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Veröffentlicht am 22.05.2019

It Never Rains in Southern California

Dry
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Inhalt:
In Neal Shustermans neuestem Jugendbuch, das er zusammen mit seinem Sohn Jarrod geschrieben hat, erwacht der alte Song von Albert Hammond zum Leben. Es ist ein heißer, trockener Sommer, als die ...

Inhalt:
In Neal Shustermans neuestem Jugendbuch, das er zusammen mit seinem Sohn Jarrod geschrieben hat, erwacht der alte Song von Albert Hammond zum Leben. Es ist ein heißer, trockener Sommer, als die umliegenden Staaten Kalifornien das Wasser abdrehen, weil sie es für die eigene Bevölkerung brauchen. Die meisten trifft der Wassermangel völlig überraschend, man hat trotz aller Warnungen und Mahnungen einfach nicht wahrhaben wollen, dass es so weit kommen könnte. Schnell sind die Wasservorräte in den Läden ausverkauft. Für einen Schluck Wasser tun die Menschen bald Dinge, die sie sich nie hätten träumen lassen. Jeder ist sich selbst der Nächste …

Meine Meinung:
Wie gewohnt, konnte mich Neal Shusterman von der ersten Seite an fesseln. Die Zusammenarbeit mit seinem Sohn hat anscheinend auch wunderbar geklappt, denn man merkt dem Buch nicht an, dass hier zwei Autoren beteiligt waren. Es wirkt wie aus einem Guss.

Der Schreibstil ist sehr flott und jugendlich. Man wird geradezu durch die Seiten getrieben, weil die Geschichte so spannend ist. Mir erschien sie auch sehr realistisch. Ich fürchte, etwas Ähnliches könnte durchaus in nicht allzu ferner Zukunft passieren. Erzählt wird aus der Ich-Perspektive von verschiedenen Jugendlichen. Das hat mir gut gefallen, da man dadurch verschiedene Sichtweisen kennenlernt.

Eine große Rolle spielt die sechzehnjährige Alyssa, die sich um ihren zehnjährigen Bruder Garrett kümmern muss, als die Eltern plötzlich nicht mehr da sind. Ihnen zur Seite steht Kelton, dessen Familie als Einzige im ganzen Viertel Lebensmittel und Wasser gebunkert und ihr Haus mit Fallen gesichert hat. Während Keltons Vater stur an seine eigene Familie denkt und nicht bereit ist, auch nur einen Tropfen Wasser zu verschenken, zeigt Kelton etwas mehr Menschlichkeit, nicht zuletzt, weil er schon seit Jahren in Alyssa verliebt ist. Die drei machen sich schließlich auf zu einem Zufluchtsort in den Bergen. Es gesellen sich noch die Aussteigerin Jacqui und das Schlitzohr Henry dazu. Auch wenn die Charaktere zuweilen etwas stereotyp anmuten, fand ich diese Zusammensetzung der Gruppe doch sehr gelungen, da sie alle so unterschiedlich sind und auf die Herausforderung jeweils anders reagieren. Während die einen durchaus der Gewalt zugeneigt sind, um an Wasser zu kommen, teilen die anderen auch noch den letzten Tropfen mit Fremden. Allerdings ist dies nicht starr; die Protagonisten entwickeln sich weiter und ändern ihre Einstellung durchaus auch mal im Verlauf der Handlung.

Mein einziger Kritikpunkt aus der Sicht einer Erwachsenen ist das Ende, das mir zu weichgespült erscheint, als dass es realistisch sein könnte. Für ein Jugendbuch finde ich es aber durchaus angemessen. Daher gibt es von mir eine klare Leseempfehlung.

★★★★★

Veröffentlicht am 17.05.2019

Unterhaltsam, aber das gewisse Etwas fehlt mir

Kuckuckskind
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Gebundene Ausgabe: 339 Seiten
Verlag: Diogenes (1. Juli 2008)
ISBN-13: 978-3257066326
Preis: Hardcover vergriffen
als Taschenbuch, als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Unterhaltsam, aber das gewisse ...

Gebundene Ausgabe: 339 Seiten
Verlag: Diogenes (1. Juli 2008)
ISBN-13: 978-3257066326
Preis: Hardcover vergriffen
als Taschenbuch, als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Unterhaltsam, aber das gewisse Etwas fehlt mir

Inhalt:
Anjas Ehe ist am Ende. Anja kann ihrer Mutter den gewünschten Enkel nicht vorweisen. Als sie sich ihn ihren neuen Vermieter Patrick verliebt, geht es für sie wieder aufwärts, auch wenn sie ihrer Freundin Birgit deren Schwangerschaft neidet und diese Freundschaft immer mehr in die Brüche geht.

