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Veröffentlicht am 20.07.2025

Berührend, emotional und intensiv

Hold Me - New England School of Ballet
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„Hold me“ war mein erstes Buch von Anna Savas und ich habe es schon gefühlt tausende Male überall gesehen, bis ich mich auch endlich dazu entschieden habe, es zu lesen. Keine Ahnung, warum es so lange ...

„Hold me“ war mein erstes Buch von Anna Savas und ich habe es schon gefühlt tausende Male überall gesehen, bis ich mich auch endlich dazu entschieden habe, es zu lesen. Keine Ahnung, warum es so lange gebraucht hat, bis ich dazu gegriffen habe, denn eigentlich liebe ich Geschichten über Ballett und deshalb habe ich mich jetzt vermutlich doch noch für „Hold me“ entschieden.

Ich hatte eine Romanze vor dem Hintergrund einer Ballettgeschichte erwartet, aber das hier war so viel mehr. Das Buch vereint tiefgründige Themen und Tabu-Brüche, die mich in der Umsetzung sehr schockiert und berührt haben (die Triggerwarnung ist an dieser Stelle definitiv angebracht, also lest sie vor der Lektüre des Buchs auf jeden Fall durch), mit einer Geschichte über Leidenschaft, Heilung und Selbstfindung, tiefen und ehrlichen Emotionen, einem mitreißenden Schreibstil, vielschichtigen Charakteren und ganz viel Gefühl. Man spürt, dass in diesem Buch viel Herzblut und Arbeit stecken.

Ich habe die Geschichte anfangs sehr gemocht, vor allem, da ich alles, was mit Ballett zu tun hat, immer schon sehr gemocht habe, auch wenn es nicht mein eigenes Hobby ist. Der Prolog macht neugierig auf mehr, denn man möchte wissen, was überhaupt passiert ist, und man kommt schnell in die Geschichte rein, begleitet Zoe und Jase in ihrem Alltag, lernt die Charaktere kennen und fühlt mit ihnen mit. Nach und nach rückt aber der Ballettalltag immer mehr in den Hintergrund und es geht zunehmend nur noch um die Annäherung und die persönlichen Probleme von Zoe und Jase und auch die Nebencharaktere kommen ein wenig zu kurz. Das fand ich sehr schade, denn eigentlich mochte ich das Setting an der New England School of Ballett und das Ballettthema bzw. die Atmosphäre sehr gerne und gerade das wirkte zum Schluss fast schon unwichtig und austauschbar, denn die Situation zwischen Zoe und Jase nahm sehr viel Raum ein.

Allgemein hat mir die Geschichte gefallen, denn es war spannend, immer wieder unvorhersehbar und auch schockierend, aber doch mit einem zu starken Fokus auf den Problemen der Protagonisten und weniger auf dem Ballettsetting und auch die eigentlich starken Nebencharaktere wie Mae, Skye, Caleb und auch Zoes Eltern kommen leider etwas zu kurz, von manchen hätte ich auch gerne mehr gelesen, zum Beispiel von der wunderbaren Freundschaft zwischen Zoe und Mae, die Zoe zeigt, was Freundschaft wirklich bedeutet, weil sie nun zum ersten Mal eine richtige Freundin hat, die sie unterstützt und nicht hintergeht, so wie die gemeine Charlotte, oder auch von Skye, der einzigen Freundin von Jase, die aber von ihm immer wieder weggestoßen wird. Viele Charaktere wirkten aber auch irgendwie flach, oberflächlich und unglaubwürdig gezeichnet, weil ich sie einfach nur unsympathisch fand und sie nicht verstehen konnte. Leider konnte ich auch Jase oft nicht verstehen und fand ihn bisweilen eher anstrengend, weil er sich ständig in seine Wut und seinen Frust hineinsteigert und auf unsensible Weise nicht sehen kann oder will, wie es anderen geht und dass er andere genauso verletzt, wie er sich selbst fühlt. Statt das Gespräch auch einfach mal zuzulassen, blockt er jedes Mal ab, sowohl bei seinen Eltern, als auch bei Zoe und Skye. So ist er zwar für Zoe da, lässt sich aber selbst vehement nicht helfen und lässt dann auch noch manchmal seine Wut an Zoe aus. Diese Seite der Geschichte fand ich gelinde gesagt etwas übertrieben, unverständlich und absolut nervig.
Zoe hingegen fand ich als Protagonistin viel nachvollziehbarer gestaltet und dadurch habe ich mich ihr auch viel mehr verbunden und mit ihr mit gefühlt. Sie ist unglaublich talentiert, aber auch von alltäglichen inneren Kämpfen und Selbstzweifeln gezeichnet. Ihre Reise ist vielschichtig, voller Schmerz, Sehnsucht und der ständigen Frage, ob sie wirklich gut genug ist. Doch durch all das hindurch spürt man ihre Leidenschaft für den Tanz und die tiefe Sehnsucht, sich selbst und ihren Platz in der Welt zu finden.

Die Geschichte von Zoe und Jase ist sehr dramatisch, weil beide mit ihren jeweils eigenen Problemen, Gefühlen und Herausforderungen zu kämpfen haben, denn sie haben sehr viel durchgemacht, aber das Tanzen verbindet sie, gibt ihnen Halt und hilft ihnen, ihre Wunden zu heilen, sich gegenseitig wieder auf einer tieferen Ebene vertrauen zu lernen und sich selbst zu akzeptieren. Ihre Geschichte ist unglaublich berührend und hat mich mitfühlen lassen. Durch den Schreibstil, z.B. die kleinen Nachrichten am Anfang jedes Kapitels als Teil einer Art „Spiel“ zwischen Zoe und Jase, bei dem sie sich gegenseitig ihre Wahrheiten verraten, erfährt man sehr viele Details über die Protagonisten und hat das Gefühl, sie gut zu kennen. Die abwechselnden Sichtweisen und Einblicke in die Vergangenheit fand ich sehr toll. So konnte man besser verstehen, warum die Charaktere so handeln, wie sie handeln. Dafür sorgen auch die immer wieder erfolgenden Rückblicke in die Handlungen der Vergangenheit, die einen die Geschichte noch besser verstehen lassen und auch hin und wieder für den einen oder anderen schockierenden Moment sorgen. Die Aufarbeitung der Vergangenheit hilft jedenfalls bei der Heilung der beiden, für sich und zusammen.
Der Schreibstil von Anna Savas ist etwas Besonderes. In flüssigen, wunderschönen Worten entwirft sie ein detailliertes, intensives Bild der Emotionen, Gedanken, Träume und Herausforderungen der Charaktere, in dem man sich einfach wohlfühlt, auch wenn es um schwierige Themen geht.

Insgesamt ein wundervolles Buch, das weh tut, aber auch wieder heilt, das einem manchmal auf schlimmste Art und Weise das Herz bricht und es dann wieder auf schönste und beste Art und Weise zusammensetzt. Es hat mein Herz berührt, mich zum Weinen und gleichzeitig zum Lächeln gebracht. Eine Reise voller Selbstfindung, Hoffnung und der heilenden Kraft des Vertrauens, die im einen Moment traurig, aber im anderen wieder unfassbar glücklich macht, wenn die beiden doch noch zueinander finden und die Geschichte gut ausgeht.
Anna Savas hat einfach eine Geschichte geschaffen, die sowohl wunderschön als auch tiefgründig ist.
Ich mochte das Buch, allerdings gab es einfach ein paar Dinge, die mich gestört haben, zum Beispiel die „Dauer-Wut“ von Jase, die irgendwann sehr anstrengend war. Generell war mir manches einfach zu viel und anderes dann wieder zu wenig. Nichtsdestotrotz ein gelungenes Buch, nicht zuletzt aufgrund des tollen Schreibstils und der Art und Weise, mit der ernste und sensible Themen behandelt werden. Es hätte aber auch noch mehr aus der Geschichte gemacht werden können.
Die New England School of Ballett fühlt sich an wie eine große Familie und gerade dieser Aspekt lässt mich positiv auf die weiteren Bücher blicken, denn ich möchte gerne mehr über die Ballettfamilie erfahren.

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Veröffentlicht am 29.06.2025

Interessante Fortzsetzung

Die magischen Buchhändler von London - Die geheime Karte
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Im zweiten Teil von „Die magischen Buchhändler von London“ geht es nach einem actionreichen Anfang, in dem Merlin durch eine magische Karte an einen Ort außerhalb der normalen Welt transportiert wird und ...

