Tolle Einblicke in fremde Gedanken
Where I Left My HeartDer Klappentext von "Where I Left My Heart" von Julia Niederstraßer (ein Buch, welches ich dank NetGalley genießen durfte) hat mich mit einem sehr spannenden Museumskonzept gelockt: Gegenstände von ganz ...
Der Klappentext von "Where I Left My Heart" von Julia Niederstraßer (ein Buch, welches ich dank NetGalley genießen durfte) hat mich mit einem sehr spannenden Museumskonzept gelockt: Gegenstände von ganz gewöhnlichen Menschen, die mit dem besagten Objekt eine Liebe verbinden, von der sie sich lösen wollen oder müssen.
Ausgeschrieben war eben jenes Konzept noch viel großartiger. Man bekommt sehr viele dieser Exponate zu lesen, da sie immer den Einstieg in ein Kapitel (der Protagonistin) bilden. Schon alleine diese kleinen Ausflüge in andere Lebenswelten sind Kunstwerke für sich. In nur wenigen Zeilen gelingt es der Autorin, manchmal lustige und manchmal traurige Geschichten zu erzählen, die sich alle vor allem echt anfühlen. Sie sind das absolute Highlight des Buches und wenn die Folgebände damit fortführen, bin ich jetzt schon Feuer und Flamme!
Das zweite Highlight war die Präsentation einer Skoliose-Erkrankung. Ich selbst habe in meinem Umfeld bisher keine wirkliche Berührung mit Betroffenen gehabt, sodass dieses Buch mir jetzt den ersten Einblick in ein solches Leben geboten hat. Die Gedanken und Gefühle von Juna, die mit ihrer Erkrankung einhergehen, sind unglaublich nachvollziehbar beschrieben und lassen einen öfters schlucken. Bereits beim Lesen habe ich mir gedacht, dass es sich nach OwnVoice anfühlt und nach einer kurzen Recherche fand ich dies auch bestätigt. Manche Dinge konnte ich durch eigene Erkrankungen nachvollziehen, andere wiederum waren mir selbstverständlich völlig fremd. Für diese Horizonterweiterung bin ich wirklich dankbar!
Allerdings musste ich leider feststellen, dass der Trope "Best Friends to Lovers" einfach nichts für mich ist. Das liegt absolut nicht an Julia Niederstraßers Schreibstil (dieser ist sehr flüssig und man fliegt förmlich durch die Seiten!), sondern ist unterm Strich ein Ich-Problem. Während der Lektüre habe ich mich immer wieder dabei ertappt, wie ich mir gewünscht habe, dass Juna und Link (was sind das übrigens für tolle Namen?) es einfach mit der romantischen Liebe sein lassen und mein Status bester Freunde bleiben. Schade, aber ein Versuch war es trotzdem wert.
Noch zwei Kleinigkeiten, die mich ebenfalls sehr freuten: Zum Einen, dass das Buch in Kiel spielt. Dort bin ich bisher zwar noch nie gewesen, aber ich finde es schön, dass in letzter Zeit immer mehr ContempRomances auch in Deutschland spielen und man dadurch hier und da kleinere Details mitbekommt; und sei es auch nur das Wetter oder wie sich die Luft anfühlt. Zum Anderen bin ich spontan mit dem Wort "Nebelparty" in Liebe gefallen und werde es vermutlich in meinen eigenen Wortschatz integrieren.
Was es bedeutet? Nun, dafür müsst ihr das Buch wohl selbst lesen ;)