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Veröffentlicht am 14.03.2020

Szenen einer außergewöhnlichen Kindheit und Jugend

Rosie
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Gebundene Ausgabe: 212 Seiten
Verlag: Insel Verlag (8. März 2020)
ISBN-13: 978-3458178514
Originaltitel: Rosie. Scenes From a Vanished Life
Übersetzung: Christel Dormagen
Preis: 22,00 €
auch als E-Book ...

Gebundene Ausgabe: 212 Seiten
Verlag: Insel Verlag (8. März 2020)
ISBN-13: 978-3458178514
Originaltitel: Rosie. Scenes From a Vanished Life
Übersetzung: Christel Dormagen
Preis: 22,00 €
auch als E-Book erhältlich

Szenen einer außergewöhnlichen Kindheit und Jugend

Rose Tremain wurde 1943 in London geboren. Während der letzten Kriegsjahre und in der Nachkriegszeit verbrachte sie viel Zeit auf dem ländlichen Anwesen ihrer Großeltern. An materiellen Dingen fehlte es der jungen Rosie nie, jedoch erfuhr sie weder von den Eltern noch von den Großeltern so etwas wie Liebe. Dass aus ihr trotzdem ein warmherziger Mensch werden konnte, verdankt sie vor allem ihrer Nanny, die immer für sie da war, und einigen Lehrern.

In ihrem Buch „Rosie“ erzählt Rose Tremain von ihrer Kindheit und Jugend, davon, wie ihr Verhältnis zu ihrer Familie war, von Freundinnen, Lehrer*innen und wie sie zum Schreiben kam. Sie berichtet nicht chronologisch, sondern pickt sich einzelne Episoden heraus, die für ihre Entwicklung entscheidend waren.

Rose Tremains Schreibstil ist einfach herausragend. Sie entführt einen damit mitten in die Szenen, von denen sie schreibt und die sie mit vielen Details ausschmückt. Sicher sind nicht alles konkrete Erinnerungen Aber es lässt sich dadurch sehr kurzweilig lesen.

Interessant fand ich vor allem auch die Hinweise auf ihre anderen Werke, in denen sie immer wieder einzelne Personen aus ihrem Leben oder einzelne Ereignisse aufgreift. Das ist natürlich vor allem für diejenigen LeserInnen interessant, die diese anderen Werke schon kennen. Umgekehrt macht es Lust darauf, sie kennenzulernen.

Aufgelockert wird der Text zudem durch Fotos, die einem die beschriebene Zeit und die Personen noch näher bringen.

★★★★☆

Veröffentlicht am 14.03.2020

Kaum Handlung, aber nett zu lesen

Die Pan-Trilogie 1: Das geheime Vermächtnis des Pan
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Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Carlsen (20. Dezember 2013)
ISBN-13: 978-3551313805
empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Preis: 8,99 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich sowie im Schuber alle 3 Bände

Kaum ...

Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Carlsen (20. Dezember 2013)
ISBN-13: 978-3551313805
empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Preis: 8,99 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich sowie im Schuber alle 3 Bände

Kaum Handlung, aber nett zu lesen

Inhalt:
Die 18-jährige Felicity wird in der Schule gemobbt, auch ihre Familie hält nicht allzu viel von ihr, nutzt sie aber gerne aus. Zum Glück hat Felicity eine tolle Freundes-Clique. Und als der Neue an der Schule, der gutaussehende Lee, sich für Felicity interessiert, ändert sich so einiges in ihrem Leben …

Meine Meinung:
Die ersten etwa 300 Seiten passiert nicht allzu viel Aufregendes. Wir lernen Felicity und ihre Freunde und Feinde kennen ohne großartige Handlung. Es dreht sich sehr viel um Felicitys Minderwertigkeitskomplexe - sie fühlt sich pummelig und hässlich mit ihrer Zahnspange und den Augenringen. Dies kommt immer und immer wieder zur Sprache. Ich hatte es nach der ersten Erwähnung schon kapiert.

Doch obwohl nicht viel passiert, ist das Buch durch die lockeren Sprüche und witzigen Schlagabtausche amüsant zu lesen.

Genervt hat mich, dass Felicity plötzlich von allen Seiten Beachtung bekommt, als sie ihre Zahnspange los wird und im schicken Kleid und professionell geschminkt und frisiert daherkommt. Eine ganz üble Botschaft für ein Jugendbuch! Felicity ist nämlich eine tolle junge Frau, auch wenn sie keine Model-Maße hat und ihr natürliches Aussehen übermalt. Ich mochte sie sehr und hätte sie gerne zur Freundin.

