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SofieWalden

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.06.2017

Beeindruckende Polizeiermittlung mit viel Spannung

Totenengel
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Der emeritierte Professor Leonard Lawson, wird von seiner Tochter Louise tot aufgefunden, ermordet in seinem Haus, menschenunwürdig drapiert, mit einem eindeutig fanatisch-religiösen Hintergrund. Die Polizeieinheit ...

Der emeritierte Professor Leonard Lawson, wird von seiner Tochter Louise tot aufgefunden, ermordet in seinem Haus, menschenunwürdig drapiert, mit einem eindeutig fanatisch-religiösen Hintergrund. Die Polizeieinheit um Detective Chief Inspector Eve Clay nimmt die Ermittlungen auf. Schnell wird klar, dieser Mord ist nur Teil eines größeren Ganzen. Der oder die Täter folgen einem umfassenden Plan, der weiteren Menschen das Leben kosten wird. Und die Zeit läuft.
Der präzise genau beschriebene Ablauf der Ermittlungsarbeit, die Facetten, die von den einzelnen Mitgliedern der Spezialeinheit gesammelt und unter maßgeblicher Leitung von DCI Clay zu einem umfassenden Bild vom Ablauf des Mordes und dem Motiv, das die Täter umtreibt, zusammengeführt werden, dies alles endet schließlich in einem extrem spannenden, packenden Finale um Leben und Tod, auf beiden Seiten.

Veröffentlicht am 09.10.2016

Norwegens Mitsommernacht, intensiv und spannend

Das Geheimnis der Mittsommernacht
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'Das Geheimnis der Mittsommernacht', von Christine Kabus, ein beeindruckendes Buch, das man nicht so schnell vergisst. Es erzählt vom Leben zweier sehr unterschiedlicher Frauen im Norwegen des Übergangs ...

'Das Geheimnis der Mittsommernacht', von Christine Kabus, ein beeindruckendes Buch, das man nicht so schnell vergisst. Es erzählt vom Leben zweier sehr unterschiedlicher Frauen im Norwegen des Übergangs vom 19. zum 20. Jahrhundert. Über 650 Seiten intensive spannende Unterhaltung, und nicht eine Passage, die man hier 'überliest'. Schon das sagt ja alles über die Qualität dieses Romans. Allein das gesamte erste Viertel des Buches ist der Beschreibung der sehr unterschiedlichen Einbindung der beiden Hauptpersonen in ihren jeweiligen familiären Kontext gewidmet, bis hin zu einer tiefen Zäsur, die ihr Leben auf der einen Seite krass und jäh, auf der anderen Seite langsamer, durch eine 'andere Wahrnehmung' ihrer eigenen Person und ihres Umfelds, verändern wird.
Ich kann allen Lesern versprechen, schon nach wenigen Seiten fühlt man die Spannung , die dieses Buch aufrecht erhält bis zur letzten Seite, auf dem Weg durch das Leben dieser beiden faszinierenden Frauen.
Ich wünsche euch viel Freude dabei.

Veröffentlicht am 09.04.2019

Tante Poldi in höchsten klerikalen Kreisen

Tante Poldi und die Schwarze Madonna
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Tante Poldis vierter Fall ist ganz nah dran an ihrem Geburtstag, denn dieses einschneidende Ereignis wird alles verändern. Ein alter Wegbegleiter hat es vorausgesagt und in der Regel treten dessen Ankündigungen ...

Tante Poldis vierter Fall ist ganz nah dran an ihrem Geburtstag, denn dieses einschneidende Ereignis wird alles verändern. Ein alter Wegbegleiter hat es vorausgesagt und in der Regel treten dessen Ankündigungen auch ein. Deshalb muss die Poldi bei der Lösung ihres mit den höchsten klerikalen Kreisen in Verbindung stehenden Falls einen ordentlichen Zahn zulegen, denn es geht diesmal auch um ihre allerengsten Lieben, verwandtschaftstechnisch und bzgl. ihrer ganz großen sizilianisch vulkanischen Liebe. Ein köstliches Vergnügen für alle Freunde von schrägem Humor auf italienisch bayrische Art. Tante Poldi Freunde, lasst uns einfach mitfeiern, wenn uns unsere Freundin zeigt, wie man das Leben nimmt, selbst wenn der nervige Gevatter Tod einem dabei gehörig auf die Nerven geht. Und eingeladen sind natürlich auch alle Neuzugänge, hereinspaziert. Denn Freunde kann man nie genug haben.

Veröffentlicht am 21.03.2019

Zwei Menschen, zwei Lebenswege und man trifft sich wieder

Bella Ciao
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Giulia und Anita sind sehr enge Freundinnen, wachsen zusammen in einem kleinen Dorf im Piemont auf und gehen gemeinsam durch Dick und Dünn. Doch dann, eines Tages, entdeckt Giulia, das ihr Verlobter Pietro ...

