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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.01.2022

Originell

Future - Die Zukunft gehört dir
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Ben und Adhi sind seit dem College Freunde. Vielleicht liegt es daran, dass die beiden sich prächtig ergänzen, denn Ben ist wortgewandt und extrovertiert, Adhi eher das leise Genie. Als Adhi versucht einen ...

Ben und Adhi sind seit dem College Freunde. Vielleicht liegt es daran, dass die beiden sich prächtig ergänzen, denn Ben ist wortgewandt und extrovertiert, Adhi eher das leise Genie. Als Adhi versucht einen Quantencomputer zu entwickeln, mit dem man auf das Internet der Zukunft zugreifen kann, sieht Ben die Chance auf das große Geld und steigt in die Idee mit ein. Anfangs zeigt der von Adhi entwickelte Prototyp vielversprechende Ergebnisse, doch nach und nach treffen immer beunruhigendere Nachrichten aus der Zukunft ein.

Das Thema hatte es mir angetan, und auch die Frage, was ein Quantencomputer so alles kann. Alle meine Wissenslücken wurden mit diesem Buch nicht beantwortet, aber als Einstieg in diesen Teil der Wissenschaft fand ich es absolut geeignet. Wobei auf die Funktionsweise eines Quantencomputers hier weniger eingegangen wurde, sondern vielmehr auf den Aufbau einer IT-Firma mit ihren Erfolgen und Problemen.

Was ich nicht erwartet hätte, war die originelle Kapitelgestaltung, die ausschließlich aus dem Austausch von Textnachrichten, Auszügen aus Sitzungsprotokollen, Presseerklärungen oder Blog-Posts bestand. Interessanterweise gab es hier keine Erzählung im herkömmlichen Sinn, denn als Leser fand ich mich in einer stillen Beobachterposition ohne nahbare Charaktere. Der Roman las sich wie ein langer Bericht, der allerdings aus so abwechslungsreichen Komponenten bestand, dass sich beim Lesen meine Neugier zeigte. Es war ein wenig, als würde ich eine geheime Akte lesen.

Auch als überwiegender Laie auf technischen Gebiet konnte ich die Probleme, die während des Aufbaus der Firma auftraten verstehen. Zwar nicht bis ins Detail, aber für das Verständnis des Romans ausreichend. Und die Protagonisten Ben und Adhi zeichneten genau das Bild der jungen Silicon Valley-Unternehmer, das mir in meiner Fantasie schon immer vorschwebte.

Letztlich fand ich „Future – Die Zukunft gehört dir“ außergewöhnlich. Ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber später spannend und brisant. / 3,5 Sterne

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Veröffentlicht am 13.01.2022

Unglaublich berührend und authentisch

American Crown – Beatrice & Theodore
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Beatrice ist die junge Thronfolgerin von Amerika. Schon ihr ganzes Leben wird sie auf ihr Erbe vorbereitet und muss die höfischen Protokolle studieren. Ihre Geschwister Samantha und Jefferson können dagegen ...

Beatrice ist die junge Thronfolgerin von Amerika. Schon ihr ganzes Leben wird sie auf ihr Erbe vorbereitet und muss die höfischen Protokolle studieren. Ihre Geschwister Samantha und Jefferson können dagegen ihr Leben freier genießen, man findet sie nicht selten auf Partys oder auf Reisen. Doch eines haben die drei gemeinsam: Alle sind verliebt. Allerdings kann keiner von Ihnen ein normales Leben führen, denn alle Augen des Landes sind stets auf die Königskinder gerichtet.

Dieses Buch hat mich überaus überrascht! Ich hätte nicht gedacht, dass sich hinter dem schönen, aber eher mädchenhaften Cover so einnehmende und einfühlsame Geschichten verbergen würden! Denn unvermutet stand nicht nur Beatrices Entwicklung und Liebe im Mittelpunkt, sondern auch die ihrer Geschwister Sam und Jeff.

Von der Fiktion einer amerikanischen Monarchie einmal abgesehen, wurden in diesem Roman Glanz und Komfort, ebenso wie Schwierigkeiten und Erwartungen rund um den Titel einer königlichen Hoheit unfassbar glaubhaft dargestellt. Durch Katherine McGees Schreibstil gewann ich mit Leichtigkeit Zugang zu den Hauptfiguren, die mich ihre royale Welt entdecken ließen und damit so manche märchenhafte Vorstellung entzauberten. Ich mochte die ernsthafte, aber auch natürlich-verspielte Atmosphäre und die zurückhaltende Eleganz, die in den Kapiteln unterschwellig mitschwang.

Sehr sensibel beschrieb die Autorin das Leben der Königskinder mit allen Privilegien und Nachteilen, wobei sie sich jedem Charakter ausgiebig annahm und durch Beschreibungen der jeweiligen Vorzüge, Sehnsüchte, Träume und Ängste ein rundes Gesamtbild dieser Persönlichkeiten hervorbrachte. Daher konnte ich das Verhalten aller Protagonisten annehmen und verstehen, bis hin zur verbissensten Intrigantin. Die persönlichen Umstände jedes einzelnen berührten mich sehr. Mehr als einmal habe ich mir ein Tränchen verdrückt, weil mich die Tragik herausfordernder Situationen in den Bann schlug.

