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Veröffentlicht am 03.01.2022

Spannender Krimi mit gelegentlichem Augenzwinkern

Todesengel im Viertel
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Neles beste Freundin Birte bittet Nele um Unterstützung. Ein Mitglied ihrer Frauengruppe, die sich dem Kampf für Frauenrechte verschrieben hat, ist bestialisch ermordet worden. Nele kann nicht nein sagen. ...

Neles beste Freundin Birte bittet Nele um Unterstützung. Ein Mitglied ihrer Frauengruppe, die sich dem Kampf für Frauenrechte verschrieben hat, ist bestialisch ermordet worden. Nele kann nicht nein sagen. Schließlich geht es um Frauensolidarität und ihre Freundin Birte. Mögliche Spuren führen ins Hamburger Rotlichtmilieu. Die beiden Frauen machen Bekanntschaft mit Zuhältern und obskuren frauenfeindlichen Zusammenschlüssen.

Nach weiteren grausamen Morden können Hauptkommissar Jensen und seine Kollegin Wiebke auch religiöse Fanatiker nicht ausschließen.

Der Ermittlungsdruck wächst und es fehlt bisher der entscheidende Hinweis. Und möglicherweise ist bald ein weiteres Opfer zu beklagen. Neles Geranie wartet verzweifelt auf einen Schluck Wasser.

Cord Buchs Kriminalroman muss man einfach lieben. Bietet er doch in meinen Augen die perfekte Mischung aus Spannung, aktuellen Themen, Menschen mit Problemen wie du und ich und einer ordentlichen Portion Lokalkolorit. Nicht zu vergessen die Geranie, die sich immer wieder zu Wort meldet.

Das bringt mich zu einem weiteren Pluspunkt. Trotz der schrecklichen Morde und den menschlichen Abgründe, in die mich der Autor blicken lässt, hatte ich immer wieder Grund , herzlich zu lachen. Da ist die kampferprobte und rückwärts gewandte Feministin Urte, der wenig an Arbeit interessierte Jugendliche Timo, um den sich Birte aus beruflichen Gründen kümmern muss, um nur einiges zu erwähnen.

Die handelnden Personen, angefangen bei Hauptkommissar Jensen über seine Kollegin Wiebke bis hin zu Nele und ihrem Umfeld waren mir alle sympathisch und sind mir mit ihren großen und kleinen Problemen ans Herz gewachsen.

Wer spannende Unterhaltung sucht und dabei auch Humor zu schätzen weiß, macht bei diesem Krimi nichts falsch.

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Veröffentlicht am 25.12.2021

Tod an Beltaine

Totwasser
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Linn Geller, zuvor erfolgreiche Anwältin, von den Männern umschwärmt, wurde Opfer eines Verkehrsunfalls, der ihr Leben auf den Kopf gestellt hat. Traumatisiert und in ihren Augen durch Narben entstellt, ...

Linn Geller, zuvor erfolgreiche Anwältin, von den Männern umschwärmt, wurde Opfer eines Verkehrsunfalls, der ihr Leben auf den Kopf gestellt hat. Traumatisiert und in ihren Augen durch Narben entstellt, versucht sie zusammen mit ihrem Kollegen Götz, ihr Leben neu zu ordnen.

Völlig überraschend wird sie zur Pflichtverteidigerin in einem Mordfall berufen. Das erfolgreiche Model Grace Riccardi wird beschuldigt, ihren allseits beliebten Ehemann, der ein erfolgreicher Schauspieler war, ermordet zu haben. Das Mandat scheint einfach. Die Beschuldigte hat die Tat gestanden. Doch Linn kommen Zweifel. Sie stellt eigene Nachforschungen und stößt auf die dunkle Seite des Opfers. Die Lösung des Falles lässt, das Blut in den Adern erstarren.

Der Krimi beginnt, wenn man vom packenden Prolog absieht, sehr gemächlich. Ich lerne Linn , ihre Vorgeschichte und ihren Partner in der Anwaltskanzlei Götz kennen. Ich fand Linn sympathisch. Was mich aber von Anfang an gestört hat, ist, dass sie sich selbst auf den in ihren Augen bestehenden Makel ihres Äußeren reduziert und so jedes Selbstvertrauen vermissen lässt.

Der Fall scheint klar, bis Linn bei ihren Nachforschungen feststellt, dass wichtige Informationen zur Entlastung ihrer Mandantin durch die Staatsanwaltschaft unterschlagen wurden. Der mit dem Fall betraute Staatsanwalt war in meinen Augen die widerlichste Person im ganzen Buch.

Das Opfer scheint eine wahre Lichtgestalt gewesen zu sein - von seinen Fans fanatisch verehrt und sozial engagiert. Doch allmähliche zeigen sich dunkle Flecken auf seiner weißen Weste.

Linn verstrickt sich immer mehr in den Fall und ich als Leser bin völlig im Dunkeln getappt. Jedes Mal , wenn sich eine Spur als vielversprechend darstellt, führt sie in eine Sackgasse. Erschwerend kommt hinzu, dass Linn das Trauma des Unfalls nicht verarbeitet hat und sich öfter selbst im Weg steht. Ehrlich gesagt war ich fast schon von Linns Scheitern auf allen Schauplätzen überzeugt.

Die Lösung des Falles war für mich komplett überraschend, obwohl die Spuren, die zur Aufklärung führen, mir bekannt waren. Ich habe sie nur nicht so wahrgenommen. Das Ausmaß der Tat hat zudem eine Dimension, die sich nicht angedeutet und mich wirklich erschreckt hat.

Mit Rechtsanwältin Linn hat die Autorin eine sympathische Figur erschaffen, die mit Herz und Verstand für ihre Mandanten einsteht. Linns persönliche Probleme bringen zusätzliche Spannungselemente, die mir aber gelegentlich etwas zu viel waren.