Das letzte Viertel des Buches war dann richtig spannend und ereignisreich. Endlich erfährt man, worum es eigentlich geht und was Lees Geheimnis ist und ein bisschen auch, wie Felicity da mit drin hängt. Das Buch endet mit einem fiesen Cliffhanger. Dies macht mich furchtbar neugierig auf den 2. Band, von dem ich mir erhoffe, dass er von Anfang an zur Sache kommt und über die ganze Länge des Buches eine spannende und unterhaltsame Handlung bietet.

Die Pan-Trilogie:
1. Das Vermächtnis des Pan
2. Die dunkle Prophezeiung des Pan
3. Die verborgenen Insignien des Pan

★★★☆☆

Veröffentlicht am 11.03.2020

Überleben in der Hölle

Das Lachen und der Tod
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Gebundene Ausgabe: 319 Seiten
Verlag: Karl Blessing Verlag (19. August 2013)
ISBN-13: 978-3896674647
Originaltitel: De lach en de dood
Übersetzung: Christiane Burkhardt
Preis: als Hardcover vergriffen
als ...

Gebundene Ausgabe: 319 Seiten
Verlag: Karl Blessing Verlag (19. August 2013)
ISBN-13: 978-3896674647
Originaltitel: De lach en de dood
Übersetzung: Christiane Burkhardt
Preis: als Hardcover vergriffen
als Taschenbuch und als E-Book erhältlich

Überleben in der Hölle

Inhalt:
Der Komiker Ernst Hoffmann aus Amsterdam wird 1944 nach Auschwitz verschleppt. Schon bald tritt er auch im Konzentrationslager als Komiker auf, was ihm und anderen das Leben rettet. Die Hölle ist es trotzdem …

Meine Meinung:
Sehr anschaulich beschreibt Pieter Webeling diese schreckliche Zeit und vor allem das Leben im Konzentrationslager aus der Sicht des Ernst Hoffmann, der in der Ich-Form erzählt. Man ist dadurch als Leser*in an dieser Figur ganz nah dran, bekommt die Gedanken und Gefühle hautnah mit und kann sich einwandfrei in diese Person hineinversetzen.

Humor ist nichts weiter als die strikte Weigerung, der Tragödie das letzte Wort zu überlassen. (S. 105)

In diesem Sinn versucht der Komiker, seinen Mitgefangenen das Leben zu erleichtern, sie dem tristen Lagerleben gedanklich entkommen zu lassen, ihnen ein wenig Lebensfreude zu schenken..

Und auch vor den SS-Offizieren soll er auftreten. Dabei steckt Hoffmann in einem Dilemma: Er hat die Möglichkeit, sich als Instrument der SS-Offiziere herzugeben und sie zu unterhalten und dafür im Gegenzug sein Leben und das einer ihm nahestehenden Person zu retten, oder sich zu weigern und dem sicheren Tod ins Auge zu sehen. So ist er oft von Zweifeln geplagt, ob er das Richtige tut, aber sein Lebenswille ist überwältigend. Und auch seine Liebe zu Helena, die er auf dem Transport nach Auschwitz kennengelernt hat. Mit viel Mut und Menschlichkeit laviert er sich durch die Hölle.

Fazit:
Ein sehr beeindruckender Roman, der einige der damaligen Gräuel beschreibt, aber auch Hoffnung sät. Absolut lesenswert!

★★★★★

Veröffentlicht am 10.03.2020

Berührend und fesselnd erzählt

Das Versprechen des Bienenhüters
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Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Limes Verlag (2. September 2019)
ISBN-13: 978-3809027157
Originaltitel: The Beekeeper of Aleppo
Übersetzung: Bettina Spangler
Preis: 20,00 €
auch als E-Book erhältlich

Berührend ...

Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Limes Verlag (2. September 2019)
ISBN-13: 978-3809027157
Originaltitel: The Beekeeper of Aleppo
Übersetzung: Bettina Spangler
Preis: 20,00 €
auch als E-Book erhältlich

Berührend und fesselnd erzählt

Inhalt:
Nuri Ibrahim lebt mit seiner Familie in Aleppo. Hier arbeitet er mit seinem Cousin und besten Freund als Bienenzüchter. Doch eines Tages holt der Krieg ihn ein. Sein kleiner Sohn Sami kommt durch eine Bombe ums Leben, seine Frau Afra erblindet. Nuri und Afra bleibt schließlich keine andere Wahl als die Flucht aus ihrer Heimat. Es ist ein langer, beschwerlicher und gefährlicher Weg nach England. Beiden Ehepartnern setzt der Verlust des gemeinsamen Kindes auf seine ganz eigene Weise zu und sie drohen auch noch sich gegenseitig zu verlieren.

Meine Meinung:
Sehr eindrücklich schildert Christy Lefteri das Schicksal von syrischen Flüchtlingen, beispielhaft vertreten durch Nuri und Afra. Dabei thematisiert sie zum einen ihre Liebe zu ihrer Heimat, zum anderen die Gefahr der Reise. Es kommen die Hilfsbereitschaft, aber auch die Skrupellosigkeit der Mitmenschen zur Sprache.

Hauptsächlich geht es hier aber um die seelische Belastung, die der unsinnige Tod des eigenen Kindes mit sich bringt und darum, wie man mit der Trauer umgehen kann.

Erzählt wird durchgehend aus Nuris Ich-Perspektive. Dabei gibt es zwei Handlungsstränge, einmal der gegenwärtige Aufenthalt in England und rückblickend das vergangene Leben in Aleppo und die Flucht quer durch Europa.

Mich hat der Roman stark berührt. Christy Lefteri schreibt sehr bildhaft. In meinem Kopf lief sofort ein Film ab, in dem ich mir die Personen und auch die Örtlichkeiten und Landschaften einwandfrei vorstellen konnte.

Fazit:
Ein wirklich empfehlenswerter Debütroman, der trotz vieler bedrückender Ereignisse doch Hoffnung gibt.

★★★★★

Veröffentlicht am 10.03.2020

Einfach schön

Dankbarkeiten
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Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
Verlag: DuMont Buchverlag (10. März 2020)
ISBN-13: 978-3832181123
Originaltitel: Les gratitudes
Übersetzung: Doris Heinemann
Preis: 20,00 €
auch als E-Book erhältlich

Einfach ...

Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
Verlag: DuMont Buchverlag (10. März 2020)
ISBN-13: 978-3832181123
Originaltitel: Les gratitudes
Übersetzung: Doris Heinemann
Preis: 20,00 €
auch als E-Book erhältlich

Einfach schön

Inhalt:
Michèle Seld, genannt Michka, ist eine ältere Dame, der es immer schwerer fällt, allein in ihrer Wohnung zu leben. Nach einigen Stürzen und weil auch die sprachlichen Fähigkeiten immer mehr nachlassen, zieht sie in ein Pflegeheim um. Michka hat sich um das Mädchen Marie gekümmert, die im selben Wohnblock lebte und deren Mutter oft durch Abwesenheit glänzte. Nun ist Marie eine junge Frau und kümmert sich um Michka. Auch Jerôme, der Logopäde, ist von der alten Dame fasziniert.

Meine Meinung:
Abwechselnd erzählt Delphine de Vigan aus der Sicht von Marie und aus der von Jerôme, wie sie die letzten Monate mit Michka erleben. Ihre Gespräche sind von Liebe, Zuneigung und Dankbarkeit erfüllt - in beide Richtungen. Michkas größte Dankbarkeit gilt allerdings einem Ehepaar, bei dem das kleine Mädchen während des Kriegs Unterschlupf fand. Zu gerne möchte sie diesen beiden selbstlosen Menschen dafür danken, dass sie ihr damals das Leben gerettet haben.

Sehr einfühlsam beschreibt die Autorin den langsamen, aber steten Verfall Michkas. Immer mehr Wörter entfallen der Seniorin. Sie ersetzt sie durch ähnlich klingende oder lässt sie auch ganz weg. Was theoretisch lächerlich wirken könnte, da bei den Wortschöpfungen schon auch mal lustige Dinge herauskommen, empfand ich dennoch als ganz sachlich. Diese Gratwanderung ist Delphine de Vigan hervorragend gelungen. Auch die Übersetzerin Doris Heinemann hat hier sehr gute Arbeit geleistet.

Michkas Geschichte hat mich sehr berührt und am Ende auch zu Tränen gerührt. Man muss diese Frau einfach gern haben - ebenso wie Marie und Jerôme.

★★★★★