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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.04.2019

Komplex, undurchsichtig, spannend und äußerst unterhaltsam

Das Verschwinden der Stephanie Mailer
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Gebundene Ausgabe: 670 Seiten
Verlag: Piper (2. April 2019)
ISBN-13: 978-3492059398
Originaltitel: La Disparation de Stephanie Mailer
Übersetzung: Amelie Thoma und Michaela Meßner
Preis: 25,00 €
auch als ...

Gebundene Ausgabe: 670 Seiten
Verlag: Piper (2. April 2019)
ISBN-13: 978-3492059398
Originaltitel: La Disparation de Stephanie Mailer
Übersetzung: Amelie Thoma und Michaela Meßner
Preis: 25,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Komplex, undurchsichtig, spannend und äußerst unterhaltsam

Inhalt:
2014 in Orphea, einer beschaulichen Kleinstadt in den Hamptons an der Ostküste der USA. State Police Detective Jesse Rosenberg soll in den Ruhestand verabschiedet werden. Man nennt ihn auch den Hundertrprozentigen, da er alle seine Fälle aufgeklärt hat. Da spricht ihn die junge Journalistin Stephanie Mailer an, die angeblich Hinweise darauf hat, dass Jesse und sein Partner Derek bei einem Vierfachmord zwanzig Jahre zuvor den Falschen erwischt haben. Und dann ist Stephanie plötzlich verschwunden. Fiel sie einem Verbrechen zum Opfer? Jesse und Derek nehmen zusammen mit der engagierten Polizistin Anna die Ermittlungen zu dem alten Fall wieder auf.

Meine Meinung:
„Das Verschwinden der Stephanie Mailer“ ist der dritte Roman aus der Feder des Franko-Schweizers Joël Dicker. Wer diesen Autor kennt, weiß, dass er gern verschwenderisch mit Worten umgeht. Dicker erzählt nicht kurz und knackig, sondern detailliert und atmosphärisch. Und doch ist hier kein Wort zu viel - meinetwegen hätte der Roman gerne noch länger sein können. Von Dickers wunderbarer Erzählweise kann ich einfach nicht genug bekommen.

Aus verschiedenen Perspektiven werden die heutigen und die damaligen Ereignisse beleuchtet. So reiht sich ein Puzzlesteinchen an das andere, und die Geschichte setzt sich ganz allmählich zusammen. Immer wieder hat der Autor kleine Cliffhanger eingebaut, die dringend zum Weiterlesen animieren. Joël Dicker versteht es wie kaum ein anderer, die Neugier des Lesers ständig anzustacheln und ihn mit kleinen Häppchen an Informationen zu versorgen, gerade so viel, um die nötige Spannung zu erhalten, aber noch nicht zu viel zu verraten.

Es ist eine Vielzahl von Personen in die Handlung verwickelt. Zur leichteren Orientierung findet man im Anhang ein Personenverzeichnis. Aber eigentlich sind die einzelnen Charaktere so unterschiedlich und so prägnant ausgearbeitet, dass man sich ganz schnell zurechtfindet. Die Hauptfiguren erhalten reichlich Tiefe, einige Nebenfiguren erweisen sich als ziemlich skurril. Das ergibt eine gelungene Mischung.

Bei all dem tappt man als Leser*in zusammen mit den Ermittlern lange im Dunkeln, geht mit ihnen Irrwege, die einfach plausibel wirken und doch mit der Wahrheit reichlich wenig zu tun haben. Man verstrickt sich in einem Netz aus Intrigen und menschlichen Abgründen, das wirklich nicht leicht zu durchschauen ist. Doch am Ende wird alles aufgelöst und man kann sich entspannt zurücklehnen.

Fazit:
Ein spannender und komplexer Kriminal- und Gesellschaftsroman, von Joël Dicker hervorragend erzählt. Sehr zu empfehlen!

★★★★★

Veröffentlicht am 01.04.2019

Etwas unausgegoren

Golden Darkness. Stadt aus Licht & Schatten
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Gebundene Ausgabe: 407 Seiten
Verlag: Ravensburger Buchverlag (20. März 2019)
ISBN-13: 978-3473401741
empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Tell The Wind And Fire
Übersetzung: Sylke Hachmeister
Preis: ...

Gebundene Ausgabe: 407 Seiten
Verlag: Ravensburger Buchverlag (20. März 2019)
ISBN-13: 978-3473401741
empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Tell The Wind And Fire
Übersetzung: Sylke Hachmeister
Preis: 18,99 €
auch als E-Book erhältlich

Etwas unausgegoren

Inhalt:
Die Welt ist geteilt in Licht und Dunkelheit. Die Bewohner der Lichtstädte leben in Wohlstand und Sicherheit, die Bewohner der Dunkelstädte in Armut und Angst. Lucie ist mit ihrem Vater aus dem dunklen Brooklyn in das lichte Manhattan geflohen. Hier hat sie Ethan, den Sohn einer der einflussreichsten Familien, kennen- und lieben gelernt. Alles scheint gut. Bis Ethan eines Verbrechens beschuldigt wird und um sein Leben bangen muss.