Die Krimihandlung war in meinen Augen aufwühlend und wartet mit unvermuteten Wendungen auf, die den Spannungsbogen hochhalten.

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Veröffentlicht am 11.12.2021

Tödliche Berge

Mordsgipfel
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Die Schauplätze der hier versammelten Kurzkrimis reichen vom Bayrischen Wald bis hin zum Olympiaberg in München. Dachte ich bisher, die bayrischen Berge seien ein Ort der Erholung und Entspannung, wurde ...

Die Schauplätze der hier versammelten Kurzkrimis reichen vom Bayrischen Wald bis hin zum Olympiaberg in München. Dachte ich bisher, die bayrischen Berge seien ein Ort der Erholung und Entspannung, wurde ich durch die vorliegende Anthologie eines besseren belehrt. Sie sind ein Ort, an dem aus den unterschiedlichsten Gründen höchst phantasievoll und auf sehr unterhaltsame Weise gemordet und gestorben wird.

Jede Geschichte ist anders und wird sicher ihren begeisterten Leser finden, so wie auch ich mir der eine oder andere Krimi besser gefallen hat. Dazu gehört auf jeden Fall der Beitrag "Erst, als du tot warst", der mich erst auf eine falsche Spur und dann durch eine ungewöhnliche Wendung überrascht hat. Seit "Gipfelkunst " weiß ich nun, dass Kunst durchaus tödlich sein kann und das Schicksal einen Sinn für Humor besitzt. Meine Lieblingsgeschichte war "Das Geständnis", die mich durch ihre Dramatik und in meinen Augen sehr befriedigende Lösung überzeugt hat.

Die Anthologie bietet für jeden Lesegeschmack etwas. Sogar eine Geistergeschichte hat Eingang gefunden. Was mich sehr gefreut hat, ich konnte "neue" Autoren kennenlernen und durch die Hinweise auf weitere Werke ist meine Leseliste beträchtlich gewachsen.

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Veröffentlicht am 05.12.2021

Unterhaltsame Anthologie mit tierischen Fantasy-Geschichten

Dunkle Federn, scharfe Krallen
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Die Anthologie bietet eine gelungene und abwechslungsreiche Sammlung von Fantasy-Geschichten, deren verbindendes Element ist, dass ein Tier eine besondere Rolle spielt.

Was mir auch gut gefallen hat, ...

Die Anthologie bietet eine gelungene und abwechslungsreiche Sammlung von Fantasy-Geschichten, deren verbindendes Element ist, dass ein Tier eine besondere Rolle spielt.

Was mir auch gut gefallen hat, ich konnte einige neue Autoren kennenlernen und mir einen Eindruck von ihrem Erzählstil machen.

Zu meinen Favoriten hier zählt mit die Geschichte "Stadtgeschichte ", in der ein Monster die Bauarbeiten der Zwerge unter der Stadt stört. Das Ende hat mich überrascht und gleichzeitig zum Schmunzeln gebracht.

Mein persönliches Highlight war "Schattenflug" : Katzenähnliche Wesen haben eine unangenehme Begegnung mit Menschen. Hier fand ich die Mischung aus Spannung, Magie und Geheimnissen absolut gelungen. Von der Autorin werde ich sicher mehr lesen..

Zu erwähnen wäre auch "Zuckerperlen" - eine sehr ungewöhnliche Geschichte und dabei voller Poesie.

Jede der vorliegenden Geschichten hat ihren eigenen Charakter und spricht deshalb den Leser unterschiedlich an. Ich fand aber jede lesenswert und jede hat mich mehr oder weniger gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 01.12.2021

Auf der Jagd

Verhängnisvolle Verschwörung
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Der Krimi beginnt mit dem Mord am angesehenen Leiter des Bauamtes in Rheine. Er wird einfach so bei seinem Spaziergang mit dem Hund erschossen. Es kommt zu weiteren Morden. Dreh- und Angelpunkt ist die ...

Der Krimi beginnt mit dem Mord am angesehenen Leiter des Bauamtes in Rheine. Er wird einfach so bei seinem Spaziergang mit dem Hund erschossen. Es kommt zu weiteren Morden. Dreh- und Angelpunkt ist die Jägerschaft Rheines, deren Mitglieder sich wohl nicht nur zur Jagd getroffen haben, sondern auch dunkle Machenschaften unter einander ausgeheckt haben. Kriminalsekretär Voß und seine Kollegen stehen unter Erfolgsdruck.

Das ist das zweite Mal , dass ich mit Voß auf Mörderfang gehe. Erneut hat er mich durch seine sachlichen Ermittlungen und sein empathisches Verhalten gegenüber Kollegen und Tatbeteiligten für sich eingenommen. Ein weiterer Pluspunkt ist aus meiner Sicht, dass er kein Freund des Naziregimes ist.

Der Krimi ist spannend und bietet reichlich Gelegenheit mit zu rätseln, wer der Täter sein könnte. Gut gefallen hat mir dabei, dass schon zu Beginn der Kreis der Verdächtigen begrenzt war und ich mich gemeinsam mit Voß dem Täter durch das Ausschlussverfahren nähern konnte. Die Suche nach dem Täter endet mit einer sehr dramatischen Situation und ich musste ernsthaft um Voß Leben bangen.

Meine Haltung gegenüber dem Täter ist zwiespältig. er hat einiges auf dem Kerbholz, die Umstände aber , die ihn zum Mörder werden lassen, sind tragisch und wecken mein Mitgefühl.

Was ich ein wenig vermisst habe, sind mehr Schilderungen, die zeigen, wie die politische Lage die Ermittlungen beeinflussen. das ändert aber nichts daran, dass der Krimi spannend zu lesen ist und gut unterhält.

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