Profilbild von Koriander

Koriander

Lesejury Star
offline

Koriander ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Koriander über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.06.2019

Wunderschönes Buch, überzeugende Autorin, reichhaltiges Wissen!

Fräulein Grüns Kräuterwunder
0

„Fräulein Grüns Kräuterwunder“ überzeugt schon beim Durchblättern mit einer wunderschönen Aufmachung, liebevollen Fotos und zahlreichen Rezepten!
Karina Reichl ist ein wahrer Kräuter-Freak mit einer grundsoliden ...

„Fräulein Grüns Kräuterwunder“ überzeugt schon beim Durchblättern mit einer wunderschönen Aufmachung, liebevollen Fotos und zahlreichen Rezepten!
Karina Reichl ist ein wahrer Kräuter-Freak mit einer grundsoliden Ausbildung, die den Leser sehr schnell in ihren Bann zieht. Überzeugend und detailreich werden die Kräuter und ihre Wirkungen beschrieben, einfache und gut erklärte Rezepte regen zum Nachmachen und Ausprobieren an. Schon das Inhaltsverzeichnis liest sich wie ein Spaziergang über die Blumenwiese!
Karina Reichl versucht sehr eindringlich, ihren Lesern die Natur wieder nahe zu bringen. Folgt man ihren Vorschlägen, gelingt das auf erstaunlich einfache Weise und Entspannung, Erdung und Gesundheit (wie im Titel angegeben) werden greifbar. Ein Buch für alle Leser, die (auch ohne Vorkenntnisse) an der Heilkraft der Kräuter interessiert sind und umfassende Informationen erwarten, und die gerne gesunde, teilweise erstaunlich einfache Rezepte ausprobieren!
Ein Buch, das man jederzeit wieder als Nachschlagewerk verwenden sollte und das lange Freude bereitet.

Veröffentlicht am 01.06.2019

Ungemein spannend erzählt

Unbarmherzig (Ein Gina-Angelucci-Krimi 2)
0

„Unbarmherzig“ ist der zweite Band um die Ermittlerin Gina Angelucci – den man einwandfrei auch ohne Kenntnis des ersten Bandes lesen kann. Ein düsteres Cover – Wolken spiegeln sich auf dem einsamen See ...

„Unbarmherzig“ ist der zweite Band um die Ermittlerin Gina Angelucci – den man einwandfrei auch ohne Kenntnis des ersten Bandes lesen kann. Ein düsteres Cover – Wolken spiegeln sich auf dem einsamen See – und der Klappentext erwecken Neugier.
Der Zufallsfund zweier Skelette bringt Gina Angelucci, zuständig für ungelöste Fälle, auf dem Plan. Aufgrund des erwiesenen Alters legt die Kripo trotz Einschusslöchern in den Knochen keinen Wert mehr auf die Klärung der Morde. Verjährt, nicht mehr ermittelbar, Mörder vermutlich ebenfalls lange tot. Doch Hartnäckigkeit und Spürsinn lassen Gina vermuten, dass eine Aufklärung möglich sei und die Familien der Toten Ruhe finden könnten. Mit Akribie und Taktik ermittelt sie mit Ihrem Kollegen Holger und kann schnell erste Erfolge vorweisen… und taucht ein in die zwischenmenschlichen Beziehungen eines Dorfes, die weit in die Vergangenheit reichen und nach wie vor nicht ruhen.
Inge Löhnig ist ein super spannender Krimi gelungen, den man schon nach wenigen Seiten nicht mehr aus der Hand legen kann. Nicht blutrünstig, nicht reißerisch – dafür mit sehr sympathischen Protagonisten, solider Ermittlungsarbeit und doch auch überraschenden Erkenntnissen! Die Geschichte ist lebendig, schlüssig und überzeugend, und besticht mit einer Kommissarin, die sich abhebt vom allgemein stets verbreiteten Stress und familienfeindlichem Verhalten. Sehr gut gemacht, ein großes Lob an die Autorin, die nicht mit der üblichen Welle mit schwimmt!
Ein gelungener und fesselnder Krimi, der eher sanft daherkommt und auch zum Nachdenken anregt. Ein Muss für alle Leser, die gerne mit rätseln und sich überraschen lassen!

