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Veröffentlicht am 26.09.2025

Spannend und eine gute Dosis Lokalkolorit

Hurlebaus und das rote Kleid
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Dies ist meine erste Ermittlung zusammen mit Kommissar Hurlebaus und seiner Kollegin Olga, Was aber kein Problem war, denn ich konnte gut in die Handlung eintauchen. So ungewöhnlich wie der Name des Kommissars ...

Dies ist meine erste Ermittlung zusammen mit Kommissar Hurlebaus und seiner Kollegin Olga, Was aber kein Problem war, denn ich konnte gut in die Handlung eintauchen. So ungewöhnlich wie der Name des Kommissars ist sowohl der Namensträger als auch der Fall.

Katharina, die Wirtin eines kleines Lokals in Stuttgart, wird von ihrem Bruder als vermisst gemeldet. Sie war alleinstehend und hat durch ihr aufbrausendes Wesen polarisiert. Olga, die für Vermisstenfälle zuständig ist, kümmert sich um den Fall. Es gilt ein Verbrechen auszuschließen . Vieles spricht dafür, dass die Vermisste ein neues Leben ohne alte Verpflichtungen beginnen wollte. Dann geschehen mehrere Dinge gleichzeitig und ich befinde mich plötzlich mitten in einer hochexplosiven und undurchsichtigen Situation. Es gibt einen Anschlag auf Hurlebaus , gerade als er in Sachen Katharina telefoniert. Plötzlich schrillen sämtliche Alarmglocken - Mafia !

Während sich Hurlebaus Kollegen um den Mordanschlag kümmern, arbeitet er intensiv an der Vermisstensache, da ein Verbrechen nun wahrscheinlicher ist. Es gibt einige Verdächtige, aber jeder hat ein wasserdichtes Alibi. Auch die Frage nach dem Motiv bleibt offen. Das einzig wiederkehrende Detail ist das rote Kleid, das Katharina kurz vor ihrem Verschwinden getragen hat . Die Ermittlungen in beiden Fällen nehmen immer mehr Fahrt auf. Während beim Mordanschlag auf Hurlebaus mein Entsetzen über die gesamten Umstände überwiegt, hat mich Katharinas Fall eher traurig gestimmt. Geht es bei dem einem um Geld und Macht, spielen im zweiten Einsamkeit und unerfüllte Liebe eine wichtige Rolle.

Hurlebaus hat einige Ecken und Kanten und ich fand ihn gerade deswegen sehr sympathisch und überzeugend. Wenn ich ihm etwas vorwerfen wollte, dann dass er dazu neigt, wenig Geduld im Umgang mit seinen Mitmenschen zu haben . Auch mit dem Einhalten von Vorschriften nimmt er es nicht so genau. Wer mir auch gut gefallen hat, war Olga , die für die leisen Töne zuständig ist .

Mich hat der Krimi sehr gut unterhalten. Ich fand die Fälle sehr interessant und packend, untermalt mit einigem Lokalkolorit . Auch die Einblicke in das Seelenleben der beiden Beamten empfand ich als gelungen, was mir sonst nicht so gefällt.

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Veröffentlicht am 21.09.2025

Bewegender Fall in der Zeit kurz nach der Wende

Die Farbe des Schattens
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Allein schon das Cover gibt einen Vorgeschmack auf die Atmosphäre des Krimis - düster und ein emotionales Verbrechen. Das Buch spielt 1992 in Mecklenburg. Der Hamburger Hauptkommissar Arno Groth wurde ...

Allein schon das Cover gibt einen Vorgeschmack auf die Atmosphäre des Krimis - düster und ein emotionales Verbrechen. Das Buch spielt 1992 in Mecklenburg. Der Hamburger Hauptkommissar Arno Groth wurde eher unfreiwillig dorthin versetzt. Die Umgebung empfindet er als trübselig, die Arbeit als eintönig. Da reißt ihn die Suchmeldung nach einem 11jährigen Jungen aus seiner Lethargie. Die allgemeine Suchroutine beginnt ohne konkretes Ergebnis. Die Befragungen laufen schleppend. Die Menschen hegen großes Misstrauen gegen den Westler und haben Angst, in etwas verwickelt zu werden. Dann wird die Leiche des Jungen gefunden. Ein Täter ist schnell gefasst. Groth hegt seine Zweifel, wird aber nicht gehört. Ein schneller Fahndungserfolg ist dem scheidenden Vorgesetzten wichtig, da es seine Karriere weiter befeuern kann. Nach dessen Weggang nimmt Groth die Ermittlungen erneut auf. Ein Kollege, der bereits zu DDR-Zeiten als Polizist dort tätig war, bringt einen länger zurückliegenden Fall ins Spiel . Groth ist nicht breit aufzugeben, denn er will Gerechtigkeit für die Opfer und Seelenfrieden für sich.

