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Veröffentlicht am 14.04.2019

Theatralischer als ein Theaterfestival!

Das Verschwinden der Stephanie Mailer
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… ja, da wurden 1994 während des ersten Theaterfestivals von Orphea mehrere Menschen umgebracht und ja, da verschwindet eine Journalistin, die meint, dass damals der falsche Täter überführt worden war, ...

… ja, da wurden 1994 während des ersten Theaterfestivals von Orphea mehrere Menschen umgebracht und ja, da verschwindet eine Journalistin, die meint, dass damals der falsche Täter überführt worden war, kurz bevor das Theaterfestival sein 20. Jubiläum feiert – aber Theaterfestival damals, Theaterfestival heute: Darum muss doch nicht einfach jeder und alles in und um den Ort herum derart theatralisch sein, wie es in diesem Roman letztlich ist?!

Ich hatte mich so sehr auf diesen neuen Roman von Joël Dicker gefreut, zumal der Romananfang, der mir zunächst als Leseprobe vorgelegen hatte, wiederum für mich erfreulich im „französischen Stil“ erzählt war, dem in meinen Augen immer etwas so absolut Bezauberndes anhaftet. Doch jener Zauber verflog nach nur wenigen Kapiteln bereits: Plötzlich wurde in „Das Verschwinden der Stephanie Mailer“ sehr viel mehr geredet als dass eine Geschichte erzählt wurde. Sollte dieses Buch je verfilmt werden, hat der mit der Adaption betraute Drehbuchautor einen sehr leichten Job zu erledigen.
Es gab immer wieder Zeitenwechsel; ständig wurde vor Allem eben auf 1994 zurückgeblickt, ehe man doch wieder ins gegenwärtige 2014 schaltete. Auch die Perspektive wechselte ständig und das heißt, dass so manches Mal nach drei Absätzen eine andere Figur von einem anderen Ort aus sprach und tja, manchmal fungierten die Buchfiguren selbst als Erzähler und manchmal gab es wiederum einen neutralen Erzähler. Persönlich hatte ich zwar keinerlei Schwierigkeiten, in diesem Konglomerat die Übersicht zu behalten; somit blieben einem sämtliche Figuren allerdings aber eher unvertraut und die, welche man (besser) zu kennen glaubte, warteten später oftmals auch noch mit seltsamen Anekdoten und Lebensgeschichten auf. Hier schien es keinen ganz gewöhnlichen Durchschnittsmensch zu geben; ich will nicht zu viel vorwegnehmen und keinesfalls spoilern, darum nur so viel: Wer nicht aus sonsteinem Grund traumatisiert war, hatte offensichtlich einfach nur so einen Schuss weg – mir war schließlich relativ egal, was hinter den damaligen Morden steckte und was genau Stephanie Mailer widerfahren war; zum Schluss hin habe ich eher die Personen abgezählt, aus deren Leben bislang noch kein schmutziges Geheimnis an die Öffentlichkeit gelangt war. Für mich war da die Frage viel weniger: „Wer zeichnet für die Morde verantwortlich?“ als vielmehr: „Wer hat noch mehr Leichen im Keller, wieviele und was für welche?“

Mir war die Geschichte schließlich sehr an den damaligen Morden und Stephanie Mailers Verschwinden vorbeigeschrieben, dass es mich nicht verwundert haben würde, wäre am Ende alles offengeblieben, obschon es irgendwann auf eine absolut genretypische Auflösung zuzusteuern schien (und jene zum Schluss auch erreichte; die Identität des Täters wusste also nichtmals ansatzweise zu überraschen). Dabei wurde letztlich einmal mehr die „Genialität“ der Ermittelnden hervorgehoben, obschon sie meiner Meinung nach eher auf gut Glück im Dunkeln herumgestochert und lediglich Zufallstreffer gelandet hatten.

