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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.10.2021

Berührend und interessant

Im Winter Schnee, nachts Sterne. Geschichte einer Heimkehr
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Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: C. Bertelsmann Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (25. Oktober 2021)
ISBN-13: 978-3570104439
Originaltitel: Storia di un Figlio, andata e Ritorno
Übersetzung: Christiane ...

Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: C. Bertelsmann Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (25. Oktober 2021)
ISBN-13: 978-3570104439
Originaltitel: Storia di un Figlio, andata e Ritorno
Übersetzung: Christiane Burkhardt
Preis: 20,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Berührend und interessant

Inhalt:
Im Alter von zehn Jahren schickte Enaiats Mutter den Jungen von zu Hause weg - zu seiner eigenen Sicherheit. Er schlug sich durch und machte sich auf die gefährliche Reise durch viele Länder, bis er mit fünfzehn Jahren schließlich in Italien ankam. Hier erarbeitete er sich ein neues Leben in Sicherheit. Doch die Sehnsucht nach seinem Heimatland Afghanistan und nach seiner Familie blieb. Sechzehn Jahre später ist es endlich so weit: Enaiat reist zu seiner Schwester, um ihr beizustehen. Doch mittlerweile hat er sich an die westliche Lebensweise gewöhnt, die traditionellen Regeln hat er nicht mehr verinnerlicht.

Meine Meinung:
Diese autobiografische Erzählung ist die Fortsetzung von „Im Meer schwimmen Krokodile“. Man kann das Buch allerdings ganz problemlos ohne Vorkenntnisse lesen, das Nötigste wird noch einmal zusammengefasst.

Es ist die sehr persönliche Geschichte eines jungen Mannes, der aus seiner Heimat fliehen musste und in einer fremden Kultur Fuß gefasst hat. Das Buch macht Mut, zeigt aber auch die üblen Missstände in vielen Bereichen.

Mich hat diese Erzählung sehr berührt. Außerdem habe ich viele Informationen über Afghanistan bekommen, ein fernes Land, das gerade viel durch die Nachrichten geistert und sich nicht gerade von seiner besten Seite zeigt.

Mit eher einfachen Worten schildern Fabio Geda und Enaiatollah Akbari das Geschehen. Insofern ist das Buch schon gut auch für junge Leser*innen ab ca. 12 Jahren geeignet.

★★★★☆

Veröffentlicht am 20.10.2021

Zu viel gewollt

Game Changer – Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, alles falsch zu machen
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Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: FISCHER Sauerländer (13. Oktober 2021)
ISBN-13: 978-3737358842
Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Originaltitel: Game Changer
Übersetzung: Kristian Lutze, Andreas Helweg ...

Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: FISCHER Sauerländer (13. Oktober 2021)
ISBN-13: 978-3737358842
Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Originaltitel: Game Changer
Übersetzung: Kristian Lutze, Andreas Helweg und Pauline Kurbasik
Preis: 18,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Zu viel gewollt

Inhalt:
Ash ist ein begeisterter Footballspieler an seiner Highschool, und genau das wird ihm zum Verhängnis. Durch einen gewaltigen Stoß landet er in einer Parallelwelt, in der einiges ein bisschen anders ist als in seiner Ursprungswelt - vieles davon schlechter. Ash wird fortan von einer Welt in die nächste katapultiert. Er lernt schließlich, wie er bewusst in eine neue Welt eintauchen kann, immer in der Hoffnung, dass sie besser ist als die vorherige.

Meine Meinung:
Keine Frage, Neal Shusterman schreibt toll! Und die Themen, die hier angesprochen werden, sind immens wichtig. Aber meiner Meinung nach hat der Autor einfach zu viel gewollt und dabei die Geschichte aus den Augen verloren. So muss sich Ash mit Rassismus, verschiedenen Facetten von LGBTQ*, Frauenfeindlichkeit, unguten Beziehungen, Familienproblemen und vielem mehr herumschlagen. Das sind alles sehr wichtige Themen, die durchaus in einem Jugendbuch gut untergebracht sind, aber durch ihre Vielzahl steht dem einzelnen hier nur ein begrenzter Raum zu, der eine ausreichende Tiefe nicht zulässt. Das fand ich sehr schade.

Die Idee, Ash durch verschiedene Parallelwelten reisen zu lassen, war hingegen klasse. Allerdings wurde mir bis zum Schluss nicht wirklich klar, wie das genau vonstatten ging. Hier wären einige weitere Erklärungen schön gewesen.

Und noch etwas, das mich persönlich nicht ansprechen konnte: Football. Die vielen Passagen, die sich um Football drehten, zogen die Handlung unschön in die Länge. Außerdem störte mich der erhobene Zeigefinger, der ganz deutlich und unübersehbar aus der Geschichte heraussticht.