Meine Meinung:
Das Buch geht sehr spannend los, um dann allerdings etwas einzubrechen. Ich hatte das Gefühl, es plätschert mehr so vor sich hin, zwar immer wieder mit kleinen Höhepunkten, aber mir hat der ganz große rote Faden gefehlt.

Erklärungen zu der dargestellten Welt waren mir zu spärlich, die Zusammenhänge oft nicht greifbar. Wie die Magie funktioniert, ist mir immer noch ein großes Rätsel. Sie ist einfach da und wird angewendet, aber großartige Hintergründe erfährt man leider nicht.

Trotzdem war das Buch schön zu lesen, die Sprache jugendlich frisch und dynamisch. Die Protagonistin Lucie fungiert als Ich-Erzählerin, sodass man sich ihr nahe fühlt. Wirklich begeistern konnte sie mich trotzdem nicht, denn trotz ihrer herausragenden Funktion wirkt sie recht blass - keine Heldin, wie man sie sich vorstellt. Sie macht unheimlich viele Fehler, obwohl sie es besser wissen müsste. Dieses ständige „Schon wieder ein Fehler!“ ging mir irgendwann auf die Nerven.

Toll fand ich, dass viele der anderen Charaktere für reichlich Überraschungen sorgten. So wurde es nie langweilig. Allerdings kamen viele Handlungsweisen etwas abrupt. Hier hätten dem Buch ein paar Seiten mehr gutgetan, um das Ganze langsam und nachvollziehbar zu entwickeln.

★★★☆☆

Veröffentlicht am 31.03.2019

Fesselnder Spannungsroman

Golden Cage. Trau ihm nicht. Trau niemandem. (Golden Cage 1)
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Broschiert: 377 Seiten
Verlag: List Hardcover (29. März 2019)
ISBN-13: 978-3471351734
Originaltitel: En bur av guld
Übersetzung: Katrin Frey
Preis: 17,99 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Fesselnder ...

Broschiert: 377 Seiten
Verlag: List Hardcover (29. März 2019)
ISBN-13: 978-3471351734
Originaltitel: En bur av guld
Übersetzung: Katrin Frey
Preis: 17,99 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Fesselnder Spannungsroman

Inhalt:
Faye hat sich von einer üblen Vergangenheit befreit und findet in Stockholm an der Seite des einflussreichen Jack Adelheim ihr Glück. Doch es ist nicht von Dauer. Jack macht aus der starken, intelligenten Frau ein unterwürfiges Hausmütterchen, bevor er sie schließlich eiskalt abserviert. Da besinnt Faye sich endlich wieder auf ihre alten Stärken und beginnt einen Rachefeldzug …

Meine Meinung:
Immer wieder wird dieser Roman als Thriller bezeichnet. In meinen Augen fehlt dafür aber einfach der Thrill, der einen atemlos durch die Seiten fliegen und mit und um die Protagonisten bangen lässt. Doch Faye ist hier zu keiner Zeit in Lebensgefahr. Trotzdem ist der Roman recht spannend und einfach fesselnd. Auch kurze Rückblicke in Fayes Kindheit tragen das Ihre dazu bei.

Camilla Läckberg hat ihr Buch in drei Teile geteilt. Im ersten Teil erlebt man, wie Faye sich immer mehr ihrem Mann Jack unterordnet und ihr eigenes Ich mehr und mehr untergeht. Ihr ganzes Verhalten gilt nur dem Streben nach Jacks Anerkennung. Diesen Teil hätte Läckberg meinetwegen gerne etwas abkürzen dürfen. Ich konnte hier oft nur den Kopf schütteln über Fayes Verhalten, das ich nicht wirklich nachvollziehen konnte, wobei mir natürlich klar ist, dass es in vielen Ehen durchaus der Realität entspricht.

Viel interessanter und spannender fand ich dann Teil 2 und 3. Hier entwickelt Faye einen genialen Racheplan, mit dem sie Jack vernichten will. Dass sie anfangs so leicht Erfolg hat, scheint mir zwar sehr unwahrscheinlich, aber darüber kann ich hinwegsehen. Die einzelnen Schritte der Rache an Fayes Seite mitzuerleben, hat mir großes Vergnügen bereitet.

Das I-Tüpfelchen des Romans ist der Schluss, der mich zwar nicht vollkommen überrascht, aber doch zum Schmunzeln gebracht hat.

