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Veröffentlicht am 15.02.2026

Diese verflixten Dimensionslöcher

Qwert
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Diese verflixten Dimensionslöcher

Als der Gallertprinz Qwert Zuiopü durch ein Dimensionsloch in die Parallelwelt Orméa stürzt, findet er sich im Körper und der Ritterrüstung des legendären Prinz Kaltbluth ...

Diese verflixten Dimensionslöcher

Als der Gallertprinz Qwert Zuiopü durch ein Dimensionsloch in die Parallelwelt Orméa stürzt, findet er sich im Körper und der Ritterrüstung des legendären Prinz Kaltbluth wieder, der Qwert aus unzähligen Romanen bekannt ist. Seine erste Tat in der neuen Welt besteht darin, eine „schöne Jungfrau“ zu befreien. Dummerweise entpuppt diese sich dann aber als Janusmeduse Jamusa, die nichts weiter im Sinn hat als ganz Orméa mit ihrem bösen Blick zu versteinern. Nun hat Qwert alle Hände voll zu tun, genau dies zu verhindern, dabei aber auch Jamusa vor ihren Verfolgern zu beschützen, denn unglücklicherweise hat er sich in die Schöne verliebt.

Ich habe mich mit Walter Moers neuestem Werk mal wieder köstlich amüsiert. Abenteuer für Abenteuer muss Qwert als Prinz Kaltbluth in einer ihm unbekannten Welt bestehen, was zu manch kurioser Szene führt, denn eigentlich hat er mit dem Rittertum so gar nichts am Hut. Zum Glück steht ihm sein treuer Knappe Oyo zur Seite, der notfalls aus dem einschlägigen Handbuch für Ritter zitiert und Qwert mit den Regeln vertraut macht. Ich fand es herrlich, wie Qwert dabei immer weiter über sich hinauswächst und tapfer seinen Weg geht. Die Figuren sind mir ganz schnell ans Herz gewachsen, sie sind einfach putzig - selbst die „Bösen“.

Die Einfälle des Autors sind schon ziemlich genial und vor allem auch unvorhersehbar. Immer wieder zeigt sich, dass die Dinge gar nicht so sind, wie sie auf den ersten oder auch zweiten Blick scheinen. Walter Moers hat immer noch eine überraschende Wendung im Ärmel. Es gibt unzählige Anspielungen auf Historisches, Gegenwärtiges und Mythologisches. Ich wette, ich habe nicht einmal die Hälfte davon entdeckt. Aber das macht nichts. Das Lesevergnügen war auch so enorm und zudem rechtfertigt es ein nochmaliges Lesen dieses abstrusen unterhaltsamen Abenteuer-Liebes-Romans.

★★★★★

Veröffentlicht am 11.02.2026

Vom Unglück einer Familie

Alle glücklich
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Vom Unglück einer Familie

„Alle glücklich“ von Kira Mohn, die sich mit diesem Roman in ein für sie neues Genre wagt, ist im Januar 2026 im HarperCollinsVerlag erschienen.

Für mich war es das erste Buch ...

Vom Unglück einer Familie

„Alle glücklich“ von Kira Mohn, die sich mit diesem Roman in ein für sie neues Genre wagt, ist im Januar 2026 im HarperCollinsVerlag erschienen.

Für mich war es das erste Buch der Autorin, ich hatte daher keine besonderen Erwartungen. Na ja, außer vielleicht, dass zumindest jemand glücklich ist in dieser Geschichte. Tatsächlich stellt sich die Familie Holtstein aber ganz anders dar.

Mutter Nina begnügt sich mit einem Job als Arzthelferin, da sie ihr Medizinstudium wegen der Schwangerschaft mit Ben abbrechen musste, während Vater Alexander seines beendet und eine erfolgreiche Karriere in der Klinik hingelegt hat. Er rackert sich für die Familie ab, ist aber viel zu selten daheim. Der neunzehnjährige Ben fühlt sich wie ein Loser. Er wünscht sich so sehr eine Freundin, vor allem, da seine drei Jahre jüngere Schwester Emilia anscheinend in einer glücklichen Beziehung mit Julian ist.

