Wirkt künstlich
A Poet's Heart (Broken Artists, Band 1)Yva studiert und arbeitet nebenbei im Petrichor, einem Tonstudio. Scheinbar macht sie da was mit Social Media, denn sie dreht öfter TikToks. Ist ja für mich gar nichts, aber okay. Ihr Kumpel Mats arbeitet ...
Yva studiert und arbeitet nebenbei im Petrichor, einem Tonstudio. Scheinbar macht sie da was mit Social Media, denn sie dreht öfter TikToks. Ist ja für mich gar nichts, aber okay. Ihr Kumpel Mats arbeitet auch dort, denn seinen Eltern gehört das Studio. Als ein Streit mit Yvas Freund eskaliert, verlässt sie ihn und sucht nach einer neuen Bleibe. Er war sehr toxisch, das wurde aber auch sehr stark dargestellt. Ich war nie in so einer Situation, aber für mich war es teilweise schon übertrieben beziehungsweise wirkte es künstlich. Ich konnte da nicht so mit Yva mitfühlen. So oder so war es richtig von ihr da den Schlussstrich zu ziehen.
So wird sie zum Nachbarn von Mats und seiner WG. Zu der WG gehört auch Fenn, der oft im Tonstudio ist, aber mit keinem redet. Aber dafür ist er umso poetischer in seinen Songs. Er komponiert ständig neue Lieder und verpackt dort seine Gedanken und Gefühle. Aber er nimmt auch Aufträge an und verkauft seine Songs. Seine Leidenschaft hat man schon stark gespürt. Aber mit der einfachen Kommunikation hat er aus einem guten Grund große Probleme, weswegen er das versucht zu meiden. Yva hört durch die Wände, wie er neue Lieder komponiert und ausprobiert. Und auch wenn er Yva interessant findet und sie ihn anspricht, ergreift er die Flucht. Doch trotz dessen hört Yva nicht auf den Kontakt zu suchen, besonders, als er sich entschuldigt. Ich muss sagen, dass ich Yva dort auch etwas unsensibel fand. Sie hat ihn richtig zu Kontakt gedrängt. Daher habe ich auch nicht verstanden, woher plötzlich der Umschwung von Fenn kam. Warum will er plötzlich mit den anderen sprechen? Das habe ich ihm nicht abgekauft.
Ihre Kommunikation besteht zu Beginn nur aus dem Schreiben. Das ist zuerst total hölzern, realistisch. Die werden erst nach und nach warm miteinander, wodurch der Chat dann auch deutlich lebendiger wird. Sie lernen sich kennen. Sind füreinander da und öffnen sich. Immer wieder kommen sie sich etwas näher bis Fenn Abstand sucht. Yva versteht ihn nicht, verständlich. Hin und wieder taucht der Ex auf, um schlechte Stimmung zu verbreiten. Dabei wirkten besonders diese Szenen total überdramatisiert und künstlich. Yva hat für die Beziehung mit Fenn wirklich gekämpft, was ich stark finde. Es gab auch einen recht süßen Moment, aber das war’s auch schon. Irgendwie fehlte mir hier ganz viel in der Liebesgeschichte. Es war einfach alles viel zu oberflächlich und künstlich. Trotz der schönen Worte von Fenn.
Die Story konnte mich ehrlich gesagt nicht so richtig abholen. Es gab mir zu viele Füll-Szenen, die nichts zur Story beigetragen haben und gleichzeitig langweilig waren. Fenn hat eine schöne Entwicklung durchgemacht, die ich aber viel zu plötzlich und einfach fand. Besonders das Ende war so unglaublich vorhersehbar. Nicht nur das Drama, sondern auch wie es sich auflöst. Dem konnte ich leider nicht so viel abgewinnen.
Fazit:
Ich muss sagen, obwohl ich die Message hinter dem Buch mag, fand ich die Umsetzung eher schwach und viel zu künstlich. Die Charaktere bleiben blass und oberflächlich. Die Story ist total vorhersehbar, es passiert wirklich nichts Überraschendes. Okay, bis auf die Sache, warum Fenn nicht spricht. Die Liebesgeschichte konnte mich emotional leider auch nicht wirklich abholen. Es war mir zu plump runtergeschrieben.
3/5 Sterne