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Veröffentlicht am 08.10.2023

Zurück in Telynport

Herbsthimmel über der kleinen Ambulanz in Wales
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Holly ist als Gemeindeschwester in Telynport angekommen. Endlich hat sie einen Rückzugsort, an dem sie sich wohlfühlt, wird nicht mehr von den Schatten der Vergangenheit eingeholt und befindet sich unter ...

Holly ist als Gemeindeschwester in Telynport angekommen. Endlich hat sie einen Rückzugsort, an dem sie sich wohlfühlt, wird nicht mehr von den Schatten der Vergangenheit eingeholt und befindet sich unter Freunden. Doch Holly zieht das Chaos magisch an und so steht sie auch dieses Mal wieder vor der ein oder anderen Herausforderung, muss schlichten oder auch mal über ihren eigenen Schatten springen.

„Herbsthimmel über der kleinen Ambulanz in Wales“ ist der zweite Band der „Kleinen Ambulanz in Wales“-Reihe von Kate Rapp.
Der Autorin ist mit diesem Buch eine wunderbare Fortsetzung gelungen, die den walisisch-britischen Charme der Region, gepaart mit der chaotischen Art der Protagonistin, widerspiegelt.
Kate Rapp beschreibt Holly, die voll und ganz in ihrer Arbeit aufgeht, sich aber dennoch den Widrigkeiten dieser stellen muss. So ist sie nach wie vor auf ihren alten und behäbigen Ambulanzwagen angewiesen und versucht den unnahbaren Walisern näherzukommen. Gerade dieses Ambiente macht diesen Roman für mich so authentisch. Das liegt vor allem daran, dass mir immer wieder Tee und Schafe, als auch Gummistiefel begegnet sind, genauso, wie mir das Klischee darüber bekannt ist.
Hin und wieder waren es mir fast ein paar zu viel Charaktere innerhalb der Geschichte. So begegnen dem Leser neben Holly und ihren drei Freundinnen noch die Dorfbewohner in einer Vielzahl, einige Besucher, Dolly und ihre Familie etc.
In diesem Teil lernt der Leser jedoch auch noch eine andere Seite von Holly kennen, eine verletzliche Holly, die aber gleichzeitig eine Schutzmauer aufgebaut hat, die es in diesem Band zu durchbrechen gilt, aber die gleichzeitig zu einer Selbstreflexion führt. Auch finde ich es interessant, dass manchmal nebenbei wichtige Punkte gelehrt werden, die mit dem menschlichen Körper, aber auch mit der Natur zusammenhängen.

Alles in allem liest sich dieses Buch wunderbar flüssig und gestaltet eine tolle und nachvollziehbare Leseatmosphäre. Auch die Bilder, die Kate Rapp während der Geschichte zeichnet, sorgen dafür, dass vor den Augen der Leser eine traumhafte Landschaft und ein wunderbares Menschengefüge entsteht.
Eine Empfehlung für all jene, die Bücher inmitten Großbritanniens a la Jenny Colgan, Jane Linfoot oder Annie Darling lieben und die auch schon den ersten Band verschlungen haben.

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Veröffentlicht am 08.10.2023

Mut zum Traum

Sturmlichter
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Drei junge Frauen, Intelligenz, Selbstbewusstsein und schwierige Zeiten. Torie träumt davon Mechanikerin zu werden und möchte darüberhinaus noch an einiger Afrikaexpedition teilnehmen.
Clarissa träumt ...

Drei junge Frauen, Intelligenz, Selbstbewusstsein und schwierige Zeiten. Torie träumt davon Mechanikerin zu werden und möchte darüberhinaus noch an einiger Afrikaexpedition teilnehmen.
Clarissa träumt von einem Leben als unabhängige Künstlerin, ist aber für ihre Familie nur ein lästiges Anhängsel, das am besten gut verheiratet werden soll. Und dann ist da noch Mia, die junge Frau aus der untersten Gesellschaftsschicht, die gerne Ärztin werden will.
Alle drei Frauen werden Ende der 1910 Jahre bis Mitte der 1920er Jahre mit ihren Zielen belächelt, versuchen aber das Unmögliche.

