Wein-Guide, Reiseführer und Historisches in einem spannenden Krimi vereint
Der Portwein-ErbeNicolas Hollmann, Sohn aus reichem Hause, versucht, gemeinsam mit seiner Freundin Sylvia ein eigenes Leben aufzubauen. Er träumt von anspruchsvollen Architekturaufträgen, während sein Vater hofft, ihn ...
Nicolas Hollmann, Sohn aus reichem Hause, versucht, gemeinsam mit seiner Freundin Sylvia ein eigenes Leben aufzubauen. Er träumt von anspruchsvollen Architekturaufträgen, während sein Vater hofft, ihn als Nachfolger für sein Großunternehmen aufzubauen. Da kommt Nicolas der geheimnisvolle Brief eines portugiesischen Anwalts gerade recht. Denn sein verstorbener Onkel Friedrich vermacht ihm, allerdings mit ungewöhnlichen Auflagen, sein Weingut. Als Nicolas dort anreist, muss er feststellen, dass ihm Argwohn und Abneigung entgegenschlagen und nicht nur die Auflagen seltsam sind.
Das Cover zeigt einen Weinberg mit Haus im südländischen Flair und passt daher sehr gut zum Inhalt. Und wie erwartet, steht bei Paul Grotes Kriminalromanen nicht ausschließlich ein spannender Fall im Mittelpunkt. Vielmehr handelt es sich um einen mit Hingabe und Knowhow formulierten Wein-Guide, der auch sämtliche Aspekte des Portweins beleuchtet, und der zusätzlich mit wunderbaren Landschaftsbeschreibungen und geschichtlichen Hintergründen punktet. Der Schreibstil des Autors ist einnehmend, sehr lebendig und manchmal etwas ausschweifend, sein Weinwissen ist überragend und seine Schilderungen sind so detailreich, dass sofort das Kopfkino anspringt und man sich einen guten Tropfen zur Lektüre wünscht. Dabei ist der Fall selbst spannend, Nicolas ist mutig, sympathisch und erscheint real, die Umstände der Weingutübernahme sind mehr als undurchsichtig und die latent vorhandene Bedrohung sorgt für reichlich mulmige Gefühle.
Eine gelungene Mischung aus Wein-Guide mit Hintergrundwissen, viel Spannung und angenehmer Atmosphäre, gekonnt gelesen von Sebastian Dunkelberg, der es bestens versteht, Stimmungen zu vermitteln!
(Hörbuchrezension)