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Veröffentlicht am 02.12.2017

Alles bestens in QualityLand...

QualityLand
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Das neue Buch von Marc-Uwe Kling, "QualityLand" wäre ein sehr lustiger Zukunftsausblick - wenn wir nicht im Alltag schon sehen könnten, dass wir unaufhaltsam auf so etwas Ähnliches zusteuern! Deswegen ...

Das neue Buch von Marc-Uwe Kling, "QualityLand" wäre ein sehr lustiger Zukunftsausblick - wenn wir nicht im Alltag schon sehen könnten, dass wir unaufhaltsam auf so etwas Ähnliches zusteuern! Deswegen ist es zusätzlich zu seinen sehr humorvollen Elementen auch ein warnendes Beispiel, was aktuell schon schief läuft und wo wir es nicht zu weit treiben dürfen. 

Wir werden als Touristen und stumme Beobachter in die neue Zeit und Welt QualityLand geführt, in der alles nicht gut oder sehr gut, sondern perfekt ist, schon von Gesetzes wegen. Wir begleiten Peter Arbeitsloser (die Nachnamen erhält man nach dem Beruf der Eltern) bei seinem halbherzigen Kampf gegen das System und den Präsidentschaftskandidaten John of Us in seinem Wahlkampf - er ist der erste Androide in der Politik. 
Dazwischen wird das Geschehen von Werbeeinblendungen und Nachrichten-Posts unterbrochen, die sehr dazu beitragen, dass man sich die Welt besser vorstellen kann. Bei diesem Teil des Buches wird auch interessant ob man ein helles oder dunkles Buch gekauft hat, denn diese unterscheiden sich nicht in der Handlung, sondern nur in den Einblendungen. Am Ende des Buches bekommt man einen Link unter dem man die Einblendungen der jeweils anderen Ausgabe lesen kann. Diese verschiedenen Ausgaben passen perfekt in das Konzept von QualityLand, in dem alles so personalisiert und berechnet ist, dass man, z.B. nichts mehr bestellen muss, sondern das, was man sich wünscht automatisch geliefert bekommt. 

Leider bekommt "QualityLand" von mir aber trotz allem nur 4 statt 5 Sterne. Ich finde die meisten Bestandteile dieses Buches sehr gut: die Grundidee, den logischen Aufbau der Welt, die Erzählweise, die Werbe-Einblendungen und die grafische Gestaltung des Buches. Doch das wichtigste - die Handlung - gerät für mich etwas zu sehr in den Hintergrund. Neben dem Aufbau der schillernden neuen Welt bleibt am Ende doch das Gefühl, dass es nur wenig Entwicklung gab und wir, trotz einiger - mehr oder weniger halbherziger - Versuche etwas zu verändern, wieder genau da sind, wo wir begonnen haben. Das hat mich am Ende etwas enttäuscht. 
Ich habe bei Büchern, die ein für mich so unerwünschtes Bild von der Zukunft zeigen, immer die Hoffnung, dass am Schluss alles in sich zusammenbricht und eine "normalere" Welt einkehren kann. Das ist hier überhaupt nicht der Fall. Das System wurde zwar infrage gestellt und kritisiert - trotzdem ändert sich nichts und keinen scheint es zu stören. 

Alles in allem ist "QualityLand" ein sehr gelungener Zukunftsroman, der satirisch die aktuellen technischen Entwicklungen und Personalisierungsbestrebungen, die den Nährboden für das, was in QualityLand Realität ist, bilden, aufs Korn nimmt. Absolut lesenswert - aber hinterher ist man ein bisschen paranoider als zuvor.

Veröffentlicht am 02.12.2017

Walter Moers, nicht von seiner besten Seite

Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr
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"Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr" ist der neue Zamonien-Roman von Hildegunst von Mythenmetz, übersetzt von Walter Moers, das Hörbuch wird gelesen von Andreas Fröhlich.


Alle Walter ...

"Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr" ist der neue Zamonien-Roman von Hildegunst von Mythenmetz, übersetzt von Walter Moers, das Hörbuch wird gelesen von Andreas Fröhlich.


Alle Walter Moers Fans warten schon sehnlichst auf den dritten Teil der "Stadt der Träumenden Bücher"-Trilogie. Dementsprechend enttäuscht war ich, als bekannt gemacht wurde, dass dieses Buch nochmal um Jahre verschoben würde und stattdessen "Prinzessin Insomnia" zuerst erscheinen würde.


