Profilbild von Kyra112

Kyra112

Lesejury Star
offline

Kyra112 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Kyra112 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.03.2025

Vergangenheitsbewältigung

Der Duft von Kuchen und Meer
0

Eines Abends teilt Oma Undine Maren mit, ein Haus auf Amrum zu haben. Maren soll dieses Haus bekommen, aber selbst entscheiden, was damit geschehen soll. Aus diesem Grund fährt Maren mit ihrer kleinen ...

Eines Abends teilt Oma Undine Maren mit, ein Haus auf Amrum zu haben. Maren soll dieses Haus bekommen, aber selbst entscheiden, was damit geschehen soll. Aus diesem Grund fährt Maren mit ihrer kleinen Tochter nach Amrum. Dabei kümmert sie sich jedoch nicht nur um das Haus, sondern auch um die Vergangenheit ihrer Familie.

„Der Duft von Kuchen und Meer“ von Anne Barns war für mich das erste Buch der Autorin und ich muss sagen, sie hat mich damit voll und ganz mitnehmen können.
Das Cover gefällt mir persönlich nicht so gut, ich finde es eher langweilig, aber die Geschichte fand ich sehr mitreißend.
Anne Barns ist ein Roman über Stärke und familiären Zusammenhalt gelungen, aber auch über Familienprobleme. Es geht um Trauer, Verzweiflung, aber auch Lebenswandel, Träume und ein kleines bisschen um Glück und Liebe.
Der Roman spielt in der Gegenwart, mit einigen kleinen Rückblicken in die Vergangenheit der Urgroßmutter Marens.
Die Autorin schafft es von der ersten Seite an, eine Wohlfühlatmosphäre zu gestalten. Dieses Verhältnis zwischen Oma und Enkelin, Uroma und Urenkelin, aber auch Mutter und Tochter ist einzigartig und wunderschön.
Auch die Vorkommnisse auf Amrum und der Aufenthalt dort sind traumhaft beschrieben und machen Lust auf Urlaub auf einer Nordseeinsel.
Auch das touristische Wissen, das vermittelt wurde, wie die Steine mit dem Amrumlied oder die Beschreibungen zum Thema Seenotrettung fand ich interessant.
Mein Highlight war die Begeisterung Marens fürs Backen. Ihre Kreationen waren so nachvollziehbar beschrieben, dass mir das ein oder andere Mal das Wasser im Mund zusammengelaufen ist. Umso schöner fand ich, dass im Anhang auch die Rezepte verraten wurden.
Den Handlungsstrang um Mattes und Maren fand ich schön, da er vergleichsweise wie ein zartes Pflänzchen dargestellt wurde und nicht gleich übertrieben ausuferte.

Fazit: Ein wunderschönes Buch über Familie, Zusammenhalt und Vergangenheitsbewältigung sowie über die Liebe zum Backen. 
Eine absolute Empfehlung für all jene, die Gegenwartsromane und Familiengeschichten mögen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.03.2025

Ernste Thematik

Die Inselfamilie
0

Nachdem Anne sich entschieden hat, auf Amrum zu bleiben, überschlagen sich die Ereignisse. 
Edith hinterlässt Anne nach einem Telefongespräch mit einem mulmigen Gefühl und auch Emmas Probleme sind noch ...

Nachdem Anne sich entschieden hat, auf Amrum zu bleiben, überschlagen sich die Ereignisse. 
Edith hinterlässt Anne nach einem Telefongespräch mit einem mulmigen Gefühl und auch Emmas Probleme sind noch nicht gelöst. Auch weiß Anne immer noch nicht, wie sie mit Emma umgehen soll. Als dann auch noch eine junge Frau und ihr Kind vor der Tür stehen, überschlagen sich die Ereignisse.

„Die Inselfamilie“ ist Band 2 aus der „Amrum-Reihe“ von Jette Hansen, die bekannt für ihre Nordseeinselromane ist. 
Anne und Ben sind für mich das perfekte Paar. Auch die Kombination mit den weiteren Charakteren Edith und Emma passt wunderbar. Ich finde, der Autorin ist es gelungen, einen wunderbaren Zusammenhalt darzustellen und aufzuzeigen, dass eine Familie nicht nur aus den klassischen Teilen besteht, sondern auch Freunde zur Familie werden können.
Was mir dieses Mal besonders gefallen hat, dass die Geschichte nicht voraussehbar war, so wie manch andere der Autorin. Mit dem Verlauf des Romans hätte ich nun gar nicht gerechnet.
Am besten fand ich jedoch die Ernsthaftigkeit. Für mich hat die Autorin hier eine Art Botschaft gesendet, nämlich sich mit der eigenen Endlichkeit auseinanderzusetzen und zwar nicht in esoterischer Form sondern in den Dingen, die jeder Mensch für sich selber klären sollte, bspw. Testament oder Vorsorgevollmacht etc.
Weiterhin hat die Autorin m.E. auch die Probleme von Patchworkfamilien dargestellt und dass nicht immer alles eitel Sonnenschein im Leben ist.
Was mir so gar nicht gefallen hat, ist Annes beste Freundin Franziska. Die ist schon wirklich anstrengend und ich konnte Annes Haltung ihr gegenüber in Bezug auf Ben nicht ganz nachvollziehen.
Auch die Sache mit dem Pflegedienst ging ziemlich schnell und reibungslos. Das kann ich mir so nicht so ganz vorstellen. Ebenso war ich überrascht, dass Anne wirklich in jeder Situation wusste, wie sie reagieren muss.

