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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.04.2022

Realitätsnah

Nordwestnacht
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Während eines Filmdrehs auf St.Peter-Ording wird ein Mitglied des Filmteams grausam ermordet. Als bald darauf auch noch eine der Hauptdarstellerinnen verschwindet, glaubt niemand mehr an einen Zufall. ...

Während eines Filmdrehs auf St.Peter-Ording wird ein Mitglied des Filmteams grausam ermordet. Als bald darauf auch noch eine der Hauptdarstellerinnen verschwindet, glaubt niemand mehr an einen Zufall. Anna Wagner und Hendrik Norberg nehmen sofort die Ermittlungen auf und geraten damit unversehens in ein Netz aus Rache und Vertuschung.

Das Cover des Buches ist für mich bisher das beste der Reihe. Die ausdrucksstarken Farben und die Schriftgestaltung harmonieren perfekt und vermitteln eine eindringliche Atmosphäre. Sehr passend für einen Krimi.

Passend fasste ich auch das Vorgehen der Polizei und der Kommissare in diesem Fall auf. Hier wurde nichts reißerisch dargestellt, sondern glaubwürdiges Vorgehen gezeigt. Beachtenswert fand ich die Erläuterungen der Autorin zur Verfahrensweise des Ermittlerteams, die Einsichten in relevante rechtliche Belange oder auch in die Rangordnung der Ordnungshüter, die wohlüberlegt in die Handlung integriert wurden.
Insgesamt erschien mir dieser Fall sehr authentisch, vor allem, weil wohl jeder die vermeintlich kleinen Lügen oder Vertuschungen kennt, mit denen sich Anna und Norberg im Laufe der Handlung beschäftigen mussten. Erschreckend und tragisch stellten sich dementsprechend die Auswirkungen so mancher Verantwortungslosigkeiten dar, und genau dies machte für mich diesen Fall so bedeutend.

Das Ermittlerteam hatte meine ganze Sympathie auf seiner Seite. Hier „menschelte“ es, daher empfand ich die privaten Einsichten der Protagonisten angenehm unaufdringlich. Anna, Hendrik und Nils traten nicht als abgefahren-ultralässige oder narzisstische Charaktere auf, sondern wie bodenständige Menschen mit einem Beruf und Problemen wie du und ich. Svea Jensens Schreibstil unterstrich diese unprätentiöse Atmosphäre zusätzlich, was mir sehr gut gefiel.

„Nordwestnacht“ bestach durch die Nähe zur Realität im Fall selbst, aber auch im Hinblick auf die Ermittler. Ein unterhaltsam-spannender Küstenkrimi, der die beteiligten Figuren von verschiedenen Seiten beleuchtete. Empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 17.03.2022

Herrlicher Schmöker

Die kleine Buchhandlung im alten Postamt
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Um ihrem Leben eine neue Richtung zu geben und ihren Sohn Ben aus einem unvorteilhaften Freundeskreis zu befreien, übernimmt Hannah kurzerhand den Dorfladen im idyllischen Little Maudley. Das Dorfleben ...

Um ihrem Leben eine neue Richtung zu geben und ihren Sohn Ben aus einem unvorteilhaften Freundeskreis zu befreien, übernimmt Hannah kurzerhand den Dorfladen im idyllischen Little Maudley. Das Dorfleben ist zwar eine Umstellung für die junge Mutter, aber Ben findet schnell Anschluss in der örtlichen Fußballmannschaft und zeigt sich entspannter als je zuvor. Hannahs Ehemann lässt sich jedoch kaum blicken, da er beruflich viel unterwegs ist. Als Jake Lovatt, Bens attraktiver Fußballtrainer, ein Auge auf Hannah wirft, wird es kompliziert. Denn auch sie hat bereits Schmetterlinge im Bauch...

Endlich mal wieder eine Geschichte, die mir ein behagliches Gefühl gab, mit durchweg positiver Atmosphäre, selbst in so manch schwierigen Momenten, die sich für die Protagonisten zeigten. Großen Anteil daran hatte vor allem der angenehme Schreibstil der Autorin, der über das ganze Buch hinweg eine große Portion Zuversichtlichkeit transportierte.