„American Crown“ hat Spuren in meiner Lesewelt hinterlassen. Die Geschichte um diese fiktive königliche Familie zeigt sich frei von Kitsch und Klischee, überdramatisierten Szenen sowie Bettgeschichten. Hier geht es ans Eingemachte, es geht um Lebensentscheidungen, Einsicht und Vergebung, die Unausweichlichkeit eines Familienerbes, Mut und wunderschöne Liebesgeschichten. Ein Buch ganz nach meinem Geschmack!

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Veröffentlicht am 28.12.2021

Hat mich sehr gut unterhalten

Eiszeit für Beck
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Nick Beck muss sich erneut dem Elbripper stellen. Nach zwei Jahren ist der Mörder zurück und Nick muss sich nun mit der Vergangenheit auseinandersetzen. Zusammen mit Cleo Torner nimmt er die Ermittlungen ...

Nick Beck muss sich erneut dem Elbripper stellen. Nach zwei Jahren ist der Mörder zurück und Nick muss sich nun mit der Vergangenheit auseinandersetzen. Zusammen mit Cleo Torner nimmt er die Ermittlungen auf und stößt auf einige Ungereimtheiten, die an der Echtheit des Täters zweifeln lassen.

Für mich war dies mein erster Nick Beck-Fall, aber bestimmt nicht der letzte. Der Kriminalroman hat mir sehr gut gefallen, vor allem die glaubhaften Reaktionen der Figuren und die ungeschönte Atmosphäre. Der klare und unverblümte Schreibstil des Autors ließ das Buch für mich letztlich zu einem Pageturner mit durchweg rundem Ausgang werden.

Der Ermittler Nick wurde mittels seiner Ecken und Kanten für mich nahbar, und durch seine zurückhaltende Art sowie durch seinen natürlichen Spürsinn interessant. Seine Kollegin Cleo passte als Partner fabelhaft zu ihm. Das Duo ergänzte sich perfekt und wirkte unaufgeregt kompetent.

Obwohl die Identität des Serienmörders gleich zu Beginn offengelegt wurde, fand ich die Handlung unheimlich spannend, da einige Kapitel aus der Sicht des Täters dargelegt wurden. Der Autor scheute sich nicht, einige brutale Szenen detailliert zu beschreiben, doch viel beängstigender schien mir die unkalkulierbare Psyche des Elbrippers. Nervenkitzel war garantiert, ohne zu sehr ins Grauen zu verfallen. Für mich eine ideale Mischung in diesem Genre. Sehr gut gefallen hat mir die Darstellung des Verhaltens der Ehefrau des Mörders. Endlich einmal eine persönlich betroffene Figur, die ihre Möglichkeiten nicht überschätzte, sondern sich helfen ließ.

Durch „Eiszeit für Beck“ hat sich der Autor meine Aufmerksamkeit für diese Krimireihe gesichert. Das sympathische Ermittlerteam bescherte mir ein paar spannende Lesestunden und damit packende Unterhaltung. Klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 28.12.2021

War eher nichts für mich

Im Auge des Zebras
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Kommissarin Olivia Holzmann steht vor einem Rätsel. Wie kann ein und derselbe Täter sieben Teenager an verschiedenen Orten zur gleichen Zeit entführen und danach deren Eltern ermorden? Olivia muss sich ...

Kommissarin Olivia Holzmann steht vor einem Rätsel. Wie kann ein und derselbe Täter sieben Teenager an verschiedenen Orten zur gleichen Zeit entführen und danach deren Eltern ermorden? Olivia muss sich für diesem mysteriösen Fall Hilfe holen, und zwar von keinem geringeren als Severin Boesherz, der für seine Intelligenz und Kombinationsgabe bekannt ist.

Ehrlich gesagt habe ich mir von diesem Thriller mehr versprochen. Vor allem die Kommissarin Olivia war mir nicht präsent und scharfsinnig genug. Auf mich wirkte sie zu hilfsbedürftig und in manchen Situationen etwas zu begriffsstutzig, um eine tragende Rolle bei der Lösung des Falles zu spielen. Auch das Verhalten von Severin schien mir manchmal seltsam, und seinen rätselhaften Hinweisen und seiner den Fall betreffenden Zurückhaltung konnte ich nichts abgewinnen. Vor allem, da er seine „Schützlinge“ unter Druck setzte und damit zu erziehen versuchte. Sehr unsympathisch.

Grundsätzlich konnte ich hier mit den Protagonisten nicht viel anfangen, als Figuren waren sie mir schlicht zu langweilig und wurden meiner Meinung nach zu wenig beleuchtet.