„Sturmlichter“ von Patricia Theisen erzählt über schwere Kriegszeiten und die Zeiten des Aufbruchs in der 1920er Jahren.
Sie beschreibt dabei drei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber dennoch viel gemeinsam haben und durch besondere Beziehungen verbunden sind. Diese Unterschiedlichkeit der Frauen wird schon auf dem Cover aufgezeigt. Gleichzeitig spiegelt dieses die damalige Zeit wider.
Der Roman wird von einer kurzen Erzählung eingeleitet, die die Rahmenhandlung der Geschichte bildet und auf die auch hin und wieder im Buch einmal hingewiesen wird.
Das Buch ist in vier größere Zeitabschnitte unterteilt, die jeweils in mehrere Kapitel unterteilt sind. Die Kapitel sind zwischen 5 und ca. 15 Seiten lang, was mir ein angenehmes Lesegefühl vermittelte.
Das Buch handelt von den bereits beschriebenen jungen Frauen, jedoch nimmt Victoria Belrose, die von allen nur Torie genannt wird, den Hauptteil ein. Tories Geschichte ist zu Beginn sehr spannend und mitreißend beschrieben, sodass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte. Im Verlauf das Buches wird die Afrikamission jedoch sehr stark thematisiert. An sich sehr interessant, jedoch verliert die Autorin meiner Meinung nach dabei Torie etwas aus dem Auge. Dadurch wirkte es auf mich etwas langatmig. Ich finde aber die Beschreibung der Kolonialverhältnisse, der Logistik und der Probleme, die Torie auf der Reise begegnen, gut nachvollziehbar.
Die Geschichten von Clarissa und Mia sind auch eindrucksvoll beschrieben, jedoch kommen sie zu kurz. Ich würde mir wünschen, dass es einen Dreiteiler gibt, wobei in jedem Teil die Geschichte einer Protagonistin erzählt wird, denn so ist ein Ungleichgewicht vorhanden.
Auch kommen in den Erzählungen sehr viele bekannte, historische Personen vor, was manchmal schon etwas zu viel wirkt. Hierbei wäre weniger manchmal mehr.
Was mir jedoch besonders gefallen hat, war die objektive und gefühlvolle Darstellung der Charaktere der drei Frauen. Da ist die ehrgeizige, die gern aus dem Bauch agiert und mit dem Kopf durch die Wand möchte. Dann gibt es die kreative mit einer hohen emotionalen Intelligenz und die bescheiden-intelligente, die direkt ist, aber die sich dennoch dem Allgemeinwohl verpflichtet fühlt.

Trotz dieser kleinen Kanten kann ich dieses wunderbare Buch dennoch nur empfehlen. Wer gerne historische Romane und starke Frauen mag, für den ist dieser Roman ein absolutes Muss!!

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Veröffentlicht am 01.10.2023

Spannender Abschluss

Schloss Liebenberg. Hinter dem goldenen Schatten
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Der Druck auf den Fürsten zu Eulenburg wird immer größer und so werden auch die Familienmitglieder immer verwundbarer, auch emotional. Als die Fürstin in einem schwachen Moment Adelheid erzählt, warum ...

Der Druck auf den Fürsten zu Eulenburg wird immer größer und so werden auch die Familienmitglieder immer verwundbarer, auch emotional. Als die Fürstin in einem schwachen Moment Adelheid erzählt, warum sie ihrer Mutter nicht helfen konnte, beginnt Adelheid ihre Taten zu hinterfragen und ihr Lügenkonstrukt gerät stark ins Wanken, was nicht nur Einfluss auf ihr Leben hat.

„Schloss Liebenberg - Hinter dem goldenen Schatten“ ist der dritte Band der Schloss Liebenberg-Saga der Bestsellerautorin Hanna Caspian.
Ihr ist mit diesem dritten Band ein großartiger Abschluss gelungen.
Das Buchcover schließt an die vorherigen an und ist mit seinem Umschlag meines Erachtens sehr edel dargestellt.
Ich empfand dieses Buch mitunter als regelrechten Krimi. Hanna Caspian hat den Wandel der Meinung der Hauptfigur Adelheid von ihrer vermeintlichen Wahrheit zu einer anderen Wahrheit fesselnd und nachvollziehbar dargestellt und damit eine Wandlung geschaffen, mit der ich so nicht gerechnet habe. Es zog sich ein toller Spannungsbogen durch das Buch, der auch anhand der Nebenfiguren, wie Constanze Maiwald und Hedda Pietsch auch gesellschaftlich und politisch gut nachvollziehbar dargestellt war.
Auch hat Hanna Caspian in dieser Buchreihe, aber auch speziell in diesem letzten Band nochmals die Abhängigkeit der Dienstboten von ihren Herrschaften zum Ausdruck gebracht. Jedoch hat sie anhand schon erwähnten Figuren, Constanze und Hedda, schon einen gewissen Hauch von gesellschaftlichen Veränderungen eingebracht.
Auch Viktor Novaks Erkenntnisse in diesem Roman fand ich wirklich gut, authentisch und spannend erzählt.
Dieses Buch hat wirklich Spaß gemacht, zumal es nicht nur um das Leben der Dienstboten ging, sondern auch um Fakten, die gerade die Gespräche zwischen Constanze und Hugo Malzahn in die Epoche der Jahre bis 1909 historisch einordneten.

Mein Fazit: Eine tolle und lesenswerte Reihe eines historischen Romans um eine Affäre, die mir bis dato nicht bekannt war, die aber großen Einfluss auf die deutsche Geschichte hatte.
Eine Leseempfehlung für alle geschichtlich interessierten und alle Hanna Caspian-Fans.

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Veröffentlicht am 25.09.2023

Beeindruckender Wechsel ins Krimigenre

Wer das Vergessen stört
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Lilian Brown arbeitet als Psychotherapeutin in Canterbury, nachdem sie sich entschieden hat, ihren Job als Polizeipsychologin an den Nagel zu hängen. Hier versucht sie, in einer Gemeinschaftspraxis, Menschen ...

Lilian Brown arbeitet als Psychotherapeutin in Canterbury, nachdem sie sich entschieden hat, ihren Job als Polizeipsychologin an den Nagel zu hängen. Hier versucht sie, in einer Gemeinschaftspraxis, Menschen zu helfen.
Dabei findet Vera Osmond den Weg zu ihr, die Lilys Hilfe benötigt, um ihren erfolgreichen Job in der Medienbranche zu behalten. Der Beginn der Therapie ist der Beginn einer tödlichen Geschichte.

„Wer das Vergessen stört - Die Canterbury Fälle“ von Tessa Duncan ist der erste Krimi der Autorin Marita Spang, die vielen unter ihrem weiteren Synonym Marie Lacrosse bekannt ist.
Schon das Coverbild spiegelt die Spannung, die in diesem Roman zu finden ist, eindrucksvoll wider.
Ich bin ein großer Fan der historischen Romane der Autorin und war daher skeptisch, ob ihr der Wechsel in das Krimigenre gelingen wird. Doch die Autorin ist auch in diesem Roman ihrem fesselnden Schreibstil treu geblieben und ich wurde keineswegs enttäuscht!
Die Kapitel sind kurz und knapp gehalten und beginnen immer mit dem Datum und dem Ort der Handlung, was toll für die Vorstellungskraft des Lesers ist. Es wirkt ähnlich wie im Krimifilm, wenn diese Daten im Schreibmaschinenstil über den Bildschirm flackern, jedenfalls empfand ich dies so.
Es gibt im Roman zwei Erzählperspektiven. Die erste ist in erzählender Form und oftmals erzählt Vera Osmond aus der Ich-Perspektive, was ihr Gedanken und Gefühle sehr viel nachvollziehbarer macht.
Weiterhin gibt es einen anderen Handlungsstrang, den der Sammy Harris. Die Thematik der häuslichen Gewalt wird vermutlich bis heute immer noch unterschätzt oder ausgeblendet. Das Ansprechend dieser finde ich daher sehr wichtig.
Beide Handlungsstränge behandeln wichtige traumatische Ereignisse und erzählen auf dramatische, aber spannende Weise wozu Menschen fähig sind und was dies mit ihrem Umfeld macht.
Die psychologischen Fakten, Behandlung, Exit-Strategien, Gesprächstherapien u.v.m. werden gut erklärt und sind bestens recherchiert. Sie sind für die Geschichte, die auch auf einem realen Fall basiert, das Sahnehäubchen und geben dem Spannungsbogen den gewissen Kick!

Fazit: Tessa Duncan ist ihr Krimidebüt mit diesem wunderbaren Buch exzellent gelungen und eine absolute Empfehlung für all jene, die gerne Krimis lesen, sich aber auch für Psychologie interessieren.

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Veröffentlicht am 23.09.2023

Herzlicher und erfrischender Roman

Das romantische Château in Frankreich – Aufregende Zeiten in Courléon
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Élodie ist gefangen inmitten von Aktenbergen rund um das Chateau in Courléon, in der Hoffnung es mit ihrem Freund Nicolas renovieren zu können.
Während dieser ganzen Bemühungen scheinen sich Nicolas und ...

Élodie ist gefangen inmitten von Aktenbergen rund um das Chateau in Courléon, in der Hoffnung es mit ihrem Freund Nicolas renovieren zu können.
Während dieser ganzen Bemühungen scheinen sich Nicolas und Élodie aus den Augen zu verlieren. Das Ganze findet seinen Höhepunkt als sich eine neue Hoffnung zur Rettung des Chateaus auftut und Élodie in Vorbereitungen verstrickt ist. Dabei lernt sie den rastlosen Arzt Mathieu kennen, dem sie nicht nur das Landleben näher bringt.

„Das romantische Chateau in Frankreich - Aufregende Zeiten in Courléon ist der zweite Band der Reihe um das Chateau.
Hatte ich im ersten Band noch Schwierigkeiten mit Élodies etwas chaotischer Art, mit der sie auch immer gerne ein Fettnäpfchen mitnahm, so erschien sie mir in diesem Buch erwachsener, umsichtiger, aber dennoch quirlig im positiven Sinne. Ihre Beziehung zu Nicolas fand ich gut beschrieben, weil Claire Bonnett damit auch Alltagsprobleme einer jeden Beziehung darstellt. Damit und mit dem Kampf um das Überleben das Chateaus hat sie einen guten Realitätsbezug dargestellt. Mir persönlich hat auch der Handlungsstrang um den neuen Arzt Mathieu toll gefallen, denn auch seine Geschichte gehört zu einer interessanten Thematik, die in der Gesellschaft auch gerne einmal vergessen wird. Gleiches gilt für Solenes Hintergrund. Auch hier wurde ein wunderbarer Realitätsbezug aufgezeigt.
Da ich bereits neben dieser Reihe schon ein anderes Buch von Claire Bonnett gelesen habe, fand ich die Verknüpfung zu einer Hauptfigur aus einem vergangenen Roman wunderbar.

Kurz um: Die Autorin hat einen wunderbaren zweiten Band geschaffen, der eine erwachsenere und umsichtigere Élodie zeigt, die mit den Problemen des Alltags zu kämpfen hat, aber dennoch ein ganzes Dorf hinter sich hat. Dieser Band macht auf jeden Fall Lust auf den ausstehenden dritten Teil!

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