Giulia und Anita sind sehr enge Freundinnen, wachsen zusammen in einem kleinen Dorf im Piemont auf und gehen gemeinsam durch Dick und Dünn. Doch dann, eines Tages, entdeckt Giulia, das ihr Verlobter Pietro sie mit Anita betrügt. Fassungslos packt sie ihre Sachen und nimmt das nächste Schiff nach Amerika. Dort trifft sie es gut. Trotz ihrer Schwangerschaft findet sie einen Mann, mit dem zusammen sie sich ein gutes Leben aufbaut. 1946, 46 Jahre nachdem sie ihr Dorf verlassen hat, kehrt sie zusammen mit ihrem Sohn Michael zurück in ihre alte Heimat, mit der Absicht, nach Anita und Pietro zu suchen, zu erfahren, wie es ihnen ergangen ist und sich vielleicht auch mit ihnen zu versöhnen. In vielen Rückblenden erfährt man so Stück für Stück, wie es den beiden Freundinnen in ihren so unterschiedlichen Leben ergangen ist. Auf der einen Seite Giulias relativ gutes Leben in New York und dann Anitas hartes Dasein, hindurch durch zwei Weltkriege, mit all den zu verkraftenden Verlusten an geliebten Menschen. Und es geht auch um die schweren Zeiten der italienischen Bevölkerung in ihrer Rolle als geschundener Arbeiterklasse und dem verzweifelten Partisanenkampf gegen Mussolinis aufkommenden Faschismus in dieser Zeit. Man erfährt viel von der Geschichte Italiens, sehr einprägsam und packend erzählt in einer Sprache, die man wirklich als literarisch bezeichnen kann, so präzise und Wort für Wort genau auf den Punkt gebracht. Das ist eine echte Freude für den Leser und man nimmt die Qualität dieses Schreibstils sehr bewusst wahr. Es ist wirklich nicht als leichte Unterhaltung zu bezeichnen, dieser Roman, der uns stellvertretend für diese umfassende schwere Zeit, die Geschichte der beiden jungen Frauen erzählt, bis ins Alter hinein. Die Begeisterung für dieses im kleinen schon monumentale Werk wird jedoch etwas abgebremst durch die vielen, manchmal etwas plötzlichen Rückblenden, die den Fluss des Lesegeschehens schon erheblich stört und das immer wieder aufs Neue. Aber letztendlich muss es vielleicht auch so sein, um uns verharren zu lassen in den intensiven Bildern und ganz nah bei den Menschen, denen wir hier begegnen und deren Persönlichkeiten so fein und kunstvoll gezeichnet worden sind.
Ein hervorzuhebendes Buch, dem man unbedingt Aufmerksamkeit schenken sollte. Auf keinen Fall sollte man 'die Mühe' scheuen, sich mit der hierfür nötigen Konzentration durch diese Geschichte zu lesen.

Veröffentlicht am 19.03.2019

Der Kampf der letzten Menschen in einer zerbrochenen Welt

Deathland Dogs
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Der junge Jeet wächst bei den Deathland Dogs auf, Hundewesen, die in den Deathlands leben. Nachdem das Rudel jedoch von Menschen attackiert worden ist, wird Jeet zu diesen zurück gebracht und von seinem ...

Der junge Jeet wächst bei den Deathland Dogs auf, Hundewesen, die in den Deathlands leben. Nachdem das Rudel jedoch von Menschen attackiert worden ist, wird Jeet zu diesen zurück gebracht und von seinem Onkel 'resozialisiert'. Doch die Instinkte der Dogs bleiben ihm erhalten und rücken ihn alsbald in den Mittelpunkt der Geschichte, in der es um den Kampf der letzten Menschenclans geht, in einer Welt, in der jede Art von Zivilisation zusammengebrochen ist und nur noch in sehr einfachen Satzfragmenten miteinander kommuniziert wird. Von den menschlichen Werten ist nichts mehr übrig geblieben. Alles was zählt, ist der Kampf um das, was noch vorhanden ist und für was Krieg nun einmal geführt wird, Macht. Und dies geschieht mit einer Brutalität, die in ihrer Darstellung schon fast 'ein bisschen zu viel ist', zumal das Buch ja als Jugendroman ausgewiesen wird. Für den Schreibstil und -Fluss hat sich der Autor hierbei, sicherlich sehr ambitioniert in dem Versuch, sich atmosphärisch mitten drin in dem Entwurf seiner dystopischen Lebenswelt zu bewegen, etwas ganz besonderes ausgedacht, keine Satzzeichen. Doch funktionieren tut dies nur sehr bedingt. Man ist so 'mit dem Lesen des Textes beschäftigt', dass viel von der durchaus gelungenen Geschichte verloren geht bzw. beim Leser nicht in seiner ganzen Intensität ankommt.
Das Buch ist nicht das Übliche, zeigt eine Welt, wie sie sicherlich niemand will und ruft so dazu auf, sich schon im Kleinen Gedanken zu machen und sein eigenes Handeln zu reflektieren. Vielleicht demnächst mit Satzzeichen, ist es der Roman auf jeden Fall wert, Aufmerksamkeit zu erhalten, von seiner Zielgruppe, der jugendlichen Leserschaft, und Erwachsenen durchaus auch.