Die Idee des Falls fand ich allerdings großartig. Ich war so neugierig auf die Auflösung der mysteriösen Situation der Entführungen und letztlich ziemlich enttäuscht, weil sich für mich das Ende doch recht unspektakulär gezeigt hatte. Vielleicht lag es auch an den vielen Längen, die das ganze Buch durchzogen. Manchmal hatte ich das Gefühl ich müsste die Handlung anschieben, damit sich das Geschehen weiter entfaltet. Daher hat mir weitestgehend die Spannung gefehlt, wobei mir die fast schon philosophischen Gedankengänge des Herrn Boesherz irgendwann auf die Nerven gingen.

Das Cover des Buches lockte mich nicht. Das Zebra wird mir hier zu sehr ins Rampenlicht gerückt und wirkt auf mich für einen Thriller nicht gerade ansprechend.

Die Idee dieses Buches fand ich großartig, meiner Meinung nach wurde sie aber nicht gut umgesetzt. Dieser erste Band der neuen Reihe von Vincent Kliesch konnte mich nicht überzeugen, daher werde ich wohl auf die weiteren Folgebände verzichten.

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Veröffentlicht am 15.12.2021

Unterhaltsam und lehrreich

Die Mission des Kreuzritters
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Jerusalem im Jahre 1129. König Baudouin kann leider nicht mit einem Sohn als Thronfolger aufwarten. Dafür hat er vier aufgeweckte Töchter, von denen Melisende, die älteste der Schwestern, den Comte d` ...

Jerusalem im Jahre 1129. König Baudouin kann leider nicht mit einem Sohn als Thronfolger aufwarten. Dafür hat er vier aufgeweckte Töchter, von denen Melisende, die älteste der Schwestern, den Comte d` Anjou heiraten soll. Diese Hochzeit scheint beschlossene Sache, doch niemand hat die Königstochter nach ihrer Meinung gefragt. Zornig und entschlossen flieht sie mit Geleitschutz Richtung Antiochia, wo ihre Schwester lebt. Unterwegs wird die kleine Reisegruppe jedoch überfallen und Melisende entführt. Erschrocken beauftragt Baudouin nun kurzerhand den Kreuzritter Raol de Montalban mit der wichtigen Aufgabe die Thronerbin zurückzuholen.

Dieser historische Roman glänzte durch viele Aspekte, aber vor allem durch die hervorragende Recherchearbeit und das Detailwissen des Autors. Auch die stimmungsvollen Beschreibungen von Landschaft, Kultur und Sinneseindrücken waren außerordentlich bereichernd für mein Leseerlebnis. So konnte ich fast selbst dort sein, die Atmosphäre des Orients genießen.

Vor allem gefiel mir die Persönlichkeitsentwicklung der Protagonisten. Melisende sah ich vor ihrer Flucht noch als trotziges Kind, Raol orientierungslos und sinnsuchend. Später wohnte dann in beiden eine unglaubliche Kraft, die mich sehr bewegte. Der Autor gestaltete mit viel Einfühlungsvermögen dazu einige berührende Szenen mit sehr persönlichen Gesprächen und Geständnissen, die durch die Dynamik von Wertschätzung einen großartigen inneren Wachstumsschub hervorbrachten.

Außerdem konnte ich in dieser Geschichte erleben, wie Ansichten und Erfahrungen mit der jeweils fremden Kultur ausgetauscht und etwaige Fehleinschätzungen aus der Welt geräumt wurden. Es wurden dadurch Brücken zwischen den Menschen gebaut, die durch Achtung geprägt waren. Wunderbar!

Die versprochene Liebesgeschichte entwickelte sich vorsichtig, Schritt für Schritt. Ich fand dies sehr angenehm, es wirkte authentisch. Besonders von Raol war ich ziemlich schnell beeindruckt. Ihm wurde ein wunderbarer Charakter gegeben - ein freundlicher Mann von Ehre, der dennoch tat, was getan werden musste. Diesbezüglich konnte ich eine entromantisierte Version des Tempelritter-Weges mitverfolgen, die schonungslos klar daran erinnerte, dass die Mitglieder des Ordens Überlebenskünstler und streng militärisch geschult waren. Die Sanftheit der Liebe und der martialische Kampf um das Leben auf derart komprimiertem Raum gaben der Erzählung als Kontrast eine ganz besondere Energie.

Obendrein war ich über die Gestaltung des Buches positiv überrascht! Die Motiv- und Farbauswahl sowie die Beschaffenheit des Papiers und des flexiblen Einbandes wirkte alles in allem sehr hochwertig.

Kurzum, „Die Mission des Kreuzritters“ hat mich sehr gut unterhalten. Die Mischung aus wichtigen persönlichen Entwicklungen, einer großartigen Liebe, Abenteuern und Blicken auf die Kultur der Region, fand ich ausgezeichnet. Ganz nebenbei nahm ich auch noch einiges an Wissen mit. Nun warte ich gespannt auf das nächste Buch von Ulf Schiewe.

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