Trotz aller dieser Enttäuschung schon vor dem Erscheinen dieses Buches wollte ich neutral und ohne negative Gefühle an das Hörbuch heranzugehen. Am Anfang hat mir die Geschichte nicht wirklich gefallen. Sie handelt von Prinzessin Dylia, die sich selbst Insomnia nennt, weil sie an einer unheilbaren Krankheit leidet, die sie oft viele Nächte in Folge nicht schlagen lässt. Die ersten Kapitel handeln nur von Dylias Gedanken, Wortspielen und selbstmitleidigen und selbstlobenden Jammereien, als sie wieder einmal lange nicht geschlafen hat. In dieser Phase des Buches ist mir unsere Hauptfigur sehr unsympathisch. Die Geschichte entwickelt sich weiter, und sobald der Alptraumfarbene Nachtmahr erscheint und sich mit Dylia auf die Reise durch ihr eigenes Gehirn begibt, wird die Geschichte spannender und bekommt eine tatsächliche Handlung statt nur inneren Dialog Dylias. Die anschließende Reise ist fantasievoll und spannend.  


Andreas Fröhlich kannte ich bisher nur als Filmsynchronisator und natürlich als Bob Andrews von den Drei ???. Da war es am Anfang schwierig mich umzugewöhnen, aber er liest die Geschichte so gut und anschaulich, dass das schnell ging. Manchmal liest er für meinen Geschmack etwas schnell, da auch viele Moers-typische endlose Aufzählungen mit ungewöhnlichen, unbekannten oder neu erfundenen Wörtern vorkommen. Ansonsten ist es sehr angenehm ihm zuzuhören. 


Insgesamt bin ich von der Geschichte nicht überzeugt, da es wirklich lang dauert, bis der zähe Anfang vorbei ist und die Geschichte Fahrt aufnimmt. Ich fand die Zeichnungen, die im Booklet enthalten sind, wunderschön und einen wirklichen Mehrwert für die Geschichte. Deswegen denke ich, dass für dieses Buch die gedruckte Buchversion besser ist als das Hörbuch, auch wenn es noch so schön gelesen wird. Die Druckversion enthält viel mehr Bilder, was die ganze Geschichte auflockert. 


Deswegen kann ich leider nur vier Sterne geben, obwohl ich ein wirklich großer Moers-Fan bin (siehe meinen Benutzernamen). Ich fand dies bist jetzt die schlechteste Zamonien-Geschichte und halte das gedruckte Buch für ein schöneres Leseerlebnis als das Hörbuch, obwohl es sehr gut gelesen ist.

Veröffentlicht am 02.12.2017

Spannendes Kinderbuch mit viel Magie

Die drei Magier - Das magische Labyrinth
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"Die drei Magier - Das magische Labyrinth" ist ein herzerwärmendes Kinderbuch. Conrad und Vicky müssen nachsitzen und das an einem brütendheißen Sommertag. Natürlich habe sie da besseres vor: Sobald der ...

"Die drei Magier - Das magische Labyrinth" ist ein herzerwärmendes Kinderbuch. Conrad und Vicky müssen nachsitzen und das an einem brütendheißen Sommertag. Natürlich habe sie da besseres vor: Sobald der Lehrer verschwunden ist verduften sie und gehen, gemeinsam mit Conrads Schwester Mila, am See baden. Da passiert es: Sie werden von magischen kleinen Leuchtwesen entführt, in eine fremde, magische Welt, in der sogar Bäume und Steine sprechen können. Sofort merken sie auch, wer das Böse in dieser Welt verkörpert: Ein gemeiner Zauberer namens Rabenhorst, der fiese Trolle für sich arbeiten lässt.
Die Kinder kommen in das Cafe von Fia Feu und erfahren: Sie sind die drei auserwählten Magier, die Algravia, die Welt in der sie sich befinden, retten sollen! Dabei sind sie weder Magier noch wissen wie sie all das anstellen sollen. Doch dabei hilft ihnen der Kater Kasimier.
Ich will noch nicht mehr von der Geschichte vorweg nehmen, denn das war eh schon einiges. Lest lieber selbst, es lohnt sich!


Mir hat die Art und Weise, wie die Geschichte erzählt wird gut gefallen. Es wird spannend, aber nicht so, dass die Kinder richtig Angst bekommen müssten. Die Sprache hat mir auch gut gefallen, mit einer Ausnahme: Manchmal finde ich die Sprache der Kinder zu flapsig und unhöflich, aber das ist wahrscheinlich nur realistisch. :D 


Die zahlreichen Bilder und Illustrationen haben mir auch sehr gut gefallen. Der Zeichner findet genau das richtige Maß zwischen Feinheit und Grobheit der Linienführung, sodass auch die unheimlichsten Bilder noch ein wenig lustig wirken. Die grafische Gestaltund in Zusammenspiel mit dem Text ist gut durchdacht und abwechslungsreich.