Die Gestaltung des Covers und des Titels waren zwar nicht nach meinem Geschmack, dafür mochte ich aber die Figuren des Romans, die mir alle sympathisch waren. Jeder Charakter hatte seine Hintergründe, die nicht immer rosig aussahen, aber auch Hoffnungen sowie kleine Geheimnisse. Ich fand das ziemlich authentisch und konnte daher auch die Liebesgeschichte zwischen Hannah und Jake guten Gewissens annehmen.

Der Handlungsschauplatz war für mich ein kleines Träumchen. Mein Kopfkino lief hier zur Höchstform auf. Am liebsten wäre ich selbst hingefahren und hätte das Dorf und Hannahs Laden persönlich besucht. Ich würde mal sagen: Alles richtig gemacht, Rachael Lucas!

Ich habe „Die kleine Buchhandlung im alten Postamt“ mit Freude gelesen. Hier fand ich pure Romantik und Landschaftsidyll neben dem Mut einer Protagonistin zur Veränderung. Ich will mehr davon und freue mich daher auf das nächste Buch der Autorin!

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Veröffentlicht am 16.03.2022

Sehr schöner Auftakt der Reihe

Golden Hill Touches
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Boulder Creek, Montana: Gemeinsam mit seiner Schwester möchte Parker auf der ehemaligen Ranch seiner Großeltern eine Pferdetherapiestätte aufbauen. Doch dieses Vorhaben hat es in sich, denn Parker hielt ...

Boulder Creek, Montana: Gemeinsam mit seiner Schwester möchte Parker auf der ehemaligen Ranch seiner Großeltern eine Pferdetherapiestätte aufbauen. Doch dieses Vorhaben hat es in sich, denn Parker hielt die Einwohner von Boulder in seiner Jugend ganz schön auf Trab, was dort noch lange nicht in Vergessenheit geraten ist. Und da ist auch noch Clay, seine ehemalige Jugendliebe, die ebenfalls noch eine Rechnung mit ihm offen hat....

Es war nicht das Cover, das mich auf diese Geschichte aufmerksam werden ließ. Ich finde es zu farblos und ich hätte mir mehr Natürlichkeit hinsichtlich der Farbwahl gewünscht. Immerhin dreht es sich hier um Landleben pur. Nein, es war der Klappentext, der mich sofort ansprach, denn für atmosphärische „Country-Idylle“ bin ich immer zu haben.

Die Geschichte um Parker und Clay hielt dann auch, was sie versprach. Die glaubhafte Liebesgeschichte der beiden sympathischen Protagonisten bescherte mir daher ein entspanntes Lesewochenende. Vor allem gefielen mir die Rückblenden in die Jugendzeit von Parker und Clay, die unmissverständlich deren Entwicklung, den Kontrast zum Erwachsenenalter zeigten. Parker bewies Mut und war bereit, seinen Ruf reinzuwaschen und sich seinen damaligen Verfehlungen zu stellen. Ich fand diese Aufarbeitung und das innere Wachstum ausgezeichnet dargestellt, und für meine Begriffe wirkte es sehr natürlich.

Durch den wirklich guten Schreibstil der Autorin konnte ich mich mit Leichtigkeit in die Handlungen, Gedanken und Gefühle der Figuren hineinversetzen und ganz im Ranchleben Montanas aufgehen. Es hatte etwas von einem ereignisreichen Urlaub mit Freunden, an den man sich noch gerne erinnert. Allerdings hätte das Ende weniger künstlich-dramatisch angelegt werden können. Das hätte nicht sein müssen und ich empfand es auch ein wenig störend.

„Golden Hill – Touches“ hat mir insgesamt aber sehr gut gefallen. Ich bin schon gespannt welche Beziehungen im nächsten Teil der Reihe auf dem Prüfstand stehen werden.

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Veröffentlicht am 06.03.2022

Fantastisch bizarr

Dreivierteltot
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Kim bereist mit ihrem Freund Jon den schottischen West Highland Way. Auf diesem Trip lernt sie den attraktiven Sky kennen, der sich immer in ihrer Nähe aufzuhalten scheint. Als wäre dies nicht schon seltsam ...

Kim bereist mit ihrem Freund Jon den schottischen West Highland Way. Auf diesem Trip lernt sie den attraktiven Sky kennen, der sich immer in ihrer Nähe aufzuhalten scheint. Als wäre dies nicht schon seltsam genug, erhält sie mysteriöse WhatsApp-Nachrichten von ihrer Freundin Emma. Kim macht sich Sorgen. Zurecht, denn plötzlich liegt eine Leiche vor ihr, deren Kleidung ihr allzu bekannt vorkommt.

