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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.01.2025

Wem kannst du vertrauen, wenn nicht einmal dir selbst?

Happy End
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Cover und Klappentext des Buchs „Happy End“ von Sarah Bestgen haben mich sofort angesprochen wie auch der Rest dieser Geschichte.
Isa lebt mit ihrem Sohn Ben und ihrem Mann in einer kleinen Siedlung. Genau ...

Cover und Klappentext des Buchs „Happy End“ von Sarah Bestgen haben mich sofort angesprochen wie auch der Rest dieser Geschichte.
Isa lebt mit ihrem Sohn Ben und ihrem Mann in einer kleinen Siedlung. Genau an dem Tag als sie ein kleines Fest mit den Nachbarn ausrichten möchten, um sie besser kennen zu lernen, verschwindet Ben auf unerklärliche Weise aus ihrem Haus.
Von nun beginnt ein wahrer Albtraum für die Eltern. Die Polizei tappt völlig im Dunkeln, der zuständige Kommissar will den Fall jedoch nicht ruhen lassen, auch nicht, als Ben nach 8 Monaten plötzlich wieder gefunden wird.
Isas Freude über Bens Rückkehr will sich nicht so recht einstellen, da Ben ihr gegenüber sehr abweisend reagiert und er viel mehr Bezug zu ihrem Mann zu haben scheint. Sie kann die intensive Verbindung zwischen ihr und ihrem Sohn nicht mehr fühlen.
Die Geschichte ist fesselnd geschrieben, auch die kurzen Kapitel sind mir sympathisch, obwohl sie eigentlich nicht nötig gewesen wären, da dieses Buch nach ein paar kurzen Längen einen Suchtfaktor entwickelt hat und sich nicht mehr weglegen ließ.
Die Charaktere waren gut ausgearbeitet, so konnte man mit Isa mitfühlen, mittrauern und mitzweifeln. Wer Thriller mit psychologisch ausgeklügelten Feinheiten sucht, kommt hier voll auf seine Rechnung.
Auch die weiteren Protagonisten wurden überzeugend dargestellt und machten teilweise eine dramatische Wandlung durch. Obwohl man bald erahnt in welche Richtung diese Geschichte geht, ist das Ende doch überraschend und höchst spannend.
Ich kann dieses Buch, das weitgehend ohne blutrünstige Darstellungen auskommt, aber durch seinen psychologischen Nervenkitzel brilliert, nur wärmstens empfehlen.
Unbedingt lesen!

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.01.2025

Humorvolle Domino-Mordserie

Mordscoach
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Sophie Stach ist Psychotherapeutin, ihr Mann Jakob ist der Erfolgreiche der beiden, der auch für ein gutes Familieneinkommen sorgt.
Als die neue Klientin Amelie in Sophies Praxis auftaucht und ihr verklickert, ...

Sophie Stach ist Psychotherapeutin, ihr Mann Jakob ist der Erfolgreiche der beiden, der auch für ein gutes Familieneinkommen sorgt.
Als die neue Klientin Amelie in Sophies Praxis auftaucht und ihr verklickert, dass sie die Geliebte ihres Manns ist, fällt Sophie aus allen Wolken, bei einem darauffolgenden Gerangel kommt Amelie eigentlich durch einen Unfall zu Tode, doch Sophie hat ein Problem.
Sie muss die Leiche wegschaffen, und hofft natürlich, dass sie dabei keine Zeugen hat. Leider stalkt sie Nils Bergmann, ein anderer Klient von ihr. Er macht ihr klar, dass er alles beobachtet hat und erpresst sie.
Nachdem Nils Sophie bedrängt, muss auch er sterben – mehr oder weniger Notwehr, aber jetzt ist sie schon für zwei ausgelöschte Menschenleben verantwortlich. Als dann auch noch ein netter Kommissar auftaucht, der die Ermittlungen leitet, kommt richtig Fahrt ins Geschehen.
Die Personen in diesem Krimi sind sehr toll gezeichnet. Sophie ist dem Leser gleich sympathisch, obwohl ihre Handlungen so gar nicht schönzureden sind. Witzig sind die Dialoge, in den Sophie ihre Gedanken einfließen lässt, was das Geschehen für den Leser einfach gewitzt und amüsant darstellt – dies ist natürlich auch ihrem Beruf geschuldet, sie muss ja alles und jedes hinterfragen und analysieren.
Auch Jakob ist sehr gut beschrieben, der leidende Ehemann, der vor Sorge um seine große Liebe im Ausnahmezustand ist.
Im Großen und Ganzen kann ich diesen Krimi für alle Leser empfehlen, die gerne mal schmunzeln und sich nicht auf detaillierte ermittlerische Kleinarbeit festnageln, die werden sie hier nicht vorfinden. Das Ende wurde relativ kurz abgearbeitet und lässt Spielraum für einen Nachfolger offen.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!

