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Veröffentlicht am 07.10.2020

Das Herz zeigt dir den Weg...

Maybe this Love - Und plötzlich ist es für immer
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Da uns im Buddyread und im Kampf mit dem Sub der 1. Teil der Colorado-Ice-Reihe mit „Maybe this Time – Und auf einmal ist alles ganz anders“ so gut gefallen hat, haben wir nun zusammen auch den 2. Teil ...

Da uns im Buddyread und im Kampf mit dem Sub der 1. Teil der Colorado-Ice-Reihe mit „Maybe this Time – Und auf einmal ist alles ganz anders“ so gut gefallen hat, haben wir nun zusammen auch den 2. Teil „Maybe this Love – Und plötzlich ist es für immer“ zusammen gelesen.

Auch hat dieser Buchband wieder ein bezauberndes Cover erhalten, dieses Mal in diversen Grüntönen, und lässt damit die Buchreihe auch optisch in seiner Gesamtheit erkennen. Man könnte diese Handlung auch völlig separat lesen, jedoch tauchen immer wieder bekannte Gesichter auf und man spoilert sich vielleicht ein klein wenig selbst, wenn man die anderen auch noch lesen mag.
Direkt und ohne Umschweife wird man in die Handlung geworfen, ich mag ja so etwas sehr und man landet direkt in der persönlichen Misere vom Eishockeystar Ben Westmore. Nicht ganz zurechnungsfähig hat er in Las Vegas geheiratet, jedoch ist es weder seines Herzensdame, noch will er diese Art von Leben für sich. Natürlich will er das so schnell wie möglich wieder gerade biegen und fällt quasi der gegnerischen Anwältin in die Arme, die in mal so gar nicht kalt lässt. Ab diesem Augenblick knistert es gewaltig und die Story hat einfach ein unheimlich schönen und stimmigen Verlauf ohne großes Drama auffahren zu müssen.
Auch gefiel mir, dass der Eishockeysport auch mehr zur Geltung bekam, aber nicht polarisierend eingeebnet wurde.
Die Mischung ist wohl dosiert aus begeisterten Sport, romantische, süße, freche und herzliche Momente, gepaart mit Humor, prickelnder Leidenschaft und auch etwas Dramatik.

Olivia Davis, ist eine erfolgreiche, taffe und strebsame Anwältin, die es sich zur Passion gemacht hat, Frauen von arroganten und egozentrischen Spitzensportlern in Form der Scheidungshilfe zu befreien und erfolgreich glänzen zu lassen. Zudem ist sie sehr gutaussehend, klug, leidenschaftlich, aber auch einsam. Eine Familie hat sie nicht mehr und sie wünscht sich nichts sehnlicher als ein Kind, denn auch ihre biologische Uhr tickt. Den richtigen Partner hat sie nicht an ihrer Seit, braucht sie aber auch in ihren Augen gar nicht. Von Ben hält sie zunächst genau soviel wie von anderen Promi-Sportlern, jedoch merkt sie schnell, dass hinter seiner Fassade viel mehr steckt.

Ben Westmore, NHL-Profieishockeyspieler und am Höhepunkt seiner sportlichen Karriere, jedoch im Privatleben eher auf die schnelle Nummer aus. Immer ohne Verpflichtungen, ohne Versprechungen und mit offenen Karten. Eine Frau im Leben hat ihm hart mitgespielt, so dass er nichts ernstes sucht. Die Anwältin Olivia fällt genau in sein Beuteschema, eigentlich gar nicht, aber sie hat etwas, das er sich ihr nicht entziehen kann. Doch zunächst muss die Scheidung vollzogen sein. Aber immer wieder diese Treffen lassen ihn an seiner Standhaftigkeit zweifeln und vor allem hat sein Herz eigene Pläne. Und so wie er nach außen immer dargestellt wird, ist er überhaupt gar nicht. Er ist aufmerksam, hat ein großes Herz, schützt sich nur selbst und gibt unheimlich gerne anderen eine Perspektive.