Für mich war das fantastische Cover der Grund, mir das Buch näher zu betrachten. Ich finde, dass hier die Atmosphäre der Geschichte fabelhaft zur Geltung kommt und zudem den modernen Zeitgeist einfängt. Großes Lob an die Designer.

Das Versprechen eines Thrillers wurde eindeutig gehalten. Denn in dem Moment, als ich es mir gedanklich in den schottischen Highlands gemütlich machen wollte, tauchten bereits die ersten mysteriösen Momente in Kims Erlebnissen auf. Die Fragen, die sich mir diesbezüglich stellten, wurden schnell mit Kapitel zu Kapitel drängender, bis Spannung und Neugier kaum noch auszuhalten waren. Zum Ende hin steigerte sich das Verhalten der Protagonistin allerdings in eine fast nicht mehr zu ertragende Hysterie, die mir dann doch etwas zu viel wurde. Vor allem im Hinblick auf das Ende, das für mich zwar keine wirkliche Überraschung mehr war, jedoch mit Einzelheiten aufwartete, mit denen ich so nicht gerechnet hatte und etwas überladen schien.

Ich fand die Geschichte insgesamt super konzipiert, allerdings zeigte sich für mich irgendwann ein Punkt, ab dem sich Kims Erfahrungen im Grunde immer wiederholten und sich dadurch ein paar Längen zeigten. Ich könnte nun auch behaupten, ich hätte ziemlich früh gemerkt, was sich in dieser Geschichte abspielte. Allerdings hatte ich eine Auswahl an mehreren Theorien, mit denen ich gedanklich jonglierte, was mir viel Spaß bereitete und mich von Kapitel zu Kapitel weitertrieb, um die echte Lösung zu erfahren. Christina Stein hat mich mit diesem Buch wirklich gut unterhalten!

Was mir dagegen nicht so gut gefiel, war die Tatsache, dass in den Dialogen sehr viel Englisch gesprochen wurde - ohne Übersetzung. Ich finde das schwierig, denn Leser ohne Englischkenntnisse hätten hier eindeutig das Nachsehen gehabt.

„Dreivierteltot“ sehe ich als gruselig-fesselnden Thriller für junge Menschen, mit einem Ausgang, der thematisch nachwirkt. Ich bin gespannt auf das nächste Buch der Autorin.

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Veröffentlicht am 03.03.2022

Hält lange nicht was der Teaser verspricht

Das Loft
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Sarah, Marc und Henning leben gemeinsam in Hamburg in einer WG. Als Henning in der Wohnung getötet wird, werden Sarah und Marc aufgrund von Spuren verdächtigt. Die Kommissarin Bianca Rakow vernimmt beide ...

Sarah, Marc und Henning leben gemeinsam in Hamburg in einer WG. Als Henning in der Wohnung getötet wird, werden Sarah und Marc aufgrund von Spuren verdächtigt. Die Kommissarin Bianca Rakow vernimmt beide getrennt voneinander und sucht nach der Wahrheit. Denn jeder erzählt seine eigene Geschichte...

Mal wieder ein gehyptes Buch, das mich maßlos enttäuscht hat. Die Geschichte kommt sehr großspurig daher, schon der Klappentext sollte den Leser augenscheinlich auf eine ganz besondere Story vorbereiten. So schien es mir. Doch erstaunlicherweise war ich bereits nach ein paar Kapiteln unglaublich gelangweilt von der meist uninteressanten Vernehmung.

Die Kapitel erzählten abwechselnd die Sicht von Sarah und Marc, die sich für meinen Geschmack viel zu viel über ihr Liebesleben ausließen. Als Figuren an waren mir die beiden zu blass und klischeebehaftet. Außerdem konnte ich die Kriminalhauptkommissarin Bianca nicht ernst nehmen. Sie trat meines Erachtens nicht glaubwürdig genug auf.

Ich muss allerdings gestehen, dass ich das Ende so nicht erwartet hätte. Trotzdem würde ich das Buch keinesfalls als überragend bewerten, denn mir war hier zu viel Leere zwischen den Zeilen, die meines Erachtens nicht gefüllt werden konnte.

Überdramatisiert und mehr leises Blendwerk als Spannung und Nervenkitzel. „Das Loft“ kann man meines Erachtens zugunsten eines anderen Thrillers getrost in der Buchhandlung liegen lassen.

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