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Lin8208

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.03.2026

Unbedingt lesen!

Zum ersten Mal
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Der Grund, das Buch überhaupt in die Hand zu nehmen, war für mich zunächst reine Neugier. Ich wollte erfahren, was die zwei Frauen Ende zwanzig zu diversen Themen rund ums Frausein und Erwachsenwerden ...

Der Grund, das Buch überhaupt in die Hand zu nehmen, war für mich zunächst reine Neugier. Ich wollte erfahren, was die zwei Frauen Ende zwanzig zu diversen Themen rund ums Frausein und Erwachsenwerden zu sagen haben. Und ich wurde definitiv nicht enttäuscht - eher positiv überrascht.
Im Verlauf des Buches werden anhand verschiedener Überkapitel unterschiedliche Themen angesprochen, die jeweils durch persönliche Erfahrungen aus verschiedenen Lebensaltern ergänzt werden. Bereits im Prolog wurde für mich deutlich, dass vermeintliche Tabuthemen hier bewusst enttabuisiert werden. Scham soll genommen und Raum geschaffen werden, um sich gesehen zu fühlen und sich wiederzuerkennen. Dazu trägt auch der angenehme, offene Schreibstil bei, der mir von Beginn an ein gutes Gefühl gab und es mir leicht machte, mich auf die Inhalte einzulassen.
Von Kapitel zu Kapitel merkte ich, wie ich an manchen Stellen immer wieder zustimmend nickte. Ehrlich gesagt wurde mir dabei erst richtig bewusst, mit welchen Tabus wir eigentlich „zu kämpfen“ haben. Die Gesellschaft trägt dazu sicherlich ihren Teil bei. Gerade deshalb fand ich es besonders wertvoll, wie einem beim Lesen die Augen geöffnet werden und man angeregt wird, sich selbst im Hinblick auf die angesprochenen Themen zu reflektieren.
An einigen Stellen wurden in mir ganz automatisch Gedanken angestoßen, die mich in mein eigenes Leben eingesogen haben - und genau das spricht in meinen Augen sehr für dieses Buch.
Ein kleiner Kritikpunkt bleibt für mich der Einfluss von Jugendsprache beziehungsweise Elementen des „Jugendalltags“ - Jugendwörter, viele englische Begriffe zwischen dem Deutschen, Vapes und Ähnliches. Das spricht mich persönlich leider nicht besonders an, vor allem nicht in Büchern, selbst wenn ich manche dieser Begriffe im Alltag vielleicht ebenfalls verwenden würde. Dennoch kann ich deshalb nicht guten Gewissens Sterne bei der Bewertung abziehen, dafür hat mich das Buch insgesamt viel zu sehr begeistert.
Das Buch ist nicht deshalb gut, weil die Autorinnen ein außergewöhnliches Leben führen, sondern gerade weil sie es nicht tun. Sie betonen selbst zu Beginn, dass ihr Leben als weiße, heterosexuelle Frauen kein bemerkenswertes sei. Und genau darin liegt der Reiz: Jemand wie ich kann sich auf beinahe jeder Seite wiederfinden.
Um Scham und Ängste abzulegen, braucht es sicherlich mehr als nur ein Buch - schließlich bleiben die äußeren Umstände dieselben. Dennoch wünsche ich jeder Person, die dieses Buch in die Hand nimmt, dass sie sich verstanden fühlt, den Mut findet, über das ein oder andere vermeintliche Tabu zu springen, und lernt, mehr Vertrauen zu entwickeln.

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Ok

Salto
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Vapes und ChatGPT zeigen sich schnell als Bestandteil im Buch. Auch wenn ich weiß, dass dies irgendwann kommen musste, vermittelt es mir zunächst ein negatives Gefühl. Zugleich schafft es jedoch Realitätsnähe ...

