Platzhalter für Profilbild

Leseigel

Lesejury Star
offline

Leseigel ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Leseigel über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.11.2025

Spannend und voller Emotionen

London Underground
0

Ich habe die bisherige Reihe um die Familie Hunt geliebt und um so mehr habe ich mich gefreut , dass es eine Fortsetzung gibt. Der Einstieg fiel mir leicht und es war wie ein Besuch bei lieben Freunden ...

Ich habe die bisherige Reihe um die Familie Hunt geliebt und um so mehr habe ich mich gefreut , dass es eine Fortsetzung gibt. Der Einstieg fiel mir leicht und es war wie ein Besuch bei lieben Freunden nach einigen Jahren und man feststellt aus Kindern wurden Leute. Wer die Reihe bisher nicht kannte, erhält wertvolle Hinweise im Personenverzeichnis, die die Orientierung erleichtern.

Vieles ist gleich geblieben und ich habe das wiedergefunden, was mir bereits vorher wichtig war. Der Familienzusammenhalt und die dadurch entstehenden Wohlfühlmomente sind erneut ein wichtiger Bestandteil . Jen, eine neues Mitglied in der Gruppe, nennt es eine Bilderbuchfamilie. Das stimmt und ich fand es als Gegengewicht zu der spannenden Handlung und zur zum Teil beklemmenden Vergangenheit von Toby und Leo ausgesprochen angenehm.

Zurück zu Jen, die ich hier erst kennen und gleich auch lieben gelernt habe. Sie trifft die Hunt-Jugendlichen zufällig und wird von ihnen spontan in ihre Gemeinschaft aufgenommen. Ihre Vorgeschichte ist sehr emotional und in meinen Augen auch in unserer Welt realistisch. Und dann natürlich die Kämpfe gegen lebensbedrohenden Geister - die waren wieder packend und mit einigen Überraschungen gespickt. Es gibt auch neue Arten von ihnen, die ich als bedrohlicher als bisher empfunden habe. Ich finde, sie geben durchaus Anlass zur Sorge. Einer meiner persönlichen Highlights sind die Wortgefechte - witzig, ironisch , aber immer voller Zuneigung - zwischen den Familienmitgliedern und ihren Freunden. Der Band endet mit einem fiesen Cliffhänger. Bis dahin hat mich die Geschichte sehr gut unterhalten, manchmal emotional berührt, meinen Adrenalinspiegel erhöht und nun freue ich mich auf die Fortsetzung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.11.2025

Im Leben ist nicht alles schwarz oder weiß

Linksliebe
0

Der Roman gehört zu einer Reihe der Autorin, die rund um die fiktive Polizeiakademie Dreiländereck angesiedelt ist. Jeder Band beleuchtet einen anderen Aspekt des Polizeiberufes, ist spannend und informativ ...

Der Roman gehört zu einer Reihe der Autorin, die rund um die fiktive Polizeiakademie Dreiländereck angesiedelt ist. Jeder Band beleuchtet einen anderen Aspekt des Polizeiberufes, ist spannend und informativ zu lesen. Dennoch hat mich die Thematik dieses Buches überrascht, weil es einen Konflikt beleuchtet, den ich bisher so nicht wahrgenommen habe und dabei beide Seiten zu Wort kommen lässt.

Auf den ersten Blick erzählt der Roman eine bittersüße Liebesgeschichte. Lena, die gerade die Ausbildung zur Polizistin beendet hat, verliebt sich in den fürsorglichen und charmanten Sozialarbeiter Josh. Dunkle Wolken ziehen am Liebeshimmel auf, als Lena Joshs Mitbewohner kennenlernt, die ihr wegen ihres Berufes mit Ablehnung und Verachtung begegnen. Lena ist fassungslos ob des Hasses und versucht dennoch einen Zugang zu den Menschen zu bekommen - für Josh. Zumal sich Lena in der Wohngemeinschaft zunehmend wohlfühlt und für sich eine neue Freiheit entdeckt. Weitere Probleme ergeben sich, als Lena feststellt, dass Josh und seine Freunde, die bürgerliche Ordnung in Frage stellen und die Polizei des übermäßigen Gewaltbereitschaft und anderer schlechten Eigenschaften bezichtigen.

Lenas Kollegen wiederum lehnen Josh und sein Umfeld ab und sehen ihn als Feind. All zu oft stehen sich beide Seiten bei Demonstrationen als unversöhnliche Gegner gegenüber. Die Situation spitzt sich zu, als Josh und seine Freunde eine Aktion planen, die ihre Kollegen verhindern sollen. Lena gerät in einen großen Gewissenskonflikt. Sie kann viele Argumente von Josh verstehen, lehnt ihre Mittel, ,sich Gehör zu verschaffen, aber ab. Sie wird sich entscheiden müssen - Liebe oder Beruf.

