Ein Roman, der Sommerstimmung und beklemmende Kontrolle eindrucksvoll verbindet.
Ein grenzenloser SommerDarum geht es
Sommer 1988: Auf der MS Arkona, einem Kreuzfahrtschiff der DDR, treffen zwei Welten aufeinander Westdeutsche Urlaubsgäste auf der einen Seite, ostdeutsche Besatzung auf der anderen Seite. ...
Darum geht es
Sommer 1988: Auf der MS Arkona, einem Kreuzfahrtschiff der DDR, treffen zwei Welten aufeinander Westdeutsche Urlaubsgäste auf der einen Seite, ostdeutsche Besatzung auf der anderen Seite. Mitten in diesem Spannungsfeld lernen sich Ronni, ein junger Steward aus Dresden, und Sabine, Jurastudentin aus Frankfurt am Main, kennen Zwischen Schichtdienst und Landgängen, zwischen Bordkino und Wäscherei entsteht eine heimliche Nähe. Ihre Treffen bleiben riskant. Denn auch auf hoher See ist die Staatssicherheit präsent, und Beziehungen zwischen Besatzung und Passagieren sind streng verboten. Als die Verbindung ans Licht kommt, gerät Ronni unter Druck. Für ihn beginnt ein gefährliches Ringen zwischen Pflicht und Sehnsucht, zwischen der Bindung an sein Land und dem Wunsch nach Freiheit und nach der Liebe zu Sabine.
Mein Leseeindruck:
Das ist der erste Roman, den ich von Ralf Günther gelesen habe. Die Geschichte hat mich begeistert. Zwar habe ich anfangs etwas gebraucht, um in die Geschichte hineinzufinden, doch nach kurzer Zeit hat mich die Handlung dann vollkommen gepackt. Der Roman vermittelt eine ganz besondere Atmosphäre. Sommer, Meer, eine Ahnung von Freiheit und gleichzeitig die permanente Unsicherheit, dass die Freiheit jederzeit bedroht ist. Besonders nachdenklich, ja fast schockiert hat mich, wie sehr Ronni im Fokus der Stasi steht, wie jede seiner Handlungen beobachtet und bewertet wird. Das verleiht der Story eine beklemmende Intensität, die einen beim Lesen nicht loslässt. Beeindruckt und gefesselt hat mich, wie geschickt die politischen Hintergründe in die Handlung eingeflochten sind. Sie sind immer präsent, ohne die Liebesgeschichte zu überlagern, und machen deutlich, wie sehr das Private in dieser Zeit vom Politischen bestimmt war. Für mich ist es eine Geschichte, die zeigt, wie nah Freiheit und Einschränkung damals beieinanderlagen.
Fazit:
4/5 ⭐️ Von mir gibt es eine Leseempfehlung! Ein Roman, der Sommerstimmung und beklemmende Kontrolle eindrucksvoll verbindet.