Cover-Bild Das ist Glück
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24,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Ullstein Buchverlage
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 464
  • Ersterscheinung: 27.03.2025
  • ISBN: 9783550202964
Niall Williams

Das ist Glück

Roman | »Sich in die Seiten von Das ist Glück hineinzubegeben fühlt sich an wie eine Zeitreise und eine Erleuchtung.« Washington Post
Tanja Handels (Übersetzer)

»Ein Liebesbrief an das verschlafene, gemächliche und herrlich kauzige Irland, das so gut wie verschwunden ist.« Irish Independent 

Nach einer Glaubenskrise zieht der siebzehnjährige Seminarist Noel für einen Sommer zu seinen Großeltern nach Faha, einem kleinen irischen Dorf, in dem nichts sich je ändert; auch der Regen nicht, der das Dorf seit Anbeginn begleitet. Bis er eines Tages, wir schreiben die Karwoche des Jahres 1958, plötzlich aufhört. An diesem Tag kommt auch Christy in das Örtchen, ein weitgereister Mann, der im Auftrag der Regierung durch das Land zieht und für die Elektrifizierung wirbt. Christy wird Untermieter bei Noels Großeltern und für den jungen Mann ein Freund und Mentor. Während Noel erste Gefühle für ein Mädchen entwickelt und nach seinem Weg im Leben tastet, offenbart sich der wahre Grund von Christys Anwesenheit. Er ist zurückgekehrt, um Abbitte bei einer geliebten Frau zu leisten. Doch auch wenn die Zeit in Faha bis anhin stillzustehen schien, vor seinen Bewohnern macht auch sie nicht Halt. Und Christy könnte zu spät gekommen sein. 

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.05.2025

Eine Hommage an eine irische, schrullige Dorfgemeinschaft

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Das Cover verdeutlicht sehr gut die zwei wichtigsten Veränderungen in einem fiktiven, fast vergessenen, irischen Dorf namens Faha: in der Karwoche 1958 hört es zum Ersten auf zu regnen. Schönwetterwolken ...

Das Cover verdeutlicht sehr gut die zwei wichtigsten Veränderungen in einem fiktiven, fast vergessenen, irischen Dorf namens Faha: in der Karwoche 1958 hört es zum Ersten auf zu regnen. Schönwetterwolken und grünes Gras beglücken die bäuerliche Dorfgemeinschaft und den 17-jährigen Noe (Noel) Crowe und dessen Großeltern. Und zweitens wird dieser verschlafene Ort endlich an das nationale Stromnetz angeschlossen, was die Strommasten-Reihe im Cover klar verdeutlicht. Das katholische Irland in der unerwartet sonnigen Karwoche vor mehr als sechs Jahrzehnten bildet die Hintergrundszenerie des nun betagten Erzählers Noel Crowe. Sein Rückblick auf seine Zeit als Siebzehnjähriger beleuchtet das einfache, bäuerliche Dorfleben seiner Großeltern Ganga und Doady, die Aktivitäten des Untermieters, Freund und Mentors Christy nebst seiner Zuneigung zur Apothekerin Annie Mooney. Der katholische Glaube, betrachtet durch Gläubige und Nichtgläubige, Letztere wie der Allgemeinmediziner Dr. Troy, zeigt eine verlorene religiöse Qualität. Die Beschreibung der Akzeptanz des Lebens, des Todes und die Beherrschung der Kunst des Schweigens aus Respekt, Sensibilität, Mitmenschlichkeit und Barmherzigkeit nicht nur in einer verarmten Lebenssituation ist einfühlsam gelungen. Die eigensinnigen, sturen, an Traditionen festhaltenden, starken und liebevollen Schlüsselfiguren kommen, gemeinsam helfend, gut zurecht in dem vergessenen Ort Faha, beschrieben voller Emotionen, teils melancholisch, teils sogar trostspendend, teils voller tief bewegender Liebesgeschichten. Die wachsende Zuneigung, Verbundenheit und Verehrung Noe‘s für Christy, auch dessen Liebe für Annie Mooney und Bitte um Vergebung – alles steckt voller lyrischer Prosa. Auch die Kultur rund um irische Folklore mit Fleadh, Fiddle, Tinwhistle oder Dudelsack, mit Figuren aus der mittelalterlichen Epik Irlands wie Cú Chulainn oder mit Tanzmelodien der Hucklebucks, Musiker wie Junior Crehan oder Garret(t) Barry wird eingeflochten.
„Das ist Glück, einfach aufgrund der schlichten Wahrheit, dass man am Leben war und fähig, es zu sagen.“
Ein Lesevergnügen!

