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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.12.2025

Eine dichte, düstere Stimmung!

Rauhnächte
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Darum geht es:
Als die fast 22-jährige Pia ausgerechnet an Weihnachten erfährt, dass sie mit vier Jahren adoptiert wurde, zerbricht ihr bisheriges Leben. Das Gefühl, nie ganz dazuzugehören, bekommt plötzlich ...

Darum geht es:
Als die fast 22-jährige Pia ausgerechnet an Weihnachten erfährt, dass sie mit vier Jahren adoptiert wurde, zerbricht ihr bisheriges Leben. Das Gefühl, nie ganz dazuzugehören, bekommt plötzlich einen Namen und eine Vergangenheit, über die niemand sprechen wollte. Auf der Suche nach Antworten reist Pia nach Wasserburg am Inn, dem Heimatort ihrer leiblichen Mutter. In den engen Gassen des mittelalterlichen Städtchens ziehen schaurige Gestalten umher. Masken eines alten Brauchs, der in den Rauhnächten die Geister vertreiben soll. Doch in diesen Nächten, so heißt es, kehren verdrängte Wahrheiten zurück. Je näher Pia dem Geheimnis ihrer Herkunft kommt, desto bedrohlicher wird die Atmosphäre um sie. Bald geht es nicht mehr nur um Antworten, sondern um ihr Leben.

Mein Leseeindruck:
Ich liebe die Spannungsromane von Ellen Sandberg und jedes Mal, wenn in der Verlagsvorschau ein neuer Titel von ihr auftaucht, ist die Vorfreude sofort da. Auch dieses Buch hat mich wieder überzeugt. Dank ihres großartigen, klaren Schreibstils findet man mühelos in die Geschichte hinein. Erzählt wird auf zwei Zeitebenen, die beide gleichermaßen spannend sind und sich perfekt ergänzen. Keine davon wirkt schwächer oder nur wie Beiwerk. Im Gegenteil, ich habe beide Stränge mit großer Begeisterung gelesen.

Besonders beeindruckt hat mich die Atmosphäre. Sie ist dicht, düster und stellenweise fast mystisch. Es gab Momente, in denen ich tatsächlich kurz gezögert habe weiterzulesen, weil die Stimmung so unheimlich und bedrückend war, im allerbesten Sinne. Pia auf ihrer Spurensuche zu begleiten, hat mir unglaublich gut gefallen. Ich habe eigene Theorien entwickelt und war mir ziemlich sicher, auf der richtigen Fährte zu sein, nur um dann von Ellen Sandberg erneut verunsichert zu werden. Genau diese gezielten Wendungen machen für mich den Reiz ihrer Geschichten aus. Der Schluss war schlüssig, rund und hat mich zufrieden zurückgelassen.

Fazit:
4/5 ⭐️ Auch wenn dieser Roman für mich nicht ganz zu Ellen Sandbergs allerbesten gehört, ist er dennoch ein atmosphärisch sehr starker Spannungsroman. Die dichte, düstere Stimmung und die psychologische Tiefe haben mich durchgehend gefesselt.

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Veröffentlicht am 22.12.2025

Eine Geschichte die berührt und inspiriert!

Bernadette ändert ihr Leben
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Darum geht es:
Bernadette steckt fest. Beruflich weit entfernt von ihren ursprünglichen Träumen, privat allein für alles verantwortlich, begleitet sie das Gefühl von Stillstand jeden Tag. Plötzlich ergibt ...

Darum geht es:
Bernadette steckt fest. Beruflich weit entfernt von ihren ursprünglichen Träumen, privat allein für alles verantwortlich, begleitet sie das Gefühl von Stillstand jeden Tag. Plötzlich ergibt sich die Chance, für einen Monat nach Madrid zu reisen und sie entscheidet sich spontan dafür. Ohne Spanischkenntnisse, aber offen für neue Begegnungen, taucht sie in eine fremde Umgebung ein. Die Stadt, die Menschen und die Distanz zum Alltag setzen etwas in Bewegung, das sie selbst nicht vorhersehen konnte.

Mein Leseeindruck:
Ich habe Bernadette unheimlich gerne auf ihrer Reise begleitet, aber gerade zu Beginn hätte ich sie am liebsten geschüttelt wie eine liebe Freundin, um ihr zu zeigen, dass sie mehr Stärke in sich trägt. Sie ist so lieb, gutmütig und fürsorglich, dass ich mich oft gefragt habe, ob sie merkt, wie sehr sie sich selbst zurücknimmt.
Madrid wird in diesem Buch so atmosphärisch beschrieben, dass ich mich fast selbst neben Bernadette durch die Straßen schlendern sah. Die Eindrücke der Stadt und der Menschen setzen etwas in ihr in Bewegung, das ich intensiv miterleben konnte. Ich konnte mich sehr gut in die Gefühlswelt von Bernadette und Tom einfinden und ihre Gedanken und Emotionen nachfühlen. An manchen Stellen wirkt die Geschichte leicht skurril, was ihr Charme und Originalität verleiht.
Der flüssige Schreibstil der Autorin macht das Lesen angenehm und leicht. Für mich ist es ein feinfühliger Roman über Wendepunkte im Leben, über Mut, Veränderung und die kleinen Momente, die alles in Bewegung bringen.

Fazit:
4/5 ⭐️ Ein Buch, das mich berührt und inspiriert hat.

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Veröffentlicht am 16.12.2025

Ein atmosphärisch dichter, historisch bedeutsamer Roman

In den Scherben das Licht
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Darum geht es:
Im Hamburg der unmittelbaren Nachkriegszeit kämpfen sehr unterschiedliche Menschen ums Überleben. Die Stadt ist zerstört, der Winter ist hart, und für viele gibt es keinen familiären Halt ...

Darum geht es:
Im Hamburg der unmittelbaren Nachkriegszeit kämpfen sehr unterschiedliche Menschen ums Überleben. Die Stadt ist zerstört, der Winter ist hart, und für viele gibt es keinen familiären Halt mehr. Gert und Gisela gehören zu jener Generation, die durch den Krieg entwurzelt wurde und nun ohne Gewissheit über das Schicksal ihrer Angehörigen lebt. Zuflucht finden sie bei Friede Wahrlich, einer ehemaligen Schauspielerin, die sich in ihr beschädigtes Haus zurückgezogen hat. Obwohl sie selbst von Erinnerungen und Verlusten geprägt ist, entsteht in ihrem Umfeld ein Ort, an dem Menschen einander stützen und gemeinsam versuchen, den Alltag zu bewältigen. Nähe und Zusammenhalt stehen dabei im Kontrast zu den offenen Wunden, die der Krieg hinterlassen hat.

Mein Leseeindruck:
Mit diesem Roman widmet sich Carmen Korn der unmittelbaren Nachkriegszeit und erzählt von Menschen, die in den Trümmern Hamburgs versuchen, weiterzuleben. Ihr Schreibstil ist flüssig und einfühlsam. Sie fängt die bedrückende Stimmung, den Verlust und die Orientierungslosigkeit jener Zeit eindringlich ein, zugleich lässt sie immer wieder leise Hoffnung aufscheinen in einer Zeit, in der sich die Welt neu erfinden muss.

Zwischen Enge, Verlust und Zerstörung gelingt es der Autorin, die Atmosphäre der Nachkriegsjahre spürbar zu machen. Gerade diese Stimmung trägt den Roman und macht ihn zu einem wichtigen Stück Zeitgeschichte. Die historischen Hintergründe wirken gut recherchiert und stimmig in die Handlung eingebettet. Allerdings empfand ich die Handlung insgesamt als sehr ruhig und stellenweise zäh. Auch zu den beiden zentralen Figuren Gisela und Gert konnte ich keinen wirklichen Zugang finden. Sie blieben für mich zu blass, um emotional mit ihnen mitzufühlen oder ihre Entwicklung intensiv nachzuvollziehen. Besonders gut gefallen hat mir hingegen die entstehende Gemeinschaft, die sich im Laufe der Geschichte zu einer Art familiärem Rückhalt entwickelt. Dieses Miteinander, das aus Notwendigkeit entsteht und langsam Wärme und Vertrauen wachsen lässt, gehört für mich zu den stärksten Elementen des Romans.

Fazit:
3/5 ⭐️ Ein atmosphärisch dichter, historisch bedeutsamer Roman, der weniger durch Spannung als durch Stimmung und Zeitgefühl überzeugt.

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Veröffentlicht am 09.12.2025

Ein atmosphärisch dichter, hervorragend konstruierter Krimi.

Lügennebel
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Darum geht es:
Eine Gruppe von Studenten verbringt ihre Skiferien im schwedischen Bergdorf Åre. Was als unbeschwerte Zeit voller Feiern und waghalsiger Pistenabenteuer beginnt, bekommt eine düstere Wendung, ...

Darum geht es:
Eine Gruppe von Studenten verbringt ihre Skiferien im schwedischen Bergdorf Åre. Was als unbeschwerte Zeit voller Feiern und waghalsiger Pistenabenteuer beginnt, bekommt eine düstere Wendung, als eine junge Frau aus der Runde tot im Schnee gefunden wird. Ob es ein Unfall war oder mehr dahintersteckt, bleibt zunächst ungewiss. In der Clique breitet sich rasch Unsicherheit aus, und die Stimmung kippt. Misstrauen, versteckte Spannungen und alte Konflikte kommen ans Licht, während sich die Freunde zunehmend gegenseitig verdächtigen. Auch einige Bewohner des Dorfes geraten in den Fokus, denn die ausgelassenen Studenten waren ihnen schon länger ein Dorn im Auge. Für die Ermittler Hanna Ahlander und Daniel Lindskog entwickelt sich der Fall zu einer heiklen Aufgabe, bei der jedes Detail zählt.