Persönlich sehe ich es vor Allem problematisch an, dass „Das Verschwinden der Stephanie Mailer“ sich sowohl in der Kurzbeschreibung als auch im Buchanfang noch viel zu sehr als der Krimi aufdrängt, welcher der Roman aber gar nicht ist: Vielmehr ist dies ein reichlich überzogenes, in den idyllischen Hamptons spielendes, Sozialdrama, das in meinen Augen aber auch als solches noch krass überzogen ist und grade darum teils bloß wie eine Persiflage auf typische Plots wirkt. Ich war da teils sehr verwirrt, ob ich Dicker nun noch als Autor ernsthafter Literatur oder doch bereits als Satiriker ansehen sollte. Während des letzten Buchdrittels habe ich wenn auch eher unbewusst sicherlich begonnen, „Das Verschwinden der Stephanie Mailer“ eben eher als Satire anzusehen und fand den Roman derart betrachtet zwar okay, aber ich hatte im Vorfeld eben definitiv etwas Anderes als eine überspannte Satire, prallgefüllt mit ebenso überzogenen Figuren, erwartet…

Wie gesagt: Als reichlich persiflierendes Sozialdrama geht das ganze Geschehen rund ums „Verschwinden der Stephanie Mailer“ für mich schon in Ordnung; ich werde sicherlich auch jedes weitere Buch Dickers gespannt erwarten, aber „Das Verschwinden der Stephanie Mailer“ war für mich nun zwar kein totaler Griff ins Klo, blieb in meinen Augen jedoch weit hinter den bisherigen Romanen Joël Dickers zurück. Sehr weit. Eine echte Empfehlung würde ich hierfür nicht guten Gewissens abgeben können; andererseits würde ich mich nicht gut dabei fühlen, konsequent von dieser Lektüre abzuraten. Man sollte meiner Meinung nach allerdings im Vorfeld besser ganz klar auf starke Übertreibungen und absolut erfüllte Klischees eingestellt sein!


[Ein Rezensionsexemplar war mir, via Vorablesen, unentgeltlich zur Verfügung gestellt worden.]

Veröffentlicht am 14.04.2019

(Nicht) Zu cool für diesen Fall?!

Running Girl
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Garvie ist 16 Jahre alt, wahnsinnig intelligent und nicht weniger faul, er gibt sich stets lässig und abgebrüht und sieht jegliches Verbot, etwas zu tun, wohl eher als Aufforderung, genau das zu tun: in ...

Garvie ist 16 Jahre alt, wahnsinnig intelligent und nicht weniger faul, er gibt sich stets lässig und abgebrüht und sieht jegliches Verbot, etwas zu tun, wohl eher als Aufforderung, genau das zu tun: in „Running Girl“ trifft er nun nahezu ständig auf den alsbald sehr von ihm genervten Polizisten Singh, den er ständig auf’s Neue reizt – während Singh eher Polizeidienst nach Vorschrift verrichtet, unterhält sich Garvie eher mal so ganz nebenbei ein wenig mit den Menschen aus Chloes und seinem Umfeld, und scheint Singh dabei immer einen Schritt voraus zu sein: Die Kurzbeschreibung und eine eingangs gelesene Leseprobe hatten mich einen eindeutigeren Detektivroman, mehr Whodunnit, erwarten lassen; ich habe Garvie allerdings eher als etwas distanzloseren und absolut neugierigen Charakter empfunden, der sich eben weniger bei einer „Detektivehre“ gepackt sah als von reiner Neugier erfüllt war, und womöglich der Polizei ganz schadenfroh zudem eine lange Nase ziehen wollte.
Als Jugendkrimi fand ich diesen Roman nun recht gelungen, sehe ihn aber eher als Einstieg in das weite Feld der Spannungsliteratur, wenn auch nicht als Allzeitklassiker: „Running Girl“ ist nun ein eigenständig lesbarer Reihenauftakt und ich mit meinen Mitte 30 kann mir zwar gut vorstellen, den nächsten Band demnächst auch noch irgendwann einmal zu lesen, aber für mich steht jener Titel nun nicht ganz weit oben auf meiner Leseliste. Den stufe ich im Voraus schonmal unter „lässig weglesen: besser als langweilen“ ein.