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Veröffentlicht am 16.05.2025

Wunderbare Sprache

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Noel ist mit 16 Jahren ins Priesterseminar eingetreten und dort sehr unglücklich. Er entschließt sich zu einer Pause, um seine Entscheidung zu überdenken, und zieht zu seinen Großeltern in die kleine Stadt ...

Noel ist mit 16 Jahren ins Priesterseminar eingetreten und dort sehr unglücklich. Er entschließt sich zu einer Pause, um seine Entscheidung zu überdenken, und zieht zu seinen Großeltern in die kleine Stadt Faha an der Westküste Irlands, wo es immer regnet. Doch dann geschieht ein Osterwunder: der Regen hört auf, die Sonne scheint über Wochen, die Menschen und die Natur leben auf. Und zur selben Zeit wird Faha an den Rest der Welt angeschlossen, die Stadt soll Strom bekommen. 1958! Der alte Christy zieht als Angestellter der Stromgesellschaft zu den Großeltern ins Haus und teilt sich das Zimmer mit Noel. Damit setzt er eine Lawine an Ereignissen in Gang, die für Noel bis ins hohe Alter unvergessen ist.
Das Buch besteht aus 450 Seiten Lesevergnügen, die man nicht so schnell vergisst. Obwohl nicht viel passiert, hat mich das Buch von Anfang an gefesselt und das liegt an der blumigen, detailreichen Sprache des Autors und an der genialen Übersetzung von Tanja Handels.
Man muss sich auf dieses Buch einlassen, aber dann beschert es den Lesern das pure Glück!

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Veröffentlicht am 19.04.2025

Idyllisch

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„Das ist Glück“ von Niall Williams ist ein ruhiger, sprachlich fein gearbeiteter Roman, der in einem kleinen irischen Dorf der 1950er Jahre spielt. Die Geschichte entfaltet sich langsam und lebt vor allem ...

„Das ist Glück“ von Niall Williams ist ein ruhiger, sprachlich fein gearbeiteter Roman, der in einem kleinen irischen Dorf der 1950er Jahre spielt. Die Geschichte entfaltet sich langsam und lebt vor allem von ihrer Atmosphäre, den Beobachtungen des Alltags und der stillen Tiefe der Figuren. Williams Erzählweise lebt vom Feingefühl und seinem Gespür für Zwischentöne – ohne große Dramatik, aber mit nachhaltiger Wirkung. Er zeichnet die Charaktere authentisch, sodass ich mich gut in sie hineinversetzen kann. Mir gefällt auch besonders die Hörbuchfassung: Die Stimme des Sprechers ist sehr angenehm und trägt mit ihrer ruhigen, unaufdringlichen Art wesentlich zur Wirkung der Geschichte bei. Sie passt hervorragend zu der entschleunigten Geschichte und macht das Hörbuch zu einer stimmigen und durchgehend gelungenen Umsetzung des Textes. Ein leises Buch, das lange nachwirkt.

Veröffentlicht am 15.04.2025

Ein Buch zum Entschleunigen

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Das wunderschöne Cover mit dem strahlend blauen Himmel, den saftig grünen Wiesen und den Strommasten hat mich sofort in die richtige Stimmung versetzt und spiegelt die Atmosphäre des Romans perfekt wider. ...