Schön war es auch auf die Familie und somit die bekannten Nebencharaktere wieder zu treffen, die ordentlich wieder mitmischen durften und sich wenig zurückhalten.

Der Schreibstil ist sehr angenehm, locker, leicht und bildgewandt. Da ich nun die Schreibart der Autorin schon kannte, hatte ich diesmal auch keine Probleme mich einzufinden. Die Story wurde aus der Sicht von Olivia und Ben im stetigen Wechsel sowie aus der Erzählperspektive wiedergegeben.
Die einzelnen Kapitel haben unterschiedliche Leselängen, jedoch fliegt der Text nur so dahin.

Mein Fazit: Der 2. Teil der Romanreihe hat mir sogar noch besser gefallen als der vorherige. Auch hier wurde ich mit einem wohligen Hach-Gefühl zurückgelassen und von den Charakteren verzaubert.

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.10.2020

Mehr Schein als Sein...

Das Gift deiner Lügen
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Nachdem ich von dem Debüt „Die stille Kammer“ der Autorin Jenny Blackhurst damals so begeistert war und mich „Das Böse in deinen Augen“ leider nicht mehr so überzeugen konnte, wage ich mich mit „Das Gift ...

Nachdem ich von dem Debüt „Die stille Kammer“ der Autorin Jenny Blackhurst damals so begeistert war und mich „Das Böse in deinen Augen“ leider nicht mehr so überzeugen konnte, wage ich mich mit „Das Gift deiner Lügen“ mal wieder an einen Psychothriller von ihr. Vielen Dank an die Community und Austauschplattform Lesejury von Bastei Lübbe, für die ich dieses Buch in einer Leserunde lesen, bewerten und natürlich rezensieren durfte.

Die Leseprobe zu diesem Roman konnte mich ja schon erreichen und schnell erkannte man, dass es in die Richtung "Desperate Housewives" geht. Durch einen interessanten Prolog wird man kurz vorgewarnt, um was es überhaupt geht und danach ging es sofort in die Handlung und die kleine heile Welt von Severn Oaks. Nach und nach lernt man die vielen verschiedenen Charaktere kennen, aber auf Grund der Einteilung, bin ich mit diesen nicht durch einander gekommen und war sofort in der Geschichte angekommen. Im ersten drittel gab es auch noch soviel zu entdecken, der Mittelteil flachte etwas ab und zum Ende hin wurde es dann wieder spannender und eine Aufdeckung nach der anderen ereilte einen.
Die Autorin hat auch wie sonst schon wieder auf Blutvergießen verzichtet, es passieren Unfälle und es geschehen Dinge, jedoch wird hier mehr auf die Psyche gebaut und auch nicht tief ins Detail gegangen.

In Hinsicht zu der genannten Serie, wie auch zu „Pretty little liars“ hat es mir sehr gefallen. Ich mag solch einen Aufbau, jedoch hatte dieser Roman weniger mit einem Psychothriller zu tun. Da erwarte ich einfach mehr, als hinter die Fassade einer kleinen skurrilen Welt einzutauchen und hinter geschlossener Gardine auf ihre Geheimnisse, Intrigen, Lügen, Macht, Geld, Mobbing und Vertuschungen zu schauen. Ausnahmslos jeder ist in irgendetwas verstrickt und manche Auflösungen waren wirklich sehr gut verpackt, so dass man an der Nase herumgeführt worden ist.

Der Schreibstil hat mir wieder sehr gefallen und ich war sofort in den Geschehnissen drin. Die sehr gute bildhafte Beschreibung, auch die Vorstellung der vielen Charaktere hat dazu geführt, sich eine typisch amerikanische Anlage aus dem TV vor Augen zu führen.Die einzelnen Kapitel haben eine ungefähre gleichbleibende kurze Leselänge und dadurch fließ der Text noch schneller dahin. Die Handlung wird aus den verschiedenen Perspektiven der vielen Charaktere in der Erzählperspektive wiedergegeben. Die einzelnen Charakteren waren für mich individuell und ausreichend herausgearbeitet.

