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Veröffentlicht am 09.06.2023

Richtig gute Urlaubslektüre!

Happy Place
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Schreit das Buch nicht optisch schon nach einem richtig tollen Sommerbuch? Und genau das war „Happy Place“ für mich auch, auch wenn letztlich unerwartet viel Tiefe kam und der erwartete Humor etwas auf ...

Schreit das Buch nicht optisch schon nach einem richtig tollen Sommerbuch? Und genau das war „Happy Place“ für mich auch, auch wenn letztlich unerwartet viel Tiefe kam und der erwartete Humor etwas auf der Strecke blieb. Mich hat es trotzdem gut unterhalten. Für Harriet geht es mit ihren besten Freunden in den Urlaub… und mit ihrem Exfreund Wyn, mit dem sie seit Monaten getrennt ist. Und ihre Freunde wissen nichts davon. Um den Urlaub nicht zu ruinieren, versuchen die zwei das Ganze noch ein bisschen zu verheimlichen. Das bleibt aber gar nicht so leicht. Während der Reise der Truppe gibt es immer mal Rückblicke in die Vergangenheit, um die Freundschaft und vor allem die Beziehung zwischen Harriet und Wyn (und dessen Ende) nachvollziehen zu können. Mit dem Schreibstil hatte ich von Anfang an keinerlei Probleme und der Wechsel zwischen Humor, Drama, Freundschaft, Liebe und letztendlich auch tiefergehenden Themen hat einen schönen Lesefluss durchs Buch gebracht. Mit dem Stimmungswechsel im letzten Drittel des Buches hatte ich allerdings gar nicht mehr so gerechnet und ich hab mich auch kurz etwas erdrückt gefühlt, weil der Humor auch entsprechend sehen kurz kam - aber es hat dem Buch echt nochmal einiges an Tiefe mitgegeben. Botschaften, die die Figuren sehr authentisch begleitet haben. Sie haben ihren Weg gesucht, sich reflektiert und einiges über sich selbst gelernt - teilweise freiwillig, teilweise aber auch unbewusst und ohne Absicht.

Mir hat „Happy Place“ durch diese bunte Mischung insgesamt echt für zwischendurch gefallen und es war ein optimales Sommerbuch, das ich empfehlen kann. Geht allerdings nicht davon aus, dass es nur entspannt und mit viel Humor ist - zwischendurch hat mich der Stimmungswechsel schon sehr runtergezogen und nachdenklich gemacht. Vermutlich noch besser, wenn man sich etwas drauf einstellt.

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Veröffentlicht am 08.06.2023

Absolut ergreifend und packend!

I'm Glad My Mom Died
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Jennette McCurdy könnten viele aus den Nickelodeon-Serien „iCarly“ und „Sam & Cat“ kennen. In diesem Memoir geht es um ihr Leben von frühester Kindheit bis in die Gegenwart. Wie der sehr direkte Titel ...

Jennette McCurdy könnten viele aus den Nickelodeon-Serien „iCarly“ und „Sam & Cat“ kennen. In diesem Memoir geht es um ihr Leben von frühester Kindheit bis in die Gegenwart. Wie der sehr direkte Titel verrät, geht es viel um die Beziehung zu ihrer Mutter. Eine extrem toxische Verbindung, der man durch das eintauchen in ihre Kindheit auf den Grund geht. Mitzuerleben, was sie wie erlebt hat und mit was für Druck und Machtmissbrauch sie aufgewachsen ist, war absolut ergreifend und gleichzeitig erdrückend. Es kommen Stück für Stück weitere, sehr schwere Themen hinzu. Aus Spoilergründen erwähne ganz unten nur noch ein paar.

