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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.03.2026

Eine leise, atmosphärische und tief berührende Geschichte!

Das Salz in der Luft
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Darum geht es:
Die fast hundertjährige Inge reist mit ihrer Urenkelin Swantje nach New York. Die Stadt hat sich verändert, und doch ist sie untrennbar mit Inges Vergangenheit verbunden. Hier hat sie geliebt, ...

Darum geht es:
Die fast hundertjährige Inge reist mit ihrer Urenkelin Swantje nach New York. Die Stadt hat sich verändert, und doch ist sie untrennbar mit Inges Vergangenheit verbunden. Hier hat sie geliebt, gelebt und Verluste erlitten. Ende der siebziger Jahre nimmt ihr Leben noch einmal eine unerwartete Wendung und führt sie bis nach Sizilien. Dort beginnt sie, ihr Leben mit neuen Augen zu sehen und zu begreifen, was es heißt, loszulassen. Dennoch bleibt ihre Sehnsucht nach den prägenden Orten ihres Lebens bestehen: Föhr und Manhattan. Zwei Welten, die gleichermaßen zu ihr gehören und zwischen denen ihr Herz keinen klaren Unterschied machen kann.

Mein Leseeindruck:
Der zweite Teil der Dilogie um Inge Martensen hat mich sehr berührt und beeindruckt. Erzählt wird eine bewegende Familiengeschichte über vier Generationen, die sich zwischen Föhr, Manhattan und Sizilien entfaltet und dabei von Erinnerung, Verlust und innerer Stärke geprägt ist.
Janne Mommsen setzt 1978 an und schildert ruhig und einfühlsam, wie Inge nach dem Tod ihres Mannes Hauke ihren eigenen Weg weitergeht. Der Roman verzichtet bewusst auf große dramatische Zuspitzungen. Gerade diese leise Erzählweise verleiht der Geschichte eine besondere Tiefe und Glaubwürdigkeit.
Besonders schön ist die Sprache. Der Föhrer Dialekt ist lebendig und liebevoll eingefangen und gibt dem Roman eine warme, authentische Atmosphäre. Die Schauplätze werden so anschaulich beschrieben, dass sie beim Lesen fast greifbar werden. Föhr, Manhattan und Sizilien fühlen sich jeweils ganz eigen und stimmig an. Am Ende hat mich die Geschichte sehr bewegt. Ich musste sogar ein kleines Tränchen verdrücken. Inge Martensen ist eine beeindruckende Frau, deren Lebensweg lange nachklingt. Janne Mommsen gelingt es, daraus eine ruhige, berührende und zugleich kraftvolle Erzählung zu machen.

Fazit:
4,5/5 ⭐️Eine leise, atmosphärische und tief berührende Geschichte, die noch lange im Herzen bleibt.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Hallt noch lange im Herzen nach!

Pina fällt aus
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Darum geht es:
Im Mittelpunkt steht eine Situation, in der gewohnte Abläufe plötzlich unterbrochen werden. Pina, die ihren Sohn Leo allein versorgt, bricht unerwartet zusammen und wird auf die Intensivstation ...

Darum geht es:
Im Mittelpunkt steht eine Situation, in der gewohnte Abläufe plötzlich unterbrochen werden. Pina, die ihren Sohn Leo allein versorgt, bricht unerwartet zusammen und wird auf die Intensivstation gebracht. Dadurch entsteht eine Lücke, die unmittelbar spürbar ist.

Der 20-jährige Leo lebt in festen Mustern und orientiert sich an wiederkehrenden Abläufen. Diese Struktur prägt seinen Alltag und bestimmt, wie er sich in seiner Umgebung bewegt. Für die Menschen, seinen Nachbarn bleibt sein Verhalten zunächst schwer einzuordnen, da es nicht ihren eigenen Gewohnheiten entspricht.

Durch Pinas Ausfall verändert sich die Situation für alle Beteiligten. Die Nachbarn sehen sich mit einer Aufgabe konfrontiert, die zuvor klar geregelt war. Der bisherige Abstand wird dadurch infrage gestellt und es entstehen neue Berührungspunkte im gemeinsamen Alltag.

Mein Leseeindruck:
Letztes Jahr gehörte „Ava liebt noch“ zu meinen absoluten Jahreshighlights und auch mit #pinafälltaus muss sich Vera Zischke überhaupt nicht verstecken. Ganz im Gegenteil: Dieser Roman ist eine Wucht.

Die Autorin kann einfach schreiben. Ihre Worte sind wie ein leiser Sturm, sanft und doch voller Kraft, und sie hinterlassen etwas, das lange nachhallt. Sie schreibt nicht einfach, sie fühlt, und genau das spürt man in jeder einzelnen Zeile. Zwischen ihren Sätzen entsteht eine Nähe, die fast greifbar ist. Man liest nicht nur, man erlebt. Es ist, als würde sie mit ihren Worten eine eigene Welt erschaffen, in der man sich vollkommen verliert.

Beim Lesen habe ich mir tatsächlich gewünscht, ich wäre selbst Teil dieser besonderen Hausgemeinschaft, am liebsten wäre ich der vierte Vogel für Leo gewesen. Die etwas skurrilen Bewohner der Hansastraße 22 sind mir beim Lesen sehr ans Herz gewachsen, und ich bin mir sicher, dass ich sie so schnell nicht vergessen werde. Mehr als einmal ist mir beim Lesen das Herz schwer geworden.

Der Roman greift dabei tiefgründige Themen auf: Gemeinschaft, Zusammenhalt, Verantwortung, Nächstenliebe, Behinderung und Inklusion. All das wird auf eine Weise erzählt, die berührt und lange nachklingt.

Fazit:
5/5 ⭐️ Ein Roman, der leise beginnt, tief berührt und noch lange im Herzen nachhallt.

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Solider Thriller mit starkem Plot

Der Trailer
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m Mittelpunkt steht ein Fall, der fünfzehn Jahre zurückliegt. Eine Studentin verschwindet in den Ardennen spurlos, zuletzt gesehen auf einem abgelegenen Campingplatz. Bis heute gibt es keine Antworten. ...

m Mittelpunkt steht ein Fall, der fünfzehn Jahre zurückliegt. Eine Studentin verschwindet in den Ardennen spurlos, zuletzt gesehen auf einem abgelegenen Campingplatz. Bis heute gibt es keine Antworten. Als ein True Crime Podcast den Fall wieder aufgreift, geraten die Ereignisse erneut ins Rollen und es bleibt nicht bei der Vergangenheit.

Der Autor arbeitet mit kurzen Kapiteln und erzählt aus verschiedenen Perspektiven, vor allem aus Sicht der Kommissarin Frieda Stahnke, die die Vermisste kannte, und von Wout, der damals vor Ort war und lange geschwiegen hat. Durch die ständigen Wechsel der Perspektiven und Schauplätze bleibt die Spannung durchgehend hoch.

Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen. Vergangenheit und Gegenwart greifen gut ineinander und die zentrale Frage begleitet einen die ganze Zeit: Was ist damals wirklich passiert? Ich habe viel mitgerätselt, hatte aber bis zum Schluss keine richtige Idee und wurde vom Ende komplett überrascht.

Besonders gefallen hat mir die düstere Atmosphäre, die sich durch das gesamte Buch zieht. Die Figuren sind gut gewählt. Mit Wout bin ich anfangs nicht ganz warm geworden, aber im Verlauf der Geschichte hat sich das deutlich geändert.

Für mich ein guter, solider Thriller mit starkem Plot, den ich sehr gerne gelesen habe. Der zweite Teil liegt bereits bereit und wartet darauf, gelesen zu werden.

PS: Lest unbedingt das Nachwort von Linus Geschke. Ich finde es sehr gelungen, dass der Autor hier eine wichtige Thematik aufgreift und in die Geschichte einfließen lässt.

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Schwer zugänglich!

Lügen im Paradies
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Darum geht es:
Colombe verbringt die Ferien ihrer Kindheit in den Schweizer Bergen, fern von ihrem eigentlichen Zuhause. Dort wächst sie zeitweise in der Obhut eines Ehepaars auf, das sich um eine Gruppe ...

Darum geht es:
Colombe verbringt die Ferien ihrer Kindheit in den Schweizer Bergen, fern von ihrem eigentlichen Zuhause. Dort wächst sie zeitweise in der Obhut eines Ehepaars auf, das sich um eine Gruppe von Kindern aus unterschiedlichen Ländern kümmert. Nach außen wirkt alles geordnet und fürsorglich, doch hinter dieser Fassade tragen viele der Kinder eigene Brüche und Verluste in sich, auch Colombe selbst.
Erst Jahrzehnte später beginnt sie, dieses Bild zu hinterfragen. Sie kehrt an den Ort ihrer Kindheit zurück, sucht die Begegnung mit den Menschen von damals und stellt sich ihren Erinnerungen.
Dabei rückt besonders das Schicksal der beiden leiblichen Kinder des Ehepaars in den Mittelpunkt. An ihnen zeigt sich, dass die Fürsorge, die nach außen so selbstverständlich wirkte, nicht allen gleichermaßen galt. Colombe erkennt, dass ihre Kindheit von Dingen geprägt war, die sie lange nicht sehen konnte oder wollte.

Mein Leseeindruck:
Das Buchcover wirkt sehr zurückhaltend und unscheinbar. Wäre ich nur nach dem Äußeren gegangen, hätte ich vermutlich nie zu diesem Buch gegriffen. Der Klappentext dagegen hat sofort meine Neugier geweckt. Die Thematik fand ich besonders interessant, zumal unsere Tochter selbst in der Schweiz lebt. Dass es sich um einen autofiktionalen Roman handelt, hat die Geschichte für mich zusätzlich berührt.
Tatsächlich bin ich froh, dass der Roman nur knapp 160 Seiten umfasst. Die Geschichte beginnt sehr spannend, verliert für mich aber schnell an Orientierung. Oft war ich unsicher, ob die Handlung in der Gegenwart oder in der Vergangenheit spielt. Der Schreibstil war für mich schwer zugänglich; hätte ich ihn leichter gefunden, wäre mir vermutlich ein besserer Zugang zur Geschichte gelungen.
Im Roman werden Wahrheiten offenbart, die schmerzhaft sind. Leider haben sie mich emotional kaum erreicht. Bei mir hinterließen sie kaum Wirkung. Ich kenne viele Leserinnen und Leser, die den Roman sehr geschätzt haben, aber für mich konnte er nicht die Erwartungen erfüllen, die ich an ihn gestellt hatte.
3/5 ⭐️ Interessante Thematik und spannende Ansätze, aber für mich schwer zugänglich und emotional nicht greifend.

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Ein stiller und berührender Roman!

Elbland
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Darum geht es:
Ninas Mutter Irma ist tot. Zurück bleibt Leere. Und eine Freiheit, die sich falsch anfühlt. Jahrelang hat Nina funktioniert und ausgehalten. Nun weiß sie nicht, wohin mit sich. Sie reist ...

Darum geht es:
Ninas Mutter Irma ist tot. Zurück bleibt Leere. Und eine Freiheit, die sich falsch anfühlt. Jahrelang hat Nina funktioniert und ausgehalten. Nun weiß sie nicht, wohin mit sich. Sie reist ins Riesengebirge nach Tschechien, an den Ort, an dem ihre Familie zuletzt noch unbeschwert war. Dort stellt sie sich den Fragen, die lange im Raum standen. Was ist damals zerbrochen? Was wurde nie ausgesprochen? In Böhmen beginnt für Nina eine leise, aber eindringliche Suche nach Antworten, nach ihrer Mutter und nach sich selbst.

Mein Leseeindruck:
Die Autorin Claudia Rikl hat mit diesem Roman eine wunderbare und tiefgründige Geschichte geschaffen.

Im Mittelpunkt stehen unter anderem Irma und ihre Tochter Nina. Irmas Kindheit ist von Erlebnissen geprägt, über die sie ihr Leben lang schweigt. Dieses Schweigen zieht sich durch ihr ganzes Leben bis zu ihrem Tod. Erst danach beginnt Nina, sich auf die Suche nach Antworten zu machen. Schritt für Schritt versucht sie zu verstehen, was ihre Mutter geprägt hat und warum so vieles unausgesprochen blieb.

Ich habe Nina auf diesem Weg begleitet. Ein Weg, der mich sehr berührt hat. Immer wieder musste ich beim Lesen innehalten, weil das Gelesene nachgewirkt hat. Es gab Momente, in denen ich bewusst eine Pause brauchte, um alles zu verarbeiten.

Der Roman zeigt eindrucksvoll, was Schweigen in Familien auslösen kann. Wie es eine Generation prägt und sich auf die nächste überträgt. Wie sehr unausgesprochene Wahrheiten das Leben beeinflussen können.

All das hat die Autorin sensibel und stimmig in diese Geschichte eingebettet. Ich habe das Buch sehr sehr gerne gelesen.

Fazit:
4/5 ⭐️ Ein stiller, berührender Roman über das, was unausgesprochen bleibt und dennoch wirkt.

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