Das Cover ist mal wieder eine Augenweide und es lässt sich daraus auch nichts zur Handlung erahnen. Und den Titel versteht man ganz gut, wenn man das ganze Buch gelesen hat und somit versteht, um wen es hier wirklich geht.

Mein Fazit: In meinen auch leider kein Pyschothriller in diesem Sinne, aber dennoch fühlte ich mich sehr gut unterhalten.

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  • Cover
  • Spannung
  • Handlung
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Veröffentlicht am 30.09.2020

Wanderherzen in einem lyrischen Gedichtband

Wanderherzen
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Mit „Wanderherzen“ hat die Autorin Dahi Tamara Koch ihr inzwischen 4. Gedichtband veröffentlicht.

Nachdem ich von der Autorin bereits ihren Sammelband zu „Im Ereignishorizont“ gelesen habe, habe ich ...

Mit „Wanderherzen“ hat die Autorin Dahi Tamara Koch ihr inzwischen 4. Gedichtband veröffentlicht.

Nachdem ich von der Autorin bereits ihren Sammelband zu „Im Ereignishorizont“ gelesen habe, habe ich mich sehr auf ihr neues Werk gefreut. Auch dieses umfasst wieder Gedichte und Kurzprosa.

Das Buch selbst gliedert sich in 18 Hauptüberschriften zu verschiedenen Bereichen um die sich Wanderherzen einfach zentriert. Im Hauptkern geht es immer wieder um die Liebe, aber auch um Trennung, Verlust, die Natur, Abschied, natürlich das Reisen, die Selbstfindung, Selbstliebe und einfach sich selbst treu zu bleiben und nicht verbiegen zu lassen.

Hinter jedem Hauptkern verstecken sich verschiedene lange Verse, Zitate, Gedichte, Kurzprosa und Gedanken. Es erweckt verschiedene Stimmungen, Empfindungen und Emotionen.
Besonders gut gefiel mir die verschiedenste Poesie zu den Bereichen „Werdegesang und fahrendes Volk“, „Traumreise“, „Zwischen den Zeilen“, „Lebewohl“, „Wo soll ich beginnen – und wo werden wir enden?“ und „Heimkommen“. Ganz egal wie kurz oder lang die Texte dabei waren, sondern das was sie aussagen und wo ich mich vielleicht auch ein Stück wiederfinden konnten, haben mich besonders berührt.

In einigen Texten findet man sich selbst schnell wieder, es sind sehr schöne Texte abgelichtet, andere sind sehr nachdenklich und tiefsinnig, bis traurig und beruhigend.

Das Cover finde ich sehr zauberhaft. Es hat etwas gewaltiges großes und offenes, aber auch gleichzeitig so ein beruhigenden und tiefsinnigen Einfluss auf einen. Dort möchte man gerne sein und verweilen, einfach die Seele baumeln lassen. Auch die Innengestaltung ist sehr gelungen mit zauberhaften Überschriften und einer sichtbaren guten Einteilung der verschiednen Texte.

Der Schreibstil ist sehr schön und wandelt in seiner Thematik, in das was er ausdrücken möchte. Die verschiedenen Emotionen die es ausdrückt, legt sich daher auch im geschriebenen Stil wieder. Mal mit mehr Poesie, aber dennoch immer modern, manchmal etwas verschnörkelt in seiner Lieblichkeit, ansonsten immer gerade heraus und direkt. Es liest sich leicht und wunderschön, auch trotz der verschiedenen Thematiken.

„...mit Büchern kann man tausend Leben leben und tausend Welten bereisen...“

Mein Fazit: Ein wunderschöner und auch nachdenklicher Gedichtband mit Lyrik, die dich nicht nur in die Ferne wandern lässt. Es hat mir sogar noch etwas besser gefallen wie „Im Ereignishorizont“. Wer also Poesie mag, der sollte hier unbedingt zugreifen.

