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Veröffentlicht am 20.05.2025

Ein Neuanfang in Little Germany

Little Germany - Der Duft der Neuen Welt
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Nach einigen Veröffentlichungen (wie z.B. Die Schokoladenvilla oder „Die Bodensee – Saga“) hat Maria Nikolai nun den ersten Band ihrer neusten Dilogie „Little Germany – Der Duft der neuen Welt“, der im ...

Nach einigen Veröffentlichungen (wie z.B. Die Schokoladenvilla oder „Die Bodensee – Saga“) hat Maria Nikolai nun den ersten Band ihrer neusten Dilogie „Little Germany – Der Duft der neuen Welt“, der im Mai 2025 im Penguin – Verlag erschienen ist, vorgelegt. Seit der Trilogie „Die Schokoladenvilla“ bin ich ein großer Fan dieser Autorin und als ich erfuhr, dass es einen neuen Roman von ihr geben wird, war ich sofort Feuer und Flamme. Allein der Klapptext weckte meine Neugierde. Ab diesen Zeitpunkt wusste ich, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss und so begab ich mich (buchtechnisch) auf eine wunderschöne Reise.

Wer schon das eine oder andere Buch von Maria Nikolai gelesen hat, weiß den leichten und flüssigen Schreibstil zu schätzen. Bereits ab den ersten Sätzen merkte ich, wie mich die Geschichte regelrecht in ihren Bann zog. Je länger ich las, desto schwerer fiel es mir, dieses Buch vorzeitig aus den Händen zu legen. Zu jedem Zeitpunkt wollte, nein, musste ich wissen, wie es mit den beiden jungen Frauen weitergehen wird. Maria Nikolai kann aber nicht nur mit ihrem Schreibstil punkten, sondern auch mit dem bildhaften Erzählstil. Dieser ist so lebhaftgeschrieben, dass ich das Gefühl hatte, ich wäre mitten im Geschehen. Wozu die authentischen und lebensnahen Charaktere auch eine Menge dazu beitragen. Egal, wenn man hier herausnehmen würde, jede einzelne Figur bereichert die Geschichte auf seine eigene Art und Weise. Info: Einige der Personen gab es wirklich und somit wurde ihre Geschichte nacherzählt.

Die Handlung spielt um 1901. Das Dienstmädchen Lissi arbeitet in der herrschaftlichen Villa der Familie Wagner, wo sie eine Liaison mit dem Sohn anfängt. Als sie schwanger wird, wird sie kurzerhand gekündigt. Nach und nach schmiedet sie den Plan ihre Heimat zu verlassen und in Amerika das große Glück zu suchen.

Zeitgleich wird Julia, die aus gutem Haus stammt, unter falschen Voraussetzungen in eine arrangierte Ehe gelockt. Glücklich ist sie mit Frederick nicht und auch die Schwiegermutter trägt eine Menge dazu bei. Sie möchte aus Julia eine vorzeigbare Ehefrau machen. Der einzige Halt gibt ihr der Hengst Achill, denn sie mit auf das Gestüt nehmen durfte. Als Frederick ihn verkauft, bricht ihre Welt zusammen. Sie beschließt Deutschland zu verlassen, um nach Amerika auszuwandern.

Die erste Begegnung der jungen Frauen ist das Fundament einer wunderbaren Freundschaft. Auf der Überfahrt nach New York schmieden sie gemeinsame Zukunftspläne, die sie in einer Bäckerei in Little Germany verwirklichen wollen. In der Backstube findet Lissi ihre Berufung, wo sie u.a. ihre Brezel backen darf. Julia ist für den Verkauf zuständig. Der Neuanfang könnte besser nicht starten, aber am Horizont ziehen bald dunkle Wolken auf. Werden die beiden an ihren Zukunftsplänen festhalten können?

