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Laurel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.08.2025

Toller Blick in verborgene Welten

Im Schatten von Giganten
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Ich habe früher gerne ihren Blog „Schreibers Naturarium“ gelesen und fand es immer schön, wie Jasmin Schreiber es schafft, ökologische Konzepte, Arten und das Leben von Insekten und Pflanzen auch für Laien ...

Ich habe früher gerne ihren Blog „Schreibers Naturarium“ gelesen und fand es immer schön, wie Jasmin Schreiber es schafft, ökologische Konzepte, Arten und das Leben von Insekten und Pflanzen auch für Laien runterzubrechen und diese dafür zu begeistern. Denn das ist, was wir tun müssen, um gegen das Massenaussterben anzukämpfen!

Dieses Buch ist jetzt jedoch nicht ein weiterer Blog, sondern vom naturwissenschaftlichen Verlag Kosmos herausgegeben. Da habe ich tiefergehende Fakten als in Schreibers Naturarium erwartet. Ich wurde nicht enttäuscht! Nacheinander werden die verschiedenen Lebensräume von Insekten und Flechten gezeigt und detailliert besprochen. Es werden viele wunderschöne Nahaufnahmen gezeigt und dennoch kommen die Fakten nicht zu kurz.

Ich kann dieses Buch jedem ans Herz legen, der mehr über die versteckten Lebensräume von insbesondere Insekten, aber auch Pilzen, Flechten und Moosen erfahren möchte.

Veröffentlicht am 01.07.2025

Schöner Coming-of-Age-Roman

Sputnik
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„Sputnik“ von Christian Berkel ist eine teilautobiographische Geschichte und bietet eine Fülle von Nachdenkenswertem: die grundlegenden Entbehrungen, die ein Kind mit psychisch kranker Mutter erlebt, der ...

„Sputnik“ von Christian Berkel ist eine teilautobiographische Geschichte und bietet eine Fülle von Nachdenkenswertem: die grundlegenden Entbehrungen, die ein Kind mit psychisch kranker Mutter erlebt, der lange Schatten der Judenverfolgung auf den Opferkindern, die bundesrepublikanische Verschwiegenheit zum Holocaust, eine Coming-of-Age-Geschichte eines ungewöhnlichen Jungen.

Das ist lesenswert, oft von unerwartetem Hergang, eine Reise in Zeiten und gesellschaftliche Blasen, die wir selbst nicht kennen. Mich hat schon der Anfang interessiert, aber erst ab der Hälfte war ich „drin“ und las ohne Pause weiter. Begeistert hat mich der Schluss, der den Kreis zum Beginn schließt. Ein schlichtes Cover, das dem Protagonisten ein Gesicht gibt und nachempfinden lässt, welche Wirkung er auf andere hatte. Empfehlung!

Veröffentlicht am 02.05.2025

Interessant & wichtig aber spannungsarm

Beeren pflücken
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Dieses Buch sprach mich mit seinem wunderschönen Cover sofort an. Und auch das Thema, wie mit Ureinwohnern von den "Bevölkerern" umgegangen wird, welche Ungerechtigkeiten es gab und auch immer noch gibt, ...

Dieses Buch sprach mich mit seinem wunderschönen Cover sofort an. Und auch das Thema, wie mit Ureinwohnern von den "Bevölkerern" umgegangen wird, welche Ungerechtigkeiten es gab und auch immer noch gibt, fand ich sehr wichtig und interessant.

Es geht um eine Familie des Mi'kmaq-Volks in Nordamerika, die im Sommer nach Maine zieht, um dort Blaubeeren zu pflücken. Im Sommer 1962 verschwindet plötzlich die jüngste der Geschwister. Diese Geschichte erzählt ihr Bruder Joe fast 50 Jahre später, während er auf dem Sterbebett liegt.

