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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.09.2018

Schweigen ist Mist, Reden ist Gold

Just two hearts
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Taschenbuch: 296 Seiten
Verlag: Forever (9. November 2018)
ISBN-13: 978-3958183667
Preis: 14,00 €
auch als E-Book erhältlich

Schweigen ist Mist, Reden ist Gold

Inhalt:
Ole ist als Frauenaufreißer bekannt. ...

Taschenbuch: 296 Seiten
Verlag: Forever (9. November 2018)
ISBN-13: 978-3958183667
Preis: 14,00 €
auch als E-Book erhältlich

Schweigen ist Mist, Reden ist Gold

Inhalt:
Ole ist als Frauenaufreißer bekannt. Jede Nacht hat er eine andere im Bett und ist mit seinem Leben so ganz zufrieden. Sein Seelenheil gerät ganz plötzlich ins Wanken, als er Leon begegnet. Ole fühlt sich zu dem jungen Mann auf eine seltsame Weise hingezogen, die er sich nicht erklären kann. Und Leon steht auf Ole - was Ole aber nicht weiß.

Meine Meinung:
„Just two hearts“ ist der 2. Teil der Just-Love-Reihe von Iris Fox. Man kann ihn aber unabhängig vom Vorgänger lesen, auch wenn zumindest teilweise dasselbe Personal mitspielt. Der Fokus liegt hier definitiv auf der Beziehung von Ole und Leon. Und die ist nicht einfach. Dabei könnte es so schön sein für die beiden. Denn ihre Gefühle sind große Klasse. Das kommt auch gut beim Leser an. Insofern hat mir dieses Buch wirklich gut gefallen.

Aber die Handlung konnte mich nicht so recht begeistern. Ich empfand sie als ziemlich 08/15. Held verliebt sich, will es aber nicht wahrhaben. Der andere zerfleischt sich vor lauter Selbstaufgabe. Und wenn die beiden einfach mal miteinander reden würden, statt sich gegenseitig vor den Kopf zu stoßen, könnten sie zusammen wahnsinnig glücklich sein. Es nervt mich kolossal, wenn sich jemand selbst so im Weg steht. Zwar versucht die Autorin im Ansatz, dies plausibel zu begründen, aber ganz überzeugen konnte sie mich damit nicht. Und als es schließlich zum großen Knall kommt, löst dieser sich relativ einfach wieder auf. Gerade hier hätte ich dann noch ein wenig mehr Dramatik erwartet.

Auch den Schreibstil fand ich nicht sehr gut. Man kann das Buch zwar locker lesen, aber dafür, dass abwechselnd aus Oles und Leons Perspektive in der Ich-Form erzählt wird, ist mir der Stil zu steif, zu hölzern. Kein junger Mensch würde sich mit so vielen Gerundiv- und Partizipialkonstruktionen ausdrücken.

Fazit:
„Just two hearts“ ist eine nette Gay Romance-Geschichte, mehr aber auch nicht. Wer vor Klischees nicht zurückschreckt und sich einfach unterhalten lassen möchte, ist hier gut bedient.

★★★☆☆

Veröffentlicht am 27.09.2018

Rasanter Auftakt einer Cyberpunk-Reihe

Warcross (Band 1) - Das Spiel ist eröffnet
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Gebundene Ausgabe: 415 Seiten
Verlag: Loewe (17. September 2018)
ISBN-13: 978-3785587720
empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Originaltitel: Warcross
Übersetzung: Jessika Komina und Sandra Knuffinke
Preis: ...

Gebundene Ausgabe: 415 Seiten
Verlag: Loewe (17. September 2018)
ISBN-13: 978-3785587720
empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Originaltitel: Warcross
Übersetzung: Jessika Komina und Sandra Knuffinke
Preis: 18,95 €
auch als E-Book erhältlich

Rasanter Auftakt einer Cyberpunk-Reihe

Inhalt:
Die ganze Welt ist von dem Videospiel „Warcross“ mehr oder weniger besessen. Das Spiel hat sogar Auswirkungen auf das reale Leben. Der Höhepunkt des Jahres sind die Meisterschaften, wenn verschiedene Teams in speziellen Arenen gegeneinander antreten.

Emika Chens großes Idol ist Warcross-Erfinder Hideo Tanaka. Als er sie zu Beginn der diesjährigen Weltmeisterschaft nach Tokio holt und ihr einen besonderen Job anbietet, überlegt sie nicht lange. Sie soll Zero aufstöbern, ein Hacker, der Warcross sabotieren will.

Meine Meinung:
Marie Lu konnte mich schon mit ihrer Legends-Trilogie begeistern. Und auch „Warcross“ hat mich von Anfang an gefesselt. Die Protagonistin Emika war mir gleich sympathisch. Sie musste schon einiges durchmachen in ihrem jungen Leben und schlägt sich mehr schlecht als recht als Kopfgeldjägerin durch. Ich habe sie als eine starke und aufrichtige junge Frau erlebt. Einen besonderen Reiz machen ihre liebevollen Erinnerungen an ihren Vater aus.