Im zweiten Teil von „Die magischen Buchhändler von London“ geht es nach einem actionreichen Anfang, in dem Merlin durch eine magische Karte an einen Ort außerhalb der normalen Welt transportiert wird und Susan gemeinsam mit Vivien zur Rettung eilt, um Susans erwachende Kräfte und ihren Kampf um ein normales Leben ohne Magie sowie eine neue Antagonistin, die Steinerne Lady.
Nach und nach erfahren die magischen Buchhändler ähnlich wie in einem Kriminalroman langsam immer mehr über die Steinerne Lady, ihre Beweggründe sowie vermutlichen Pläne und erkennen, dass sie ziemlich mächtig und ebenso gefährlich ist. Zum ohnehin schon großen Clan der Buchhändler kommen dann nochmal viele weitere Figuren aus der Zweigstelle in Susans Heimat Bath hinzu, sodass man hin und wieder den Überblick über all die Figuren verlieren kann.
Auch dadurch ziehen sich die “Ermittlungen“ bzw. Informationssuche anfangs etwas und bescheren teilweise eher langatmige Kapitel, während die Buchhändler mit Susans Abschirmung beschäftigt sind, wobei diese innerlich mit ihrem eigenen magischen Erbe, um das sie nie gebeten hat, zu kämpfen hat und gleichzeitig mit ihrem tiefen Wunsch, einfach nur normal und nicht magisch zu sein (was ein bisschen schwierig ist mit einem magischen Buchhändler als Freund und einem Urherrscher als Vater), bis die Geschichte dann gegen Ende hin wie schon in Teil 1 ordentlich an Fahrt aufnimmt und die Dinge Schlag auf Schlag passieren, bis es zum dramatischen Showdown kommt (leider teilweise auch ziemlich vorhersehbar).
Trotzdem hat mir die Handlung an sich ganz gut gefallen, denn es gab im Vergleich zum ersten Teil nochmal viel Neues zu entdecken und wir lernen auch unsere bekannten Charaktere, vor allem Merlin, Susan und Vivien, besser kennen. Ich mag die Gruppe gerne, denn sie sind irgendwie grundverschieden und sich doch gleichzeitig auch ziemlich ähnlich. Wenn einer von ihnen in Gefahr ist, setzen die anderen alles daran, die Person zu retten. Es war schön, einige alte Bekannte wiederzutreffen und ebenso neue Charaktere kennenzulernen sowie mehr über den Buchhändler-Clan zu erfahren.

Am Ende hat die Geschichte rund um Susan und die Buchhändler einen guten Abschluss gefunden und für Susan gibt es doch noch eine Lösung, wie sie ein normales Leben führen und trotzdem ihr magisches Erbe antreten kann.

Auch wenn es von meiner Seite wie schon bei Teil 1 ein paar Kritikpunkte gibt, bietet das Buch dennoch unterhaltsame Lesestunden in einem fantasievollen Setting. Es kommt zwar auch nicht ganz an den ersten Teil heran, aber es ist dennoch gut zu lesen, unterhaltsam und bietet eine originelle Geschichte voller Magie und Buchhändlern mit besonderen Fähigkeiten.

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Veröffentlicht am 25.06.2025

Originelle und actionreiche Fantasy

Die magischen Buchhändler von London
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Ich mag Fantasy sehr gerne und auch der Klappentext klang vielversprechend, denn es geht um Buchhändler als Personen mit besonderen magischen Fähigkeiten. Sehr originell, deshalb habe ich zu diesem Buch ...

Ich mag Fantasy sehr gerne und auch der Klappentext klang vielversprechend, denn es geht um Buchhändler als Personen mit besonderen magischen Fähigkeiten. Sehr originell, deshalb habe ich zu diesem Buch gegriffen. Als dann der zweite Teil rausgekommen ist, habe ich den ersten Teil nochmal gelesen, um eine konsistente Geschichte zu haben. Überraschenderweise war es beim zweiten Mal lesen fast so wie beim ersten Mal, denn ich konnte mich an fast nichts mehr erinnern, was in dem Buch passiert ist. So war es aber auch spannend wie beim ersten Mal.
Und spannend war es auf jeden Fall, das kann ich sagen. Abgesehen von ein paar zähen Stellen ist die Spannung von Anfang an da und zahlreiche Wendungen sorgen für eine actionreiche Handlung der Extraklasse. Ein Ereignis jagte das nächste, ein wirklich intensiver Spannungsbogen, zu dem viele und teils auch sehr schnelle Szenenwechsel beitragen. Leider sorgt das auch an manchen Stellen für ein wenig Verwirrung, weil man teilweise gar nicht mehr hinterherkommt, bei all dem, was passiert und wenn man wie ich nicht richtig Schritthalten kann, kann man das Tempo auch nicht genießen. Erschwerend kommt hinzu, dass aus meiner Sicht Vieles nicht ausführlich genug erklärt bzw. einfach zu schnell „abgearbeitet“ wurde sodass ich mich nur schwer in die Welt hineinfühlen konnte, trotz der wirklich fantastischen und geheimnisvollen Londoner Kulisse.

