persönlicher Albtraum. Eine Frau ist verschwunden ...

Patrick Dostert fällt aus allen Wolken, als an seinem freien Tag plötzlich die Polizei vor seiner Tür steht. Er bittet die Beamten herein und damit beginnt sein persönlicher Albtraum. Eine Frau ist verschwunden und deren beste Freundin behauptet, dass Patrick ihre Freundin misshandelt hat und deshalb etwas mit ihrem Verschwinden zu tun haben könnte. Patrick beteuert, dass er die Frau noch nie gesehen hat. Doch schon bald taucht ein Video auf, auf dem Patrick eindeutig zu erkennen ist. Dennoch schwört er, dass er unschuldig ist. Doch niemand glaubt ihm....

Wenn man das Buch aufschlägt und mit dem Lesen beginnt, sollte man sich für die nächsten Stunden nichts anderes vornehmen, da es nahezu unmöglich ist, diesen Thriller aus der Hand zu legen, bevor man die Wahrheit kennt!

Einen großen Reiz üben dabei die gewählten Erzählperspektiven aus, denn weite Teile der Handlung schildert Patrick Dostert selbst, in dem er die Ereignisse aufschreibt, während er in Untersuchungshaft sitzt. Und das, was er berichtet, hat es wirklich in sich! Kann es wirklich sein, dass ein Unschuldiger, der die verschwundene Frau und deren Freundin offenbar noch nie gesehen hat, in Untersuchungshaft gerät, weil ihm ein Alibi fehlt und er stets zu falschen Zeit am falschen Ort ist? Und was hat es mit dem Video auf sich, das unverhofft auftaucht und Patrick schwer belastet? Plötzlich glaubt ihm niemand mehr und das ist eigentlich auch nicht verwunderlich, wenn man die Ereignisse aus Polizeisicht betrachtet.

Fake oder Fakt? Das ist die Frage, die man sich beim Lesen stellt und die einen geradezu atemlos durch die Seiten treibt! Überraschende Wendungen sorgen dafür, dass keine Zeit für Atempausen bleibt. Die Handlung wird gnadenlos vorangetrieben und wenn man meint, dass man alles durchschaut und endlich durchatmen kann, reißt der Autor das Ruder herum und steuert auf ein Finale zu, das mit einem wahren Paukenschlag endet!

Ein absoluter Pageturner, den man, einmal angefangen, nicht mehr aus der Hand legen kann!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.08.2022

Emotionale Lovestory

Zwei Herzen unter acht Millionen
0

Franny wurde gerade gefeuert und nun fährt ihr auch noch fast die U-Bahn davon, die sie nach Hause bringen soll. Franny schafft es im letzten Moment, noch in die Bahn zu springen. Dieses vermeintliche ...

Franny wurde gerade gefeuert und nun fährt ihr auch noch fast die U-Bahn davon, die sie nach Hause bringen soll. Franny schafft es im letzten Moment, noch in die Bahn zu springen. Dieses vermeintliche Glück entpuppt sich wenig später als totale Katastrophe. Frannys Kleid ist in der Tür eingeklemmt und zerreißt. Gleich in Unterwäsche vor all den Leuten in der U-Bahn zu stehen, lässt bei Franny Panik aufkommen. Völlig unverhofft reicht ihr ein unbekannter Mann sein Gucci-Sakko. Franny ist die ganze Sache total peinlich. Die Wahrscheinlichkeit, den Mann jemals wiederzusehen, ist allerdings äußerst gering. Doch Franny ahnt nicht, dass jemand die Szenen in der U-Bahn gefilmt, alles online gestellt und mit der Vermutung, dass es sich hier um den Beginn einer großen Liebe handelt, gepostet hat. Zeitungen und Fernsehsender reißen sich plötzlich um die Geschichte und deshalb kommt es dazu, dass Franny ihren Retter doch wiedersehen muss...

Die Handlung wird in der Ich-Form, abwechselnd aus der Sicht von Franny und ihrem geheimnisvollen Retter Hayes geschildert. Dadurch kann man nicht nur in die Gedanken und Gefühle der beiden eintauchen, sondern erfährt außerdem, was sie voneinander denken und wie sei aufeinander wirken.

Die beiden Hauptprotagonisten wirken sofort sympathisch. Deshalb fühlt man sich wohl, quasi in der Haut der beiden zu stecken. Die Haupt- und Nebencharaktere wirken so lebendig, dass man sich ganz auf die Geschichte einlassen kann. Die Metropole New York bildet eine authentische Hintergrundkulisse und wird so eindrucksvoll beschrieben, dass man beinahe meint, selbst vor Ort zu sein.