Veröffentlicht am 30.05.2019

Spannend, brutal und fortsetzungsbedürftig

10 Stunden tot
0

„10 Stunden tot“ ist Stefan Ahnhems vierter Thriller mit Kommissar Fabian Risk. Krasse Todesfälle erschüttern Helsingborg an der schwedischen Küste: ein Migrantenjunge erleidet ein grausamen, unmenschlichen ...

„10 Stunden tot“ ist Stefan Ahnhems vierter Thriller mit Kommissar Fabian Risk. Krasse Todesfälle erschüttern Helsingborg an der schwedischen Küste: ein Migrantenjunge erleidet ein grausamen, unmenschlichen Tod, ein unbescholtener Metzgereiverkäufer wird scheinbar grundlos vor Zeugen brutal erstochen und auch zurückliegende Morde bereiten Kommissar Risk nach wie vor Kopfzerbrechen.
Man kann auch ohne Vorwissen in diesen spannenden Krimi eintauchen, es gibt Rückblicke, die einem auf die Sprünge helfen. Allerdings ist es ein wirklich vielschichtiger, dicht gepackter und detailreicher Thriller, der dem Leser Konzentration und Mitdenken abverlangt. Mehrere Handlungsstränge, jeder für sich schon einen Krimi Wert, spalten die Ermittler. Gegen Ende nimmt die Geschichte noch einmal richtig Fahrt auf, lässt den Leser dann aber nur mit Teilergebnissen zurück. Risk kann mit seinen Kollegen zwei Täter dingfest machen, aber die letzte Frage im Klappentext ist, soviel darf man vielleicht verraten, berechtigt und man fragt sich nach dem Bezug zum Titel.
Insgesamt ist es ein Thriller, in dem es grausam, brutal und blutig zugeht, er ist düster, aber ungemein spannend und Band 5 sollte schon bereit liegen, damit man gleich weiter lesen kann, ohne die vielen Details und Indizien zu vergessen! Ein Thriller für starke Nerven und hartnäckige Leser!

Veröffentlicht am 22.05.2019

Vom Wissenschaftler zum Monster

Das Volk der Bäume
0

Der junge Mediziner Norton Perina bekommt in den 60er-Jahren die Chance, mit seinem Mentor auf die gerade entdeckte Insel Ivu’ivu zu reisen. Die Menschen dort sind Ureinwohner, weit entfernt von der Zivilisation ...