Trotzdem hat mir die Geschichte rund um die Buchhändler, die Welt voller Magie, die unter der Oberfläche schlummert, und interessanten Wesen und Charakteren, sowie Susans Suche nach ihrem Vater und ihrer eigenen Identität gefallen. Es ist eine gute Mischung aus magischen Elementen, Abenteuern und persönlichen Herausforderungen, in der auch die Bedeutung von Freundschaft und Vertrauen nicht zu kurz kommen. Die Suche nach Wissen seitens Susan sowie Rache und Gerechtigkeit seitens Merlin verleihen der Geschichte eine gewisse Tiefe.
Die Protagonisten waren mir zwar nicht immer sympathisch und manchmal etwas schräg, aber ich konnte mich doch ganz gut mit ihnen und der Geschichte anfreunden. Susan allerdings fand ich etwas zu perfekt Sie akzeptiert das Unmögliche viel zu schnell, ohne es groß zu hinterfragen. Das macht sie in meinen Augen etwas unglaubwürdig.

Zu einem besonderen Leseerlebnis trägt auch der ungewöhnliche Schreibstil bei, der für mich zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, aber dann doch spannend und innovativ sowie flüssig war, aber eben doch etwas anders als man es kennt.


Alles in allem also einige ereignisreiche Lesestunden in einer sehr spannenden magischen Welt, nur eben keine überschäumende Begeisterung für dieses hochgelobte und sogar preisgekrönte Buch. Vielleicht war ich einfach nicht ganz das richtige Publikum oder habe manches nicht so verstanden wie beabsichtigt.

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Veröffentlicht am 29.05.2025

Unterhaltsam und erkenntnisreich - gelungenes Buch über Introversion

Introvertiert, na und?
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Vor einiger Zeit habe ich Saskia Fröhlich auf YouTube entdeckt und fand ihre kurzen Videos sehr lustig. Ich mochte einfach ihren Humor und ihre sarkastische Art. Hätte nie gedacht, dass sie introvertiert ...

Vor einiger Zeit habe ich Saskia Fröhlich auf YouTube entdeckt und fand ihre kurzen Videos sehr lustig. Ich mochte einfach ihren Humor und ihre sarkastische Art. Hätte nie gedacht, dass sie introvertiert ist und dadurch mit so vielen Herausforderungen zu kämpfen hat. Besonders natürlich, wie sie den Spagat zwischen angeborener Introversion und ihrem Dasein als Stand-Up-Comedienne meistert. Aber das macht sie mir gleich noch viel sympathischer, denn in vielen ihrer Geschichten habe ich mich auch ein bisschen selbst wiedererkannt. Mit diesem Buch hat sie eine fantastische Mischung aus humorvollem Schreibstil, persönlichen Anekdoten und Einsichten sowie lebensnahen Tipps geschaffen. Besonders viel Spaß hat es gemacht, das Hörbuch zu hören, weil sie alles auch sehr unterhaltsam rübergebracht hat. Der Ton ist durchweg locker und humorvoll und der Schreibstil sehr abwechslungsreich, sodass man einfach gern zuhört und sich dabei nie langweilt. Ich habe nicht nur lustigen Geschichten gelauscht, sondern nebenbei auch noch ganz viel über Introversion und auch ein bisschen über mich selbst gelernt.
Besonders interessant fand ich die Beschreibung der "Sozialen Batterie", wie Saskia den Akkustand erkennt und kalkuliert, aber auch, wie das mit dem Aufladen für sie funktioniert. Ich kannte dieses Konzept zwar schon, aber ihre Sicht darauf war nochmal sehr bereichernd und ich fühlte mich davon einfach abgeholt sowie auch von dem Tipp, maximal an zwei aufeinanderfolgenden Tagen soziale Termine wahrzunehmen.