Alles in allem ein hochemotionaler Roman, der zum Nachdenken anregt, in dem sich die Ereignisse jedoch auch wieder ein bisschen zu viel überschlagen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.03.2025

Abhängigkeiten

Die Brücke von London
0

London 1749: Juliana Hamley ist seit kurzem Witwe. Was sie nicht weiß, ihr Mann hat ihr eine Menge Schulden hinterlassen. Als sie das erfährt, ist der junge Alder, ein Waisenkind von der Straße an ihrer ...

London 1749: Juliana Hamley ist seit kurzem Witwe. Was sie nicht weiß, ihr Mann hat ihr eine Menge Schulden hinterlassen. Als sie das erfährt, ist der junge Alder, ein Waisenkind von der Straße an ihrer Seite, dem sie kurz zuvor das Leben gerettet hat. Alder hat eine Idee, wie Juliana geholfen werden kann. Doch damit sind einige Gefahren verbunden.

„London bridge is falling down“ - Dieses berühmte Kinderlied ist charakteristisch für dieses Buch und beschreibt diese Geschichte auch treffend.
„Die Brücke von London“ von Julius Arth ist ein historischer Roman über die berühmteste Brücke Londons, die es in dieser Form heute nicht mehr gibt. Gerade dieser Aspekt war für mich einer der spannendste Teile dieses Buches. Mir war nicht bewusst, dass es vor der heutigen Brücke bereits eine Brücke gab, auf der sogar Häuser standen und die quasi damit bewirtschaftet wurde. Die Beschreibung des Alltags auf dieser Brücke war absolut interessant.
Das Buch wird aus zwei Zeitebenen erzählt. Zum Einen gibt es den schon angesprochenen zeitlichen Rahmen im Jahr 1749 mit den Protagonisten Juliana Hamley, Oliver Morris und Alder. Zum Anderen spielt die Geschichte im Jahr 1202 zum Zeitpunkt des Brückenbaus. Hier ist die Protagonistin die weise Estrid, deren Bestimmung es ist, die heidnischen Bräuche umzusetzen.
Diese zwei Zeitabschnitte bringen die Spannung zustanden, denn nur in Kombination erklären sie die Grundidee dieses Buches, sodass der Spannungsbogen sogar bis zur letzten Seite erhalten wird. 
Das Buch handelt von Schuld, Sühne, Mord, Zusammenhalt in jedweder Form, aber auch einer unterschwelligen Liebe. Es beschreibt Abhängigkeiten in all ihren Farben. Gerade diese bringen die Protagonisten gut rüber. Julianas Abhängigkeit ist tief verwurzelt mit der Ruchlosigkeit. Wobei Olivers Abhängigkeiten eher im Bridge House liegen. Alder wiederum befindet sich in einer gewollten Abhängigkeit zu Juliana, aber vor allem zu seinen Freunden. Diese wiederum bringen Leichtigkeit und Freude in dieses Buch. Dabei war ich am Anfang skeptisch gegenüber dieser Kinderbande. Doch auch mit ihnen hat Julius Arth Abhängigkeiten aufgezeigt - die gesellschaftlichen.

Kurz und knapp: Dieses Buch ist spannend, wunderbar flüssig zu lesen und absolut abwechslungsreich. Eine absolute Empfehlung für alle, die historische Romane verschlingen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.02.2025

Familienverstrickungen

Das Inselhaus
0

Ein Schicksalsschlag zwingt Anne zu einem Aufenthalt auf Amrum. Hier ist sie mit der Insulanerin Emma Onken verabredet. Diese lässt sie durch Ben an der Fähre abholen und damit beginnt ein Wandel in Annes ...

Ein Schicksalsschlag zwingt Anne zu einem Aufenthalt auf Amrum. Hier ist sie mit der Insulanerin Emma Onken verabredet. Diese lässt sie durch Ben an der Fähre abholen und damit beginnt ein Wandel in Annes Leben, der es aber gleichzeitig auf den Kopf stellt.

„Das Inselhaus“ von Jette Hansen ist Band 1 ihrer Amrum-Reihe. Die Autorin ist auch schon durch andere Inselromane bekannt.
Liebe, Hoffnung und Zusammenhalt sind nur einige Dinge, die diesen Roman beschreiben. Es geht aber auch um die Suche nach den eigenen Wurzeln und eine Art Vergangenheitsbewältigung. Nicht nur Protagonistin Anne muss sich mit ihrer Vergangenheit beschäftigen, auch Emma Onken. Freundin Edith Blumenfeld wiederum ist der lehrende Charakter der Geschichte.
Ich habe bereits die ersten beiden Bände der Reihe „Stürmische Zeiten auf Föhr“ der Autorin lesen dürfen und hatte ein gespaltenes Verhältnis zu den Büchern. Aus diesem Grund war ich kritisch, was dieses Buch betrifft und fühlte mich am Anfang darin bestärkt. 
Am Anfang hatte ich Angst, dass Anne ein ähnlich verzwickter Charakter wie die Protagonistin der anderen Reihe ist. Aber auch wenn Anne ihre Ecken und Kanten und vor allem Probleme hat, ist sie doch sehr besonnen und vernünftig. Großen Einfluss auf die Handlung und die drei Frauen hat Ben, der in Annes Alter ist. Er ist für mich ein erdender Charakter, der die drei Frauen verbindet.
Was mich irritiert und auch etwas genervt hat, war die Tatsache, dass bis ungefähr zur Hälfte Emma und Edith prinzipiell mit ihrem vollen Namen beniemt werden, immer hieß es „Emma Onken“ und „Edith Blumenfeld“. Das führte nachher schon zu einem Augenrollen.
In gewissem Sinne ist die Geschichte vorhersehbar, was ich aber nicht schlimm finde. Viel mehr ist die Verbindung der drei Frauen der Kern der Geschichte und jede von ihnen hat eine gewisse Vorbildfunktion durch ihr Verhalten - bescheiden, empathisch und aufgeschlossen sind nur einige Adjektive, die die Frauen gut beschreiben.

Alles in allem: Eine schöne Geschichte auf einer wunderschönen Insel, die sich um den Sinn des Lebens, Liebe, Freundschaft und Familie dreht. Wer also mal mit einem Gegenwartsroman mit einem Hauch von Romantik abschalten möchte, ist hier richtig.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.02.2025

Annäherung

Inselhoffnung
0

Nachdem Sarah sich nun entschieden hat auf Föhr zu bleiben, ist sie hier mit Marten glücklich, versteht sich bestens mit Fee und Sven und wohnt bei Gretje in deren Friesenhaus. Doch eines Tages steht vor ...

Nachdem Sarah sich nun entschieden hat auf Föhr zu bleiben, ist sie hier mit Marten glücklich, versteht sich bestens mit Fee und Sven und wohnt bei Gretje in deren Friesenhaus. Doch eines Tages steht vor selbigem eine junge Frau, die Sarahs Leben gehörig durcheinander bringt.#

Der zweite Band der Reihe „Stürmische Zeiten auf Föhr“ von Jette Hansen heißt „Inselhoffnung“. Es schließt fast nahtlos an Band 1 an.
Ich hatte ja bereits mit Band 1 so meine Schwierigkeiten, habe aber dem zweiten Band noch eine Chance gegeben. Bis zur Hälfte hab ich immer wieder mit mir gerungen, das Buch abzubrechen. Das Lügenkonstrukt, was Sarah hier aufbaute, nervte einfach nur noch. Sie katapultierte sich wirklich von einer Lüge zur anderen und verstrickte sich dabei immer mehr. Irgendwann wurde das Ganze jedoch etwas realistischer, sodass ich ich dann doch entschied, nicht abzubrechen.
Was mir jedoch an diesem Buch gefiel, hier wird in Sachen Liebe nicht alles überstürzt, sondern Marten und Sarah nähern sich langsam.
Die Annäherung zwischen Sarah und Emily wiederum ging mir dann doch etwas zu schnell und zu gepresst. Emily hat Sarah regelrecht eingeengt bzw. überfallen, was auch sehr unrealistisch wirkte im Kontext ihrer Vorgeschichte zur Vorbereitung auf das Treffen mit Sarah.

Alles in allem muss ich sagen, es war zum Ende hin eine angenehme Geschichte, die aber bei mir leider nicht weiter hängen bleiben wird. Ich glaube, hier wäre noch mehr Potential gewesen, denn gerade die Inselcharaktere sind wirklich liebevoll gestaltet.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere