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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.02.2026

Solider Band, aber für mich einer der schwächeren

Treibholz
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Treibholz bietet vertraute Figuren und einen unblutigen, gut nachvollziehbaren Kriminalfall, doch für mich fehlte diesmal der besondere Funke. Die Atmosphäre wirkt zwar vorhanden, aber eher routiniert: ...

Treibholz bietet vertraute Figuren und einen unblutigen, gut nachvollziehbaren Kriminalfall, doch für mich fehlte diesmal der besondere Funke. Die Atmosphäre wirkt zwar vorhanden, aber eher routiniert: viel Aufzählung von Straßen und Geschäften, wenig echtes Sylt‑Gefühl. Stellenweise erinnerte mich das eher an Werbung als an lebendigen Insel‑Flair.

Der zweite Mord fühlte sich unnötig an und traf eine Figur, deren Schicksal für mich eher ungerecht als spannend wirkte. Auch der Humor blieb deutlich hinter früheren Bänden zurück. Violetta konnte mich nicht überzeugen – ihre Darstellung schwankt so stark, dass ich als Leserin nicht mitgehen konnte. Der Running Gag mit der Haustür und der Katze ist inzwischen etwas überstrapaziert, und Mamma Carlotta hätte für meinen Geschmack öfter bei der Nachbarin auftauchen dürfen.

Das Cover passt für mich ebenfalls nicht: niedliche Robben, aber kein Bezug zur Geschichte und kaum Sylt‑Atmosphäre. Es könnte jede x‑beliebige Nord- oder Ostseeinsel sein.

Positiv hervorheben möchte ich die Rezepte am Ende – die gefallen mir sehr gut, und einige davon möchte ich unbedingt ausprobieren.

Insgesamt ein Band, der Fans der Reihe sicher unterhält, für mich aber nicht an die stärkeren Teile heranreicht.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Für Anfänger mit viel Platz – aber nichts für mich.

Nie wieder Chaos!
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Nie wieder Chaos von Cynthia Townley Ewer

Das Buch verspricht Ordnung, liefert aber vor allem Konzepte für Menschen mit Einfamilienhaus, Keller, Waschküche und mehreren Kindern. Wer wie ich in einer Zwei-Zimmer-Wohnung ...

Nie wieder Chaos von Cynthia Townley Ewer

Das Buch verspricht Ordnung, liefert aber vor allem Konzepte für Menschen mit Einfamilienhaus, Keller, Waschküche und mehreren Kindern. Wer wie ich in einer Zwei-Zimmer-Wohnung lebt, stößt schnell an räumliche und praktische Grenzen.

Die Aufräumbilder zeigen Schränke, die rechts perfekt sortiert sind – während links das Chaos liegt. Aber vieles, was „rechts“ sein soll, passt bei mir gar nicht in den Schrank. Die Tipps zur Wäscheorganisation (mehrere Körbe für jede Wäscheart, farblich sortiert pro Familienmitglied) sind schlicht nicht umsetzbar – wo soll ich all diese Körbe hinstellen?

Auch die Tests zur Wohnungsordnung wirken wie aus einem amerikanischen Neubauhaushalt. Die Waschmaschinentipps sind auf US-Standards ausgelegt (max. 49 Grad), was hierzulande kaum relevant ist. Die „Katastrophenpläne“ für Familien sind gut gemeint, aber im Ernstfall wohl kaum abrufbar.

Viele Vorschläge – wie das Falten von Badetüchern oder das Beziehen eines Bettes mit einfachem Laken – wirken aus der Zeit gefallen. Wer nutzt das heute noch? Und die Bekleidungstipps ignorieren Lebensrealitäten: Krankheit, wechselnde Kleidergrößen, begrenztes Budget. Kleidung aufhängen wie im Showroom? Dafür fehlt mir schlicht der Platz.

Besonders ärgerlich: Die Haltung zu Büchern. Ungelesene Bücher sollen weg, nur „zeitgemäße“ dürfen bleiben. Die Empfehlung, Bücher nur noch auszuleihen, grenzt für mich an Hobbyabschaffung. Ich lese, was mich interessiert – nicht, was die Bücherei gerade vorrätig hat.

Karen Kingston hat – meiner Meinung nach – das deutlich bessere Buch geschrieben. Ihre Tipps sind umsetzbar, auch in kleinen Wohnungen. Nach ihrer Lektüre habe ich wirklich ausgemistet – und dabei sogar anderen eine Freude gemacht, etwa mit Krimi-Paketen für meine Brieffreundin.

Fazit: Nie wieder Chaos ist ein Buch für Haushaltsanfänger mit viel Platz und wenig Erfahrung. Für alle anderen: lieber Finger weg – oder gleich zu Karen Kingston greifen.

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Veröffentlicht am 05.02.2026

🥐 Rezension: Provenzalischer Stolz – ein Krimi mit Herz und Heimat

Provenzalischer Stolz
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Ich habe das Buch mit großer Freude gelesen – und schon beim Cover war klar: Das ist wieder mit Liebe gemacht. Der Plan von Saint-Valérie, die Infos zur Autorin, die französischen Vokabeln hinten im Buch ...

Ich habe das Buch mit großer Freude gelesen – und schon beim Cover war klar: Das ist wieder mit Liebe gemacht. Der Plan von Saint-Valérie, die Infos zur Autorin, die französischen Vokabeln hinten im Buch – all das zeigt, wie viel Sorgfalt in diesem Band steckt. Für jemanden wie mich, der das Französische liebt, aber vieles vergessen hat, ist das ein Geschenk.

Der Krimi selbst? Spannend wie immer. Pierre Durand ist nicht nur Ermittler, sondern Teil der Dorfgemeinschaft. Ich mochte besonders, wie das Dorf zusammenhält, wie man ihn als „Dorfpolizisten“ verteidigt, obwohl der Bürgermeister keine Intrige auslässt. Die Charaktere sind lebendig, das Flair ist zum Eintauchen schön, und die Rezepte am Ende machen Lust, gleich den Marktkorb zu packen.

🌟 Fazit: 5 Feensternchen
Ein liebevoll gestalteter Krimi mit Spannung, Atmosphäre und Herz. Für alle, die Provence, gutes Essen und starke Figuren lieben – une lecture délicieuse!

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Veröffentlicht am 05.02.2026

Kleine Dramen im Beet – ganz groß erzählt

Mord im Nacktschnecken-Milieu
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„Mord im Nacktschnecken Milieu“ hat mich sofort abgeholt. Nicht, weil es ein Krimi wäre – das ist es nicht –, sondern weil Elke Schwarzer es schafft, die alltäglichen Rätsel im Garten so charmant zu erzählen, ...

„Mord im Nacktschnecken Milieu“ hat mich sofort abgeholt. Nicht, weil es ein Krimi wäre – das ist es nicht –, sondern weil Elke Schwarzer es schafft, die alltäglichen Rätsel im Garten so charmant zu erzählen, dass man plötzlich selbst wie eine Ermittlerin durchs Beet geht. Der Ton ist warm, witzig und nie belehrend. Man merkt, dass hier jemand Natur liebt und Humor als Werkzeug benutzt, nicht als Deko.
Die Fälle sind kurz, originell und überraschend lehrreich. Dazu kommt eine wirklich schöne Gestaltung, die das Buch zu einem kleinen Genuss macht. Wer allerdings eine durchgehende Handlung erwartet, wird hier nicht fündig. Es ist eher ein Spaziergang durch 20 kleine Garten Tatorte – und genau das macht den Reiz aus.
Fazit
Ein liebevoll gestaltetes, kluges und humorvolles Naturbuch, das den Blick auf den Garten verändert. Kein Krimi – aber ein Vergnügen für alle, die gern genauer hinsehen.

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Veröffentlicht am 04.02.2026

Eiskalt, emotional, irisch – ein Krimi, der unter die Haut geht

Schneesturm
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⭐️⭐️⭐️⭐️ (4 von 5 Sternen)

Tríona Walshs Schneesturm ist ein atmosphärisch dichter Inselkrimi, der mich beim Lesen regelrecht hat frieren lassen. Die Geschichte spielt auf der windumtosten Insel Inishmore, ...

⭐️⭐️⭐️⭐️ (4 von 5 Sternen)

Tríona Walshs Schneesturm ist ein atmosphärisch dichter Inselkrimi, der mich beim Lesen regelrecht hat frieren lassen. Die Geschichte spielt auf der windumtosten Insel Inishmore, wo ein tagelanger Schneesturm die Bewohner von der Außenwelt abschneidet. Kein Schiff, kein Helikopter – ganz im Stil von Agatha Christie sind alle Verdächtigen auf engem Raum gefangen, und die Kälte kriecht durch jede Seite.

Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet, emotional glaubwürdig und oft in Bewegung – nass vom Laufen, vom Niederknien, vom Leichenbergen. Die Ermittlerin Cara ist vielschichtig und trägt ihre eigene Geschichte mit sich. Besonders schön fand ich, wie der Name Daithí erklärt wird – ausgesprochen „Daaah-hie“ – und wie die Sprache den irischen Dialekt spiegelt, der auf Inishmore gesprochen wird: Connacht Irish, der westirische Zweig des Irischen.

An einer Stelle sagt Caras Sohn, er habe „Garda-Kram“ gemacht – was das genau bedeuten soll, weiß ich ehrlich gesagt nicht, denn mit der Polizei hat er nichts zu tun. Vielleicht war das einfach ein flapsiger Ausdruck, der offenbleiben darf.

Das Ende ist gelungen, vor allem die lange, spannungsgeladene Auflösung mit echten Highlights. Es gab ein paar Längen, aber ich war so gefangen, dass ich sie kaum bemerkt habe. Ein paar Dinge fand ich leider unplausibel – aber der Lokalkolorit, die Atmosphäre und die emotionale Tiefe machen das mehr als wett.

Ich gebe 4 von 5 Sternen – wegen kleiner Schwächen, aber mit großer Hochachtung für die Stimmung, die Figuren und das frostige Setting.

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