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Veröffentlicht am 15.02.2024

Hochspannung garantiert!

Seven Days
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Randal Korn hat mehr Menschen in die Todeszelle gebracht, als jeder andere Bezirksstaatsanwalt in der Geschichte der USA. Er klagt nie einen Mörder an, ohne die Todesstrafe zu fordern. Randal Korn ist ...

Randal Korn hat mehr Menschen in die Todeszelle gebracht, als jeder andere Bezirksstaatsanwalt in der Geschichte der USA. Er klagt nie einen Mörder an, ohne die Todesstrafe zu fordern. Randal Korn ist der König der Todeszelle und er genießt diesen Ruf. Er schreckt auch nicht davor zurück, Beweise zu manipulieren, Zeugen zu beeinflussen und das Recht zu beugen, um seine Prozesse zu gewinnen. Die Schuld der Angeklagten ist für ihn nebensächlich. Nun hat Korn Andy Dubois, einen jungen Afroamerikaner, im Visier. Dubois soll seine weiße Kollegin Skylar brutal ermordet haben. Für Korn ist schon vor dem Prozess klar, dass Dubois auf dem elektrischen Stuhl landen wird. Der Prozess ist für ihn reine Formsache. Doch dann taucht der New Yorker Anwalt Eddie Flynn auf und versucht den Fall zu übernehmen. Flynn gerät dabei in große Gefahr, denn der Bezirksstaatsanwalt macht ihm unmissverständlich klar, dass er in seinem Gerichtssaal nicht erwünscht ist....

"Seven Days" ist bereits der sechste Band einer Serie um den New Yorker Strafverteidiger Eddie Flynn. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, kann man diesen Justiz-Thriller auch ohne Vorkenntnisse lesen. Wenn man allerdings an der beruflichen und privaten Weiterentwicklung der Hauptcharaktere interessiert ist, dann empfiehlt sich, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Einhaltung der Reihenfolge. 

Bereits auf den ersten Seiten wird klar, dass der Bezirksstaatsanwalt Randal Korn kein Interesse an Schuld oder Unschuld der Angeklagten hat. Es geht ihm nur darum, jemanden auf den elektrischen Stuhl zu bringen. Er ist äußerst gut vernetzt und weckt von Anfang an den Anschein, über dem Gesetz zu stehen und es zu seinen Gunsten zu beugen. 

Da man unbedingt erfahren möchte, wie es Eddie Flynn gelingen soll, den jungen Afroamerikaner aus den Klauen des Bezirksstaatsanwalts zu reißen, ist man sofort mitten im Geschehen. Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven betrachtet, dadurch hat man einen guten Überblick über die Gesamthandlung. Deshalb beobachtet man fassungslos, welche Manöver Korn ausführt, um den Prozess zu beeinflussen. Dabei schreckt er nicht einmal vor Mord zurück. 

Eddie reist mit seinem Team an und muss schon bald feststellen, dass er in dem County nicht erwünscht ist. Vorurteile, Rassismus, Intrigen, Korruption und unbändiger Hass sorgen dafür, dass nicht nur Eddies Leben in Gefahr gerät. Durch die unterschiedlichen Perspektiven, die häufig an entscheidenden Szenen wechseln, gerät man früh in den Sog der Ereignisse. 

Handlungsorte und Protagonisten werden so lebendig geschildert, dass man meint, selbst vor Ort zu sein. Man hofft und bangt mit Eddie und seinem Team mit. Deshalb beobachtet man fassungslos das Geschehen und kann sich schon bald nicht mehr vom Gelesenen lösen. Die früh aufgebaute Spannung kann nicht nur durchgehend gehalten werden, sondern sich im Verlauf der Ereignisse sogar steigern. Die Kreuzverhöre, die Eddie vor Gericht führt, haben es wieder in sich. Denn dieses Mal muss er sich an jeden noch so kleinen Strohhalm klammern. Dabei wird er von seinem Team perfekt unterstützt, wodurch beim Lesen keinen Moment Langeweile aufkommt. 

Ein spannender Justiz-Thriller, der sich früh zu einem echten Pageturner entwickelt, den man kaum aus der Hand legen mag. 

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Veröffentlicht am 11.02.2024

Zuckersüße Liebesgeschichte

Alice in La La Land
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Alice hat einen großen Traum. Sie will unbedingt Musikerin werden und probt deshalb heimlich mit ihren Freunden. Heimlich deshalb, weil ihre Mutter nichts davon erfahren darf. Denn ihre Mutter hält künstlerische ...

Alice hat einen großen Traum. Sie will unbedingt Musikerin werden und probt deshalb heimlich mit ihren Freunden. Heimlich deshalb, weil ihre Mutter nichts davon erfahren darf. Denn ihre Mutter hält künstlerische Ambitionen für Zeitverschwendung. Sie drängt Alice in Kurse, die es ihr ermöglichen, auf eine Elite-Universität zu gehen. Eines Tages entdeckt die Mutter, was Alice hinter ihrem Rücken tut. Es kommt zu einem schlimmen Streit, bei dem der Mutter Andeutungen über den Vater von Alice herausrutschen. Alice beginnt nachzuforschen und kommt zu dem Schluss, dass ihr Vater ein berühmter Mann ist und dass sie die Halbschwester von Brian Oliver ist. Da sie sich von den beiden Unterstützung erhofft, will sie unbedingt nach Los Angeles, um Vater und Halbbruder kennenzulernen. Doch dabei lernt sie Teenie-Star Dylan kennen, der verspricht, sie den beiden vorzustellen, wenn sie gemeinsam mit ihm zu einer Filmpremiere geht, um seine Ex-Freundin eifersüchtig zu machen. Alice ahnt nicht, auf was sie sich einlässt und wie diese Entscheidung ihr Leben beeinflussen wird....

Dieses Buch ist Teil des Cinder & Ella-Universums. Wenn man diese Bücher gelesen hat, darf man sich über ein Wiedersehen mit Brian und Ella freuen. Da die beiden hier Nebenrollen einnehmen, ist es aber nicht zwingend notwendig "Cinder & Ella" vorher zu lesen. 

Die Handlung wird in der Ich-Form, aus der Sicht von Alice und Teenie-Star Dylan, erzählt. Dadurch kann man hautnah in ihre Gedanken und Gefühle eintauchen und erfährt außerdem, was sie voneinander denken und wie sie aufeinander wirken. 

Beide Charaktere wirken sofort sympathisch, wodurch man sich von Anfang an auf die Geschichte einlassen kann. Auch die Nebencharaktere überzeugen, da man sie lebhaft vor Augen hat. Man fasst spontane Sympathien, aber auch Abneigungen. Dadurch gerät man früh in den Sog der Ereignisse. 

Alices Ausflug in die Welt der Stars und Sternchen, wird eindrucksvoll beschrieben. Man merkt sofort, dass hier ihre Leidenschaft liegt - und nicht an einer Elite-Universität. Schnell wird klar, dass Dylan, der durch sein Bad-Boy-Image bekannt wurde, erfrischend sympathisch ist und dass hinter seiner Fassade viel mehr steckt. Der Schreibstil ist locker und angenehm lesbar. Humorvolle Dialoge und Szenen sorgen dafür, dass man oft unverhofft schmunzeln muss. Dennoch gibt es auch ernste Themen, die zum Nachdenken anregen, und Momente, die direkt ins Herz treffen. Dadurch liest sich dieses Buch quasi von selbst. 

Eine zuckersüße Liebesgeschichte, die so lebendig beschrieben wird, dass man das Buch kaum aus der Hand legen mag. 

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Veröffentlicht am 09.02.2024

Ausuferndes Bargespräch

Die Insel des Zorns
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Eine von der Außenwelt abgeschnittene Insel, sieben Personen, drei Schüsse und eine Leiche. Das sind die Schlagworte, die neugierig auf den Inhalt der Geschichte machen, die Elliot Chase aus seiner Sicht ...

Eine von der Außenwelt abgeschnittene Insel, sieben Personen, drei Schüsse und eine Leiche. Das sind die Schlagworte, die neugierig auf den Inhalt der Geschichte machen, die Elliot Chase aus seiner Sicht erzählt. Elliot stellt gleich anfangs klar, dass es sich bei seiner Erzählung nicht um einen Krimi handelt, bei dem man sich die Frage "Wer war es?" stellen sollte, sondern lieber "Warum ist es passiert" hinterfragen muss. Und Elliot muss es schließlich wissen, da er zu den sieben Personen gehört, die tatsächlich auf der Insel waren. 

Man sollte allerdings bedenken, dass Elliot von Beruf Dramatiker ist. Bevor er mit seiner Erzählung beginnt, lädt er einen dazu ein, sich gedanklich mit ihm an eine Theke zu begeben und sich gemeinsam auf zwei Barhocker zu setzen. Dann schiebt er einen Drink rüber und fordert dazu auf, es sich damit auf dem Hocker bequem zu machen. Dadurch fühlt man sich perfekt eingestimmt, nippt am Drink und hofft auf spannende Momente. 

Doch diese lassen leider lange auf sich warten. Elliot führt die Charaktere ausführlich ein, schildert die Ereignisse, schwadroniert, nähert sich langsam den Momenten, auf die man hinfiebert, um dann allerdings zurückzublicken und neue Erkenntnisse, die bisher von ihm verschwiegen wurden, einzustreuen. Man muss sich wirklich zwingen, nicht gelangweilt vom Barhocker zu rutschen. Die Versuchung, einen vorgetäuschten Aufenthalt in den Waschräumen der Bar zu nutzen, um heimlich zu verschwinden, ist zugegebenermaßen groß. Zwar kommt es durch die neuen Blickwinkel, die Elliot einbringt, zu Überraschungen, aber dennoch hat man nicht das Gefühl, dass der dramatische Erzähler überhaupt noch auf den Punkt kommt.

Doch nach fast 270 Seiten überrascht Elliot. Plötzlich ist man wieder hellwach und lauscht gebannt seinen Worten, da die Ereignisse sich zuspitzen und einen unerwarteten Verlauf nehmen. Man mag kaum glauben, dass er tatsächlich eine spannende Geschichte zu erzählen hat und klebt förmlich an seinen Lippen. Am Ende angekommen stellt man fest, dass Elliots Art, die Ereignisse zu schildern, wirklich passend ist. Bis dahin muss man sich allerdings zum Durchhalten zwingen und der Versuchung widerstehen, einfach zu verschwinden und ihn alleine an der Bar seinem Schicksal zu überlassen.

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Veröffentlicht am 05.02.2024

Konnte mich leider nicht ganz überzeugen

It happened one Summer
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Piper Bellinger ist eine erfolgreiche Influencerin. Sie ist als Partyqueen bekannt und mit einem normalen Leben eher wenig vertraut. Als ihr Freund mit ihr Schluss macht, versucht sie ihr Gesicht zu wahren ...

Piper Bellinger ist eine erfolgreiche Influencerin. Sie ist als Partyqueen bekannt und mit einem normalen Leben eher wenig vertraut. Als ihr Freund mit ihr Schluss macht, versucht sie ihr Gesicht zu wahren und feiert eine ausgelassene Party. Doch leider endet die spontane Aktion für Piper im Gefängnis. Ihr Stiefvater dreht ihr deshalb den Geldhahn zu und schickt sie in den Küstenort Westport. Von dort stammt Pipers leiblicher, bereits verstorbene Vater, der ihr und ihrer Schwester eine Bar hinterlassen hat. Kaum dort angekommen, gerät sie auch schon mit dem grummeligen, aber sehr attraktiven Fischer Brendan aneinander. Er glaubt nicht daran, dass Piper lange in Westport durchhält. Doch Piper ist fest entschlossen, das Beste aus ihrer Zeit zu machen und es allen zu beweisen....

Der Einstieg in die Geschichte gelingt mühelos, da der Schreibstil der Autorin locker und leicht ist. Außerdem kommt es immer wieder zu Situationen, bei denen man unverhofft schmunzeln muss. Der Küstenort wird eindrucksvoll beschrieben, wodurch man alles spontan vor Augen hat. Gemeinsam mit Piper lernt man die Bewohner kennen. Diese Protagonisten wirken sehr lebendig und sorgen damit dafür, dass man früh beginnt, sich in dem kleinen Ort wohlzufühlen. 

Piper und Brendan, die beiden Hauptcharaktere, scheinen auf den ersten Blick nichts gemeinsam zu haben. Man kann das Knistern zwischen den beiden aber von Anfang an spüren. Deshalb beobachtet man die Annäherung gespannt. Dabei kommt es zu humorvollen Situationen, aber auch zu Momenten, in denen man zum Nachdenken angeregt wird. Man gerät früh in den Sog der Ereignisse. Doch leider plätschert die Geschichte später stellenweise sehr gemächlich vor sich hin. 

Die Dialoge zwischen Brendan und Piper wirken anfangs erfrischend und leicht. Doch Brendan mutiert im Verlauf der Ereignisse zum Macho und erinnert zuweilen an einen Steinzeitmenschen. Obwohl er eigentlich ein guter Kerl ist, kostet ihn das einige Sympathiepunkte. Zum Ende hin laufen die Handlungsfäden erwartungsgemäß und ohne große Überraschungen zusammen. 

Kann man lesen - aber definitiv kein Muss. 

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Veröffentlicht am 03.02.2024

Spannende Cold-Case-Ermittlungen

Dunkelwald
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Eines Nachts schreckt Hanna Duncker aus dem Schlaf hoch. Ihr Haus brennt lichterloh. Im letzten Moment kann sie den Flammen entkommen. Hanna ahnt, dass der wahre Täter, der für den Mord verantwortlich ...

Eines Nachts schreckt Hanna Duncker aus dem Schlaf hoch. Ihr Haus brennt lichterloh. Im letzten Moment kann sie den Flammen entkommen. Hanna ahnt, dass der wahre Täter, der für den Mord verantwortlich ist, für den Hannas Vater im Gefängnis saß, den Brand gelegt hat. Doch ihr fehlen die Beweise, um ihn zu überführen. Mit genaueren Nachforschungen kann sie sich momentan dennoch nicht befassen, da das Skelett eines jungen Mannes, der bereits vor Jahren verschwand, gefunden wurde. Können Hanna und ihr Team den alten Fall nach all den Jahren aufklären? 

"Dunkelwald" ist bereits der dritte Fall für die Kriminalpolizistin Hanna Duncker, die auf Öland ermittelt. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ermittlungen auch dann folgen, wenn man noch keinen Teil dieser Serie gelesen hat. Allerdings zieht sich der Handlungsstrang um Hannas Vater durch die Reihe. Dieser sollte chronologisch verfolgt werden. 

Dieses Mal haben es Hanna und ihr Partner mit einem Cold Case zu tun. Es gilt deshalb, einige Zeugen zu befragen. Doch schon bald hat man den Verdacht, dass nicht alle die Wahrheit sagen und dass sie wichtige Details verschweigen. Hanna und ihr Partner verfolgen allerdings hartnäckig jede Spur. Die Ermittlungen wirken authentisch und laden dazu ein, eigene Überlegungen anzustellen. In einer weiteren Perspektive beobachtet man den letzten Tag des ermordeten jungen Mannes. Nach und nach nähert man sich dabei der Wahrheit. Dabei kommt es zu überraschenden Wendungen. 

Durch die Brandstiftung und den Verlust ihres Hauses, wirkt Hanna zuweilen abgelenkt. Denn sie ist fest entschlossen, den Täter, der wahrscheinlich den Mord begangen hat, für den Hannas Vater im Gefängnis saß, zur Rechenschaft zu ziehen. Dieser Handlungsstrang gibt dem Krimi einen zusätzlichen Reiz. 

Handlungsorte und Charaktere werden lebendig beschrieben, wodurch man alles vor Augen hat und sich auf die Handlung einlassen kann. Das Privatleben der Ermittler fließt ausgewogen ins Geschehen ein und drängt sich nicht zu sehr in den Vordergrund. Im Gegenteil, denn die Hauptprotagonisten wirken dadurch noch authentischer. 

Der Fall selbst ist durchgehend interessant und lädt zum Miträtseln ein. Am Ende verknüpfen sich die unterschiedlichen Handlungsstränge schlüssig miteinander. Dieser Band endet allerdings mit einem Cliffhanger, der dafür sorgt, dass man sofort zum nächsten Teil der Reihe greifen möchte. 

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