Meine Meinung:
Der neueste Roman von Ingrid Noll, „Goldschatz“ hat mir nicht so gut gefallen. Aber mit „Kuckuckskind“ konnte die Autorin mich wieder einfangen. Hier spürt man wieder den trockenen Humor, den Biss, die Sicht in die menschlichen Abgründe, den man von Noll kennt.

Spekulationen und Verdächtigungen entwickeln hier ein Eigenleben und fordern verheerende Opfer. Ingrid Noll blickt dabei mit viel Feingefühl auf ihre Protagonisten, die wie die Leute von nebenan wirken.

Ein bisschen mehr Handlung und Dramatik hätte es für mich durchaus sein dürfen. Aber auch so hat mich die Geschichte gut unterhalten und mir beim Lesen viel Spaß bereitet.

★★★★☆

Veröffentlicht am 16.05.2019

Spannend und mitreißend wie gewohnt

Die Krone der Sterne
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Broschiert: 384 Seiten
Verlag: FISCHER Tor (27. Februar 2019)
ISBN-13: 978-3596701766
Preis: 14,99 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

ACHTUNG: Dies ist der 3. Band der Reihe. Meine Rezension ...

Broschiert: 384 Seiten
Verlag: FISCHER Tor (27. Februar 2019)
ISBN-13: 978-3596701766
Preis: 14,99 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

ACHTUNG: Dies ist der 3. Band der Reihe. Meine Rezension enthält SPOILER zu den ersten beiden Bänden. Diese sollte man unbedingt gelesen haben, um der Handlung folgen zu können.

Spannend und mitreißend wie gewohnt

Inhalt:
Die Maschinengötter sind erwacht. Es herrscht Krieg. Die Hexen sind hinter Tanys Talantis her, die sie für die Braut der Gottkaiserin halten. Iniza versucht ihre Tochter vor ihnen zu schützen. Shara Bitterstern und Kranit, der letzte Waffenmeister von Amun, helfen ihr dabei.

Meine Meinung:
Wie in den Vorgängerbänden findet man auch hier wieder beeindruckende Illustrationen von Jens Maria Weber auf den ersten Seiten. So kann man sich das Beschriebene noch besser vorstellen.

Am Anfang gibt es eine kurze Beschreibung des Settings und eine Zusammenfassung, was bisher geschah. Das ist auch gut so, denn sonst wäre es mir sicher sehr schwergefallen, wieder in die Handlung hineinzukommen.

Etwa zweieinhalb Jahre sind seit „Hexenmacht“ vergangen. Tanys ist mittlerweile drei Jahre alt und sorgte bei mir für manches Schmunzeln, weil sie die Erwachsenen locker um den kleinen Finger wickelt und einiges auf dem Kasten hat.

Daneben entwickeln sich vor allem Shara und Kranit weiter bzw. man erfährt einiges aus ihrer Vergangenheit über sie. Dies sorgt bei den anderen für manch unliebsame Überraschung und viele brenzlige Situationen, denn eines ist mal klar: Beide sind keine Engel, sondern haben schon viele Leute gegen sich aufgebracht.

Mir hat es viel Spaß gemacht, den lieb gewonnenen Figuren hier wieder zu begegnen und sie ein Stück weit zu begleiten durch diese aufregende und rasante Geschichte, in der man kaum zum Luft holen kommt. Dabei haben mich die häufigen Perspektivwechsel ein klein wenig gestört. Oft hätte ich wirklich lieber im aktuellen Strang weitergelesen als so abrupt an einen anderen Ort zu anderen Personen geschleudert zu werden.

Aber im Großen und Ganzen war es wieder eine vergnügliche Lektüre, die für mich auch zufriedenstellend endet, jedoch auch ein bisschen offen bleibt, sodass es eventuell auch noch zu einer Fortsetzung kommen könnte.

Die Reihe:
1. Die Krone der Sterne
2. Hexenmacht
3. Maschinengötter

★★★★☆

Veröffentlicht am 14.05.2019

Ein außergewöhnlicher Psycho-Thriller

Liebes Kind
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Broschiert: 430 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (28. Februar 2019)
ISBN-13: 978-3423262293
Preis: 15,90 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Ein außergewöhnlicher Psycho-Thriller

Inhalt:
Eine ...

Broschiert: 430 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (28. Februar 2019)
ISBN-13: 978-3423262293
Preis: 15,90 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Ein außergewöhnlicher Psycho-Thriller

Inhalt:
Eine Frau ist gefangen. In einer Hütte im Wald muss sie Mutter und Ehefrau spielen. Es herrschen strenge Regeln, denen „Papa“ die Familie unterwirft, und wehe, sie gehorchen nicht. Als es der Frau endlich gelingt zu fliehen, ist das Martyrium noch lange nicht vorbei …

Meine Meinung:
„Liebes Kind“ ist Romy Hausmanns Thrillerdebüt und wirklich sehr gut gelungen. Die Handlung ist außergewöhnlich komponiert und setzt dort ein, wo sie bei anderen Thrillern eigentlich endet, bei der Befreiung des Opfers.

Aus drei verschiedenen wechselnden Perspektiven setzt sich nach und nach, auch durch Rückblicke, das Geschehen zusammen. Alle drei Perspektiven werden sehr subjektiv erzählt. Man kann dadurch nie sicher sein, ob sich wirklich alles so abspielt oder ob es vielleicht verzerrt dargestellt wird. Die Lesenden werden oft auf eine falsche Spur gesetzt. Die Handlung ist komplex und nicht leicht durchschaubar. Bei sehr aufmerksamem Lesen ist es aber durchaus möglich, den Täter zu erkennen. Das liebe ich bei einem Thriller.

Die Autorin erzählt wortgewandt und fesselnd. Oft animieren kleine Cliffhanger am Kapitelende zum Weiterlesen, sodass es schwerfällt, das Buch aus der Hand zu legen. Romy Hausmann lässt uns in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele blicken. Vom ersten Moment an schockiert sie durch eine realistische Darstellung der psychischen Auswirkung der Gefangenschaft auf die Opfer. Man kann gar nicht anders als mit zu leiden.

Fazit:
Ein außergewöhnlich komponierter, komplexer Psychothriller, der von Anfang bis Ende zu fesseln weiß und einen mit Hochspannung durch die Seiten treibt. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung für alle Thriller-Freunde.

★★★★★

Veröffentlicht am 13.05.2019

Sehr düsterer High Fantasy-Roman

Die Töchter von Ilian
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Broschiert: 652 Seiten
Verlag: FISCHER Tor (13. März 2019)
ISBN-13: 978-3596299973
Preis: 16,99 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Sehr düsterer High Fantasy-Roman

Inhalt:
Früher wurden die ...

Broschiert: 652 Seiten
Verlag: FISCHER Tor (13. März 2019)
ISBN-13: 978-3596299973
Preis: 16,99 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Sehr düsterer High Fantasy-Roman

Inhalt:
Früher wurden die Völker mittels vier magischer Artefakte regiert. Sie sind nun in alle Welt verstreut bzw. verschollen. Fayanú soll sie finden und zu seinem Volk, den Waldelfen, bringen. Doch er wehrt sich gegen sein Schicksal.

Walgreta wollte eine Weise Frau werden, doch alle, bei denen sie in die Lehre ging, lehnten sie ab. Ihr ist ein anderer Weg vorbestimmt, einer der sie Fayanús Weg kreuzen lässt …

Meine Meinung:
Ich mag eigentlich alle Bücher von Jenny-Mai Nuyen sehr gerne, aber dieses hat mir nicht in allen Details gefallen. Es fängt wirklich toll an mit einer interessanten, spannenden Handlung und einzigartigen Charakteren, und ich freute mich auf ein wundervolles Fantasy-Abenteuer.

Der Schreibstil ist toll, bildreich und wortgewandt. Es wird allerdings alles ausführlichst beschrieben, auch wenn es nicht unbedingt zur Handlung beiträgt.

Doch von Seite zu Seite wird das Buch düsterer und gewalttätiger. Die Figuren verloren für mich mit dem Fortschreiten der Geschichte immer mehr an Glanz, ich konnte viele ihrer Handlungsweisen nicht mehr nachvollziehen. Dabei ist die beschriebene Gewalt oft nicht für die Weiterentwicklung der Handlung nötig. Mir kam es zuweilen so vor, als wollte Nuyen die Lesenden einfach nur schockieren.

Zum Schluss musste ich das Buch ziemlich deprimiert und unzufrieden zuklappen.

★★★☆☆