Die Liebesgeschichte wird gefühlvoll erzählt, ohne dabei auch nur einen Moment kitschig zu wirken. Man kann die Gefühle nachvollziehen und das Hin und Her zwischen den beiden genießen. Dabei blitzt zwischendurch eine wohldosierte Prise Humor auf, die das Ganze auflockert. Einmal angefangen, fällt es schwer, den Roman aus der Hand zu legen, denn man gerät in den Sog der Ereignisse und da diese so lebendig dargestellt werden, hat man das Gefühl hautnah dabei zu sein.

Eine wunderbar erzählte Lovestory, die zu Herzen geht, ohne dabei zu kitschig zu wirken.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.08.2022

Beeindruckende Hintergrundkulisse

Der Aufstieg – In eisiger Höhe wartet der Tod
0

Cecily kann ihr Glück kaum fassen, denn der berühmte Bergsteiger Charles McVeigh, der es sich zum Ziel gesetzt hat, alle vierzehn Achttausender innerhalb eines Jahres zu besteigen, hat ausgerechnet sie ...

Cecily kann ihr Glück kaum fassen, denn der berühmte Bergsteiger Charles McVeigh, der es sich zum Ziel gesetzt hat, alle vierzehn Achttausender innerhalb eines Jahres zu besteigen, hat ausgerechnet sie dazu auserkoren, ihn als erste Journalistin zu interviewen, wenn er den letzten Gipfel bestiegen hat. Die Sache hat nur einen Haken: Cecily muss ihn auf seiner letzten Tour begleiten und selbst den Manaslu erklimmen. Bereits im Basislager kommt es zu einem tragischen Unfall. Dennoch macht sich die Gruppe auf den Weg und stellt sich der Herausforderung. Doch schon bald hat Cecily das Gefühl, dass der Berg nicht die größte Gefahr für ihr Leben darstellt...

Der Thriller beginnt mit einem Prolog, in dem Cecily in großer Gefahr zu schweben scheint. Man erfährt jedoch nicht, vor wem sie auf der Flucht ist. Dadurch wird das Interesse an der Handlung sofort geweckt. Im Zentrum des Geschehens steht die Journalistin Cecily. Außerdem gibt es immer wieder Einschübe, in denen man die Entwürfe lesen kann, die Cecily für ihren Blog verfasst. 

Es gelingt der Autorin vom ersten Moment an hervorragend, Handlungsorte und Protagonisten so detailliert zu beschreiben, dass man beinahe meint, selbst vor Ort zu sein. Das liegt sicher auch daran, dass Amy McCulloch den Aufstieg auf den Manaslu selbst bewältigt hat und deshalb weiß, wovon sie schreibt. Man erfährt einiges von den Risiken, Gefahren und Vorbereitungen, die mit diesem Aufstieg verbunden sind. Die Autorin lässt diese Informationen allerdings so lebendig in die Handlung einfließen, dass man gebannt dem Geschehen folgt und sich dazu die entsprechenden Bilder vorstellt.  

Die Protagonisten wirken ebenfalls sehr authentisch. Man hat sie beim Lesen vor Augen und kann sich deshalb ganz auf die Handlung einlassen. Die Atmosphäre ist vom ersten Moment an angespannt, da man im Prolog bereits erfährt, in welche Gefahr Cecily gerät. Gemeinsam mit ihr versucht man herauszufinden, wer für die tragischen Todesfälle, die als Unfälle eingestuft werden, verantwortlich ist. Doch schon bald weiß man nicht mehr, wem man glauben oder vertrauen kann. Die Spannung baut sich eher gemächlich auf. Allerdings wird man dafür mit den authentischen Beschreibungen der einzelnen Expeditionsabschnitte entschädigt, die eindrucksvoll beschrieben werden. Zum Ende hin steigt die Spannung stetig an. Man mag das Buch dann kaum noch aus der Hand legen. 

Ein Thriller, der zwar etwas gemächlich startet, dann aber durch eine bedrohliche Atmosphäre und eindrucksvolle Beschreibungen überzeugt. 

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.08.2022

Spannender Thriller, mit überraschenden Wendungen

Mutterliebe
0

Für Nora beginnt ein wahrer Albtraum, als ihre kleine Tochter Louisa vom Besuch beim Vater nicht zurückkehrt. Sie hofft inständig, dass Louisa bald gefunden wird. Doch Nora kann der Polizei nicht die ganze ...

Für Nora beginnt ein wahrer Albtraum, als ihre kleine Tochter Louisa vom Besuch beim Vater nicht zurückkehrt. Sie hofft inständig, dass Louisa bald gefunden wird. Doch Nora kann der Polizei nicht die ganze Wahrheit sagen, denn die Angst, Louisa zu verlieren, wenn herauskommt, dass sie nicht ihre richtige Mutter ist, ist einfach zu groß. Doch dann geraten die Ereignisse vollkommen außer Kontrolle und Nora gilt plötzlich als Hauptverdächtige...