Was soll ich sagen, ich bin begeistert und kann dieses Buch auf jeden Fall empfehlen. Schon der Untertitel hat mich angesprochen (hab mich persönlich darin sehr wiedergefunden) und dann habe ich es innerhalb kürzester Zeit nur so verschlungen und die Lektüre sehr genossen. Ein unterhaltsames Buch, das auch zum Nachdenken bzw. zur Selbstreflexion anregt sowie viele Aha-Momente und Erkenntnisse über Introversion enthält. Genau die richtige Mischung zwischen guter Unterhaltung und Erkenntnisgewinn. und eine tolle Möglichkeit, auf unterhaltsame Weise etwas über den Umgang mit introvertierten Menschen zu erfahren.

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Veröffentlicht am 27.05.2025

Interessante Idee, leider etwas enttäuschende Umsetzung

Insight – Dein Leben gehört mir
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Achtung: die Rezension kann kleine Spoiler enthalten!

„Insight“ ist ein Mix aus Romance und Thrill, ein Genre, das ich bisher noch nicht kannte, weshalb ich das Buch, besonders auch angesichts des hochaktuellen ...

Achtung: die Rezension kann kleine Spoiler enthalten!

„Insight“ ist ein Mix aus Romance und Thrill, ein Genre, das ich bisher noch nicht kannte, weshalb ich das Buch, besonders auch angesichts des hochaktuellen Themas, sehr interessant und vielversprechend fand. Leider wurde ich etwas enttäuscht, aber fangen wir doch mal von vorne an.

Mir hat der Schreibstil von Antonia Wesseling gefallen und ich finde, sie hat die Social Media Welt mit all ihren unter dem oberflächlichen Glamour lauernden Abgründen und Schattenseiten ziemlich glaubhaft rübergebracht und ein so ernstes und tabuisiertes Thema wirklich gut beleuchtet. Es war nicht nur sehr spannend angesichts des Thriller-Charakters, sondern hat auch ernste Themen wie Stalking, falsche Freunde und Social Media intensiv behandelt. Leider hat es sich an manchen Stellen auch etwas in die Länge gezogen, weil irgendwie kaum neue Erkenntnisse kamen.
Der Thriller Charakter hat mir auch gefallen, wenngleich ich sagen muss, dass es mir vielleicht doch ein bisschen zu intensiv war, zumindest hatte ich damit so nicht gerechnet. Generell war diese Geschichte nicht schlecht, sie war unterhaltsam und ich habe mitgefiebert, aber es ist definitiv nichts für schwache Nerven.

Weiterhin muss ich sagen, dass ich mir gerne noch im Epilog eine Erwähnung von Linnea, der falschen Freundin, und Tizian, dem widerlichen Manager, gewünscht hätte. Die sind mir am Ende etwas zu kurz gekommen. Generell kam mir das Ende etwas zu abrupt und einiges wurde nicht ausführlich genug bzw. zu meiner Zufriedenheit aufgeklärt. Außerdem hat mich Pauls Verhalten manchmal echt gestört, weil ich dachte, das passt gar nicht zu ihm. Außerdem muss ich sagen, dass er mir auch als Charakter nicht genug ausgearbeitet war, wie viele leider. Der Fokus lag immer so auf Valerie, ihrem Problem und ihrer Gedankenwelt, dass viele andere zu kurz gekommen sind. Dadurch erschien mir Valerie aber auch wie eine unfassbar starke, selbstbewusste und zielstrebige Frau, die sich trotz ihrer Vergangenheit (die im Übrigen auch nie so ganz vollständig aufgeklärt wurde) ein neues Leben und eine neue Identität aufgebaut hat. Verständlich auch, wie sie auf das Stalking reagiert. Umso beeindruckender und wichtiger, dass sie sich nicht davon unterkriegen lässt, auch wenn sie dafür emotionale Unterstützung und Support braucht. Ein bisschen skrupellos ist sie aber auch, oder zumindest gut darin, ihr schlechtes Gewissen zu übergehen.

Also insgesamt eine geteilte Meinung. Ich glaube, ich werde noch mehr von Antonia Wesseling lesen, aber das Buch wird nicht in meinem Regal bleiben, auch wenn es von außen wirklich wunderschön ist mit dem farbigen Buchschnitt, den dunkellila und pinken Farbtupfern und den Glitzerakzenten. Aber Aussehen ist eben nicht alles.

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