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  • Cover
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Veröffentlicht am 16.01.2025

Herausfordernder Neubeginn mit toller Unterstützung

Blumen im Schuh
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Ich muss gestehen, dass dies das erste Buch der Autorin Annette Spratte war, das ich bisher gelesen habe und das Cover hat mich nicht zu hundert Prozent abgeholt, umso begeisterter war ich, als ich im ...

Ich muss gestehen, dass dies das erste Buch der Autorin Annette Spratte war, das ich bisher gelesen habe und das Cover hat mich nicht zu hundert Prozent abgeholt, umso begeisterter war ich, als ich im Buch angekommen war und es am liebsten gar nicht mehr zur Seite gelegt hätte.
Elisabeth Göpfert hat alles, was sich eine Frau nur wünschen kann. Bald wird sie Silberhochzeit mit ihrem Mann Wolfgang feiern, für den sie ihre berufliche Karriere geopfert hat, um sich um den Haushalt und den gemeinsamen mittlerweile erwachsenen Sohn zu kümmern. In der kirchlichen Gemeinde ist sie engagiert und sie ist die perfekte Gastgeberin für die Freunde und Geschäftspartner ihres Mannes.
Als ihre Schwägerin Anja, mit der sie eigentlich keinen Kontakt hat, plötzlich bei ihr auftaucht, um Elisabeth zu eröffnen, dass ihr Mann sie betrügt, kann sie dies erst nicht glauben. Sie stellt ihm jedoch nach und erwischt sie ihn mit seiner Sekretärin in flagranti.
Elisabeths Welt bricht zusammen.
Ihre einzige Zuflucht ist ihre Schwägerin, die auf einem abgelegenen Bauernhof lebt. Anja ist das komplette Gegenteil von Elisabeth, sie ist Sozialarbeiterin und hat ein offenes Ohr für jeden, versteht es zuzuhören, ohne zu werten und schert sich nichts darum, was jemand von ihr halten könnte.
Spratte versteht es, die Charaktere authentisch auszuarbeiten, sie werden eindeutig glaubwürdig mit allen Höhen und Tiefen gezeichnet.
Elisabeth, die es mit Hilfe von Anja und deren Freundes- und Klientenkreis schafft, ihrem narzisstischen Ehemann zu entfliehen und ihr verlorenes Selbstwertgefühl wieder zu stärken. Sie findet in dieser schwierigen Zeit heraus, wer ihre wahren Freunde sind und wer nur oberflächlich mit ihr befreundet war und sich der Hetze ihres Mannes hingegeben hat.
Anja ist ein sprudelnder Quell der Leichtigkeit und Einfühlsamkeit. Obwohl sie selbst eine harte Zeit aufgrund von Wolfgangs Verleumdungen im Bezug auf das Erbe des Bauernhofs ihrer Großmutter erdulden musste, schafft sie es, positiv durchs Leben zu gehen und auch Elisabeth immer wieder zu ermutigen.
Wolfgang ist ein sprichwörtlicher Kotzbrocken, ein Narzisst, wie er im Buche steht. Er schafft es, Elisabeth zu diskreditieren und sich selbst als Opfer darzustellen.
Ich habe dieses Buch, das zwar in einfacher Sprache verfasst ist, aber doch einen gewissen Tiefgang bietet, geliebt und so rasch verschlungen, dass es bestimmt nicht das letzte Buch von Annnette Spratte bleiben wird.
Unbedingte Leseempfehlung von mir!

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Veröffentlicht am 27.12.2024

Wachsen an der Herausforderung

Only Margo
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Das Cover im Pop Art Style zeigt eine junge Frau, die ausgepowert auf der Couch liegt, die eine Hand am Laptop und im Vordergrund ein Schnuller.
Sie ist wohl die Protagonistin aus „Only Margo“ von Rufi ...