Der junge Mediziner Norton Perina bekommt in den 60er-Jahren die Chance, mit seinem Mentor auf die gerade entdeckte Insel Ivu’ivu zu reisen. Die Menschen dort sind Ureinwohner, weit entfernt von der Zivilisation und völlig unabhängig. Die Mediziner erforschen ihr Leben, ihre Nahrung, ihr Verhalten, ihre Riten. Es gibt auffallend viele alte Menschen, die trotz ihrer geistigen Verwirrung im Wald ausgesetzt werden. Und Perina wird Zeuge eines Weihe-Rituals für kleine Jungen.
Als er nach mehreren Aufenthalten den Grund für das hohe Lebensalter der Menschen entdeckt – den Verzehr einer besonderen Schildkrötenart – forscht er gezielt und hartnäckig weiter und nimmt einige der bereits geistig verwirrten Ureinwohner mit in die USA - und adoptiert einen der Jungen. Für seine Entdeckung erhält er 1974 den Nobelpreis. Er adoptiert insgesamt 43 Kinder, die mit ihm leben.
Und wird 1997 zu zwei Jahren Haft wegen Vergewaltigung verurteilt.
Gunter Schoß, Matthias Bundschuh und Thomas Hollaender lesen das Hörbuch so beeindruckend, dass sämtliche Schilderungen vor dem geistigen Auge entstehen. Sowohl Perinas Werdegang als junger Arzt, als auch die Beschreibungen der mikronesischen Inseln mit ihrer beeindruckenden Natur und Pflanzenwelt sind so detailreich und etwas langatmig beschrieben, dass man manchmal ungeduldig auf Ereignisse wartet. Die dann auch kommen: Forscherteams überrennen die Insel, zerstören die endemischen kleinen Inselwelten und bekehren die Menschen, die ihre Wurzeln verlieren. Es ist beängstigend, welche finanzielle Macht die großen Pharmakonzerne ohne Rücksicht auf Verluste freisetzen, wenn es um Forschung und Wissenschaft geht.
Perina kehrt regelmäßig auf die nun erschlossenen Inseln zurück und umgibt sich mit Adoptivkindern. In seinem großen Haus in Maryland wachsen Generationen heran, die er ins Leben begleitet. Fast idyllisch stellt man sich das vor: Kinder jeden Alters, Mädchen und Jungen, alle geeint aufgrund ihrer Herkunft, tollen durch das Haus.
Und alles scheint eitel Sonnenschein, bis er Victor adoptiert, der sich zum eigensinnigen, boshaften und rachesüchtigen Jungen entwickelt…
Das Buch muss man lesen (oder hören), um den Sog zu empfinden, den es entwickelt. Man hat sofort das Gefühl, es handelt sich um einen Tatsachenbericht, dazu tragen auch die peniblen Fußnoten bei, die dem Leser Aufschluss geben. Es gelingt er Autorin, dass man atemlos, teils abgestoßen staunt, was Perina berichtet. Es ist in jeder Hinsicht ein stetes Wechselbad der Gefühle und ich habe eigentlich (wider besserem Wissen) bis zum Schluss geglaubt, das Perina ein Ehrenmann war, der von einem rachesüchtigen Jungen hereingelegt wurde. Ein Wissenschaftler, der zum Monster mutiert, unglaublich beeindruckend geschrieben! Es ist auf jeden Fall ein Buch, das noch lange nachwirkt.

Veröffentlicht am 22.05.2019

Spannend, unterhaltsam, humorvoll!

Am Tatort bleibt man ungern liegen
0

„Am Tatort bleibt man ungern liegen“ – der neue Krimi von Jörg Maurer beeindruckt wieder mit Wortwitz, Fantasie und viel Spannung!
Alina Rusche, die bekannte Putzfee im Kurort, kommt unter mysteriösen ...

„Am Tatort bleibt man ungern liegen“ – der neue Krimi von Jörg Maurer beeindruckt wieder mit Wortwitz, Fantasie und viel Spannung!
Alina Rusche, die bekannte Putzfee im Kurort, kommt unter mysteriösen Umständen vor ihrem Haus zu Tode. Von einem alten Wagenrad erschlagen, stellt sich nun für Jennerwein und Hölleisen die Frage, war es ein Unfall oder doch Mord?
In altbekannter Weise erzählt Jörg Maurer wieder eine fantastische Geschichte: Alina Rusche, die zu Tode kam, und ihr Ehemann hatten jede Menge Putzstellen, offizielle und auch unoffizielle… und die aufmerksame und penible Alina kommt dabei im Schließfachraum der KurBank einer mysteriösen Sache auf die Spur…
Schmunzelnd, staunend und ein bisserl atemlos liest man von den tragischen Vorfällen im Kurort, rätselt mit und kommt nach Irrungen und Wirrungen nicht wirklich auf die richtige Lösung. Aber auf Jennerwein ist Verlass, er überführt den wahren Täter!
Ein spannender Krimi mit humoristischen Einlagen, ein wahrer Page-Turner, unterhaltsam und kurzweilig! Gelungen und absolut empfehlenswert für alle, die gerne rätseln, auf Lokalkolorit stehen und es nicht gar so blutrünstig mögen!