Mit dem Roman „Little Germany - Der Duft der neuen Welt“ hat Maria Nikolai erneut bewiesen, dass sie nicht zu Unrecht zu den erfolgreichsten Autorinnen gehört. Für mich schreibt sie keine Geschichten, nein, sie entführt mich auf eine historische Lesereise. Ihre Romane sind eine Mischung aus wahren Begebenheiten und Fiktion. Dank ihrer detaillierten und intensiven Recherche wurde sie so authentisch geschrieben, dass man meinen könnte, sie habe sich genauso abgespielt. Leider entspricht das nicht ganz der Wahrheit. Wer wissen möchte, welche Personen oder Ereignisse tatsächlich gab, den verweise ich gerne an die historischen Romanhintergründe, die sich am Buchende befinden. Dort kann man einiges nachlesen. Aber nicht nur die Recherche trug dazu bei, dass dieser Roman so lesenswert wurde. Zum einen gefiel mir die perfekt eingefangene und wiedergespiegelte Atmosphäre in der diese Geschichte spielt. Zum anderen Lissi und Julia, die durch ihr Freundschaft zu starken Persönlichkeiten wurden. Sie auf ihren Weg nach Amerika begleiten zu dürfen, war für mich eine große Ehre. Ich habe mit ihnen geweint, gehofft oder gelitten. Schade, dass die Reise mit einem fiesen Cliffhanger unterbrochen wurden ist, aber auf das Wiedersehen freue ich mich jetzt schon.

Obwohl die Geschichte stolze 585 Seiten (ohne Extras) umfasst, war sie relativ schnell ausgelesen. So fasziniert war ich. Jetzt heißt es sich bis im Sep/Okt. 2025 in Geduld üben, denn dann erscheint der zweite Band erscheint.

Zudem befinden sich am Ende des Buches ein Personenregister, historische Romanhintergründe (die ich sehr informativ und lesenswert fand), sowie Rezepte.

Für mich ein absolutes Lesehighlight, dass eigentlich mehr als 5 Sterne verdient hätte.

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Veröffentlicht am 08.05.2025

Eine bewegende und herzzerreißende Familiengeschichte, die tief berührt

Um jeden Preis
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Nach zahlreichen Veröffentlichungen (wie z.B. „Mit dem Mut zur Liebe“ oder „Zeit zu verzeihen“) hat Hera Lind nun ihr neustes Werk „Um jeden Preis“, dass im April 2025 im Knaur Verlag erschienen ist, vorgelegt. ...

Nach zahlreichen Veröffentlichungen (wie z.B. „Mit dem Mut zur Liebe“ oder „Zeit zu verzeihen“) hat Hera Lind nun ihr neustes Werk „Um jeden Preis“, dass im April 2025 im Knaur Verlag erschienen ist, vorgelegt. Vor ein paar Jahren habe ich die Autorin für mich entdeckt und als ich von ihrem neuen Roman erfuhr, wusste ich, dass ich diesen ebenfalls wieder lesen muss. Allein der Klapptext und die dazugehörige Leseprobe konnten meine Neugierde wecken, aber da war mehr: ich wollte in Lydias berührende Familiengeschichte eintauchen.

Wer schon das eine oder andere Buch von Hera Lind gelesen hat, weiß ihren flüssigen und leichten Schreibstil zu schätzen. Der bildhafte Erzählstil komplettiert das Ganze. Bereits ab der ersten Seite zog mich Lydias Geschichte regelrecht in ihren Bann. Zu jedem Zeitpunkt wollte ich eigentlich wissen, wie es mit ihr und der Familie weitergehen wird. Die grauenvollen und sehr bewegenden Ereignisse zwangen mich aber mehrfach dazu, das Buch zur Seite zu legen, um das Gelesene zu verarbeiten. Es war der blanke Horror. Immer noch frage ich mich, wie Lydia und deren Familie diese schrecklichen Jahre überleben ließen. War es wirklich nur der familiäre Zusammenhalt, die Liebe oder die Hoffnung, dass es irgendwann einmal besser wird? Ich weiß es nicht. Teilweise haben mich die Ereignisse so mitgenommen, dass ich unter Tränen weitergelesen habe.