Auch die anderen Charaktere fand ich recht interessant, allen voran Hideo Tanaka, hinter dessen glatter Fassade sich so einiges verbirgt. Dann wären da noch verschiedene Warcross-Spieler aus aller Herren Länder, hinter denen manchmal auch mehr steckt, als man auf den ersten Blick sieht. Und natürlich Zero, der große Unbekannte, der auch vor Gewalt nicht zurückschreckt.

Neben dem bunt gemischten Personal hat es mir vor allem die Beschreibung der Spielwelten angetan, die so plastisch ausfallen, dass sie sich unwillkürlich im Kopf des Lesers einnisten. Auch die Spielzüge werden äußerst spannend und anschaulich geschildert. Ich konnte mich richtig gut in dieses Spiel hineinversetzen. Hier geht es sehr rasant zu. Da kommt eine sachte Liebesgeschichte als Erholung zwischendurch gerade recht.

Marie Lus lebendiger Schreibstil macht die Lektüre zu einem großen Vergnügen. Allerdings schien mir die Handlung hin und wieder nicht hundertprozentig durchdacht. Vielleicht werden hier aber auch einige Dinge noch im Folgeband geklärt. Auf diesen bin ich schon sehr gespannt, denn der Auftaktband dieser Reihe endet mit einer überraschenden Wendung, nach der man nun einfach wissen will, wie es weitergeht.

★★★★☆

Veröffentlicht am 25.09.2018

Spannend, wenn auch etwas unrealistisch

Das Haus der Mädchen
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Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Rowohlt(26. Juni 2018)
ISBN-13: 978-3499275166
Preis: 9,99 €
auch als E-Book erhältlich

Spannend, wenn auch etwas unrealistisch

Inhalt:
Leni kommt für ein Verlagspraktikum ...

Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Rowohlt(26. Juni 2018)
ISBN-13: 978-3499275166
Preis: 9,99 €
auch als E-Book erhältlich

Spannend, wenn auch etwas unrealistisch

Inhalt:
Leni kommt für ein Verlagspraktikum nach Hamburg. Hier lernt sie die lebenslustige Vivien kennen, die im selben Haus ein Zimmer gemietet hat. Als Vivien über Nacht spurlos verschwindet, macht Leni sich auf die Suche nach ihr und bringt sich dadurch in große Gefahr.

Der Obdachlose Freddy Förster hat einen Mord beobachtet. Statt sich vom Mörder jagen zu lassen, versucht er, den Mörder zu finden.

Meine Meinung:
Die Story ist im Grunde sehr spannend und wird kurzweilig erzählt. Dabei wechselt der Autor zwischen verschiedenen Perspektiven hin und her. Diese sind ganz unterschiedlich, die einen eher etwas ruhiger, die anderen spannend oder nervenaufreibend. Das ist eigentlich eine ganz gute Mischung.

Die Identität des Täters blieb für mich lange Zeit im Dunkeln. Leider konnte mich das Motiv nicht hundertprozentig überzeugen, das schien mir etwas weit hergeholt und abstrus. Hier hätte es vielleicht noch einiger klärender Worte bedurft.

Im Großen und Ganzen handelt es sich bei „Das Haus der Mädchen“ um einen soliden Thriller, den man gut lesen kann. Er lässt aber noch etwas Luft nach oben.

★★★★☆

Veröffentlicht am 24.09.2018

Ein starker Roman muss nicht dick sein

Ein Winter in Paris
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Gebundene Ausgabe: 188 Seiten
Verlag: Deuticke Verlag (24. September 2018)
ISBN-13: 978-3552063778
Originaltitel: Un hiver à Paris
Übersetzung: Anne Braun
Preis: 19,00 €
auch als E-Book erhältlich

Ein ...

Gebundene Ausgabe: 188 Seiten
Verlag: Deuticke Verlag (24. September 2018)
ISBN-13: 978-3552063778
Originaltitel: Un hiver à Paris
Übersetzung: Anne Braun
Preis: 19,00 €
auch als E-Book erhältlich

Ein starker Roman muss nicht dick sein

Inhalt:
Victor zieht aus der Provinz nach Paris. Dort besucht er die Vorbereitungsklasse des Lycée D. für den „Concours“, die Aufnahmeprüfung für die französischen Elite-Universitäten. Als Außenseiter wird er von seinen Kommilitonen ignoriert. Kaum einer räumt ihm eine Chance ein, den Concours zu bestehen - auch er selbst nicht. Vereinsamt und unter dem enormen Druck, den die Lehrer machen, bringt er schließlich das erste Vorbereitungsjahr hinter sich. Nach den Ferien kommt Mathieu an die Schule - wie Victor ein Außenseiter. Es ergibt sich eine lockere Freundschaft zwischen den beiden jungen Männern, aus der vielleicht mehr hätte werden können. Ja wenn sich Mathieu nicht mitten in einer Unterrichtsstunde das Leben genommen hätte. Als Freund des Opfers steht Victor plötzlich im Rampenlicht. Er wollte dies nicht, aber trotzdem genießt er die Zuwendung der anderen. Auch zu Mathieus Vater entwickelt sich eine gewisse Beziehung.