Ich habe die Stimmung des Krimis nach den ersten Seiten als trostlos empfunden. Dazu beigetragen hat sicher auch, dass der Fall im Winter spielt. Dann ist für mich der gewaltsame Tod eines Kindes immer besonders bewegend und verstörend. Die Menschen wirkten auf mich ablehnend. Das fand ich aber in der Zeit kurz nach der Wende nachvollziehbar, als alte Sicherheiten wegbrachen und die Zukunft ungewiss war.

Groth war für mich kein einfacher Mensch. Er leidet unter seinen persönlichen Verletzungen und wirkte auf mich wie ein Eigenbrötler. Ich habe lange gebraucht, um seine Qualitäten zu schätzen und ihn für seine Beharrlichkeit und Gerechtigkeitssinn zu mögen. Mir hat gut gefallen, wie die Ermittlungsarbeit dargestellt wurde. Die Beamten haben jeden Stein umgedreht, um verwertbare Hinweise zu erhalten. Deshalb fand ich die Lösung des Falles auch überzeugend, da sie das Ergebnis der Nachforschungen abbildet. Und war das Buch zu Beginn düster, empfand ich das Ende als hoffnungsvoll und voller Aufbruchsstimmung.

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Veröffentlicht am 13.09.2025

Ein Buch voller Liebe, Emotionen und Schrecken

Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104
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Die Autorin erzählt die Geschichte der beiden Kriegswaisen Margret und Hardy und beispielhaft an ihnen das Grauen und den Schrecken der in den Heimen - egal unter welcher Führung - geherrscht hat.

Die ...

Die Autorin erzählt die Geschichte der beiden Kriegswaisen Margret und Hardy und beispielhaft an ihnen das Grauen und den Schrecken der in den Heimen - egal unter welcher Führung - geherrscht hat.

Die ältere Margret kümmert sich um den jüngeren Hardy, der Vertrauen zu ihr fasst. Als Angehörige von Margret gefunden werden, trennen sich ihre Wege für einige Jahre, Jahre , die für beide weiteres Leid bringen. Als Margret Hardy durch Zufall wieder findet, wollen sie zusammen bleiben und versuchen eine gemeinsame Zukunft aufzubauen. Doch immer wieder machen ihnen die erlebten Traumata das Leben schwer. Die beiden heiraten und finden in meinen Augen das Glück im anderen. Doch der erlebte Schrecken hat auch Auswirkungen auf das weitere Familienleben.

Ich glaube, ich habe noch nie ein Buch gelesen, das so voller Schrecken war und mich fassungslos und zugleich wütend gemacht hat. Die Grausamkeiten, die geschildert werden, waren in ihrer Fülle und Ausmaß fast nicht auszuhalten. Besonders da mir bewusst war, dass es keine Fiktion ist, sondern es sich so in unserem Land zugetragen hat. Misshandlungen, Demütigungen, sexueller Missbrauch, unerlaubte Medikamentenversuche, die Liste ließe sich noch weiter fortsetzen. Und niemand hat es interessiert, was man den Kindern angetan hat. Die Aufarbeitung begann erst viel später. Die Betroffenen haben geschwiegen , gelitten und das Leid an ihre Kinder weiter gegeben.

Ich war regelrecht erleichtert, dass das Buch mit einem positiven Ereignis endet. All zu oft herrschte zwischendurch Taschentuchalarm. Ich finde es gut, dass die Autorin den Opfern eine Stimme gibt und ihr Leid sichtbar macht. Was mich etwas gestört hat, war die Fülle der aufgezeigten Grausamkeiten. Nicht, dass es sie alle nicht gegeben hätte, aber ich habe bemerkt, dass es mich im Laufe der Geschichte nicht mehr so berührt hat. Trotzdem finde ich, dass es ein lesenswertes und notwendiges Buch ist . Aber bitte Taschentücher bereit legen.

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Veröffentlicht am 13.09.2025

Humorvolle Einblicke in das Leben passionierter Hobbysegler

Bordgeflüster
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Ich selbst bin kein Segler, aber am Bodensee aufgewachsen und durfte gelegentlich die heiligen Planken betreten - natürlich nur mit dem passenden Schuhwerk. Grund genug, das Buch in die Hand zu nehmen ...

Ich selbst bin kein Segler, aber am Bodensee aufgewachsen und durfte gelegentlich die heiligen Planken betreten - natürlich nur mit dem passenden Schuhwerk. Grund genug, das Buch in die Hand zu nehmen und ein weiterer war, dass ich weiß, dass die Autorin eine spitze Feder besitzt und Dinge humorvoll auf den Punkt bringt. Das Buch hat meine Erwartungen erfüllt und einige Stunden meinen Tag erhellt und mich zum lachen gebracht.

Egal welchen Aspekt des Seglerlebens die Autorin aufgreift, es ist einfach komisch, aber nie bösartig oder herabwürdigend. Ich hatte immer das Gefühl, ich sitze als stiller Beobachter daneben. Gut gefallen haben mir die kurzen Kapitel, so dass man auch in einer kleinen Pause reinlesen kann. Ein Lieblingskapitel zu benennen fällt mir schwer, denn gefallen haben sie mir alle. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir aber das Ausleihen der heiß geliebten "Alten" - so der Name des Segelschiffs - an ein anderes Segelpaar, was man definitiv nur nach eingehender Überprüfung der Betreffenden machen sollte . Und zu Herzen gehend fand ich den Abschied von der Segelsaison . Da zeigt sich wahre Hingabe. Das Buch ist in meinen Augen ein Volltreffer und ich bin mir sicher, egal ob passionierter Segler oder stiller Beobachter, jeder hat seinen Spaß damit.

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Veröffentlicht am 09.09.2025

Lebensweisheiten verpackt in emotionale Geschichten

Kleine Wunder in der Mitternachtskonditorei
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Ich habe mit diesem Roman Neuland für mich betreten, denn es ist mein erstes Buch aus dem asiatischen Raum. Der Inhalt hat mich in zweifacher Hinsicht überrascht. Er war sehr poetisch und mit Botschaften ...

Ich habe mit diesem Roman Neuland für mich betreten, denn es ist mein erstes Buch aus dem asiatischen Raum. Der Inhalt hat mich in zweifacher Hinsicht überrascht. Er war sehr poetisch und mit Botschaften gefüllt, die etwas philosophisches hatten, womit ich nicht gerechnet habe. Und was mich noch mehr überrascht hat, es war trotzdem sehr unterhaltsam und die Geschichten haben mich sehr berührt. Allerdings waren die Namen bis zum Schluss eine Herausforderung.

Yeonhwa erbt von ihrer Großmutter eine kleine Konditorei, die sie nicht , wie geplant , verkaufen darf. Yeonwha ist nicht begeistert und ergibt sich mürrisch in ihr Schicksal. Da das Geschäft nur nachts geöffnet sein darf, sind die Kunden sehr speziell. Jeder von ihnen wünscht sich ein bestimmtes Gebäck, weil er damit sehr persönliche Erinnerungen verbindet oder sich bei jemanden damit entschuldigen oder endlich seine Liebe zeigen will . Um diesen Wunsch verstehen zu können, lerne ich die Lebensgeschichte der Kunden kennen, die mich jedes Mal aus einen anderen Grund bewegt. Und auch Yeonhwa erfährt etwas über ihre persönliche Vergangenheit und das Leben ihrer Großmutter. Die Wahrheit hilft ihr , so schmerzhaft sie ist, zu verstehen und zu verzeihen. Die Geschichten der Kunden geben tiefe und interessante Einblicke in die koreanische Kultur. Manches davon erschien mir befremdlich, aber die Lebensweisheiten sind in meinen Augen so universell, dass es sich lohnt darüber nachzudenken. Trotz der traurigen Schicksale empfand ich das Buch nicht als düster , sondern im Gegenteil voller Hoffnung. Es ist definitiv ein leises Buch voller Emotionen, aber dadurch meiner Meinung nach lesenswert, weil es davon erzählt, worauf es im Leben ankommt.

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