Was ich schade fand, ist, dass man doch keinen echten Einblick in Garvie und auch keine der anderen Figuren enthält; ich empfand den Roman da doch als sehr oberflächlich; irgendwie bleib mir alles zu sehr „außen und draußen“; ich war letztlich selbst auch mehr neugierig als gespannt auf die Auflösung; zudem wird sogar Chloe ausnahmslos derart beschrieben, dass mich als Leser ihr Tod eher überhaupt nicht berührt hat. Auch da hatte ich aufgrund der Betonung, dass sich beim Opfer um eine Ex-Freundin Garvies handelte, klar mehr Emotion erwartet. Insgesamt hätte ich mir die Figuren einfach deutlich intensiver beschrieben vorgestellt.

Im Großen und Ganzen, von diesen paar wenigen Abstrichen abgesehen, habe ich „Running Girl“ aber eben doch sehr gerne gelesen, wie gesagt: in meinen Augen ein durchaus gelungener Jugendkrimi, der spezifisch eine Leserschaft ab 14 ansprechen könnte. Oder nee, auch schon ab 12. So mit 12, 13 würde ich Garvie wahrscheinlich als den Inbegriff der Coolness empfunden haben. ;)


[Ein Rezensionsexemplar war mir, via Vorablesen, unentgeltlich zur Verfügung gestellt worden.]

Veröffentlicht am 17.03.2019

Sprühende Lebens- und Lesefreude!

Ein Tropfen vom Glück
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„Ein Tropfen vom Glück“ strahlt derart viel französische Lebensfreude aus, dass ich wiederholt dachte, man müsse dieses Buch doch eigentlich in seiner Originalsprache lesen; tatsächlich steht es auf meiner ...

„Ein Tropfen vom Glück“ strahlt derart viel französische Lebensfreude aus, dass ich wiederholt dachte, man müsse dieses Buch doch eigentlich in seiner Originalsprache lesen; tatsächlich steht es auf meiner „Bücher, die ich gerne auf Französisch lesen möchte“-Liste nun ganz weit oben: Kaum habe ich den Roman ausgelesen, würde ich ihn gerne gleich nochmals rereaden. Und zwar eben auf Französisch, und das, obschon mein Französisch extrem eingerostet und zuvor erwähnte Liste ein Vorsatz ist, den ich schon seit drei, vier Jahren lediglich konsequent vor mich herschiebe.

Plötzlich ins Jahr 1954 zurückversetzt worden zu sein… das könnte eine Geschichte voller Schrecken und Ängste sein; fällt man auf, bleibt man da, verändert man den Lauf der Geschichte, wie alleine ist man, wie sehr vermisst man sein eigenes „Heute“…? In „Ein Tropfen vom Glück“ sind solche Szenarien, selbst wenn sie sich nur im Kopf abspielen, völlig belanglos; hier stürzen sich die Buchfiguren voller Interesse und frei von Schreckgespenstern in das Paris der 50er, saugen all die Eindrücke auf, die ihnen eine frühere Realität bietet, schauen sich um, vergleichen, freuen sich an Gleichgebliebenem… „Ein Tropfen vom Glück“ ist einfach eine Erzählung voller Lebenslust, die zeigt, dass manchmal nur ein Tropfen Glück bereits einen ganzen Schwall Glück bedeuten kann.
Hier wird einfach eine wunderschöne Geschichte wiedergegeben und ich hatte nicht einfach Spaß beim Lesen, sondern empfand währenddessen eine wirklich tiefe Freude; definitiv ein sehr empfehlenswertes Buch!

[Ein Rezensionsexemplar war mir, via Vorablesen, unentgeltlich zur Verfügung gestellt worden.]

Veröffentlicht am 17.03.2019

Lockere Jugendlektüre

Grüne Gurken
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Ein wenig überraschte mich die Offenbarung, dass Lotte, die aus ihrer Perspektive erzählende Hauptfigur aus „Grüne Gurken“ erst 14 Jahre alt, oder eher jung, war, denn bis dahin hatte ich mir eine 16-17jährige ...

Ein wenig überraschte mich die Offenbarung, dass Lotte, die aus ihrer Perspektive erzählende Hauptfigur aus „Grüne Gurken“ erst 14 Jahre alt, oder eher jung, war, denn bis dahin hatte ich mir eine 16-17jährige Lotte vorgestellt und in meinem Kopf blieb Lotte bis zuletzt auch ein, zwei Jahre älter als ihre vorgeblichen 14 Jahre. Für die kam sie mir nämlich doch ein wenig zu differenziert und abgeklärt vor, erst recht, da immer wieder betont wurde, dass nicht nur ihre Eltern, sondern auch die Meisten ihrer Verwandten insgesamt, hochbegabt seien, während Lotte nur „ganz normal intelligent“ wäre. Dem widersprach auch bereits ein wenig, dass Lotte, wohl wiederholt, zum Intelligenztest antreten sollte, von dem ihre Eltern offensichtlich glaubten, Lotte könne den ebenfalls wuppen – da war Lotte in meinen Augen insgesamt zwar ein ziemlicher Tollpatsch, der definitiv ziemlich klug war, aber auf diesen spezifischen Hochbegabtenkram einfach keinen Bock hatte.
Generell schien mir Lotte eher zwar eher wenig Lust zu haben, aber doch deutliches Interesse am Leben um sie herum: „Grüne Gurken“ beschreibt eigentlich nicht viel mehr als eine Momentaufnahme aus Lottes Leben, die in den Ferien stattfindet, als sie just mit ihren Eltern nach Berlin verzogen ist: Lotte hat also noch gar keine Ahnung von ihrem (künftigen) Berliner Leben, kennt die neue Schule noch nicht und hat dementsprechend dort noch keine neuen Kontakte knüpfen können. Eigentlich erzählt „Grüne Gurken“ mehr von Lottes grundsätzlichem Ankommen in Berlin, wie sie dort eine stabile Basis für sich kreiert, wobei jener kleine Mikrokosmos aus der elterlichen Wohnung und insbesondere dem Kiosk gegenüber, in dem sie zunächst unabsichtlich und völlig unerwartet als „Vertretung“ gelandet ist, um sich dann kurzentschlossen ins Verkaufsteam aufnehmen zu lassen und sich prompt in einen regelmäßigen Kunden zu verknallen…

Ich könnte gar nicht sagen, worum „Grüne Gurken“ sich tatsächlich dreht, außer eben um ein Mädchen, das anfängt, sich in einer neuen Umgebung einzuleben; einen echten roten Faden habe ich nicht entdeckt, da war „Grüne Gurken“ für mich eher wie ein Tagebuch, aber eben ein sehr unterhaltsames Tagebuch. Ich habe „Grüne Gurken“ sehr gerne und am Stück ausgelesen; Lotte fand ich sehr erfrischend und angenehm spritzig und die Geschichte war immer wieder mit Tortendiagrammen gespickt, die sich in gewissem, teils aber auch nur echt geringem, Maße auf den Inhalt bezogen und jene Darstellungen fand ich sehr ehrlich, sehr zu Lotte passend, und das waren für mich einfach vielfach widergespiegelte Gefühle, die sie so wohl auch mal von den meisten Jugendlichen empfunden werden/wurden.

Als Jugendbuch fand ich’s klasse; zu ihrem 12. oder 13. Geburtstag werde ich mein Exemplar bestimmt auch an meine Nichte weiterreichen. Wie gesagt: Eine besondere Tiefe habe ich hier nicht entdecken können; für mich war es eher eine leichte Lektüre, die zu lesen halt einfach Spaß machte.


[Ein Rezensionsexemplar war mir, via Vorablesen, unentgeltlich zur Verfügung gestellt worden.]

Veröffentlicht am 04.02.2019

Kein wirklich erstaunliches Ding!

Ein wirklich erstaunliches Ding
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„Ein wirklich erstaunliches Ding“ ist letztlich doch gar kein so erstaunliches Ding; insgesamt tue ich mich sogar ziemlich schwer mit der Bewertung dieses Dings, ähm, dieses Buchs: Ich fand’s nicht schlecht, ...