Der Roman sollte vielleicht besser „Alle nicht wirklich glücklich“ heißen, doch das ist nur der Anfang. Das dicke Ende kommt erst zum Schluss. Abwechselnd begleiten wir die vier Protagonist*innen durch ihren Alltag, lernen sie dabei immer besser kennen und dürfen hinter ihre Fassaden schauen. Dabei wirkt das Leben der Familie anfangs noch recht normal, wie es sicher in vielen realen Familien ist. Das Ende gleicht dann eher einem Erdbeben, das keinen Stein mehr auf dem anderen lässt. Das war mir dann fast schon zu heftig in dieser Größenordnung. Und leider endet die Geschichte dann auch noch recht offen, was ich nicht so besonders mag.

Der Schreibstil ist ziemlich einfach und nüchtern gehalten. Dabei gäbe es hier so viele Emotionen zur Leserin zu transportieren. Insgesamt konnte mich der Roman nicht wirklich mitreißen, obwohl ich mich gut in sämtliche Familienmitglieder hineinversetzen konnte.

★★★☆☆

Veröffentlicht am 09.02.2026

Psychothriller für Jugendliche (und Erwachsene)

Happy Head
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Psychothriller für Jugendliche (und Erwachsene)

Das Buch ist wohl eher für Jugendliche ab ca. 14 Jahre gedacht, konnte mich als Erwachsene aber auch gut fesseln. Der Schreibstil ist relativ einfach, wirkt ...

Psychothriller für Jugendliche (und Erwachsene)

Das Buch ist wohl eher für Jugendliche ab ca. 14 Jahre gedacht, konnte mich als Erwachsene aber auch gut fesseln. Der Schreibstil ist relativ einfach, wirkt durch die Chatnachrichten und einige Ausdrücke aus der Jugendsprache aber sehr lebendig und authentisch.

Der siebzehnjährige Sebastian wurde ausgewählt, um an einem Programm für mentale Gesundheit von Jugendlichen teilzunehmen - HappyHead. Zusammen mit 99 anderen Teenagern wird er zwei Wochen irgendwo in Schottland verbringen, um den Startstein für sein weiteres - glückliches - Leben zu legen. Täglich warten neue Challenges auf die Teilnehmer. Schon bald ergeben sich Zweifel am Sinn der Maßnahmen, und noch schlimmer: Die Jugendlichen scheinen sogar in Gefahr zu sein.

Seb ist ein angenehmer Charakter, den ich gerne begleitet habe. Seine Charakterentwicklung hat mir gut gefallen. Noch besser fand ich allerdings den rebellisch erscheinenden Finneas, der sich von Anfang an nicht aufzwingen lässt. Beide zusammen sind ein tolles Protagonistenpaar. Ich habe beide ganz schnell in mein Herz geschlossen und mit ihnen gebangt, dass sie aus dieser Sache heil wieder raus kommen.

Die Story ist unglaublich spannend und rätselhaft. Was steckt wirklich hinter diesem Programm und dieser Einrichtung? Welche Rolle spielen die Betreuer? Und warum werden die Teenager bis aufs Blut getriezt? Seite für Seite deckt diese rasant erzählte Geschichte Unglaubliches auf, das einem schier das Blut in den Adern gefrieren lässt. Ein echter Pageturner, den ich innerhalb kürzester Zeit verschlungen habe. Auf die Fortsetzung freue ich mich jetzt schon.

Die Dilogie:
1. Happy Head
2. Dead Happy (zum ET der deutschen Ausgabe habe ich leider keine Info)

★★★★★

Veröffentlicht am 07.02.2026

Neue Reihe mit einigen alten Bekannten

Ungelöst – Die erste Zeugin
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Neue Reihe mit einigen alten Bekannten

„Ungelöst. Die erste Zeugin“ knüpft an ein früheres Werk von Arno Strobel an, „Das Wesen“. Einige der damaligen Protagonisten spielen auch im aktuellen Buch wieder ...

Neue Reihe mit einigen alten Bekannten

„Ungelöst. Die erste Zeugin“ knüpft an ein früheres Werk von Arno Strobel an, „Das Wesen“. Einige der damaligen Protagonisten spielen auch im aktuellen Buch wieder eine große Rolle, die ermittelnden Polizisten sind aber neu. Man muss auch überhaupt keine Vorkenntnisse mitbringen. Was man über die einzelnen Charaktere von damals wissen muss, wird hier gesagt.