Mit dem wachsenden Alter von Jennette hat sich der Ton des Buchs verändert, der direkt und mit bitterem Humor die Erfahrungen, Erlebnisse und Sichtweisen von ihr auf die Seiten bringt. Castings, ihr Leben gedrückt in eine Schauspielwelt, die sie sich nicht selbst ausgesucht hat und das Erwachsen werden. Es gab so viele Momente, die ich absolut schockierend, grausam und gleichzeitig augenöffnend fand. Es schwang so viel Mitgefühl und Schock beim Lesen mit.

Das Buch ist für mich definitiv ein Lesehighlight! Es hat mich absolut gepackt, sehr berührt und verschiedenste Emotionen in mir ausgelöst. Jennette McCurdy ist eine unglaublich starke Frau, die es durch unvorstellbaren Druck, verschiedene Art von Missbrauch und Erkrankungen geschafft und einen Weg für sich gefunden hat. Dieses Memoir war für mich absolut authentisch, die Erzählweise bitter mit genug Dramatik, aber auch Humor. Es hat einfach alles gepasst. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung, allerdings mit dem Hinweis auf die Schwere und die Art der Themen. Im Laufe der Geschichte kommen neben emotionalem, seelischen und körperlichen Missbrauch unter anderem Essstörungen, weitere psychische Erkrankungen und Sucht vor. Hier wird teilweise sehr stark in die Tiefe gegangen, was ich persönlich teilweise echt heftig und definitiv nicht ohne fand. Dem sollte man sich beim beziehungsweise vor dem Lesen bewusst sein. Aber abschließend: Dieses Memoir ist für mich absolut grandios!

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Veröffentlicht am 06.06.2023

Grandiose Figuren und Geschichten

Malibu Rising
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Vor kurzem habe ich „Malibu Rising“ gelesen und es gab so viele Dinge, die ich an dem Buch bewundert habe! Eins davon ist der zeitliche Aufbau und die so sinnvoll gegliederten Zeitsprünge. Man hat zum ...

Vor kurzem habe ich „Malibu Rising“ gelesen und es gab so viele Dinge, die ich an dem Buch bewundert habe! Eins davon ist der zeitliche Aufbau und die so sinnvoll gegliederten Zeitsprünge. Man hat zum einen durch das Buch hinweg einen Tag erlebt, an dem die berüchtigte Party der Rivas stattfinden sollte. Zwischendurch gab es dabei aber auch immer wieder Rückblicke zu einzelnen Familienmitgliedern, um die Vergangenheit verstehen und die Charaktere kennenlernen zu können. Bis es dann am Ende quasi Schlag auf Schlag mit der Party im Stundentakt weiterging, war man schon gut im Bilde, was den einzelnen Familienmitgliedern bisher in ihrem Leben so passiert ist und was für Ballast und Gedanken sie mit sich tragen. Diese Zeitsprünge haben mich so an das Buch gefesselt und gleichzeitig hat sich dadurch auch Spannung aufgebaut. Mit der Sichtweise fühl ich meistens in der Ich-Perspektive viel mehr mit - was hier trotz dritter Person aber auch so gut geklappt hat! Ich mochte auch das Setting in Malibu total, was super unaufdringlich aber gut beschrieben wurde. Bei den Charakteren hatte ich erstaunlich schnell Bilder vor Augen, habe viel mit ihnen gefühlt, obwohl es gar nicht all zu viele detaillierte Beschreibungen gab. Mit knallharter Erzählung waren die Emotionen teilweise so einfach da - ich fand’s krass, weil ich es sonst durch Details und Situationsbeschreibungen nur so intensiv empfinde. Und hier war es einfach die Geschichte, all das, was den Charakteren passiert. Am Ende (als es primär nur noch um die Party ging) wurden es echt viele Schicksale und Personen, was mich trotzdem nicht rausgebracht, sondern vielmehr unterhalten hat. Für das Party-Ende und die Stimmung vor Ort war das als Leser schon ziemlich förderlich. Ein kleines Detail, was ich immer wieder super cool finde, sind die verwobenen Charakteren aus anderen Büchern von TJR. Finds einfach so grandios, wie authentisch sie die Geschichten dadurch etwas verbindet!