Die Handlung wird in der Ich-Form, aus der Sicht der Hauptprotagonistin, geschildert. Man hat sofort das Gefühl, dass Nora ein Geheimnis hütet. Um was es dabei genau geht, erfährt man nach und nach. Zunächst fällt es nicht leicht, Sympathien für Nora zu entwickeln. Denn sie macht es einem beim Lesen nicht gerade leicht, sie zu mögen. Sie handelt zuweilen sprunghaft und stört sich auch nicht daran, andere vor den Kopf zu stoßen. Doch man spürt genau, wie tief ihre Liebe zu Louisa ist. Deshalb kann man nachvollziehen, mit welcher Hartnäckigkeit sie vorgeht, um das Mädchen zu finden. 

Die Atmosphäre ist düster und zuweilen beklemmend. Genau wie Nora, stellt man sich die Frage, wo das Mädchen sein könnte und wer für ihr Verschwinden verantwortlich ist. Durch die verwendete Erzählperspektive hat man eine eingeschränkte Sicht auf die Gesamthandlung und erfährt nur das, was Nora preisgibt. Allerdings gibt es kurze Einschübe, in denen man ein eingesperrtes Kind beobachtet. Dadurch wird man zu Spekulationen angeregt. Doch in diesem Thriller ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint. Es kommt immer wieder zu überraschenden Wendungen, wodurch man die eigenen Überlegungen überdenken muss. Zum Ende hin wird man erneut überrascht, denn dann gibt es eine Entwicklung, mit der man nicht gerechnet hat. 

Ein spannender Thriller, der durch eine düstere Atmosphäre und überraschende Wendungen überzeugt. 

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.08.2022

Berührender Familienroman

Die Rückkehr der Kraniche
0

Grete ist in der Elbmarsch aufgewachsen und mit der Gegend tief verwurzelt. Sie genießt ihre Arbeit als Vogelwartin, denn dabei ist sie ganz im Einklang mit sich. Grete lebt noch immer mit ihrer Mutter ...

Grete ist in der Elbmarsch aufgewachsen und mit der Gegend tief verwurzelt. Sie genießt ihre Arbeit als Vogelwartin, denn dabei ist sie ganz im Einklang mit sich. Grete lebt noch immer mit ihrer Mutter Wilhelmine zusammen, ihre Schwester Freya führt ein luxuriöses Leben in Berlin und auch Gretes Tochter Anne hat das alte Haus in der Elbmarsch längst verlassen, um zu studieren. Grete bekommt eine einmalige Gelegenheit, einen großen Traum zu verwirklichen. Doch dann erleidet Wilhelmine einen Schwächeanfall, der die sonst so robust erscheinende Frau vollkommen aus der Bahn wirft. Freya und Grete kehren zurück in die Elbmarsch. Doch das Aufeinandertreffen der vier Frauen verläuft angespannt, denn das Schweigen, von dem das Familienleben geprägt ist, lässt sich nicht so leicht überwinden. Außerdem sind Grete, Freya, Anne und auch Wilhelmine sehr darauf bedacht, dass ihre Geheimnisse nicht ans Tageslicht kommen. Doch Wilhelmine geht es immer schlechter. Die Frauen ahnen, dass ihnen nicht viel Zeit bleibt, um das Schweigen zu überwinden...

Im Zentrum der Ereignisse stehen die Hansen-Frauen, die sich nicht viel zu sagen haben, nun aber doch zusammenkommen, um Wilhelmine beizustehen. Da sie abwechselnd im Fokus stehen, erfährt man in den Abschnitten nach und nach, was die jeweilige Frau bewegt und was sie von den anderen denkt. Nach und nach lernt man so die unterschiedlichen Hauptcharaktere kennen. Sie alle wirken sympathisch, doch zunächst scheint es so, als ob sie den Abgrund, der sich zwischen ihnen auftut, nicht überwinden können. 

Handlungsorte und Charaktere werden detailliert und lebendig beschrieben, wodurch man tief in die Familiengeschichte der Hansens eintauchen und die Konflikte, die unter der Oberfläche schwelen, nachvollziehen kann. Romy Fölck versteht es außerdem hervorragend, die Elbmarsch und die Vielzahl der Vögel, die dort ihre Heimat haben, zu beschreiben. Es ist beinahe so, als ob man selbst vor Ort wäre. Diese Beschreibungen wirken auch nicht zu ausufernd. Sie passen zur Handlung und liefern einen wunderbare Hintergrundkulisse, für diesen berührenden Familienroman. 

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere