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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.06.2019

Die Zeit danach...

Liebes Kind
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Inhalt:
Lena und ihre Kinder werden in einer fensterlosen Hütte gefangen gehalten und haben strenge Regeln zu befolgen. Ihr Entführer versorgt sie mit allem Nötigen. Doch dann gelingt Lena und ihrer to ...

Inhalt:
Lena und ihre Kinder werden in einer fensterlosen Hütte gefangen gehalten und haben strenge Regeln zu befolgen. Ihr Entführer versorgt sie mit allem Nötigen. Doch dann gelingt Lena und ihrer to ochter Hannah die Flucht. Und damit scheint der eigentliche Albtraum für sie erst zu beginnen...

Meine Meinung:
Dieser Thriller ist anders. Unkonventionell. Der Plot beginnt dort wo andere Thriller enden. Und ist dadurch nicht weniger spannend.

Was zunächst noch etwas wirr und zusammenhanglos wirkt, fügt sich im Laufe des Buches dann aber immer mehr zu einem großen Ganzen zusammen. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt: aus Lenas und Hannahs Sicht, die von ihrer Zeit in der Hütte erzählen, und aus Matthias Sicht, dessen Tochter vor 14 Jahren entführt wurde und der die Suche und die Hoffnung noch immer nicht aufgegeben hat. Der Leser bekommt dadurch einen tiefen, emotionalen Einblicke in die Gefühlswelt und Gedanken der Charaktere.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm zu lesen. Der Inhalt tut sein Übriges, dass man das Buch als Leser kaum aus der Hand legen mag und kann.

Fazit:
Ein unglaublich spannender und packender Thriller, der mich absolut begeistern und mitreißen konnte.

Veröffentlicht am 03.06.2019

Was wirklich geschah...

Das Verschwinden der Stephanie Mailer
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Inhalt:
Orphea, 30. Juli 1994: Der Bürgermeister und seine Familie sowie eine unbeteiligte Passantin werden ermordet. Die zwei jungen Polizisten Jesse Rosenberg und Derek Scott übernehmen die Ermittlungen ...

Inhalt:
Orphea, 30. Juli 1994: Der Bürgermeister und seine Familie sowie eine unbeteiligte Passantin werden ermordet. Die zwei jungen Polizisten Jesse Rosenberg und Derek Scott übernehmen die Ermittlungen und überführen den Schuldigen.
20 Jahre später: Jesse Rosenbergs Ausscheiden bei der Polizei steht kurz bevor. Auf seiner Abschiedsfeier taucht plötzlich die Journalistin Stephanie Mailer auf und behauptet, Jesse und sein Kollege haben damals den falschen des Mehrfachmordes beschuldigt. Kurz darauf verschwindet sie Journalistin. Für Jess Grund genug, sich noch einmal mit dem Fall von damals zu beschäftigen...

Meine Meinung:
Nachdem ich den Klappentext und die Leseprobe des Buches gelesen hatte, musste ich unbedingt wissen wie es weitergeht, was es mit dem Mehrfachmord vor 20 Jahren und natürlich auch mit dem Verschwinden von Stephanie Mailer auf sich hat.

Die Handlung des Buches springt zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her. Dadurch erfährt der Leser nach und nach immer mehr über die damaligen Ereignisse und Ermittlungen. Zudem werden die Geschehnisse aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Dadurch bleibt das Buch trotz seiner Länge von 700 Seiten durchgängig spannend und fesselnd, auch wenn der Autor an der einen oder anderen Stelle sicherlich ein paar Seiten hätte einsparen können.

Natürlich rätselt man als Leser mit, es gibt natürlich die einen oder anderen Anhaltspunkte und Verdächtige, aber auch (insbesondere zum Ende hin) einige Wendungen, die einem das Leben als Hobbydetektiv schwer machen. Die schlussendlich Auflösung konnte mich sowohl überraschen als auch überzeugen. Sie ist schlüssig und glaubwürdig und bildet einen gelungener Abschluss des Buches.

Fazit:
Spannender Plot mit gelungenen Ausgang. Auch wenn die Dicke des Buches erst einmal abschreckt - es lohnt sich!

Veröffentlicht am 27.05.2019

Gefangen in der Niemalswelt

Niemalswelt
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Inhalt:
Seit Jims ungeklärtem Tod vor einem Jahren hatte Bee keinen Kontakt mehr zu ihren gemeinsamen Freunden. Bis sie sich entschließt, einer Einladung in ein Wochenendhaus zu folgen. Doch der Abend ...

Inhalt:
Seit Jims ungeklärtem Tod vor einem Jahren hatte Bee keinen Kontakt mehr zu ihren gemeinsamen Freunden. Bis sie sich entschließt, einer Einladung in ein Wochenendhaus zu folgen. Doch der Abend endet mit einem schweren Autounfall. Als die 5 Freunde anschließend in das Haus zurückkehren, steht plötzlich ein alter Mann vor der Tür. Er erzählt ihnen, dass er der Wächter der Niemalswelt sei und sie alle bei dem Autounfall umgekommen seien. Alle - bis auf einen. Sie selbst müssen entscheiden, wer von ihnen als einziger den Unfall überleben soll. So lange hängen sie in einer Zeitschleife zwischen Leben und Tod fest, der sogenannten Niemalswelt, und erleben immer wieder den selben Tag. Doch jeder von ihnen scheint Geheimnisse zu haben - die irgendwie mit Jims Tod zusammenzuhängen scheinen... Verzweifelt machen sie sich auf die Suche nach der Wahrheit. Was passierte wirklich in der Nacht, in der Jim in den Steinbruch stürzte?

Meine Meinung:
Als ich den Klappentext des Buches das erste Mal las, war ich sogleich fasziniert von dem unglaublich interessant und spannend aber auch irgendwie etwas verrückt klingenden Plot. Tatsächlich hält das Buch, was der erste Eindruck verspricht: Die Geschichte ist sehr ungewöhnlich, eine unterhaltsame und gelungene Mischung aus Realität und Fantasie. Die Niemalswelt - so verworren und ungeordnet sie auch zu Beginn wirkt - hat ihre eigenen Regeln und Gesetze. Die Autorin hat hier tatsächliche eine Art eigene Welt zwischen Leben und Tod erschaffen.

Zu Beginn hat man als Leser das Gefühl, dass sich die fünf Freunde in einem Hamsterrad bewegen. Irgendwie scheint jeder seinen eigenen Weg zu gehen und doch unausweichlich wieder zurück in das Wochenendhaus zu kehren. Doch nach und nach raufen sie sich zusammen und machen sich auf die Suche nach der Wahrheit über Jims Tod, die nicht nur einige Überraschungen bereithält sondern auch ihre Freundschaft auf eine harte Probe stellt. Nach und nach erfahrt der Leser so immer mehr über Jim und die Nacht, in der er starb, aber auch über Bees und Jims Beziehung. Leider war es für meinen Geschmack an einigen Stellen einfach zu ausschweifend, es gab zu viele Rückblicke, die es nicht wirklich gebraucht hätte, sodass - auch wenn ich unbedingt wissen wollte, was hinter Jims Tod steckt - ein Teil der Spannung auf der Strecke geblieben ist.

Gelesen wird das ungekürzte Hörbuch von Julia Nachtmann. Ihre Stimme ist sehr angenehm zu hören und man kann ihr trotz der zeitweise recht wirren Handlung gut folgen. Auch wenn ich ihrer Stimme sehr gerne gelauscht habe, wäre aufgrund der zwischenzeitlichen Längen die gekürzte Hörbuchversion vermutlich die bessere Wahl gewesen.

Fazit:
Eine faszinierende Mischung aus Realität und Fantasie - sehr speziell und trotz zwischenzeitlicher Längen spannend.

Veröffentlicht am 15.05.2019

Stockholm 1793

1793
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Inhalt:
Stockholm, 1793: Im Fatburen wird die bis zur Unkenntlichkeit entstellte Leiche eines Mannes gefunden. Schon bald stellt sich heraus, dass ihm noch zu Lebzeiten alle Extremitäten amputiert wurden. ...

Inhalt:
Stockholm, 1793: Im Fatburen wird die bis zur Unkenntlichkeit entstellte Leiche eines Mannes gefunden. Schon bald stellt sich heraus, dass ihm noch zu Lebzeiten alle Extremitäten amputiert wurden. Der Jurist Cecil Winge und Jean Michael Cardell machen sich auf die Suche nach der Identität des Opfers und demjenigen, der ihm alls das angetan hat.

Meine Meinung:
Stockholm, Ende des 18. Jahrhunderts. Beim Lesen der bildhaften, athmosphärischen Beschreibungen des Autors Niklas Natt och Dag hat man als Leser beinahe das Gefühl, die Stadt und ihre damaligen Bewohner vor Augen zu haben. Politische Ränkespiele, Stadtwachen, die für Ordnung sorgen sollen, Huren, die ihren Körper verkaufen um mehr schlecht als recht zu überleben, Krankheiten, Dreck, Armut... der Autor nimmt kein Blatt vor den Mund und schildert die Zustände und damaligen Lebensweisen sehr authentisch und schonungslos. Ebenso wie die Brutalität und Gewalt, denen der Leser im Laufe der Geschichte mehrfach begegnet.

Das Buch gliedert sich in insgesamt 4 Abschnitte. Cecil Winge und Cardell sowie ihre Ermittlungen stehen dabei mal mehr, mal weniger im Vordergrund der Handlung. Während man sie als Leser im ersten Abschnitt begleitet, lernt man im zweiten und dritten Abschnitt weitere Charaktere kennen, deren Rolle in der Geschichte nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist. Nach und nach (spätestens im vierten und letzten Teil) fügen sich die Puzzleteile dann aber immer mehr zusammen.
Cecil Winge und Cardell haben mir als Ermittlerduo sehr gut gefallen. Der an Tuberkulose erkrankte Winge ist ein sehr intelligenter Mann, für den Gerechtigkeit an vorderster Stelle steht. Cardell hingegen hält sich als Häscher und Rausschmeißer über Wasser, trinkt gerne mal einen über den Durst und erscheint im ersten Moment eher grobschlächtig und als das genaue Gegenteil von Winge. Doch nach und nach entwickelt sich zwischen den beiden eine Art Freundschaft und tatsächlich haben beide ihren Anteil an der Aufklärung des Verbrechens...

Leider besitzt das Buch insbesondere im Mittelteil die einen oder anderen Längen. Die Krimihandlung scheint zweiweise beinahe in Vergessenheit zu geraten. Und auch das Ende konnte mich nicht 100%ig überzeugen. Ich hätte mir mehr Widerstand, mehr Aufregung gewünscht. Dennoch ist das Buch fesselnd, man möchte als Leser wissen wie es weitergeht, was hinter dem Mord steckt und auch, wie es den Charakten - insbesondere dem todkranken Winge - ergeht.

Fazit:
Düster und athmosphärisch. Ein gelungener historischer Krimi mit zwischenzeitlichen Längen aber tollen Beschreibungen Stockholms Ende des 18. Jahrhunderts.

Veröffentlicht am 23.04.2019

Liebe statt Telefonsex

Kaschmirgefühl
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Inhalt:
Eines Abends ruft Gottlieb bei einer Sexhotline an. Am anderen Ende ist Marie. Doch anstatt Telefonsex zu haben, reden die beiden miteinander - die ganze Nacht lang. Gottlieb ist von Anfang an ...

Inhalt:
Eines Abends ruft Gottlieb bei einer Sexhotline an. Am anderen Ende ist Marie. Doch anstatt Telefonsex zu haben, reden die beiden miteinander - die ganze Nacht lang. Gottlieb ist von Anfang an angetan von Maries Stimme und aus anfänglicher Rumgeplänkerei wird schnell mehr...

Meine Meinung:
Die Liebe über eine Sexhotline finden - ist das wirklich möglich? Laut Autor Bernhard Aichner ja. In "Kaschmirgefühle" erzählt er die Geschichte von Gottlieb und Marie. Gottlieb ist Pfleger in einem Hospiz und hat täglich mit dem Tod zu tun. Marie hingegen verdient ihr Geld mit Telefonsex. Wie es der Zufall will, ruft Gottlieb eines abends über die Sexhotline bei Marie an. Oder ist es vielleicht doch nicht nur Zufall..?

Das wunderschöne Cover hat mir auf Anhieb gefallen und auch der Klappentext klang vielversprechend. Als ich das Buch dann das erste Mal in der Hand hielt, war ich jedoch überrascht wie dünn es ist. Es gibt keine wirkliche Erzählung, keinen Erzähler im klassischen Sinne. Stattdessen besteht das Buch aus den reinen Dialogen von Gottfried und Marie, der belauscht sie auf den gerade einmal 188 Seiten quasi bei ihren Telefongesprächen. Es ist unterhaltsam und irgendwie auch faszinierend. Die Idee der Buches fand ich wirklich speziell und interessant, aber bei einem Liebesroman hätte ich persönlich mehr Gefühle erwartet. Wirkliche Romatik kam bei mir beim Lesen beispielsweise leider nicht auf.

Je länger man als Leser Gottfried und Marie bei ihren Telefonaten lauscht, desto mehr fragt man sich, was von ihren Erzählungen der Wahrheit entspricht und was sie sich lediglich ausdenken. Für meinen Geschmack war dies zu viel. Ich hätte mir mehr Tiefe bzw. Wahrheit gewünscht. So wusst ich gar nicht, ob ich die beiden überhaupt richtig kennengelernt habe. Auch das Ende konnte mich leider nicht so 100%ig begeistern - ich hatte mir irgendwie mehr erhofft.

Fazit:
Unterhaltsam zu lesen, aber inhaltlich hatte ich mir irgendwie mehr erhofft - vorallem vom Ende.