Für mich war „Malibu Rising“ wieder ein sehr grandios gestricktes und überzeugendes Buch, eine ganz große Empfehlung! Mit dem Schreibstil der Autorin kam ich bislang immer super zurecht und Figuren und Geschichte sind so authentisch geschrieben, wie ich finde. Als ich das Buch beendet hatte, wollte ich am liebsten direkt zum nächstens Buch von Taylor Jenkins Reid greifen. Zum Glück ist eins im Regal noch ungelesen.

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Veröffentlicht am 22.05.2023

Viele Geheimnisse, wenig Handlung

The Ravenhood - Flock
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Dieses Buch war mal so ganz anders und hatte ziemlich schnell eine Sogwirkung auf mich. Mir war erst am Ende so richtig bewusst, dass es der Schreibstil war, der das ausgelöst hat. Ich habe mich auf die ...

Dieses Buch war mal so ganz anders und hatte ziemlich schnell eine Sogwirkung auf mich. Mir war erst am Ende so richtig bewusst, dass es der Schreibstil war, der das ausgelöst hat. Ich habe mich auf die Geschichte eingelassen, mich aber quasi durchgängig gefragt, wohin das Ganze jetzt noch führt. Schlussendlich ist mir klar warum: Die Handlung verlief ziemlich flach und bis die eigentliche Story so richtig in Gange kam, verging fast das gesamte Buch.

Mir hat das Love-Triangle in „Flock“ erstaunlicherweise ganz gut gefallen. Ich fand den Ansatz interessant, wie die Charaktere sich aufeinander eingelassen haben und sich gegenseitig gewissen Raum gegeben haben. Dominic und Sean, die Hauptfiguren, hatten Ansichten und Gedankenansätze, die ich sehr interessant zu lesen fand. Die Protagonistin Cecelia hat sich und ihre Bedürfnisse und Wünsche im Laufe der Geschichte kennengelernt, was ich schon sehr positiv wahrgenommen habe. Mehr Entwicklung konnte ich ihr aber auch ehrlicherweise nicht anrechnen. Sean und Dominic hatten viel Einfluss auf sie, ihre Art zu denken und die Perspektive auf das Leben und sich selbst und das hat ihr schon einiges mitgegeben. Trotzdem hat sie für mich von Anfang bis Ende immer wieder ziemlich kindliche und sture Seiten gezeigt, die ich in vielerlei Hinsicht schwierig fand. Ihr ständiges Kichern und ihre Zickereien haben sie nicht gerade zu einer Sympathiefigur für mich gemacht. Und auch wenn sie starke Ansätze gezeigt hat für sich einzustehen, gab es auch immer wieder Situationen, in denen sie das nicht getan hat und sich immer wieder von ihrer körperlichen Anziehung oder den Versprechungen und Verwicklungen der Jungs hat einwickeln lassen. Es gibt auch einige toxische Situationen und Verhaltensweisen in dem Buch, die aber durch die mysteriösen Geheimnisse und das düstere Dasein etwas entschuldigt werden. Für mich hatte es dennoch einen bitteren Beigeschmack und ich fand’s nicht so cool. Auch den Umgang mit anderen Personen, wie Cecelias bester Freundin, fand ich nicht ganz so lobenswert. Sie kam immer schön zum Vorschein, wenn sie gebraucht wurde und wurde sonst einfach hängengelassen und mit Ignoranz und Halbwahrheiten abgespeist, während sich Cecelias Leben für Wochen nur noch um „ihre Jungs“ drehte.

Es gibt eine Menge Geheimnisse, die durch düstere Persönlichkeiten und schleierhafte Antworten auf Fragen bewahrt werden konnten. Mich hat es zwar neugierig gemacht, irgendwann aber auch ziemlich genervt. Trotzdem hat das Ende dann doch Spannung aufgebaut und einen Cliffhanger ermöglicht, der schon neugierig auf den Folgeband macht. Ich habe trotzdem kein Interesse die Reihe weiter zu verfolgen, weil ich zu den Charakteren keinen Draht gefunden habe und für mich außer ihrer körperliche Anziehung, die durch viele spicy-Szenen deutlich rüberkam, auch keine Gefühle rüberkamen. Das Buch war für mich nett für zwischendurch und ich finde den Storyansatz schon ganz originell, hab mich auch insgesamt ganz gut unterhalten gefühlt. Mir fehlten aber Tiefe, Nähe zu den Charakteren und mehr Handlung, um mich richtig zu begeistern. Deswegen gibt es für mich auch leider keine Empfehlung. Für mich persönlich ist es einfach nichts, ich kann mir aber vorstellen, dass es einigen mit der Reihe anders geht!

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Veröffentlicht am 07.05.2023

Humor und Tiefe perfekt vereint!

Veilchensturm
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Mein erstes Buch von Kim Leopold und ich habe „Veilchensturm“ regelrecht verschlungen. Es war so so schön und intensiv den Sommer mit Violet und Maddox in den Hamptons zu verbringen! Der Schreibstil hat ...

Mein erstes Buch von Kim Leopold und ich habe „Veilchensturm“ regelrecht verschlungen. Es war so so schön und intensiv den Sommer mit Violet und Maddox in den Hamptons zu verbringen! Der Schreibstil hat den Lesefluss nochmal verstärkt - er war so voller Humor und gleichzeitig kamen die Emotionen und die düsteren Passagen ebenso gut rüber.

Schon der Anfang versprach eine gute Mischung aus Humor und Tiefe. Stargeiger Maddox Madness hat einige Lasten auf seinem Herzen, die er schon zu Beginn des Buches mithilfe von Therapie gut aufarbeitet. Er hat während des Buches definitiv seine Höhen und Tiefen und ist für mich extrem schnell zu einem sehr sympathischen Charakter geworden. Er hat mich immer wieder zum Lachen gebracht und sein Kämpferherz hat mich tief berührt.

Er trifft durch eine Bekannte auf dessen Schwester Violet, die an einem komplett anderen Punkt im Leben steht. Sie hat schon sämtliche Ansätze mit Studium, Arbeit und Co hinter sich, um ihren Weg zu finden, ist aber bislang immer gescheitert. Verzweifelt sucht sie nach einem Weg für sich. Zu sich. Und zu ihrem Glück. Mit Violet hat Kim Leopold ebenfalls einen sehr authentischen Charakter geschaffen. Sie stellt einen guten Gegenpart zu Maddox dar und ergänzt ihn auf eine Art so gut!

New York, die Hamptons und im Mittelpunkt ein Sommercamp für Kinder mit dem Schwerpunkt Musik. Das Setting war ein Traum und hat meine Kindheitsliebe für Camp Rock etwas aufflammen lassen. Spaziergänge und tanzen am Strand, Sonnenauf- und Untergänge, Filmnächte in selbstgebauten Höhlen, Lagerfeuer und eine Menge Musik - einfach nur traumhaft.

Ich habe die gemeinsame Reise von Maddox und Violet zwischen vielen weiteren gut gezeichneten Nebenfiguren sehr gerne verfolgt. Es war so ein gelungenes Gleichgewicht zwischen Wohlfühlfaktor, Humor und Tiefe. Es wurden eine Menge Themen aufgegriffen und meiner Meinung nach gut aufgearbeitet. Sie waren teilweise spezieller, zum Teil aber auch sehr allgegenwärtig in der Gesellschaft sind. Die Suche nach dem richtigen Weg für sich und der Umgang mit erdrückendem Weltschmerz haben mich besonders abgeholt. Das wird definitiv nicht mein letztes Buch von der Autorin bleiben!

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