Mein Leseeindruck:
Mit ihrem neuen Kriminalfall entfaltet die Autorin eine Atmosphäre, die von der ersten Seite an fesselt. Die Beschreibung der schwedischen Winterlandschaft ist schlicht grandios: Schneebedeckte Berge, eisige Stille und die schneidend klare Luft werden so lebendig gezeichnet, dass man die Kälte förmlich am eigenen Körper spürt. Åre wird zu einem Schauplatz, der nicht nur Kulisse, sondern ein zentraler Stimmungsträger der Handlung ist. Der Kriminalfall verbindet sich meisterhaft mit dem privaten Leben der Ermittler Hanna Ahlander und Daniel Lindskog. Diese stimmige Balance gelingt nur wenigen Autorinnen und Autoren. Die persönlichen Facetten der Ermittler ergänzen den Fall, ohne ihn je zu überlagern, und verleihen der Geschichte zusätzliche Tiefe. Besonders hervorzuheben ist der Aufbau des Romans. Die kurzen Kapitel und die ständig wechselnden Perspektiven sorgen für ein hohes Erzähltempo. Jede Figur bringt neue Facetten ein, jedes Kapitel öffnet weitere Blickwinkel und dennoch bleibt genügend Raum, um selbst mitzurätseln. Alle Charaktere, ob Mitglieder der Studentenklicke, Dorfbewohner oder die Ermittler, sind glaubwürdig gezeichnet und bewegen sich mit nachvollziehbaren Motiven und Emotionen durch die Geschichte. Dadurch entfaltet sich das Misstrauen in der Gruppe ebenso greifbar wie die unterschwelligen Spannungen, die sich von Seite zu Seite steigern.

Fazit:
4,5 / 5 ⭐️
Ein atmosphärisch dichter, hervorragend konstruierter Krimi. Perfekt für alle, die skandinavische Spannung lieben und beim Lesen den Schnee knirschen hören wollen.

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Veröffentlicht am 25.11.2025

Eine süße, herzliche Geschichte für zwischendurch, die einen mitnimmt, ohne zu beschweren.

Das kleine Zuhause in Prag
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Darum geht es:
Anna verlässt England für eine Fortbildung in Prag. Dort soll sie ihr eigenes Bier entwickeln und Abstand von ihrem Familienbetrieb gewinnen. Sie bezieht ein Zimmer in einer Dachwohnung ...

Darum geht es:
Anna verlässt England für eine Fortbildung in Prag. Dort soll sie ihr eigenes Bier entwickeln und Abstand von ihrem Familienbetrieb gewinnen. Sie bezieht ein Zimmer in einer Dachwohnung und fühlt sich sofort wohl. Unerwartet wohnt ihr Ex-Mann Leo ebenfalls dort, weil er an derselben Fortbildung teilnimmt. Anna möchte professionell bleiben und vor allem keine alten Gefühle zulassen. Doch die gemeinsame Zeit in Prag verändert die Stimmung zwischen ihnen.

Mein Leseeindruck:
Julie Caplin zeigt in dieser Geschichte erneut ihr großes Talent für Atmosphäre. Sie lässt Prag mit einer warmen Lebendigkeit aufblühen, die sofort berührt. Die Stadt wirkt traditionsreich, besonders in der Welt der Bierbrauerei, und genau das macht den Zauber dieser Handlung aus. Jeder Schauplatz fühlt sich lebendig und voller Charme an, sodass das Lesen zu einem echten Genuss wird. Ich habe Anna und Leo unglaublich gerne begleitet. Ihr Zusammenspiel hat mich sofort mitgerissen, weil ihr Schlagabtausch so köstlich und ehrlich wirkt. Beide Figuren sind liebevoll gezeichnet und fühlen sich echt an. Anna zeigt Ecken und Kanten, wirkt manchmal zickig und engstirnig, aber genau das macht sie greifbar. Leo bringt mit seiner Lebensfreude und seinem positiven Wesen eine schöne Leichtigkeit in die Geschichte, die ich sehr mochte. Der Verlauf der Handlung hat mich von Anfang an begeistert. Der Schreibstil der Autorin ist locker und flüssig, gleichzeitig warm und bildhaft. Ich konnte mich mühelos in die Szenen hineinfühlen. Das Ende hat mich zufrieden zurückgelassen und schenkt der Story einen schönen runden Abschluss.

Fazit:
4/5 Sterne! Für mich ist es eine süße, herzliche Geschichte für zwischendurch, die einen mitnimmt, ohne zu beschweren.

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