Emotionen, die leise bleiben
The Summer We FellThe Summer We Fell ist ein Roman, der sprachlich auf jeden Fall überzeugt – der Schreibstil ist angenehm und flüssig, was das Lesen leicht macht. Trotzdem hatte ich persönlich große Schwierigkeiten, mich ...
The Summer We Fell ist ein Roman, der sprachlich auf jeden Fall überzeugt – der Schreibstil ist angenehm und flüssig, was das Lesen leicht macht. Trotzdem hatte ich persönlich große Schwierigkeiten, mich richtig in die Geschichte hineinzufinden. Vor allem die ständigen Wechsel zwischen „Damals“ und „Heute“ haben mich über weite Strecken eher gestört als begeistert. Sie nehmen manchen Entwicklungen die Spannung und reißen emotional aus dem Lesefluss.
Auch die Figuren konnten mich leider nicht ganz überzeugen. Die drei zentralen Charaktere – Luke, Danny und Juliette – blieben für mich schwierig greifbar. Ich hatte Mühe, mit ihnen mitzufühlen oder ihre Entscheidungen wirklich nachzuvollziehen. Gerade in den Beziehungen untereinander gibt es viele moralisch komplizierte Situationen, die für mich nicht gut aufgelöst wurden oder eher zum Frust geführt haben. Das emotionale Potenzial ist da, und gegen Ende gab es durchaus berührende Momente – aber so richtig tief berührt hat es mich nicht. Ein paar Tränen sind zwar geflossen, aber es blieb insgesamt distanziert.
Inhaltlich ist die Grundidee stark und bringt ernste Themen zur Sprache, doch die Ausführung hat mich nicht vollkommen abgeholt. Es bleiben Fragen offen, manche Handlungen der Charaktere wirken unausgesprochen oder werden nicht abschließend geklärt – was man mögen kann, mir persönlich aber nicht gereicht hat.
Alles in allem würde ich sagen: kein schlechtes Buch – sprachlich schön und mit viel emotionalem Potenzial. Für mich persönlich haben aber die Erzählstruktur und die Charakterzeichnung den Zugang erschwert. Wer jedoch gerne in dramatische Liebesgeschichten mit komplexen Beziehungen eintaucht, könnte hier trotzdem fündig werden.