Vapes und ChatGPT zeigen sich schnell als Bestandteil im Buch. Auch wenn ich weiß, dass dies irgendwann kommen musste, vermittelt es mir zunächst ein negatives Gefühl. Zugleich schafft es jedoch Realitätsnähe und setzt die Thematik passend in Szene. Diese wiederum empfinde ich als sehr spannend, konnte mich jedoch trotz Aktualität leider nicht richtig einnehmen.
Durch den Protagonisten sind Hilflosigkeit, Haltlosigkeit und eine gewisse Belastung spürbar. All dies ist zur Thematik ebenso äußerst passend und für mich als Leser auch nachvollziehbar. Die Charaktere selbst erscheinen mir jedoch nicht sehr tiefgründig, sie wirken eher flächig. Zusammen sind sie allerdings stimmig und ergeben ein passendes Gesamtbild. Auffällig ist dabei auch die reduzierte Anzahl an bedeutungsvollen Figuren, also jener, die wirklich im Vordergrund auftreten.
In Hinsicht auf den Aufbau des Buches, mag ich die kurzen Kapitel - wir sprechen zum Teil von einer halben Seite oder zumindest von nur wenigen Seiten. Die vielen Absätze stören hingegen etwas meinen Lesefluss und lassen selbst die kurzen Kapitel abgehackt wirken. Gleichzeitig schaffen sie inhaltliche Abgrenzungen und setzen gezielt Pausen, wie in einem Musikstück – zum Einfühlen, Aufatmen, Denken.
Literarisch ist das Buch schön ausgearbeitet. An passenden Stellen sind stilistische und rhetorische Mittel eingesetzt - das würde meine Deutschlehrerin beim Abi wohl genauso erfreuen wie mich. Besonders stilistische Wiederholungen erzeugen eine spannende Rhythmik, wodurch alles wieder seinen Ursprung findet, als würde man sich selbst sammeln. Sie bringen Kontinuität, eine Regelmäßigkeit, die die Geschichte immer wieder durchläuft und irgendwie auch festhält.
Sprachlich weist das Buch viele Qualitäten auf, auch wenn ich mit dem Schreibstil trotzdem nicht richtig warm werde. Ich kann dabei leider nicht einmal genau sagen, was mich konkret stört.
Während des Lesens war mir zudem unklar, welchen Zusammenhang der Titel zur Geschichte hat. Erst im letzten Kapitel findet sich die Wiederholung des Titels wieder. Trotzdem ist für mich noch nicht ganz klar, welche Bedeutung dieser nun genau trägt.
Das Ende selbst ist nicht ganz offen, aber ebenso wenig wirklich geschlossen, und lässt mich dadurch ebenso etwas unbefriedigt zurück. Ich habe erwartet, dass danach noch irgendetwas kommt. Man kann die Geschichte zwar so stehen lassen, doch manche Informationen, die mir eigentlich relevant erschienen, fehlen mir gänzlich.
Im Gesamten verweisen der Aufbau und die Sprache auf ein Meisterwerk. In der Schule hat man als Abivorbereitung gelernt, worauf es bei einem guten Buch ankommt - auch wenn das immer etwas relativ ist. Und egal, wie mir dieses Buch nun gefallen hat, muss ich zugeben, dass in dieser Hinsicht vieles, wenn nicht alles, sehr gut gepasst hat und sich harmonisch zusammenfügt.

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Veröffentlicht am 18.02.2026

Begeistert!

Restsommer
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Bevor ich dieses Buch in der Hand hatte, kannte ich die Autorin nicht. Aber ich bin immer wieder bereit mein Spektrum zu erweitern, und hier habe ich wieder einmal einen Glücksgriff gemacht. Der Debütroman ...

Bevor ich dieses Buch in der Hand hatte, kannte ich die Autorin nicht. Aber ich bin immer wieder bereit mein Spektrum zu erweitern, und hier habe ich wieder einmal einen Glücksgriff gemacht. Der Debütroman von Kea von Garnier scheint mir sehr gelungen. Vermittelt wird die Jugend in einer sommerlichen Kleinstadt-Atmosphäre und gibt mir schnell Hard-Land-Vibes von Benedict Wells (was ein sehr großes Kompliment ist). Und doch ist das Buch so ganz anders - vom Schreibstil her und irgendwie auch durch den allgemeinen Stil des Buches.
Besonders ist für mich auch das Setting des Bestattungsinstituts, in dem der Protagonist Dominik seinem Vater hilft. Die Arbeit darin ist spannend beschrieben, aber wirkt eher routinemäßig. Keas Schreibstil vermittelt Gefühle, tritt sehr beschreibend und fast schon poetisch in Kraft. So wird auch Dominiks Sehnsucht, ein anderes Leben führen zu wollen, aufgezeigt, bevor er diesen Gedanken überhaupt äußert. Das Buch hat einige Wendungen, die ich aufgrund von Spoilern nicht erläutern werde. Und trotzdem sind gerade diese für die Thematik des Buches entscheidend, und passen äußerst gut zur heutigen Zeit. Dominik verspürt den Wunsch aus seinem alltäglichen Leben auszubrechen, Abenteuer zu erleben, oder zumindest mehr Abwechslung im Alltag zu haben, entgegen der Vorstellungen und Erwartungen aller anderen. Selbst wenn man als Leser die Erfahrungen von Dominik gar nicht oder nur teilweise selbst erlebt hat, konnte ich in jeder Sekunde genaustens nachempfinden, was in ihm vorgeht, und konnte seine Sehnsüchte spüren. Dies erfolgt vermutlich auch durch die sehr gut ausgebauten Charaktere.
Im Allgemeinen steckt in dem Buch viel mehr, als ich im Vornherein dachte. Der Schreibstil ist klasse, nicht aufgesetzt, sondern irgendwie ehrlich, die Charaktere und das Setting überzeugend und die Thematik aktuell.