Parallel zu dieser Geschichte wird die von Norma erzählt. Norma ist ein junges Mädchen, die von ihren Eltern größtenteils zuhause gehalten und von der "gefährlichen Welt" abgeschirmt wird. Sie möchte mehr über ihre frühe Kindheit wissen. Seltsamerweise gibt es keine Fotos von ihrer Familie und die Geschichten ihrer Eltern sind auch nicht stimmig. Eines Tages macht sie eine Entdeckung, die ihr ganzes Leben auf den Kopf stellt...

Die Geschichte fesselte mich dann jedoch leider nicht so sehr. Die Wendung in der Geschichte wird mühevoll vorbereitet, ist jedoch schon auf der ersten Seite des Kapitels von Norma klar. Für mich fehlte leider etwas Spannung. Es ist trotzdem eine sehr interessante und wichtige Geschichte, um Einblicke in die Benachteiligungen und Ungerechtigkeiten, die Ureinwohner-Familien erfahren, zu bekommen. Nur wenn es solche Geschichten gibt, kann die Empathie wachsen!

Veröffentlicht am 19.04.2025

Idyllisch

Das ist Glück
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„Das ist Glück“ von Niall Williams ist ein ruhiger, sprachlich fein gearbeiteter Roman, der in einem kleinen irischen Dorf der 1950er Jahre spielt. Die Geschichte entfaltet sich langsam und lebt vor allem ...

„Das ist Glück“ von Niall Williams ist ein ruhiger, sprachlich fein gearbeiteter Roman, der in einem kleinen irischen Dorf der 1950er Jahre spielt. Die Geschichte entfaltet sich langsam und lebt vor allem von ihrer Atmosphäre, den Beobachtungen des Alltags und der stillen Tiefe der Figuren. Williams Erzählweise lebt vom Feingefühl und seinem Gespür für Zwischentöne – ohne große Dramatik, aber mit nachhaltiger Wirkung. Er zeichnet die Charaktere authentisch, sodass ich mich gut in sie hineinversetzen kann. Mir gefällt auch besonders die Hörbuchfassung: Die Stimme des Sprechers ist sehr angenehm und trägt mit ihrer ruhigen, unaufdringlichen Art wesentlich zur Wirkung der Geschichte bei. Sie passt hervorragend zu der entschleunigten Geschichte und macht das Hörbuch zu einer stimmigen und durchgehend gelungenen Umsetzung des Textes. Ein leises Buch, das lange nachwirkt.

Veröffentlicht am 11.04.2025

Beeindruckend

Schwebende Lasten
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Hanna Krause ist eine Frau, die jung war, als die Nazis an die Macht kamen, die den 2. Weltkrieg miterlebte und großes Leid erfuhr, sich aber immer aufrappelte und schließlich in einem Männerberuf bestand. ...

Hanna Krause ist eine Frau, die jung war, als die Nazis an die Macht kamen, die den 2. Weltkrieg miterlebte und großes Leid erfuhr, sich aber immer aufrappelte und schließlich in einem Männerberuf bestand. Das ist ganz beeindruckend zu lesen! Dieses Buch hat mir die Augen geöffnet für das Leben der Generation unserer Urgroßmütter.
Was mir auffällt – sie hat nicht geklagt, sondern immer weitergemacht. Der schwache Mann, die dauernden Schwangerschaften, Armut und Tod, alles hat sie ausgehalten. Beim Lesen hatte ich oft Mitleid mit ihr, das dann in Respekt überging. Sowohl Inhalt als auch Schreibstil ließen mich dranbleiben. Ohne Kitsch und Happy End, eben wie das echte Leben, wird diese Geschichte erzählt. Die Liebe zu den Blumen und die den Kapiteln vorangestellten Beschreibungen gefielen mir besonders und fügten sich in das Gesamtbild von Hanna Krause ein. Dass, und wie sie am Ende ihres Lebens zu den Blumen zurückfindet, hat mich sehr gerührt.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der sich für Lebensgeschichten interessiert, und dabei keine Klischees braucht, wie sie in anderen Frauengeschichten vorkommen.