Hera Lind erzählt die Geschichte der damals 16jährigen Lydia. Sie und ihre Familie leben in einem ukrainischen Dorf bei Odessa, als die Rote Armee immer weiter vorrückt, fliehen sie. Ihre Flucht endet in Deutschland, wo sie wieder zurückgeholt werden. Ab diesen Moment beginnt ein unvorstellbarer Alptraum, der nie zu enden scheint. Die Odyssee beginnt als die Familie in einem verschlossenen Waggon nach Sibirien verschleppt werden. Was sie dort erwartet, ist kaum in Worte zu fassen. Ihr einziges Gepäck ist die Kleidung, die sie am Körper tragen und dass bei minus 50 Grad. 12 lange Jahre muss die Familie unter schwersten und menschenunwürdigsten Bedingungen Arbeiten und Wohnen. In dieser Zeit wird Lydia selber Mutter. 6 von acht Kindern überleben diese Szenarien. Als man sie endlich aus dem Arbeitslager entlässt, ist der Eiserne Vorhang dicht. Es scheint aussichtslos zu sein, dass die Familie wieder nach Deutschland zurückkehren kann. 12 weitere Jahre, die die Familie mit Zusammenhalt, Liebe und Hoffnung überleben lässt.

„Um jeden Preis“ ist erneut ein Roman, der auf einer wahren Geschichte beruht. Dank der Lydias Familie und Angehörige, die sich mit Tagebüchern und Fotoalben an Hera Lind gewandt haben, konnte diese emotionale, dramatische und herzzerreißende Geschichte zu Papier gebracht werden. Eine Familiengeschichte, die mich mehr als einmal zu Tränen gerührt hat, aber auch des Öfteren fassungslos zurückließ. Warum konnten Menschen anderen Menschen sowas antun? Was mich aber zu tiefst bewundern ließ, war, dass die Familie, ganz gleich wie schwer die Lebensumstände auch noch waren, nie die Hoffnung oder gar den Lebensmut verloren haben. Den Glauben an sich und an eine bessere Zukunft haben sie nie aus den Augen verloren und sich all die Jahre lang bewahrt.

Für mich sind Lydia und ihre Familie nicht nur wahre Helden, sondern auch starke Überlebungskünstler, die unsere Probleme ganz klein und sinnlos erscheinen lassen.

Eine Geschichte, die die damaligen Ereignisse nie vergessen lassen.
5 (obwohl dieser Roman definitiv mehr verdient hätte) von 5 Sternen. Dieses Buch gehört jetzt schon zu den Lesehighlights 2025!!!!

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Veröffentlicht am 24.04.2025

Ein historischer und spannender Auftakt

Elbnächte. Die Lichter über St. Pauli
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Nach Veröffentlichung von „Die Hafenärztin“ hat Henrike Engel nun ihr neustes Werk „Elbnächte – Die Lichter über St. Pauli“, dass im März 2025 im Ullstein Verlag erschienen ist, vorgelegt. Bereits ihre ...

Nach Veröffentlichung von „Die Hafenärztin“ hat Henrike Engel nun ihr neustes Werk „Elbnächte – Die Lichter über St. Pauli“, dass im März 2025 im Ullstein Verlag erschienen ist, vorgelegt. Bereits ihre erste Buchreihe konnte mich rundherum begeistern und als ich von ihrem neuen Roman erfuhr, wollte ich mir diesen natürlich nicht entgehen lassen. Sowohl der Klapptext als auch die dazugehörige Leseprobe konnten mich sofort in ihren Bann ziehen und so ging die Reise (buchtechnisch) nach Hamburg.

Wer schon das eine oder andere Buch der Autorin gelesen hat, weiß den leichten und flüssigen Schreibstil der Autorin mehr als nur zu schätzen. Bereits ab der ersten Seite tauchte ich in die Geschichte um Louise und Ella ein und ab. Dies war aber nicht nur dem Schreibstil zu verdanken. Der einzigartige und bildhafte Erzählstil trug eine Menge dazu bei. Während des Lesens entstand ein lebendiges Kopfkino. Spätestens hier spürt man, mit wieviel Herzblut die Autorin die Geschichte geschrieben hat. Dank der detaillierten Kulissenbeschreibung, die Hamburg um 1913 zeigt, schafft sie es, ihre Leserschaft auf eine einzigartige Zeitreise zu entführen. Während des Lesens merkte ich, wie mich die Geschichte immer mehr und mehr anzog, so dass ich dieses Buch kaum noch aus den Händen legen wollte. Zu jeden Zeitpunkt wollte ich wissen, wie es mit den zwei Freundinnen weitergehen wird. Ein weiterer Punkt, sind die authentischen und sehr lebendigen Charaktere, die meiner Meinung nach auch sehr realistisch dargestellt worden sind. P.S: Wer „Die Hafenärztin“ schon gelesen hat, wird auch einige ehemalige Person wiedertreffen, was ich persönlich sehr gut fand.

Nun aber zur Handlung, die erneut in Hamburg seinen Schauplatz gefunden hat.
Louise Dumont und ihr Mann Viktor leben in Saus und Braus. Die besten Hotels, exklusiver Schmuck, edle Kleidung und noble Partys. Louise liebt und genießt den Luxus. Ein anderes Leben kann sie sich beim besten Willen nicht mehr vorstellen, doch es kommt anders. Über Nacht verschwindet Viktor und alles was er ihr zurücklässt, sind Schulden. Was nun? Zeitgleich flieht die Prostituierte Ella aus dem Bordell. Sie will ein neues Leben anfangen. Ihr Weg führt sie in die Hansestadt Hamburg, wo sie, dank eines Zufalls, Louise, trifft. Relativ schnell freunden sich beide an und schmieden sogar gemeinsame Zukunftspläne. Als auf Sankt Pauli ein Verbrechen passiert und der mutmaßliche Täter flieht, verstecken Ella und Louise ihn. Sie glauben an seine Unschuld und wollen dies auch beweisen. Nur wie? Kurze Zeit später treffen sie auf Paul, der seit seinem schweren Unfall, den Polizeijob an den Nagel hängen musste. Obwohl er nicht mehr im Dienst ist, will er eine Band gewalttätiger Straßenkinder und deren Anführer schnappen. Gehört der Flüchtige ebenfalls dazu? Eine kriminalistische und spannende Ermittlungsjagd beginnt.

Mit „Elbnächte“ hat Henrike Engel erneut ihre Geschichte bildhaft und glaubwürdig in Szene gesetzt. Wie schon bei ihrer letzten Reihe „Die Hafenärztin“ hat auch dieser historische Romane eine kontinuierlichen Spannungsbogen, der den Leser an die Handlung fesseln lässt. Dieser sorgt dafür, dass es fast unmöglich ist, das Buch vor Beendigung aus den Händen legen zu wollen. Die immer abwechselnden Handlungsstränge sorgen zudem dafür, dass die Geschichte zu keinem Zeitpunkt langatmig oder gar langweilig wird. Eher das Gegenteil ist der Fall. Sie wirkt authentischer und lebendiger und ich hatte das Gefühl mitten im Geschehen zu sein. An jeder Ecke passiert irgendetwas und genau das ist es, was den Leser magisch anziehen lässt.

Ein perfekter Einblick in das damalige Geschehen Hamburgs.
Für mich ist dieser historische und spannender Roman ein wahres Lesehighlight und jetzt warte ich schon sehnsüchtig auf den zweiten Band, der im November 2025 erscheinen soll.
5 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 19.04.2025

Ein großartiger Abschlussroman

Goldene Wege. Die Münchener Ärztinnen
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Nach den Veröffentlichungen der beiden Bände „Goldene Träume“ und „Goldene Zeiten“ hat Ina Bach nun ihr neustes Werk „Goldene Wege“, dass im April 2025 im Goldmann Verlag erschienen ist, vorgelegt. Leider ...

Nach den Veröffentlichungen der beiden Bände „Goldene Träume“ und „Goldene Zeiten“ hat Ina Bach nun ihr neustes Werk „Goldene Wege“, dass im April 2025 im Goldmann Verlag erschienen ist, vorgelegt. Leider ist dies der letzte Teil der großen Trilogie und somit muss sich ihre Leserschaft von den Münchner Ärztinnen verabschieden. Leider, aber wenn es am Schönsten ist, sollte man aufhören. Bis es allerdings soweit ist, dürfen die knapp 600 Seiten in vollen Zügen genossen werden und das tat ich auch.

Über den flüssigen und leichten Schreibstil der Autorin brauche ich kein Wort mehr verlieren und wer den einen oder anderen (oder sogar beide) Roman schon gelesen hat, weiß diesen mehr als nur zur schätzen. Dies ist nur ein Punkt, der zu dem einzigartigen Lesevergnügen beiträgt. Der großartige und bildhafte Erzählstil sorgt dafür, dass die Geschichte zum Leben erweckt wurde. Ich, als Leserin, hatte das Gefühl, ein Teil der Geschichte sein zu dürfen. Nicht daneben, sondern mittendrin. Was auch mit den authentischen und lebensnahen Charakteren zutun hatte.

Endlich ist es soweit. Lulu, Fanny und Elsa haben es geschafft und dürfen an der Medizinischen Fakultät Münchens studieren. Obwohl ihre Zulassung amtlich ist, werden ihnen mehr und mehr Steine in den Weg gelegt. Aber die drei Freundinnen geben nicht auf und das bekommen auch ihre männlichen Kommilitonen bald zu spüren. Aber nicht nur beruflich gibt es Probleme, auch privat hakt es an allen Ecken und Enden. Ihre beste Freundin und Schauspielerin Änny verfällt immer mehr an ihrer Schwermut. Lulu hat sich zur Aufgabe gemacht, ihr zu helfen. Ob sie Ännys Geheimnis lüften kann?

Eine unerwartete Begegnung bringt Elsa Leben komplett durcheinander. Ob sie endlich erfährt, was mit ihrer kleinen Tochter Tilda passiert ist?

Auch Fanny bleibt es turbulent. Ihr Wissen macht es nicht gerade leichter, im Gegenteil. Mit ihren männlichen Kommilitonen eckt sie oft an und auch in Sachen Liebe scheint sie kein gutes Händchen zu haben.

Mit ihrem Roman „Goldene Wege“ hat Ina Bach einen fulminanten Abschlussband vorgelegt. Bei jedem einzelnen Band spürte ich, mit wieviel Herzblut sie die Geschichte geschrieben hat. Ihre sehr gute und detailreiche Recherche nutzt sie perfekt, um die Fakten der damaligen Zeit brillant in die Handlung einzuweben, wodurch sie eine einzigartige Authentizität erhält. Nicht nur das Leben und der Kampf der drei Freundinnen, um ihren Traum zu verwirklichen, fand ich sehr interessant, sondern auch der Einblick in die damalige medizinische Versorgung war mehr als nur spannend. Zudem fand ich den Werdegang der Frauen sehr stimmig gestaltet. Zu keiner Zeit war es weder langatmig, langweilig oder sogar unstimmig. Ganz das Gegenteil war der Fall. Ich hätte gerne noch das eine oder andere Buch aus dieser Reihe gelesen, aber jetzt ist Schluss und ich freu mich schon auf ein neues Projekt von dieser Autorin.

Ich kann diese Trilogie nur an Leser bzw. Leserinnen weiterempfehlen, die nicht nur historische Romane gerne lesen, sondern auch mal Einblicke in die damalige medizinische Welt werfen möchten. Es lohnt sich.

5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 31.03.2025

Kurzurlaub inkl. Mordfälle

Das Schweigen der Kegelrobben
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Wer den letzten Insel-Krimi „Krieg der Seerobben“ (DTV-Verlag 2024) gelesen hat, weiß, dass Thies und Nicole damals einen sehr turbulenten Fall zu lösen hatten. Selbst Außerirdische haben vor Fredenbüll ...