★★★★☆

Veröffentlicht am 29.03.2019

Einfache, gute, amüsante Unterhaltung

Bleib doch, wo ich bin
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Inhalt:
Kaya fühlt sich wohl in dem kleinen Ort Neuberg, wo sie ein Bücher-Café betreibt und ihre Freunde Amelie und Rob um sich hat, nicht zu vergessen, ihr Shetlandpony Achterbahn. Ab und zu gönnt sie ...

Inhalt:
Kaya fühlt sich wohl in dem kleinen Ort Neuberg, wo sie ein Bücher-Café betreibt und ihre Freunde Amelie und Rob um sich hat, nicht zu vergessen, ihr Shetlandpony Achterbahn. Ab und zu gönnt sie sich einen One-Night-Stand; mehr kann sie sich nicht vorstellen und meint sie auch nicht zu brauchen. Bis sie sich in Lasse verliebt …

Meine Meinung:
Mit Liebesromanen habe ich es eigentlich nicht so. Doch hier hat mich der Titel und das Cover angesprochen, sodass ich einfach mal zugegriffen habe. Ich habe es nicht bereut!

Lisa Keil schreibt ganz amüsant und locker. Ich fühlte mich durchweg gut unterhalten, auch wenn die Story etwas einfach und vorhersehbar ist. Das Lesen machte mir einfach Spaß, vor allem auch wegen der manchmal witzigen Dialoge und eingebauten Wortspiele.

Kaya ist eine patente und sehr sympathische junge Frau, die mir auf Anhieb gefiel. Wie unkompliziert und herzlich sie mit ihrer Nichte Milli umgeht, hat mir das Herz erwärmt. Auch die innige Freundschaft zu ihrem Sandkastenfreund Rob fand ich faszinierend. Mit Lasse bin ich nicht so warm geworden, er war mir etwas zu zickig, auch wenn man das nach seinen Erfahrungen durchaus nachvollziehen kann. Aber natürlich ist sein Verhalten für die Entwicklung der Handlung notwendig, sonst käme es ja nicht zu diesen Irrungen und Wirrungen, die die Geschichte erst interessant machen.

Fazit:
Wer sich einfach mit einer netten Liebesgeschichte locker unterhalten lassen möchte, macht mit diesem Roman nichts verkehrt.

★★★★☆

Veröffentlicht am 27.03.2019

Ein bereichernder interkultureller Debütroman

Worauf wir hoffen
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Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (28. Februar 2019)
ISBN-13: 978-3423281768
Originaltitel: A Place for us
Übersetzung: Sabine Hübner
Preis: 24,00 €
auch als E-Book und als ...

Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (28. Februar 2019)
ISBN-13: 978-3423281768
Originaltitel: A Place for us
Übersetzung: Sabine Hübner
Preis: 24,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Ein bereichernder interkultureller Debütroman

Inhalt:
Die Inderin Laila hat mit deren Einverständnis ihre Familie verlassen und ist ihrem Mann Rafik in die Vereinigten Staaten gefolgt. Hier beginnen die beiden ein neues Leben, gründen eine eigene Familie, versuchen den Spagat, die strengen muslimischen Regeln und Traditionen gegen die freizügigeren US-amerikanischen Sitten zu bewahren. Während die Töchter Hadia und Huda ihr Bestes geben, um die Eltern stolz zu machen, probt der Jüngste, Amar, den Aufstand. Er verliebt sich in die Tochter einer befreundeten Familie, Amira Ali, was auf keinen Fall sein darf.

Meine Meinung:
Mirzas Familiengeschichte wirkt absolut authentisch. Man hat den Eindruck, sie weiß, worüber sie hier schreibt, hat vieles davon selbst erlebt. So kann sie den Lesenden einen tiefen Einblick in den islamischen Glauben geben und Verständnis für verschiedene Kulturen fördern.

Im Mittelpunkt steht die Familie von Laila und Rafik, Hadia, Huda und Amar. Nach und nach werden die Beziehungen der einzelnen Familienmitglieder zueinander beleuchtet. Eifersucht unter den Geschwistern, Anerkennung der Eltern, Glaube, Tradition, Drang nach Freiheit und Liebe verschiedener Art führen die Protagonisten dorthin, wo sie am Ende landen.

Anfangs hatte ich etwas zu kämpfen, denn die Charaktere waren mir sehr fremd. Erst durch viele Rückblicke und Perspektivwechsel dringt man tiefer zu den einzelnen Figuren vor. Mirza erzählt nicht chronologisch, sonder springt wild in den Zeiten hin und her, was ich wirklich anstrengend fand. Etwas geradliniger hätte ich die Geschichte mehr genießen können.

Die Sprache, die Mirza verwendet, ist allerdings sehr schön. Sie vermittelt damit genau die richtige Atmosphäre und setzt das Kopfkino in Gang. Viele arabische Begriffe werden nicht übersetzt, was für das Verständnis aber kein Problem darstellt. Man kann sich meistens schon ungefähr denken, worum es dabei geht.

★★★★☆