Mich hat das Buch trotz des ernsten Themas sehr gut unterhalten und auch zum Nachdenken gebracht, weil es einfach gut verpackt war. Eine Seite ist nie grundsätzlich nur böse und will dem anderen schaden. Wichtig ist, dem anderen zu zuhören. Ich fand beide Seiten gut und objektiv dargestellt, bin aber eher auf Lenas Seite. Auch berechtigte Interessen geben in meinen Augen nicht das Recht, Recht zu brechen. Ich bin mir aber sicher, dass dieser Gewissenskonflikt, ausgelöst durch ein vorhandenes Verständnis für den vermeintlichen Gegner , nicht allein Lenas Problem ist. Deshalb fand ich es gut, dass offen angesprochen wurde.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.11.2025

Einen Prinzen für Aschenputtel

Mayfair Ladys - Drei Junggesellen für Lady Beatrice
1

Ich habe die Bücher von Georgette Heyer immer mit Begeisterung gelesen und die Inhaltsangabe hier verhieß ähnliches Leseglück. Und ja, meine Erwartungen wurden komplett erfüllt und das Lesen war für ...

Ich habe die Bücher von Georgette Heyer immer mit Begeisterung gelesen und die Inhaltsangabe hier verhieß ähnliches Leseglück. Und ja, meine Erwartungen wurden komplett erfüllt und das Lesen war für mich die reine Freude. Die Grundidee , Mauerblümchen trifft ihren Prinzen, ist nichts neues, wurde aber auf sehr amüsante Weise mit einer Prise Erotik umgesetzt. Lady Beatrice ist 27 und hat Narben von einem früheren Unfall. Damit hat sie keine Chancen auf dem Heiratsmarkt. Aber sie hat ein Gespür für Menschen , ist empathisch und hört aufmerksam zu. Das macht sie zu einer perfekten Heiratsvermittlerin und ihr vertreibt es zudem die Langeweile. Diese Saison soll sie für drei Brüder passende Ehefrauen finden. Francis, obwohl gutaussehend und der jüngste der drei, ist der Problemfall. Er scheint sich nicht für Frauen zu interessieren Beatrice fühlt sich dennoch von ihm angezogen. Er ist witzig, unkonventionell und bereitet ihr Herzklopfen. Und sie scheint ihm nicht gleichgültig zu sein., aber kann sie darauf vertrauen ? Zumal ihr mehr als einmal deutlich gezeigt wird, dass sie in den Augen der anderen nicht begehrenswert ist. Die herrschenden Konventionen machen eine Annäherung auch nicht einfach. Da muss das Glück einige Hürden nehmen bis zum erhofften Happyend.

Der Roman unterhält auf das beste und besonders gelungen fand ich, dass nicht nur Beatrice ihre Gedanken mit mir teilt, sondern auch Francis. Das gab mir einen Wissensvorsprung und ich konnte mich königlich amüsieren, während ich sie dabei beobachtete, wie sie umeinander herum schlichen. Pures Lesevergnügen !

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 13.11.2025

Geister der Vergangenheit

Dann ruhest auch du (Ein Fall für Maya Topelius 3)
0

Eigentlich wollte Kriminalinspektorin Maya ein entspanntes Wochenende bei ihren Eltern auf Öland verbringen, ihren Freund vorstellen und ihre alte Schulfreundin Clara besuchen. Der Plan wird auf brutale ...

Eigentlich wollte Kriminalinspektorin Maya ein entspanntes Wochenende bei ihren Eltern auf Öland verbringen, ihren Freund vorstellen und ihre alte Schulfreundin Clara besuchen. Der Plan wird auf brutale Weise zerstört. Eine Journalistin wird tot aufgefunden und Maya ruft die Pflicht. Bereits kurz davor war ein weiterer Toter , der auf dieselbe Weise ermordet wurde, entdeckt worden. Fieberhaft wird nach einem Zusammenhang gesucht. Die Journalistin hat investigativ gearbeitet und hatte bereits in Deutschland im rechtsextremen Umfeld Nachforschungen angestellt. Wollte sie das erste Opfer ausspionieren ?