Fazit:
Die Themen, die hier zur Sprache kommen, sind extrem wichtig, auf den erhobenen Zeigefinger hätte ich aber gut verzichten können. Es ist zwar keine verschwendete Lesezeit, aber es gibt bessere Bücher zu diesen Themen und auch bessere von diesem Autor.

★★★☆☆

Veröffentlicht am 18.10.2021

Witzig, spannend und phantastisch

Vergissmeinnicht - Was man bei Licht nicht sehen kann
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Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
Verlag: FISCHER (29. September 2021)
ISBN-13: 978-3949465000
Preis: 20,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Witzig, spannend und phantastisch

Inhalt:
Quinn ist ...

Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
Verlag: FISCHER (29. September 2021)
ISBN-13: 978-3949465000
Preis: 20,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Witzig, spannend und phantastisch

Inhalt:
Quinn ist ein sportlicher Junge, gut aussehend und allseits beliebt. Sein Leben bekommt einen Sprung, als ein blauhaariges Mädchen auftaucht und Quinn einen Unfall erleidet, der ihn in den Rollstuhl bringt. Zudem entwickelt Quinn magische Fähigkeiten und allerlei Wesen mischen sich in sein Leben ein.

Matilda wohnt gegenüber von Quinn und ist seit Jahren heimlich in ihn verknallt. Er hat sie bislang leider nicht wahrgenommen, sondern sie stets mit ihrer ekligen Cousine Louise verwechselt. Doch im Rollstuhl braucht Quinn Hilfe und Matilda ist zur Stelle …

Meine Meinung:
Dieses Buch ist definitiv mehr für junge Leserinnen geeignet als für Erwachsene. Ich würde es ab ca. 12 Jahren empfehlen. Aber auch ich habe mich immer wieder köstlich amüsiert. Allerdings war mir die Story etwas zu klischeelastig. Doch der Schreibstil von Kerstin Gier macht das zum großen Teil wieder wett.

Die Autorin entführt uns in eine Zwischenwelt mit den unterschiedlichsten Wesen, mit denen Quinn es tun bekommt. Doch welche sind gut und welche böse? Das lässt sich nicht auf Anhieb sagen. Jeder scheint hier sein eigenes Ziel mit dem Jungen zu verfolgen, denn schließlich gibt es da eine Prophezeiung …

Die Kapitel wechseln zwischen Quinns und Matildas Ich-Perspektive. Das fand ich sehr gelungen. So lernt man diese beiden Charaktere sehr gut kennen. Matilda mochte ich von Anfang an, Quinn muss sich dagegen erst noch entwickeln, damit man ihn von Herzen mögen kann. Aber das passiert zum Glück schon bald. Ich liebte es, mit den beiden durch ein phantastisches Abenteuer zu schlendern und zu rätseln, wer was warum im Sinn hat.

Einen recht großen Raum nimmt die Beziehungskiste zwischen Quinn und Matilda ein. Es gefiel mir gut, dass sich alles allmählich und nachvollziehbar entwickelt und nicht von jetzt auf gleich, was nur unglaubwürdig gewesen wäre.

Besonders toll fand ich die humorvollen Ansätze, die frechen Dialoge, die vor allem Matilda mit diversen Figuren führt, die Fettnäpfchen, in die immer wieder jemand tritt, die (Selbst-) Ironie und den Sarkasmus, der von Zeit zu Zeit hervorblitzt. Aufgrund dieser lockerleichten Schreibweise habe ich das Buch geradezu verschlungen und wurde gegen Ende noch mit einer Menge Action belohnt. Doch dann brach die Erzählung ziemlich abrupt ab, ohne dass etwas Wesentliches geklärt wäre. Hier wird die Leserschaft auf die folgenden Bände vertröstet, was mir den bis dahin sehr großen Lesespaß leider doch etwas vergällt hat.

★★★★☆

Veröffentlicht am 16.10.2021

Hochaktuell und sehr fesselnd

Reality Show
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Broschiert: 464 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (20. Oktober 2021)
ISBN-13: 978-3423263030
Preis: 16,95 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Hochaktuell und sehr fesselnd

Inhalt:
Es ist ...

Broschiert: 464 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (20. Oktober 2021)
ISBN-13: 978-3423263030
Preis: 16,95 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Hochaktuell und sehr fesselnd

Inhalt:
Es ist Heiligabend. Die Menschen haben sich mit ihren Familien zu Hause versammelt. Doch der Abend wird für die meisten ganz anders verlaufen als geplant. Eine Gruppe von jungen Leuten hat die Ungerechtigkeit des Systems satt und die Top Ten der mächtigsten und reichsten Personen in ihren jeweiligen Häusern als Geiseln genommen. In einer Fernsehshow, die auf allen Kanälen läuft, werden ihre Verbrechen dargestellt und die Zuschauer sollen als Richter über Schuld oder Unschuld sowie über die Bestrafung abstimmen.