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Veröffentlicht am 30.09.2020

Hinter jedem Regen folgt auch Sonnenschein...

Regen, Wolken, Liebe
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Der Debütroman „Regen, Wolken, Liebe“ von der Autorin Nadine Feger verzaubert von außen mit dem wunderschönen leichten Buchcover, dazu mit einem bedeutenden Buchtitel und mit einem turbulenten, aufregenden, ...

Der Debütroman „Regen, Wolken, Liebe“ von der Autorin Nadine Feger verzaubert von außen mit dem wunderschönen leichten Buchcover, dazu mit einem bedeutenden Buchtitel und mit einem turbulenten, aufregenden, nervenaufreibenden und sehr schönen tiefsinnigen Inhalt. Weit entfernt von den immer ähnlichen Liebesromanen beginnt hier alles mit dem Ende einer Liebe, verliert die Liebe dann zwischendurch, aber sie endet wieder mit Liebe. So werden die Irrwege und auch die Facetten der Liebe aufgezeigt.

Die Handlung startet sofort los und man lernt die liebenswerte Protagonistin Tessa kennen. Diese erfährt unschön von dem Lug und den Betrug ihres Gatten Marc, im übrigen war er mir sofort unsympathisch, und leidet selbstverständlich an Herzschmerz. Energisch beendet sie die Beziehung, jedoch bedeutet jede Trennung Konsequenzen und das los lassen geht leider nicht immer so schnell sowie unkompliziert, wie man es erhofft. Doch Tessa wird von ihren drei Freundinnen aufgefangen, alle gehen zusammen durch dick und dünn, besonders Julia ist jederzeit an ihrer Seite. Der Roman spielt überwiegend in Bremen, macht aber einen kurzen Abstecher nach Hamburg und Cuxhaven. Ich selbst mag die Nordsee auch sehr und es war sehr schön, von dort zu lesen.
Tessa ist eine sehr offene und aufgeschlossene Person. Sie macht sich ihren Empfindungen Luft, schluckt nichts herunter und bricht lieber einmal mehr in Tränen aus, als es in sich hineinzufressen. So wie ihre Gefühlslage sich entwickelt, scheint sie mit dem Wetter eine kleine magische Vereinbarung getroffen zu haben, was das genau bedeutet, müsst ihr schon selbst herausfinden. Dadurch das sie eine sehr gefühlsbetonte junge Frau ist, verliebt sie sich auch sehr schnell oder fühlt sich zu diesem Gemütszustand sehr hingezogen. Jedoch versperrt es ihr die Sicht auf Mr. Right.

Marc, er war einmal alles für Tessa, jedoch hat er sich diese Karte verspielt. Seine Aktionen machen die Situation nicht besser. Er zeigt sein wahres Gesicht.

Lucas, ist der erste Mann der Tessas Augen wieder strahlen lässt, doch ob er der neue Mann an ihrer Seite sein wird? Ein verlockendes Angebot steht im Raum.

David, trifft auf Tessa oder sie auf ihn in den unmöglichsten Situationen und es ist komischer Weise meist nie trocken dabei. Obwohl sich beide nicht kennen, kann Tessa gegenüber David aber ihr Herz ausschütten. Doch bis es dazu kommt, vergehen ein paar Anläufe und unbewusst stösst sie immer wieder von sich.

Das schöne an diesem Roman ist, dass er dir seine Vielfältigkeit der Liebe zeigt, wie schnell etwas großes vorbei sein kann und wer immer zu dir steht, egal wie es dir gerade gehen mag. Was bist du bereit zu geben und was kommt wieder zu dir zurück. Sein Leben neu zu ordnen, seine Prioritäten zu sortieren und auch mal wieder etwas für sich selbst zu tun. Der Spannungsbogen wird durch die Ergänzung von kleinen Thrillelementen zusätzlich hoch gehalten und auch wenn es einem alles sehr kurz vorkommt, bewegt sich die Handlung über mehrere Monate hinweg. Sehr schön war auch der enthaltene Humor, egal ob er auf Grund der Situation entstand, während der Dialoge oder weil mal wieder etwas unglaubliches geschah. Daneben verspürt man ganz viel Gefühl und ist auch emotional ergriffen. Dreh- und Angelpunkt ist zwar die Liebe, jedoch als nächst größtes steht die Freundschaft, wieder Vertrauen zu fassen und einen Neubeginn zu starten.

Der Schreibstil hat mir sehr gefallen. Er ist locker, leicht , gefühlvoll, mit emotionalen und actionreichen Passagen besetzt. Die Kapitellängen haben unterschiedliche Leselängen, fließen jedoch nur so dahin. Die einzelnen Charakteren wurden treffend herausgearbeitet und bringen sehr viel Charme sowie Zorn durch ihre Individualität hinein. In der Ichperspektive erzählt Tessa ihre Geschichte, jedoch wird die durch kurze Wechsel aus den Sichten der Männer ergänzt. Das fand ich auch sehr wichtig, um auch wirklich hinter die Fassaden blicken zu können.

Mein Fazit: Ein wunderschöner, ernsthafter und doch magischer Debütroman, den ich sehr gerne gelesen habe. Dafür gibt es natürlich eine Leseempfehlung, auch an diejenigen, die auch gerne mal vom Leseschema F abweichen und sich überraschen lassen möchten.

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Veröffentlicht am 23.09.2020

Faszination zwischen Absurdität und Unglaube

ROSE - Humiliated
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„Rose: Humiliated“ von Lima Strysa ist mein mein erster Roman der Autorin und auch das erste Verlagsbuch über den Heartcraftverlag. Angesiedelt ist der Roman im Genre Psychothriller / Dark Romance. Dieses ...

„Rose: Humiliated“ von Lima Strysa ist mein mein erster Roman der Autorin und auch das erste Verlagsbuch über den Heartcraftverlag. Angesiedelt ist der Roman im Genre Psychothriller / Dark Romance. Dieses Buch ist definitiv nichts für seichte Gemüter und es handelt sich um sehr dunkle Dark Romance. Es ist sehr überraschend, fesselnd, gleichzeitig auch verwirrend, zerstörend und schwer zu fassen. Wer mit manchen Themen in der Darstellung ein Problem hat, sollte lieber die Finger davon lassen. Ich liebe ja Bücher die nicht alltäglich sind, einen überraschen können und immer wieder was anderes aufzeigen können, was es so noch nicht gab.

Es gibt sogar Dark Romance in unterschiedlichen Facetten und Darstellungen. Hier ist es nicht die sprachliche Komponente, sondern die ganz Dramatik und zur Schaustellung der abstrusen Geschehnisse. Ein wenig hat es mich an Sieben und Saw erinnert. Ihr fragt euch sicherlich wieso, aber dort geht es ja um gewisse Eigenschaften und Gelüsten von Personen und auch eine perfiden und anrüchiger Art und Weise wird sowas hier auch in verschiedenster Form von Neigungen dargestellt, nur in seiner kranken Art und Weise. Es ist auf eine gewisse Weise WOW und ich habe mich mehr als einmal gefragt, mag ich das nun oder nicht. Definitiv sind einige Gelüste schon sehr abstrus, jedoch findet das Leben auch nicht nur auf der Sonnenseite statt und vieles verborgenes spielt sich im dunklen Untergrund ab. Auf jeden Fall wirst du in des Rätsels Lösung Bann gezogen und sofort hatte ich das Gefühl, nein hier ist etwas faul und soll den Leser nur in die Irre führen, die Wahrheit wird noch viel verrückter werden. Ich habe das so ein komisches Gefühl, aber denke in der Fortsetzung wird es noch einige Überraschungen geben. Ich mag das Genre sehr und es ist hier auf eine andere abgefahrene Art und Weise wunderbar umgesetzt worden. Man muss sich nicht alles gut heißen und verstehen, es geht vielmehr um die Umsetzung und die grenzenlose Demütigung und Benutzung eines Menschen. Wie viel bist du bereit zu ertragen und wie weit bist du bereits zu gehen, um aus den ganzen dunklen wieder an Licht zu kommen.

Das Buch beginnt mit einer Warnung der Autorin und ich denke, dass ist ganz richtig hier gewählt, denn nicht jeder kann damit umgehen. Danach erfährt man einiges im Prolog und je mehr man liest, merkt man auch, wie wichtig dieser doch ist. Danach startet man direkt im Geschehen und erfährt durch die Erzählungen und kleinen Rückblicke so allmählich was wirklich passiert ist. Die Handlung zieht sich somit zwar über einen kurzen Zeitraum, aber genau 36 Tage, die zur einer harten und nicht enden wollenden Zerreißprobe werden. Auch das Ende ist nicht so wie man es sich erhofft oder gewünscht hätte, nein es schürt nur noch mehr Verwirrtheit und macht natürlich sehr neugierig auf die Fortsetzung.

Rose, eigentlich Rixa, gerade mal 18, hat mit ihren jungen Jahren, doch schon so einiges erleben müssen, was sie sich bis dahin wohl eher weniger gewünscht hätte. Sie ist zwar eine impulsive, leidenschaftliche und kämpfende junge Frau, aber auch unheimlich naiv in ihrer Vorstellung und ihrem Wunschdenken. Sie muss in dieser Zeit ziemlich viel ertragen und auch ihre bisherigen Partner gingen nicht gerade zartbesaitet mit ihr um. Sie glaubt immer an das Gute und kämpft um die, die sie liebt, doch schnell wir sie auf eine harte Zerreißprobe gestellt. Sie muss sich entscheiden, ob sie bei diesem bösen Spiel gute Miene zeigt und viel ertragen kann oder letztendlich daran zerbrechen wird. Aber um zu überleben, muss sie sich letztendlich für eine Seite entscheiden. Ein einziger Lichtblick lässt sich nicht durchdrehen.

Vicco, ist ein Macher, in einer ganz anderen Welt wie Rose aufgewachsen und kennt die dunklen sowie die Schattenseiten. Rose ist etwas ganz besonderes für ihn und sie hat ihm aus dem tiefen schwarz herausgeführt und verändert. Doch so wirklich kennt sie ihn gar nicht, er hält sich bedeckt, angst sie zu verlieren. Ihm ist bewusst, dass er sie nicht in Gefahr bringen darf und möchte sie schützen, doch zu spät erkennt er, in welche Spirale aus Lug und Trug er gezogen wurde und wie leicht auch er sich manipulieren lässt. Doch sie wissen nicht, was sie damit nur wieder zum Leben erweckt haben.

Der Schreibstil ist einfach fesselnd, sehr angenehm und mir gefällt die Anrede die, die beiden Hauptcharaktere nutzen und sich quasi selbst anreden und ihre Phasen der Geschichten erzählen. Wer hier gefühlvolle Momente sucht, ist eher fehl am Platz, aber es ist erschreckend faszinierend und auch unheimlich emotional traurig. Die Kapitel, die mit den einzelnen Tagen gekennzeichnet sind, haben eine angenehme, aber unterschiedliche Leselänge und flogen nur so dahin.
Die Handlung wird in der Ich-Perspektive wiedergegeben, überwiegend von Rose, aber auch mit Abschnitten von Vicco.

Das Cover ist eine wahre Augenweide und einfach wunderschön in seinem dunklen Grundton und den lila Applikationen gefangen zwischen Rosen und Stacheldraht.

„Wir sind zu unterschiedlich und auf unsere Art keineswegs normal. Wir sind zwei einzigartige Seelen.“

Mein Fazit: Nichts für schwache Nerven trifft es so ziemlich genau. Du glaubst du hast in dem Genre schon alles gelesen, oh nein, greif zu diesem Buch und überzeuge dich selbst. Gefangen zwischen Unglaube, Irritation und Absurdität, willst du einfach nur wissen, wie geht es weiter.

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