Bei einem Treffen mit Clara erhärtet sich der Verdacht, dass Rechtsextreme ihr Unwesen auf der Insel treiben. Als es einen weiteren Mord gibt, der ins Schema passt, muss Maya fürchten, vom Fall abgezogen zu werden. Ihre emotionale Belastungsgrenze ist erreicht, da sie glaubt, Verbindungen zu einem Jahre zurückliegenden Trauma zu erkennen. Sie ist nicht mehr objektiv und bringt sich dadurch in gefährliche Situationen. Der Krimi endet mit meinem persönlichen Highlight, dem Verhör der Hauptverdächtigen, das sehr entlarvend ist.

Ich kenne den Vorgängerband nicht, fand mich dennoch in Mayas Welt gut zurecht. Obwohl schnell klar ist, dass die Ermittlungen in rechtsradikale Kreise führen, ist der Krimi durchweg fesselnd. Das liegt daran, dass Stück für Stück das Ausmaß der Bedrohung sichtbar wird und die menschenverachtende Sichtweise der Täter und die damit verbundene Brutalität. Dennoch ist es so gut wie nicht möglich, ihnen die Taten nachzuweisen. Man weiß, dass sie lügen, kann es aber nicht gerichtsfest machen.

Dann gibt es sie sehr persönliche Beteiligung von Maya, die ihre professionelle Sicht trübt und zu emotionalen Aussetzern führt. So sehr ich ihre Hartnäckigkeit schätze, hat mich ihr Verhalten hier unangenehm berührt. Das führt dann gegen Ende zu einer lebensgefährlichen Situation. Und dann der verbale Schlagabtausch zwischen Tätern und Beamten. Ein wenig gestört hat mich, dass sich am Schluss alle Probleme der Beteiligten in Wohlgefallen aufgelöst haben. Bis auf diesen Punkt hat mich der Krimi völlig überzeugt und mit seiner spannenden und realistischen Handlung sehr gut unterhalten .

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.11.2025

Familiengeschichte gestern und heute

Großmutters Geheimnis
0

Meine Meinung zum Buch ist zweigeteilt wie der Roman selbst. Es gibt zwei eigenständige Erzählstränge, die nebeneinander herlaufen.

Für mich ein Grund der Freude und der Teil, der mich gefesselt, berührt ...

Meine Meinung zum Buch ist zweigeteilt wie der Roman selbst. Es gibt zwei eigenständige Erzählstränge, die nebeneinander herlaufen.

Für mich ein Grund der Freude und der Teil, der mich gefesselt, berührt und gut unterhalten hat, ist die Lebensgeschichte von Ruth, die Großmutter von Alexander, der die Hauptrolle in der Gegenwart innehat. Ruth ist Jüdin und lebte zur Zeit des Nationalsozialismus in Dänemark. Sie war eine begnadete Sängerin. Doch eine Karriere war ihr durch die politischen Umstände verwehrt. Sie wird nach Theresienstadt deportiert und schildert die erschütternden, unmenschlichen Bedingungen dort. Sie überlebt das Lager , bekommt eine Tochter, Alexanders Mutter und emigriert zusammen mit ihrem Mann, aber ohne Tochter, nach Amerika. Die Schilderungen des Lagers waren sehr eindrücklich und kaum auszuhalten. Was mir sehr gut gefallen hat, obwohl ich keine so engen Bezug zur Musik habe, waren die Beschreibungen, wie Ruth Musik empfindet und was sie für sie bedeutet.

Die Handlung in der Gegenwart hat mich zu Beginn interessiert, aber dann immer wütender gemacht. Alexander lebt zusammen mit seiner langjährigen Partnerin Gry in Dänemark. Sie wünscht sich ein Kind, konnte aber wegen medizinischen Problemen bei Alexander nicht auf natürlichem Weg schwanger werden. Nun versuchen sie es mit medizinischer Hilfe, was sehr ausführlich thematisiert wird. Alexander war mir unsympathisch. Er ist Musiker, aber mit seinem Broterwerb in einer Fernsehband unglücklich. Er möchte selbst komponieren. Er konsumiert Drogen, Alkohol und versinkt in Selbstmitleid. Schuld gibt er dafür auch seiner Mutter, die ihn nie geliebt habe. Der Autor bietet ererbte Traumata als Erklärung für Alexander Verhalten an. Das hat mich nicht wirklich überzeugt. Auch Gry blieb mir fremd, da sich bei ihr alles um ihren unerfüllten Kinderwunsch dreht.

Das Ende ist fast schon kitschig und konnte mich nicht für sich einnehmen. Wäre nicht Ruths aufwühlende Erzählstrang gewesen, hätte ich das Buch vermutlich nicht zu Ende gelesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere