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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.12.2025

Frankenstein 2.0

Der Puppenflüsterer (Thriller)
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Die Ermittler Frank Schünemann und Tabea Kurz werden zu einem Verkehrsunfall gerufen. Nicht ihr Metier , denn sie sind Mordermittler. Doch es wurde ein abgetrennter Fuß gefunden. Auch das ist nicht ihr ...

Die Ermittler Frank Schünemann und Tabea Kurz werden zu einem Verkehrsunfall gerufen. Nicht ihr Metier , denn sie sind Mordermittler. Doch es wurde ein abgetrennter Fuß gefunden. Auch das ist nicht ihr Aufgabengebiet, zählt es doch eher zur Leichenfledderei. Tabea und Frank vermuten mehr dahinter und wollen die Täter dingfest machen, bevor sie den Fall abgeben müssen. Und befinden sich unvermittelt in einem Alptraum. Warum benötigt jemand genau definierte Leichenteile ? Dann gibt es tatsächlich einen Mord und das Opfer wurde verstümmelt. Um so mehr sich die Ermittler einem möglichen Motiv nähern, um so größer wird mein eigenes Entsetzen. Der Grund für die taten und die Herangehensweise sind so makaber und dabei so perfekt durchdacht, dass man es fast schon bewundern könnte, wäre es nicht zu entsetzlich.

Ich mag die Thriller des Autors, gerade weil er auch das beschreibt, was andere im Dunkeln lassen. Hier allerdings hat mich der Fall gelegentlich fast über meine Grenzen gebracht. Stellenweise war die Handlung für mich etwas zu heftig, dennoch blieb die Neugier, wer und was hinter den Gräueltaten steckt. Deshalb war Aufhören keine Option. Die Auflösung war packend und für mich etwas zu konstruiert.

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Veröffentlicht am 03.12.2025

Sympathische Ermittler, spannender Fall, Lesevergnügen

Verbranntes Grab (Zwischen Mord und Ostsee - Küstenkrimi 8)
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Das neue Jahr beginnt nicht so ruhig wie erhofft für die beiden Kommissare Birte und Rainer. Auf Föhr wird eine verbrannte Leiche gefunden und die beiden müssen sich auf Tätersuche machen. Die Identität ...

Das neue Jahr beginnt nicht so ruhig wie erhofft für die beiden Kommissare Birte und Rainer. Auf Föhr wird eine verbrannte Leiche gefunden und die beiden müssen sich auf Tätersuche machen. Die Identität des Opfers ist noch nicht geklärt, da wird eine weitere Brandleiche gefunden und eine junge Frau wird vermisst. Es gibt keine auffälligen Beziehungspunkte zwischen den Opfern, wenn man davon absieht, dass man sich auf der Insel zwangsläufig begegnet. Verdächtige gibt es zuhauf - geschiedene Ehemänner, abgewiesene Liebhaber, Konkurrenten im Beruf. Ein Unbekannter gerät in Verdacht weil er am Silvesterabend aufgefallen ist, wie er unzusammenhängende Worte vor sich hin gemurmelt hat. Haben die Bewohner eines abgelegenen Bauernhofes etwas mit den Morden zu tun ? Als die beiden Kommissare kurz vor der Aufklärung der Verbrechen stehen, verschwindet Birte spurlos.

Ich bin immer wieder überrascht, wie viele Verbrechen auf den nordfriesischen Inseln passieren, gebe aber offen zu, dass ich ein Fan der Krimis aus dem Norden bin. Hier treibt sogar ein Serientäter sein Unwesen. Die Ermittlungen sind schwierig. Es gibt eine Vielzahl an Motiven , aber jeweils nur für eine bestimmte Person . Ich war genauso ratlos wie die Ermittler. Eine Spur führt in den Dunstkries einer Sekte, was ich faszinierend fand. Ich betrete eine Welt die mir völlig fremd und so gar nicht zu meiner Lebenseinstellung passt. Fanatismus finde verstörend, auch weil sie oft mit Intoleranz einhergeht. Die Person des Täters zeichnet sich gegen Ende ab, aber es gibt zuerst noch einen dramatischen Zwischenfall bis es zur Verhaftung kommt. Das alles liest sich spannend und sehr unterhaltsam. Was dem Geschehen eine humorvolle Note verleiht, sind die Wortgefechte zwischen Birte und Rainer, die privat ein Paar sind. Für mich ergibt das eine gelungene Mischung.

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Veröffentlicht am 01.12.2025

Düster, packend, absolute Hochspannung

Der Kuckucksjunge
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Bereits der 1. Fall aus der Feder des Autors hat mich gefesselt und mit unerwarteten Wendungen überrascht. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen, die zu meiner Begeisterung mehr als erfüllt wurden.
Silje ...

Bereits der 1. Fall aus der Feder des Autors hat mich gefesselt und mit unerwarteten Wendungen überrascht. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen, die zu meiner Begeisterung mehr als erfüllt wurden.
Silje Thomsen wird von ihrem geschiedenen Mann als vermisst gemeldet , was die Polizei zu keiner größeren Suchaktion animiert. Nur Kommissarin Thulin ist alarmiert, als verstörende Nachrichten auf Siljes Handy gefunden werden. Sie wurde von einem Stalker mit Fotos und Kinderreimen in Panik versetzt. Unterstützung erhält Thulin von Hess, mit dem sie eine persönliche Vergangenheit hat, die sie heute noch beschäftigt. Gerade als die beiden einer vielversprechenden Spur nachgehen, wird die übel zugerichtete Leiche Siljes gefunden. Der Ehemann gerät unter Verdacht. Dann wird ein weiteres Opfer gefunden, auf dessen Handy ähnliche Nachrichten entdeckt werden. Fieberhaft suchen die Beamten nach Verbindungen zwischen den beiden Fällen . Der Ermittlungsdruck durch die öffentliche Meinung wächst.
Als es zu einem weiteren Zwischenfall kommt, scheint der Täter endlich gefasst. Obwohl es einige lose Enden in den Ermittlungen gibt und trotz vehementer Bedenken seitens Thulin und Hess , wird der Fall als geklärt angesehen. Überschattet werden die brutalen Morde von Hess persönlicher Tragödie, die ihn ablenkt und zu einer tödlichen Situation führt.
Ich bin einfach begeistert ! Allein schon die Idee, das Stalking als Versteckspiel zu gestalten, etwas an dem Kinder ihren Spaß haben, empfand ich als gelungen und makaber. Gut dargestellt wurde die Panik der Opfer und deren verzweifelten Versuche, dem Stalker zu entkommen. Dem gegenüber stehen die vergeblichen und manchmal halbherzigen Versuche der Polizei, den Verursacher zu ermitteln und ihm Einhalt zu gebieten . Auch meine Gefühle wurden in starkem Maße angesprochen und haben zu meinem Lesevergnügen beigetragen. Zu meinem Mitgefühl gegenüber den Opfern , gesellte sich meine Wut über einige Polizeibeamte, die den Fall als Chance für einen Karrieresprung oder als Möglichkeit , sich an Kollegen zu rächen, betrachtet haben. Besonders betroffen hat mich das geschilderte Leid der Mutter eines Opfers, dessen Ermordung schön länger zurückliegt, gemacht. Sie hofft , dass die jetzigen Ermittlungen auch zum Mörder ihrer Tochter führen. Diese Seite eines Mordfalls findet selten in dieser Intensität Eingang in eine Krimihandlung. Hier passte es perfekt in das Gesamtpaket.
Der Showdown hat mein Nervenkostüm nochmals auf eine harte Probe gestellt und führte für mich zu einem angemessenen und befriedigendem Ende

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Veröffentlicht am 26.11.2025

Eine Liebe, die nicht sein darf

Kohlenträume
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Der Roman beleuchtet das unmenschliche Leid der Zwangsarbeiter währen der NS-Zeit , das oft über dem Grauen der KZs vergessen wird. Erzählt wird die Geschichte von Marie und Adrien, jeweils aus ihrer ...

Der Roman beleuchtet das unmenschliche Leid der Zwangsarbeiter währen der NS-Zeit , das oft über dem Grauen der KZs vergessen wird. Erzählt wird die Geschichte von Marie und Adrien, jeweils aus ihrer Sicht. Die junge Deutsche Marie lebt allein auf ihrem kleinen Bauernhof. Ihr Mann ist im Krieg. Um ihren Unterhalt zu sichern, nimmt sie Arbeit im Büro der nahe gelegenen Zeche an. Dort sieht sie mit Entsetzen, wie die "Fremdarbeiter " wie Sklaven gehalten werden und schwere Arbeit untertage leisten müssen. Adrien ist Franzose und wurde ohne Vorwarnung von den Nazis entführt und auf der Zeche zur Arbeit gezwungen. Maries und Adriens Wege kreuzen sich, als Adrien, der deutsch kann, für Marie übersetzen muss. Die beiden jungen Menschen verlieben sich ineinander, obwohl dies mit dem Tode bestraft wird, wenn es entdeckt wird.

Einmal angefangen zu lesen, konnte ich nicht mehr aufhören, so gefangen hat mich das Schicksal der beiden genommen. Da war zum einem das Entsetzen über die Willkür und Barbarei der Nazis, die auch Marie zu spüren bekommt. Ihr Vorgesetzter bedrängt sie sexuell. Sie lebt in ständiger Angst, die Nachbarn könnten sie wegen Rassenschande anzeigen. Und dann die Hilflosigkeit gegenüber dem Schicksal der Zwangsarbeiter und die Schuldgefühle gegenüber ihrem Mann. All diese Gefühle werden sehr lebendig beschrieben und durch einige Vorkommnisse sehr anschaulich dargestellt.

Adrien muss sich mit seiner neuen Situation und den Bedingungen des Lagerlebens auseinandersetzen und geht durch ein Wechselbad der Gefühle - Wut, Trauer, Hass, Resignation. Als er Marie näher kennt, kommt auch die Hoffnung zurück. Im Lager sind die Lebensumstände nur grauenhaft und trotz der anschaulichen Schilderungen ob des unvorstellbaren Ausmaßes für mich nicht begreifbar. Fast schon Glücksgefühle hatte ich beim lesen der seltenen privaten Zusammentreffen von Marie und Adrien. Diese Momente voller Liebe waren wie aus einer anderen Welt und einer anderen Zeit. Mich hat das Buch tief berührt und trotzdem ,so seltsam das klingen mag, sehr gut unterhalten. Da die Liebe zwischen den beiden so hingebungsvoll und selbstlos war, gab es auch helle Momente, die mich wieder an das Gute in der Welt glauben ließen. Dennoch bleibt es eine aufwühlende und informative Lektüre.

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Veröffentlicht am 23.11.2025

Spannend und voller Emotionen

London Underground
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Ich habe die bisherige Reihe um die Familie Hunt geliebt und um so mehr habe ich mich gefreut , dass es eine Fortsetzung gibt. Der Einstieg fiel mir leicht und es war wie ein Besuch bei lieben Freunden ...

Ich habe die bisherige Reihe um die Familie Hunt geliebt und um so mehr habe ich mich gefreut , dass es eine Fortsetzung gibt. Der Einstieg fiel mir leicht und es war wie ein Besuch bei lieben Freunden nach einigen Jahren und man feststellt aus Kindern wurden Leute. Wer die Reihe bisher nicht kannte, erhält wertvolle Hinweise im Personenverzeichnis, die die Orientierung erleichtern.

Vieles ist gleich geblieben und ich habe das wiedergefunden, was mir bereits vorher wichtig war. Der Familienzusammenhalt und die dadurch entstehenden Wohlfühlmomente sind erneut ein wichtiger Bestandteil . Jen, eine neues Mitglied in der Gruppe, nennt es eine Bilderbuchfamilie. Das stimmt und ich fand es als Gegengewicht zu der spannenden Handlung und zur zum Teil beklemmenden Vergangenheit von Toby und Leo ausgesprochen angenehm.

Zurück zu Jen, die ich hier erst kennen und gleich auch lieben gelernt habe. Sie trifft die Hunt-Jugendlichen zufällig und wird von ihnen spontan in ihre Gemeinschaft aufgenommen. Ihre Vorgeschichte ist sehr emotional und in meinen Augen auch in unserer Welt realistisch. Und dann natürlich die Kämpfe gegen lebensbedrohenden Geister - die waren wieder packend und mit einigen Überraschungen gespickt. Es gibt auch neue Arten von ihnen, die ich als bedrohlicher als bisher empfunden habe. Ich finde, sie geben durchaus Anlass zur Sorge. Einer meiner persönlichen Highlights sind die Wortgefechte - witzig, ironisch , aber immer voller Zuneigung - zwischen den Familienmitgliedern und ihren Freunden. Der Band endet mit einem fiesen Cliffhänger. Bis dahin hat mich die Geschichte sehr gut unterhalten, manchmal emotional berührt, meinen Adrenalinspiegel erhöht und nun freue ich mich auf die Fortsetzung.

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