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Veröffentlicht am 16.09.2019

Bezaubernder Weihnachtsroman

Stille Nacht, flauschige Nacht
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Für den Bauunternehmer Patrick müsste der Tag eigentlich deutlich mehr als 24 Stunden haben. Denn sein Unternehmen läuft hervorragend, doch leider geht es dort gerade etwas chaotisch zu, da seine Büroangestellte ...

Für den Bauunternehmer Patrick müsste der Tag eigentlich deutlich mehr als 24 Stunden haben. Denn sein Unternehmen läuft hervorragend, doch leider geht es dort gerade etwas chaotisch zu, da seine Büroangestellte spontan gekündigt hat. Die Zeit, um das Chaos selbst in den Griff zu bekommen, fehlt ihm allerdings. Denn seine Zwillinge Joel und Jessica sorgen zu Hause dafür, dass ihm auch im Privatleben nicht langweilig wird. Aufräumen, putzen, spülen, die Wäscheberge zähmen und nebenbei noch Aufmerksamkeit für den Familienhund Oskar abzweigen, sind die alltäglichen Herausforderungen, denen sich der alleinerziehende Vater stellen muss. Als die extrem gut organisierte Angelique sich als Assistentin bei ihm bewirbt, hat Patrick große Bedenken. Denn eine Zusammenarbeit mit dieser quirligen Frau kann nicht funktionieren....

In ihrem diesjährigen Weihnachtsroman erzählt Petra Schier wieder eine wundervolle und zu Herzen gehende Geschichte, die hervorragend in die Vorweihnachtszeit passt. Hund Oskar, der von sich selbst behauptet ein Streuner zu sein, und möglichst bald wieder auf Wanderschaft gehen möchte, ist in diesem Jahr dazu auserkoren, den Weihnachtsmann und seine Elfen dabei zu unterstützen, dass Weihnachtswünsche in Erfüllung gehen.

Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven betrachtet. Man bekommt so einen guten Überblick über die Gesamthandlung und kann dem bezaubernden Geschehen mühelos folgen. Die Charaktere wirken sehr lebendig, sodass man sie beim Lesen ganz spontan vor Augen hat und einfach mit ihnen mitfiebern muss. Man merkt, dass hier die ganz große Liebe in der Luft liegt und kann das Knistern förmlich spüren. Dabei braucht man auch nicht zu befürchten, dass die Geschichte zu kitschig und zuckersüß sein könnte, denn Petra Schier schafft es auch in diesem Jahr wieder positiv zu überraschen. Durch ihre lebendigen Beschreibungen meint man beinahe schon, die Schneeflocken selbst auf der Haut zu spüren oder den verlockenden Plätzchenduft in der Nase zu haben. Dadurch kann man der Hektik und dem Alltagsstress entfliehen und sich ganz auf den weihnachtlichen Liebesroman einlassen.

Die Szenen, in denen man dem Weihnachtsmann, seiner Frau, den hilfsbereiten Elfen und den kekssüchtigen Rentieren über die Schulter schaut, sorgen dafür, dass eine ganz besondere Weihnachtsatmosphäre entsteht. Da es hier öfter mal zu humorvollen Ereignissen kommt, kann man bei diesem Roman nicht nur vorweihnachtliche Stimmung und große Gefühle genießen, sondern manchmal ganz unverhofft schmunzeln. Es gibt außerdem bezaubernde Einblicke in die Gedanken von Hund Oskar. Er wirkt so lebendig, dass man ihn am liebsten ständig knuddeln möchte - obwohl er es natürlich auch faustdick hinter den Ohren hat.

Die zauberhafte, vorweihnachtliche Stimmung, die sich durch das gesamte Buch zieht, konnte mich auch in diesem Jahr wieder voll und ganz begeistern. Einmal angefangen, mochte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Ich konnte mit den Charakteren mitfiebern und habe jede Seite genossen. Deshalb vergebe ich die volle Punktzahl und eine begeisterte Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 15.09.2019

Für mich hätte es deutlich spannender sein dürfen

Todesspiel im Hafen
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Nachdem Sommerfeldt von Ann Kathrin Klaasen verhaftet wurde, sitzt er in der JVA ein. Dort genießt er einen Promi-Status. Denn Sommerfeldt polarisiert. Polizei und Justiz sind überzeugt davon, dass Sommerfeldt ...

Nachdem Sommerfeldt von Ann Kathrin Klaasen verhaftet wurde, sitzt er in der JVA ein. Dort genießt er einen Promi-Status. Denn Sommerfeldt polarisiert. Polizei und Justiz sind überzeugt davon, dass Sommerfeldt ein Serienmörder ist, von dem eine große Gefahr ausgeht. Doch es gibt auch Fans, die glauben, dass er unschuldig hinter Gittern sitzt. Sommerfeldt hat allerdings noch einige Rechnungen mit seinen Widersachern offen und deshalb setzt er alles daran, aus dem Gefängnis zu fliehen....

Nach "Totenstille im Watt" und "Totentanz am Strand" ist "Todesspiel im Hafen" der letzte Band der Trilogie um den Hochstapler und Serienmörder Dr. Bernhard Sommerfeldt. Auch dieser Teil wird wieder in der Ich-Perspektive, aus Sommerfeldts Sicht, geschildert. Man kann dem aktuellen Geschehen sicher auch dann folgen, wenn man noch keinen Band dieser Reihe gelesen hat, da Sommerfeldt in seinen Erzählungen Rückblicke in die Vergangenheit gewährt. So wird man mit den nötigen Informationen versorgt. Um jedoch zu erfahren, wie genau es dazu kam, dass Sommerfeldt zunächst zum Hochstapler, danach sogar zum Serienmörder und schließlich von Ann Kathrin Klaasen geschnappt wurde, ist es ratsam, die Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen.


Durch die verwendete Ich-Perspektive hat man eine etwas eingeschränkte Sicht auf das Gesamtgeschehen, da man in die Gedanken und Gefühle von Sommerfeldt eintaucht und nur das erfährt, was auch ihm bekannt ist. Auch in diesem Band wird schnell klar, dass Sommerfeldt ein meisterhafter Erzähler ist. Denn er plaudert so locker vor sich hin, dass man das Gefühl hat, ihm gegenüber zu sitzen. Deshalb lesen sich seine Ausführungen auch quasi von selbst. Sommerfeldt erzählt seine Sicht allerdings ziemlich ausschweifend und deshalb dauert es manchmal etwas, bis er auf den Punkt kommt. Er versteht es zwar in diesem Finalband hervorragend, die Ereignisse durchgehend interessant zu schildern, doch zu spannenden Momenten kommt es leider eher selten. Spannung und Dramatik liegen Sommerfeldt einfach nicht, obwohl er sonst wirklich ein begnadeter Erzähler ist, der, trotz fragwürdigem Hintergrund als Hochstapler und Serienmörder, sympathisch und vertrauensvoll wirkt.

Auch wenn für mich in diesem Band die Spannung wieder viel zu sehr auf Sparflamme kochte, habe ich mich beim Lesen gut unterhalten gefühlt. Denn Sommerfeldt versteht es einfach meisterhaft zu plaudern und seine Worte geschickt einzusetzen.

Veröffentlicht am 13.09.2019

Nicht hochspannend, aber durchgehend interessant

Todeslügen
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Detective Frankie Sheehan hat es dieses Mal mit einem äußerst rätselhaften Fall zu tun, denn in einer Kirche werden zwei Leichen gefunden. Es handelt sich um einen Mann und eine Frau. Der Tote trägt ein ...

Detective Frankie Sheehan hat es dieses Mal mit einem äußerst rätselhaften Fall zu tun, denn in einer Kirche werden zwei Leichen gefunden. Es handelt sich um einen Mann und eine Frau. Der Tote trägt ein Priestergewand, doch offensichtlich ist es nicht der Priester der Gemeinde. Schon bald geschieht ein weiterer Mord. Ein Journalist, der vor Jahren Kapital aus dem Hennessy-Fall geschlagen hat, ist dieses Mal das Opfer. Da der verurteilte Doppelmörder Sean Hennessy vor kurzem aus der Haft entlassen wurde und nun darum kämpft, dass sein Fall neu aufgerollt wird, muss Frankie mit ihrem Team schnelle Ermittlungserfolge liefern. Denn die Angst vor weiteren Morden greift um sich. Doch was ist damals wirklich geschehen? Könnte Sean Hennessy unschuldig sein?

"Todeslügen" ist nach "Zu nah" der zweite Fall für Detective Frankie Sheehan von der Dubliner Polizei. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, können sie völlig unabhängig voneinander gelesen werden. Der Einstieg in die aktuellen Ermittlungen gelingt relativ mühelos, denn die Autorin versteht es hervorragend, sofort das Interesse zu wecken.

Frankie Sheehan hat es dieses Mal mit einem ziemlich rätselhaften Fall zu tun. Hier scheint zunächst nichts wirklich zusammenzupassen und deshalb tappt man gemeinsam mit ihr lange Zeit im Dunkeln und wird dabei oft in die Irre geleitet. Denn immer wenn man meint, dass man der Auflösung nun einen großen Schritt näher gekommen ist, sorgen überraschende Wendungen dafür, dass dem doch nicht so ist. Dadurch bleibt die Handlung durchgehend interessant und wirkt kaum vorhersehbar. Richtig spannend wird es allerdings erst zum Ende hin, denn dann beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen und gipfeln in einem rasanten Finale.

Der Schreibstil ist wieder sehr angenehm lesbar. Es gelingt der Autorin mühelos, die Szenen so zu beschreiben, dass man sie vor Augen hat und dadurch in die Ermittlungen eintauchen kann. Die Charaktere wirken allerdings etwas blass. Man beobachtet sie beim Lesen eher distanziert. Eine Ausnahme bildet dabei allerdings die Hauptprotagonistin Frankie Sheehan, denn sie wirkt sehr lebendig, sodass man ihr gerne bei den Ermittlungen über die Schulter schaut.

Dieser Fall war für mich bereits die zweite Begegnung mit Detective Frankie Sheehan. Die Ermittlungen waren für mich nicht so leicht zu durchschauen und ich wurde einige Male in die Irre geleitet. Das hat mir ausgesprochen gut gefallen, auch wenn ich zugeben muss, dass ich mir noch etwas mehr Spannung erhofft hätte. Dennoch würde ich mich freuen, demnächst weitere Ermittlungen von Frankie Sheehan zu verfolgen.

Veröffentlicht am 12.09.2019

Humorvoll und locker

Du bleibst mein Sieger, Tiger
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Nach dem großen Erfolg von "Es ist nur eine Phase, Hase" bieten Maxim Leo und Jochen Gutsch in "Du bleibst mein Sieger, Tiger" noch mehr Trost für Alterspubertierende. Zielgruppe ist die Generation 40+, ...

Nach dem großen Erfolg von "Es ist nur eine Phase, Hase" bieten Maxim Leo und Jochen Gutsch in "Du bleibst mein Sieger, Tiger" noch mehr Trost für Alterspubertierende. Zielgruppe ist die Generation 40+, wobei der Fokus in diesem Büchlein eher auf den männlichen Alterspubertierenden gerichtet ist. Weibliche Alterspubertierende suchen in dieser Phase häufig nach Hobbys, in denen man sich als Paar neu entdecken kann. Das können originelle Workshops oder ausgefallene Tanzkurse sein. Der weiblichen Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt. Männliche Alterspubertierende müssen sich nicht nur damit arrangieren, sondern aufpassen, nicht vom Neid auf die Teenagerfreunde der Teenagertochter zerfressen zu werden, sich mit lebensbedrohlichen Krankheiten auseinandersetzen, die Ärzte einfach nicht erkennen wollen, tiefschürfende Gespräche mit dem eigenen Glied führen oder nostalgisch in den Lieblingssongs der Jugend schwelgen.

Der Schreibstil ist locker und sehr humorvoll. Es kommt zu einigen Szenen, bei denen man unverhofft schmunzeln muss. Oder sich, wenn man selbst zur Zielgruppe gehört, dabei erwischt, dass es im realen Leben so abläuft, wie im Trostratgeber für Alterspubertierende beschrieben. Es gibt also genug Möglichkeiten, die Gesichtsmuskulatur zum unwillkürlichen Lächeln einzusetzen. Zugegebenermaßen gibt es aber auch ein paar Längen in dieser Lektüre, die nicht besonders interessant oder witzig wirken. Das ist aber Geschmackssache und deshalb empfiehlt es sich, gerade wenn man selbst zur Zielgruppe gehört, sich selbst ein Bild zu machen und hier eventuell Trost und Rat zu finden.

Veröffentlicht am 11.09.2019

Konnte mich leider nicht überzeugen

Die einzige Zeugin
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Auf dem Gelände einer ehemaligen psychiatrischen Anstalt ist mittlerweile eine exklusive Wohngegend entstanden. Hier lebt auch Svante Levander mit seiner neuen Lebensgefährtin. Eines Abends will Svante ...

Auf dem Gelände einer ehemaligen psychiatrischen Anstalt ist mittlerweile eine exklusive Wohngegend entstanden. Hier lebt auch Svante Levander mit seiner neuen Lebensgefährtin. Eines Abends will Svante nur noch schnell ein paar Einkäufe erledigen. Doch er wird auf dem Rückweg ermordet. Da auch seine Ex-Frau Eva vor Ort war, gerät sie schnell in Verdacht, Svantes Mörderin zu sein und wird verhaftet. Die einzige Zeugin, eine Bettlerin die zur Tatzeit am Straßenrand saß, ist spurlos verschwunden.....

Der Einstieg in den Kriminalroman gelingt mühelos und lässt auf spannende Lesestunden hoffen. Denn der Grundstein dafür wird mit dem geheimnisvollen Mord und der verschwundenen Zeugin definitiv gelegt. Es kommt noch dazu, dass man Eva, die Ex-Frau des Getöteten, die ihn offenbar kurz vor seinem Tod gestalkt hat, nur schwer einschätzen kann. In der exklusiven Wohngegend, die sich auf dem ehemaligen psychiatrischen Gelände befindet, herrscht außerdem eine unheilvolle und irgendwie bedrohliche Atmosphäre, die regelrecht zwischen den Zeilen schwebt. Für den Einstieg in einen Kriminalroman sind das perfekte Voraussetzungen.

Doch leider verliert sich das euphorische Anfangsgefühl recht schnell. Denn die Story, die so vielversprechend begonnen hat, verzettelt sich in detaillierten Ausführungen, die zwar zunächst interessant erscheinen, doch im weiteren Verlauf, in dem diese Nebenhandlung immer weiter thematisiert wird, einfach nur zäh und ermüdend wirken. Der Lesefluss wird dadurch gehemmt und man gerät beinahe in Versuchung, die entsprechenden Szenen zu überfliegen, um nicht weiter auf der Stelle zu treten.

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Es gilt also, mehrere Stränge zu verfolgen, die sich zunächst nicht miteinander in Verbindung bringen lassen. Im Zentrum der Ereignisse stehen dabei die Ex-Frau Eva und ihr Sohn Filip, Niklas, der mit seiner Familie im Nachbarhaus von Svante lebt, und eine Krankenschwester, die in der ehemaligen psychiatrischen Anstalt gearbeitet hat. Außerdem gibt es immer wieder kurze, verwirrende Einschübe aus der Sicht eines Unbekannten. Einblicke in die polizeilichen Ermittlungen in diesem Mordfall sind kaum vorhanden. Die Polizei agiert hier nur am Rande und übernimmt eher eine Statistenrolle. Dagegen ist nichts zu sagen, wenn andere Protagonisten die Handlung vorantreiben, Ermittlungen anstellen, dabei in spannende Situationen geraten und so dem Täter auf die Schliche kommen. Doch die Handlung plätschert, ohne Höhen und Tiefen, gemächlich und stellenweise geradezu einschläfernd, vor sich hin. Spannende Momente sind rar gesät und wenn man welche entdeckt, verfliegt die Spannung ebenso schnell, wie sie aufgekommen ist. Die Charaktere wirken eher blass und unscheinbar. Deshalb betrachtet man die Handlung auch etwas distanziert und lässt nichts richtig an sich herankommen. Eine Ausnahme bildet dabei allerdings die ehemalige Krankenschwester. Denn sie wirkt nicht nur sehr lebendig, sondern ist auch noch die einzige Sympathieträgerin der Erzählung. Auch wenn man spannende Momente vermisst, ist die Auflösung, welches Motiv hinter Svantes Ermordung steckt, zugegebenermaßen überraschend.

Krimis und Thriller sind meine absoluten Favoriten und deshalb habe ich aus diesem Bereich schon einiges gelesen. Von diesem Exemplar wurde ich allerdings sehr enttäuscht, denn Spannung und die Freude, hier meine eigenen Ermittlungen anzustellen und mich gedanklich auf die Suche nach dem Täter zu begeben, haben sich bei mir nicht eingestellt. Denn, für meinen Geschmack, verzettelte sich das Ganze in viel zu ausführlich geschilderten Nebensträngen, die auf Dauer geradezu einschläfernd wirkten. Da mich die Auflösung überraschen konnte und im letzten Drittel doch noch ein winziger Hauch von Spannung aufflammte, vergebe ich auf meiner persönlichen Bewertungsskala zwei von fünf Sternchen.

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