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Veröffentlicht am 07.02.2026

Holt eure Spitzer raus!

Disney Malen nach Zahlen - Familie
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Ich bin in einem kreativen Elternhaus aufgewachsen. Also habe ich seit ich denken kann Unmengen an Stiften, Malfarben etc.. Genauso haben mich Malen nach Zahlen schon lange begleitet. Für stressige Tage ...

Ich bin in einem kreativen Elternhaus aufgewachsen. Also habe ich seit ich denken kann Unmengen an Stiften, Malfarben etc.. Genauso haben mich Malen nach Zahlen schon lange begleitet. Für stressige Tage ist das eine super Möglichkeit, um zu entspannen. Zuvor kannte ich nur die größeren Leinwände mit den Acrylfarben. Ich muss bei diesem Buch jedoch positiv hervorheben, welche Dicke die Zeiten haben. Die Seiten halten auch einem wässrigen Filzstift stand.
Es ist schön, welche Varietät hier nun möglich ist, da man völlig frei wählen kann, welche Art von Malmaterial man verwenden möchte. So musste ich als Perfektionistin jedoch auch etwas Zeit im Vorfeld aufwenden, um die passenden Farben zu den nummerierten Farbfeldern in meinem Sortiment zu finden.
Die Vielzahl an Motiven sind ebenfalls schön gewählt. Die endgültigen Motive kann man hinten im Buch erspicken.
Bei den Motiven ist feinste Malerei und viel Geduld erforderlich. Mit ruhiger Hand sind die Motive gut machbar, jedoch muss teilweise definitiv auf Fineliner oder zumindest stark gespitze Stifte zurückgegriffen werden.
Einen Abzug bekommt das Buch, da teilweise kleine Felder voneinander abgegrenzt dargestellt werden, obwohl diese dieselbe Nummer aufweisen. Bei einem durchweg blauen Himmel kann ich die Vielzahl an aneinanderliegenden Felder mit derselben Nummer nachvollziehen, doch bei kleiner Detailarbeit, wie z. B. der Umrandung eines Dalmatiners, sorgen diese unnötigen Unterteilungen nur für Verwirrung.

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Veröffentlicht am 27.01.2026

Wo ist der Thrill?

Woman Down
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Das Cover hat innerhalb von Sekunden meine Aufmerksamkeit erregt und mich direkt positiv angesprochen. Das geheimnisvolle, mystische und leicht bedrohliche Bild wirkt sehr einnehmend. Auch grafisch und ...

Das Cover hat innerhalb von Sekunden meine Aufmerksamkeit erregt und mich direkt positiv angesprochen. Das geheimnisvolle, mystische und leicht bedrohliche Bild wirkt sehr einnehmend. Auch grafisch und farblich ist das Cover äußerst stimmig: Die Farbverläufe, Größenunterschiede und geometrischen Elemente ergeben ein rundes Gesamtpaket.
Ebenso hatte mich das beworbene Genre sofort im Griff. Mit Colleen Hoovers Thrillern bin ich bisher am besten gefahren - Layla und Verity konnten mich beide direkt abholen. Entsprechend bin ich auch hier all-in gegangen und hatte hohe Erwartungen.
Leider brauchte ich eine ganze Weile, bis mich die Story wirklich gepackt hat. In der ersten Hälfte des Buches war mir das Ziel der Geschichte nicht klar. Weder konnte ich erahnen, in welche Richtung sich die Charaktere entwickeln würden, noch war das Genre deutlich spürbar. Die Figuren hinterließen durch ihre Handlungen zudem eher ein negatives Bild, insbesondere da ihre Beziehung auf mich sehr toxisch wirkte. Das hat mich zunächst enttäuscht zurückgelassen.
Im weiteren Verlauf der Geschichte fügte sich dieses Bild der Charaktere zwar passender in die Storyline und das Genre ein, dennoch haftete dieser negative Eindruck weiterhin an ihnen. Grundsätzlich muss man Charaktere nicht mögen, um ein Buch als gelungen zu empfinden - leider konnte mich jedoch auch die Handlung insgesamt nicht vollständig abholen. Ich hatte deutlich mehr Thrill erwartet, weniger Dark-Romance-Vibes und insgesamt mehr Spannung sowie emotionale Tiefe.
Den Schreibstil mochte ich, wie auch in anderen Büchern von Colleen Hoover, sehr gerne. Die Sprache, insbesondere in sexueller Hinsicht, empfand ich jedoch als zu grob - was letztlich natürlich Geschmackssache ist.

Im Folgenden könnten kleine Spoiler auftauchen (nicht inhaltlich):
Das Ende des Buches verdient dennoch eine positive Hervorhebung. Durch das offene Ende und den Schreibstil wird das Genre hier endlich greifbar. Genau an diesem Punkt lässt mich das Buch gespannt und aufgeregt zurück.

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