Nachdem Bernd Menkhoff den Psychiater Dr. Joachim Lichner ins Gefängnis gebracht hat, ist er nun wieder entlassen worden und prompt verschwinden erneut kleine Mädchen. Natürlich fällt der Verdacht sofort wieder auf Lichner. Luisa Menkhoff, die Tochter des inzwischen verstorbenen Bernd Menkhoff, bietet der Polizei ihre Hilfe an. Durch ihr eidetisches Gedächtnis hat sie unendlich viele interessante Erinnerungen, die zur Aufklärung der Fälle führen könnten. Doch bald geschieht etwas, was darauf hinweist, dass Lichner doch nicht der Täter sein kann …

Von der ersten bis zur letzten Seite hat mich dieses Buch gepackt. Ich wollte es kaum aus der Hand legen, denn die Spannung empfand ich als kontinuierlich hoch. Durch sympathische Protagonist*innen, aber auch durch schwer durchschaubare, war ich durchgehend von der Handlung gefesselt und habe mit den Ermittlern um die Entführungsopfer gebangt und gerätselt, wie alles tatsächlich zusammenhängt. Hierbei warten eine Menge überraschende Wendungen auf die Lesenden. Kaum meint man zu wissen, wer was und warum, dreht sich die Geschichte wieder komplett in eine andere Richtung. Für mich war hier kaum etwas vorhersehbar. Die einzelnen Fakten erkannte ich meistens erst, wenn der Autor mir den entscheidenden Hinweis gab.

„Ungelöst. Die erste Zeugin“ ist der Auftaktband einer neuen Reihe um Cold Cases. Ich bin schon sehr gespannt, wann und womit es weitergeht.

Fazit:
Sehr spannende Unterhaltung für alle Thrillerfans, die nicht unbedingt tiefschürfende Kost brauchen, sondern einfach mal vom Alltag abschalten wollen.

★★★★★

Veröffentlicht am 04.02.2026

Hat mich absolut gefesselt

Die Insel meiner Schwester
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Hat mich absolut gefesselt

Im Alter von vierzehn Jahren erfährt Mirjam, dass sie eine fast gleichaltrige Halbschwester hat. Die beiden lernen sich heimlich kennen und werden beste Freundinnen, bis sie ...

Hat mich absolut gefesselt

Im Alter von vierzehn Jahren erfährt Mirjam, dass sie eine fast gleichaltrige Halbschwester hat. Die beiden lernen sich heimlich kennen und werden beste Freundinnen, bis sie sich wieder aus den Augen verlieren. Als Nia dann nach längerer Zeit sich wieder meldet und Mirjam zu ihrem vierzigsten Geburtstag auf die Familieninsel einlädt, hat diese schon ein ungutes Gefühl …

Sara Bergmark Elfgren packt hier schwierige Themen an, meistert die Gratwanderung zwischen bedrückenden Situationen und leichter Erzählung einfach klasse. Mirjams Lebensgefährte hat sich nach zehn Jahren gerade von ihr getrennt; sie ist am Boden zerstört. Doch noch mehr Sorgen macht sie sich um ihre Schwester Nia, die seit Jahren in einer toxischen Beziehung feststeckt und es einfach nicht schafft, sich von ihrem Mann zu lösen.

Behutsam erzählt die Autorin die Geschichte der beiden Frauen aus der Ich-Perspektive von Mirjam. Dadurch bekommt man alle Gedanken und Gefühle aus erster Hand mit und kann leicht nachvollziehen, warum sie so handelt, wie sie handelt. Aber auch an Nia fühlte ich mich ganz nah dran und konnte sehr gut verstehen, wie sie an diesen Mann geraten ist und warum sie ihn nicht einfach verlassen kann, obwohl vielleicht sogar ihr Leben in Gefahr ist. Dies wird sehr schön durch Rückblenden/Erinnerungsfragmente gelöst.

Die Atmosphäre ist dabei von Anfang an untergründig spannend. Man hat den Eindruck, dass jeden Augenblick etwas passieren muss, doch hier spannt Sara B. Elfgren uns etwas auf die Folter. Der große Knall kommt erst später, dann aber mit aller Wucht! Ich war total erstaunt über die Wendungen, die die Handlung nimmt. Dieser Roman weist mehr Spannung auf als so mancher Thriller.

★★★★★