Wer den letzten Insel-Krimi „Krieg der Seerobben“ (DTV-Verlag 2024) gelesen hat, weiß, dass Thies und Nicole damals einen sehr turbulenten Fall zu lösen hatten. Selbst Außerirdische haben vor Fredenbüll nicht Halt gemacht. Solche Ereignisse „schreien“ nach Erholung und diese Chance nutzt Krischan Koch für seinen neusten Fall nur zu gern. Im „Das Schweigen der Kegelrobben“, der im März 2025 im dtv- Verlag erschienen ist, wird Kommissarin Nicole Stappenbek kurzerhand in den Urlaub geschickt. Auf Amrum findet zudem das große Wiedersehen mit ihrer damaligen Jugendgruppe statt. Obwohl sie auf dieses Ereignis nichtsonderlich Lust hat, siegt die Neugierde. Was ist aus den Ehemaligen geworden? Kaum das sie auf der Insel angekommen ist, wird auch schon Investmentbanker Oliver vermisst. Trotz Suche bleibt dieser verschwunden, das hält die anderen nicht vom Feiern ab. Nach einem feucht-fröhlichen Abend folgt das böse Erwachen. Am nächsten Morgen wird der schöne Alex kopfüber in einer Kloschüssel tot aufgefunden. Nach ersten Erkenntnissen sieht dies nicht nach Selbstmord aus. Wer kann den Fall besser lösen als Dorfpolizist Thies Detlefsen? Ein Mordfall und prompt ist er an Ort und Stelle, da lässt er sich nicht zweimal bitten. An seiner Seite ist Nicoles Urlaubsvertretung und Praktikanten vom BKA Judith Foerster. Die Ermittlungen laufen in alle Richtungen, aber schnell wird auch klar, dass Nicole Alex zum letzten Mal lebend gesehen hat. Was ist in der Tatnacht passiert oder hat sie etwas gesehen? Was ist mit Oliver? Fragen über Fragen…. aber eins steht fest: es bleibt nicht nur bei einem Toten!

Krischan Koch wird einfach nicht müde. „Das Schweigen der Kegelrobben ist mittlerweile der 13. Fall für Thies Detlefsen und der Autor schöpft immer noch aus dem Vollen. Sein flüssiger und bildhafter Schreibstil lässt mich sofort in die jeweilige Kulisse ein und abtauchen. Kaum das ich dieses Buch angefangen habe, kann ich es auch nicht mehr aus den Händen legen, was leider zur Folge hat, dass die 300 Seiten viel zu schnell ausgelesen sind. Beim Lesen entsteht zudem ein herrliches Kopfkino. Wer den einen oder anderen Inselkrimi schon gelesen hat, kennt die lustige Truppe aus der „Hidden Kist“ und ich freu mich immer über ein Wiedersehen. Nur Imbisshündin Susi fehlt (sie ist im letzten Krimi verstorben), dafür darf ihr Nachwuchs namens Kuddel seinen Platz einnehmen. Er ist zwar noch ein wenig verspielt, aber dass er eine gute Spürnase hat, konnte er schon unter Beweis stellen. Zudem gibt es noch eine neue Kollegin für Thies: Praktikantin von BKA Judith Foerster. Im aktuellen Fall werden schreckliche Kindheits-erinnerungen bei ihr geweckt. Ob diese ihre Ermittlungsarbeit stören? Mal abwarten….

In seinem neuen Krimi geht es zwar um ein ernstes Thema, dennoch kommt der Humor nicht zu kurz und es darf wieder viel gelacht werden. Die eine oder andere Lachträne ist bestimmt dabei. Während des Lesens habe ich immer viel Freude daran, mit zu rätseln, wer den der oder die Täter sein können. Dank Krischan Koch, der seine Spuren immer gekonnt in die verschiedenen Richtungen legt, ist es fast unmöglich vor Ende den Täter ausfindig zu machen. Genau dies macht ein guter Krimi aus: Spannung bis zum Schluss!

Wer nach so vielen spannenden Momenten jetzt Hunger bekommen hat, findet am Ende des Buches wieder einige Rezepte von div. Spezialitäten, die nach Lust und Laune gerne nachgekocht werden dürfen. Gutes Gelingen!!

Für mich war der 13. Fall erneut ein kurzweiliger, mit viel Humor geprägter und spannungsgeladener Küsten-Krimi, der Lust auf die nächsten macht. Ich freu mich auf Band 14.

5 von 5 Sternen. Die beste Insel-Krimi-Reihe die ich kenne!!! Empfehlenswert!!!

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