Insgesamt ein wunderbares Kinderbuch, das man schnell verschlungen hat. Ich kann es nur weiterempfehlen und freue mich auf den nächsten Teil!

Veröffentlicht am 02.12.2017

Klassische Krimi-Spannung

Geheimnis in Rot
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Mavis Doriel Hay kann man ohne zu zögern in die Reihe klassischer Englischer Krimi-Autorinnen einreihen. 
Ihr Krimi "Geheimnis in Rot" war mein erstes Buch von ihr, aber es wird bestimmt nicht das letzte ...

Mavis Doriel Hay kann man ohne zu zögern in die Reihe klassischer Englischer Krimi-Autorinnen einreihen. 
Ihr Krimi "Geheimnis in Rot" war mein erstes Buch von ihr, aber es wird bestimmt nicht das letzte bleiben. 
Wir werden in das idyllisch gelegene Anwesen Flaxmere versetzt, in dem sich Jahr für Jahr zur Weihnachtszeit alle Familienmitglieder so gar nicht idyllisch versammeln. Der Hausherr und Vaterr/Schwiegervater Sir Osmond ist stolz auf seinen einstigen Erfolg und sein Vermögen und will es nur an die Kinder vererben, die genau tun, was er sagt, d.h. auch heiraten, wen er will. Damit hat er sich in der ganzen Familie nur Feinde gemacht, denn die einen haben sich durchgesetzt und gegen seinen Willen geheiratet - mussten dafür ohne sein Geld auskommen, die anderen haben nach seinen Wünschen geheiratet und dafür andere Liebschaften aufgegeben und sind nun unglücklich. 
Am Weihnachtstag wird Sir Osmond schließlich erschossen aufgefunden und nur die Hausgemeinschaft hatte Motiv und Gelegenheit. Der benachbarte Colonell und die Polizei beginnen sofort zu ermitteln und werden abwechseln in die Irre geführt und unterstützt. 


Ein klassischer englischer Krimi, mit einer "geschlossenen Gesellschaft" in der der Mörder zu suchen ist. Spannend geschrieben, mit reich ausgestalteten Charakteren und nicht vorhersehbar. Der Schreibstil ist Briefromanartig, es wird von verschiedenen Personen aus verschiedenen Perspektiven erzählt, der Hauptteil jedoch aus der Sicht des ermittelnden Colonell, das schafft Kontinuität. 


Das einzige, was mich gestört hat, ist der offensichtlich falsche Text außen auf dem so stimmungsvoll gestalteten Flexcover-Buch: Die genannte Stimmung der goldenen Zwanziger ist in einem Buch, bei dem schon im ersten Kapitel die aktuelle Jahreszahl 1935 genannt wird, einfach nicht vorhanden. 


Insgesamt ein spannendes Buch, passend für graue Herbst- und Frühwintertage und ideal um in Weihnachtsstimmung zu kommen. Für Cosy-Crime-Fans sehr zu empfehlen.

Veröffentlicht am 02.12.2017

Spannender Kinderkrimi

Pandora und der phänomenale Mr Philby
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"Pandora und der phänomenale Mr. Philby" von Sabine Ludwig ist ein kurzweiliger Kinderkrimi.


Pandora freut sich auf ihre Ferien zu Hause bei ihrer Mutter in Cornwall. Aber das kleine Hotel schrammt an ...

"Pandora und der phänomenale Mr. Philby" von Sabine Ludwig ist ein kurzweiliger Kinderkrimi.


Pandora freut sich auf ihre Ferien zu Hause bei ihrer Mutter in Cornwall. Aber das kleine Hotel schrammt an der Grenze zur Pleite und muss über jeden noch so seltsamen Gast froh sein. Pandora muss wird die ganzen Ferien mit anpacken müssen und muss auch noch für den gleichaltrigen nervigen Ashley Babysitterin spielen. Das versprechen keine angenehmen Ferien zu werden. 
Doch dann wird an der Küste ein ermordeter Mann gefunden, die Kinder stellen eigene Nachforschungen an und die Ereignisse überschlagen sich.


Ein stimmungsvoller Kinderkrimi an der cornischen Küste. 


Spannung und Spaß kommen nicht zu kurz, aber insgesamt - Achtung Spoiler - ist es doch etwas vorhersehbar, wenn derjenige der Bösewicht ist, der den Kindern von Anfang an suspekt war - deswegen nur vier Sterne.