Das wunderschöne Cover mit dem strahlend blauen Himmel, den saftig grünen Wiesen und den Strommasten hat mich sofort in die richtige Stimmung versetzt und spiegelt die Atmosphäre des Romans perfekt wider. Die Geschichte von Noel, der nach einer persönlichen Krise zu seinen Großeltern ins irische Faha kommt, um sich selbst und seinen Platz im Leben zu finden, ist ruhig erzählt und dennoch voller kleiner, bedeutungsvoller Momente. Besonders berührt hat mich die Freundschaft zu Christy, der nicht nur als Untermieter bei Noels Großeltern einzieht, sondern auch mit seiner eigenen Vergangenheit ringt und für Noel zu einem wichtigen Mentor wird.

Niall Williams‘ Schreibstil ist poetisch, manchmal verschachtelt und voller feiner Beobachtungen, aber immer mit viel Herz und einem leisen Humor. Die Beschreibungen der Landschaft, des Wetters und der Menschen sind so atmosphärisch und detailreich, dass ich das Gefühl hatte, direkt vor Ort zu sein. Die Handlung schreitet gemächlich voran, was wunderbar zur entschleunigten Stimmung des Buches passt und dazu einlädt, sich Zeit zu nehmen und die Sprache zu genießen.

Für mich ist „Das ist Glück“ ein Buch, das entschleunigt, zum Nachdenken anregt und zeigt, wie viel Glück in den kleinen Momenten des Lebens liegen kann – ein echtes Highlight für alle, die besondere Sprache und leise Geschichten lieben.

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Veröffentlicht am 13.04.2025

Prägende Momente im Leben

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Niall Williams lässt seinen Protagonisten Noe in ‘Das ist Glück‘ eine Geschichte erzählen, an die er sich in bereits fortgeschrittenem Alter erinnert, eine Geschichte, die er als junger Mann Ende der sechziger ...

Niall Williams lässt seinen Protagonisten Noe in ‘Das ist Glück‘ eine Geschichte erzählen, an die er sich in bereits fortgeschrittenem Alter erinnert, eine Geschichte, die er als junger Mann Ende der sechziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts in dem kleinen irischen Dorf Faha erlebte. In seiner Zerrissenheit welchen Stellenwert der christliche Glauben in seinem Leben einnehmen soll, gönnte Noe sich eine Pause und verbrachte Zeit bei seinen Großeltern in ländlicher Abgeschiedenheit. Hier lernte er den um ein halbes Jahrhundert älteren, weitgereisten Christy kennen und schätzen, verbrachte Zeit mit ihm, lernte Sicht- und Handlungsweisen kennen, die ein neues Lebensgefühl in ihm weckten. Christy sollte den Fortschritt, die Elektrifizierung, in die entlegene Ortschaft des Landes bringen, stieß dabei jedoch auch auf Widerstände in der Dorfgemeinschaft, die sich eingerichtet hatte und ohne den modernen Kram sehr gut zurechtkam, sich wohlfühlte im täglichen bescheidenen Einerlei und auf ihren wahren Schatz die Kunst des Geschichtenerzählens, die ihren Alltag prägten, stolz ist. Aber Christy verfolgte noch ein anderes Ziel, um seinen Seelenfrieden zu finden. Dabei spielen verpasste Chancen, Enttäuschungen und der Wunsch nach Vergebung eine große Rolle.
Mit viel Herzblut und der Gabe wortgewandt lebensnahe Charaktere in Szene zu setzen, schafft der Autor einen atmosphärischen Raum tiefgreifender Gedanken zur Begrenztheit allen Seins, zeigt, dass selbst in der Absurdität eine Lebensweisheit zu erkennen ist. Das Glück sich in seinem Leben gefunden zu haben oder noch zu finden, davon erzählt dieser warmherzige Roman, der wunderbar von Tanja Handels ins Deutsche übersetzt wurde.

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