„Ein wirklich erstaunliches Ding“ ist letztlich doch gar kein so erstaunliches Ding; insgesamt tue ich mich sogar ziemlich schwer mit der Bewertung dieses Dings, ähm, dieses Buchs: Ich fand’s nicht schlecht, aber ich fand’s auch nicht gut. Es ist absolut okay, dass ich diesen Roman nun von der ersten bis zur letzten Seite kennengelernt habe, aber ich würde ihn nicht weiterverschenken wollen. Zum Einen wüsste ich nicht, wer aus meinem Umfeld sich an dieser Lektüre erfreuen könnte und zum Anderen wüsste ich auch gar nicht so recht, wer hier überhaupt die Zielgruppe sein könnte oder sollte. Nerdige Menschen Anfang bis Mitte Zwanzig, mit einem leichten, aber doch nicht zu ausgeprägtem Hang zu SciFi?! Ich weiß es nicht – was mir nach der Lektüre nun klar ist: Ich fand die Geschichte nun mittelprächtig, den Erzählstil auch völlig durchschnittlich… und alles in Allem ergibt sich für mich daraus eine Drei-Sterne-Wertung. Wenn auch nur knappe drei Sterne, denn ich werde den Inhalt sicher bereits bald weithin vergessen haben und würde eigentlich eher zu zwei bis zweieinhalb Sternen tendieren, aber runde großzügig auf, da sich die Geschichte noch leidlich flüssig lesen ließ. Nicht so, dass ich den Roman am Stück hätte lesen wollen; tatsächlich habe ich hier lediglich kapitelweise gelesen und mir allenfalls mal drei Kapitel hintereinander zu Gemüte geführt - abgesehen davon, dass ich neben dieser Lektüre nun noch vier andere Bücher, jene aber aufeinanderfolgend, gelesen habe -, denn die Geschichte hat mich absolut nicht derart brennend interessiert, dass ich mich ausschließlich auf sie hätte konzentrieren wollen. Aber ich habe „Ein wirklich erstaunliches Ding“ auch nicht einfach so abbrechen mögen; ein wenig neugierig, wohin sich die ganze story bewegt, war ich dann also doch.

Dabei fand ich das ganze Carl-Mysterium letztlich eher banal bis anstrengend; interessant fand ich lediglich die Rolle der „Influencerin“, in der sich April so völlig unvermittelt wiederfand, und ihre Art, mit dem plötzlichen Ruhm umzugehen; für mich trafen mit dem April-Strang und dem Carl-Plot da ein wenig auch zwei Inhalte zusammen, die mir nicht so recht zusammenpassend zu sein schienen. Nun gut, man mag argumentieren, dass April in diese ganze Chose ja auch eher zufällig hineingeraten ist und prinzipiell auch gar keine Befähigung zur Carl-Expertin hatte, zu der sie dann hochstilisiert wurde, dass dieser krasse Kontrast eben das widerspiegeln sollte, aber: Würde ich es so zu sehen versuchen, ist mir das Alles immer noch zu wenig authentisch und viel zu unfassbar gewesen. Für mich persönlich passte das einfach nicht. Ich hätte April lieber in einer simpel gestrickten „Plötzlich berühmt“-Geschichte gelesen, ebenso wie ich über Carl lieber in einem Roman, der sich ausschließlich auf das Rätsel bezüglich seines Hintergrunds konzentriert hätte, gelesen haben würden. Beides zusammen war mir nun halt zu sehr Mischmasch, in dem mir auch jegliche Versuche einer Sozialkritik (und April beäugt den Umgang der Öffentlichkeit mit ihr schließlich durchaus kritisch, und reflektiert auch ihre eigenen öffentlichen Auftritte), die in und an sich absolut schlüssig war, leider völlig unterzugehen schienen.

Was mir an diesem Roman absolut gar nicht gefallen hat, war das absolut unrunde Ende; das schien mir schon fast ein Bettelbrief an die ohnehin stets direkt angesprochenen Leser zu sein, doch bitte um eine Fortsetzung der Geschichte zu ersuchen, aber sorry, so unzufrieden ich mit dem Romanschluss auch sein mag, so uninteressiert bin ich ebenfalls daran, wie es hier von da an weitergehen könnte.


[Ein Rezensionsexemplar war mir, via vorablesen.de, unentgeltlich zur Verfügung gestellt worden.]