Meine Meinung:
Mit „Ein Winter in Paris“ hat Jean-Philippe Blondel einen starken Roman geschaffen und zeigt damit, dass auch recht dünne Bücher eine tiefgreifende Geschichte erzählen können. Auf sehr einfühlsame Weise nähern wir Leser uns dem Protagonisten Victor, der seine Geschichte in der Ich-Form erzählt. Dank dieser Perspektive kann man tief in sein Inneres sehen, seine Einsamkeit spüren, seine Selbstzweifel nachvollziehen, seine Wünsche und Hoffnungen erkennen.

Dieser Roman kommt auf leisen Sohlen daher und entwickelt dabei einen eigenartigen Sog. Die Atmosphäre an der Schule, die fast unmenschlich agierenden Lehrer und die verunsicherten Schüler erschienen mir äußerst plastisch. Mir war beim Lesen so, als würde ich alles selbst erleben und nicht nur aus der Ferne beobachten.

Dabei beschränkt Blondel sich auf das Wesentliche. Ausschweifende Beschreibungen sucht man vergeblich. Gerade dadurch wirkt der Roman so dicht und eindringlich.

Fazit:
Ich kann diesen kleinen, aber feinen Roman nur empfehlen. Es ist eine berührende Geschichte über einen heranwachsenden jungen Mann, der seinen Platz im Leben sucht.

★★★★☆

Veröffentlicht am 21.09.2018

Herrlich verschrobene Figuren

Walter muss weg
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Gebundene Ausgabe: 374 Seiten
Verlag: Kiepenheuer&Witsch (7. September 2018)
ISBN-13: 978-3462050950
Preis: 20,00 €
auch als E-Book erhältlich

Herrlich verschrobene Figuren

Inhalt:
Nach 53 Jahren Ehe ...

Gebundene Ausgabe: 374 Seiten
Verlag: Kiepenheuer&Witsch (7. September 2018)
ISBN-13: 978-3462050950
Preis: 20,00 €
auch als E-Book erhältlich

Herrlich verschrobene Figuren

Inhalt:
Nach 53 Jahren Ehe freut sich die 70-jährige Hannelore Huber auf ihr wohlverdientes Witwendasein. Endlich ist ihr Walter tot. Doch gerade als sie die Beerdigung so richtig genießen will, entdeckt man eine falsche Leiche im Sarg. Doch wo ist Walter? Ein ereignisreicher Tag nimmt in dem kleinen Dörfchen Glaubenthal seinen Lauf.

Meine Meinung:
Glaubenthal ist ein fiktiver Ort, den man laut Thomas Raab in Österreich oder Bayern ansiedeln könnte. Da der Autor in Wien lebt, habe ich für mich dieses kleine Streudorf nach Österreich gelegt, zumal auch ein paar österreichische Ausdrücke verwendet werden.

Dieser „Kriminalroman“ lebt von seiner feinsinnigen schwarzhumorigen Sprache und den äußerst skurrilen Figuren. Ein wenig hat er mich an die Alpenkrimis von Jörg Maurer erinnert, nur mit weniger Krimi und dafür mehr Humor. Als Hörbuch könnte ich mir diesen Roman sehr gut vorstellen. In der entsprechenden Mundart vorgelesen hätte er sicher noch mehr Unterhaltungswert.

Der Schreibstil von Thomas Raab hat mir zunächst ausgesprochen gut gefallen. Fast in jedem Satz versteckt sich ein Wortspiel, ein Witz oder eine irgendwie verdrehte Wendung. Man muss daher jeden Satz und jedes Wort genau lesen. Auf Dauer ist das aber recht anstrengend. Hier wäre in meinen Augen weniger mehr gewesen. Punktuell eingesetzter Humor hätte mich eher überzeugen können.

Einige der beschriebenen Charaktere sind sehr gut gelungen. Allen voran Hannelore Huber, die stets grantige Alte, die froh ist, dass sie endlich allein ist. Die gar nicht erfreut ist, dass sich bei ihrer Suche nach der Leiche ihres Mannes der zehnjährige Lausbub Kurti und die fünfjährige altkluge Amelie an sie hängen. Doch im Lauf der Geschichte entdeckt sogar diese scheinbar hartherzige Frau einen weichen Kern in sich.

Die kleine Amelie gefiel mir auch gut, sie bringt mit ihren Weisheiten frischen Wind in den Fall.

Andere Figuren bleiben aber leider recht blass, zum Beispiel die ermittelnden Polizisten und andere Dorfbewohner, die eine wichtige Rolle spielen. Hier fand ich die überspitzte Darstellung einfach nur nervig.

Für einen Krimi ist die Handlung sehr dünn und auch nicht richtig spannend. Wirklich ernst nehmen kann und soll man sie wahrscheinlich auch gar nicht. Aber das war mir einfach zu wenig, um mich begeistern zu können.

Ich habe das Buch ganz gern gelesen, aber es fiel mir auch nicht schwer, es aus der Hand zu legen. „Walter muss weg“ ist wohl der 1. Band einer Reihe mit Hannelore Huber. Ob ich noch einmal einen Versuch wagen werde, weiß ich noch nicht.

★★★☆☆