Das Cover im Pop Art Style zeigt eine junge Frau, die ausgepowert auf der Couch liegt, die eine Hand am Laptop und im Vordergrund ein Schnuller.
Sie ist wohl die Protagonistin aus „Only Margo“ von Rufi Thorpe, die von ihrem Collegeprofessor schwanger wird und sich gegen alle gut gemeinten Ratschläge für das Baby entscheidet.
Sie liebt ihren Sohn Bodhi vom ersten Moment an, doch bald muss sie feststellen, dass es für eine alleinerziehende Mutter, ohne einen Rückhalt aus der Familie beinahe unmöglich ist, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Ihre WG bricht auseinander, da sich 2 der drei Mitbewohnerinnen durch das Babygeschrei gestört fühlen und damit beginnen auch die Geldsorgen. Wie ein Wink des Schicksals scheint es hier, dass plötzlich Margos Vater, ein Ex-Wrestler auftaucht und sie um Asyl bittet. Doch der gerade aus dem Entzug kommende Vater Jinx bringt auch Probleme mit sich.
Als Margo OnlyFans entdeckt, tut sich für Margo eine Chance auf, Geld zu verdienen und trotzdem bei ihrem Baby zu Hause bleiben zu können. Wäre da nicht der Kindsvater Mark, der plötzlich Sorge um seinen Sohn hat und das alleinige Sorgerecht für ihn beantragt.
Die Erzählweise von Rufi Thorpe ist ein wenig ungewöhnlich, es wird einerseits von Margo als Ich-Erzählerin berichtet, andererseits ist jedoch der Großteil der Geschichte aus der Erzählperspektive über Margo in der dritten Person verfasst. Dies lässt den Leser tief in die Gedankenwelt der Protagonistin hineinblicken.
Die Personen werden in dem Roman recht gut und nahbar dargestellt. Einerseits ist Margo die Hauptperson, sie macht die größte Entwicklung durch – vom naiven Mädchen, das sich auf eine Affäre mit ihrem verheirateten Professor einlässt bis hin zur löwenstarken alleinerziehenden Mutter, die mit allen Mitteln darum kämpft ihr Kind zu behalten.
Margos Vater Jinx ist ihr trotz seiner schwierigen persönlichen Lage eine große Stütze, wohingegen Margos Mutter vor Selbstmitleid trieft und ihr keinen Halt geben kann.
Mich hat die Geschichte von Margo fasziniert, obwohl ich mir nicht genau vorstellen kann, wie die digitale Geldmachmaschinerie tatsächlich abläuft und es für mich ein völlig neues Thema war.
Der Roman hat mir einige witzig, tragische Lesestunden bereitet und ich habe bis zuletzt mit Margo mitgefiebert. – Von mir gibt es eine eindeutige Empfehlung!

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Veröffentlicht am 16.12.2024

Liebenswerte Protagonistin mit Hang zur Selbstjustiz

Not your Darling
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Not your darling entführt den Leser in das nicht immer nur glamouröse Hollywood der 50er Jahre.
Die Engländerin Margaret überredet Jimmy, der Nylonstrümpfe schmuggelt, sie als Tarnung mit nach Amerika ...

Not your darling entführt den Leser in das nicht immer nur glamouröse Hollywood der 50er Jahre.
Die Engländerin Margaret überredet Jimmy, der Nylonstrümpfe schmuggelt, sie als Tarnung mit nach Amerika zu nehmen und sie als seine verstorbene Frau auszugeben. In Amerika angekommen, nimmt sie ihm den Pass ab und erpresst ihn, sie nach Hollywood zu bringen.
Ab diesem Zeitpunkt trägt sie den Namen von Jimmys verstorbener Frau – Loretta.
In Kalifornien angekommen, hilft ihr die Bordellbesitzerin Primrose ein Zimmer zu finden, die beiden freunden sich an.
Loretta beginnt eine Affäre mit Raphael Goddard, der sich erst von ihr aushalten lässt und sie an ihrem Hochzeitstag zu einer Party schleppt, die sich als Orgie entpuppt und wo Loretta beinahe vergewaltigt wird. Hier merkt man erstmals, dass Loretta ein extremes Problem mit übergriffigen Männern hat.
Lorettas Traum ist es, Maskenbildnerin zu werden und sie verfolgt diesen zielstrebig. Der berühmte Maskenbildner Alecs Petraś erkennt Lorettas Talent und lässt sie für sich arbeiten.
Loretta ist zielstrebig und intrigant, sie hat von ihrer Mutter eine umfassende Kunde über die Wirksamkeit von Kräutern gelehrt bekommen, die sie sich immer wieder zunutze macht – nicht nur beim Experimentieren mit eigenen Lippenstiftkreationen.
Die Charaktere des Buchs finde ich gut herausgearbeitet.
Loretta schafft es, trotz ihrer harten Kindheit, in einer von Männern dominierten Welt, ihre Frau zu stehen. Sie lernt viele Menschen kennen, die ihr eine Stütze sind, aber sie hat auch einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und Beschützerinstinkt und duldet keine Gewalt gegen Frauen.
Der Drehbuchautor Eliot entpuppt sich als Retter von Loretta und die beiden scheinen das perfekte Paar zu sein obwohl Eliot lange keine derartigen Avancen tätigt.
Primrose ist eine Prostituierte, die jedoch das Herz am rechten Fleck hat und eine gute Freundin für Loretta ist.
Ich habe dieses Buch sehr gern gelesen und bin abgetaucht ins Hollywood der 50er, einigen Themen gehen wirklich unter die Haut und ich konnte Loretta nur bewundern, wie sie sich allein eine Karriere aufgebaut hat.
Für mich war es ein Leseerlebnis und ich kann diese Lektüre nur weiterempfehlen!

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