Meine Meinung:
Was für ein geniales Buch! Anne Freytag greift hier einige hochaktuelle Themen auf, prangert Missstände an und hält der Gesellschaft einen Spiegel vor. Es geht um den Rechtsruck in der Politik, Umweltverschmutzung, lebensgefährliche Arbeitsbedingungen, Datenverkauf und vieles mehr. Und um die wenigen Personen, die daraus ihren Reichtum beziehen - auf Kosten der anderen. Meistens ist das nach deutschem Recht sogar legal, aber ist es auch moralisch vertretbar? Und welche Mitschuld haben wir Verbraucher, indem wir zum Beispiel entsprechende Produkte kaufen?

Sehr geschickt bringt die Autorin ihre Leserschaft dazu, sich auf die Seite der Geiselnehmer zu schlagen. Man kann ihre Gründe für die Tat super nachvollziehen und verstehen. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von ganz verschiedenen Leuten, die mehr oder weniger zufällig aufeinander getroffen sind. So findet sicher jeder Leser und jede Leserin jemanden, mit dem er/sie etwas anfangen kann.

Obwohl es etliche Orte gibt, an denen die Handlung parallel stattfindet und wirklich eine Menge Personen vorkommen, hatte ich absolut keine Probleme, mich zurechtzufinden. Auch die Rückblenden in die Vergangenheit, als der Plan zu dieser Reality Show langsam, aber sicher Formen annimmt, fügen sich wunderbar in die Erzählung ein.

Mir gefiel besonders, dass so viele verschiedene Personen zu Wort kommen. Da sind zum einen die Geiselnehmer, zum anderen die „Opfer“. Aber auch über die Ansichten verschiedener Fernsehzuschauer erfährt man einiges. Manche weigern sich, an den Abstimmungen teilzunehmen, andere sind mit Feuereifer dabei. Man stellt sich beim Lesen unweigerlich die Frage, wie man selbst in einer solchen Situation reagieren würde. Würde man zuschauen oder abschalten? Würde man mit abstimmen (immerhin gibt es tolle Preise zu gewinnen!) oder würde man sich lieber raushalten?

Anne Freytag liefert mit diesem hochaktuellen Roman wirklich fesselnden Lesestoff, der einen zum Nachdenken bringt. Von mir gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

★★★★★

Veröffentlicht am 15.10.2021

Nicht schlecht, aber auch nicht gut

Das Glashotel
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Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
Verlag: Ullstein Hardcover (30. August 2021)
ISBN-13: 978-3550201820
Originaltitel: The Glas Hotel
Übersetzung: Bernhard Robben
Preis: 23,00
auch als E-Book und als Hörbuch ...

Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
Verlag: Ullstein Hardcover (30. August 2021)
ISBN-13: 978-3550201820
Originaltitel: The Glas Hotel
Übersetzung: Bernhard Robben
Preis: 23,00
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Nicht schlecht, aber auch nicht gut

Inhalt:
Vincent wuchs an einem sehr entlegenen Ort auf. Nachdem ihre Mutter verschwand (ertrank?), hält nichts mehr das junge Mädchen. Sie bricht die Schule ab und zieht aus, kommt wieder zurück, um im ortsansässigen Hotel zu arbeiten, lernt den Hotelbesitzer Alkaitis kennen, dessen Frau sie fortan spielt, frei von allen Geldsorgen. Als Alkaitis als Betrüger überführt wird, nimmt Vincents Leben erneut eine Wendung.

Ihr Halbbruder Paul tut sich noch schwerer. Immer wieder bleibt er an Drogen hängen, bekommt als Musiker lange Zeit keinen Fuß auf den Boden.

Meine Meinung:
Selten war ich bei einem Roman so zwiegespalten wie hier. Einerseits habe ich das Buch gerne gelesen. Es konnte mich auf eine ganz eigene Art fesseln. Andererseits frage ich mich nach Beendigen der Lektüre, was die Autorin mir eigentlich sagen will.

Hat man zu Beginn noch den Eindruck, dass es hier um die Halbgeschwister Vincent und Paul geht, richtet sich der Fokus bald auf den Finanzhai Alkaitis, wirbelt aber auch über zig diverse andere Personen, die zu Wort kommen, wobei mir zuweilen nicht einmal klar wurde, wer der aktuelle Ich-Erzähler gerade ist.

Die Erzählung springt wild zwischen Gegenwart und verschiedenen Jahren in der Vergangenheit sowie zwischen verschiedenen Protagonist’innen hin und her. Durch das Springen in der Zeit werden spannende Elemente schon zu früh aufgelöst, was der Geschichte etwas von ihrem Reiz nimmt. Dabei bekommt die Leserschaft manchmal nur kurze Fragmente vorgesetzt. Es fehlt an Kontinuität und einer klaren Aussage. Das Ganze wirkt mehr wie ein Blitzlichtgewitter, das einzelne Szenen beleuchtet, andere aber im Dunkeln lässt.

Sprachlich konnte Emily St. John Mandel mich berühren, inhaltlich leider weniger.

★★★☆☆