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Lin8208

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.03.2026

Angenehm

Terms of Attraction 1. The Knockout Contract
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Positiv hervorzuheben ist vor allem die Darstellung der Charaktere. Diese sind sehr gut ausgearbeitet und tiefgründig, sodass sich ein stimmiges und rundes Gesamtbild ergibt. Ihre Motivationen und Emotionen ...

Positiv hervorzuheben ist vor allem die Darstellung der Charaktere. Diese sind sehr gut ausgearbeitet und tiefgründig, sodass sich ein stimmiges und rundes Gesamtbild ergibt. Ihre Motivationen und Emotionen wirken nachvollziehbar, wodurch es leichtfällt, sich auf sie einzulassen. Auch ihr Zusammenspiel ist insgesamt unterhaltsam und harmonisch. So funktioniert die Dynamik zwischen ihnen gut. Lediglich die spicy Szenen treffen nicht ganz meinen persönlichen Geschmack, da sie teilweise von Dominanz und einer gewissen Grobheit geprägt sind.
Im Gegensatz dazu bleibt das Setting eher im Hintergrund. Orte wie das Wohnheim oder die Universität werden zwar wiederholt erwähnt, jedoch kaum detailliert beschrieben. Dadurch liegt der Fokus deutlich stärker auf den Figuren und ihrer Entwicklung als auf der äußeren Atmosphäre.
Die Handlung selbst verläuft angenehm flüssig, sodass die Zeit beim Lesen wie im Flug vergeht. Die Story schreitet konstant voran, ohne sich zu verlieren, und wirkt insgesamt stimmig aufgebaut. In diesem Zusammenhang spielt auch der Fake-Dating-Trope eine wichtige Rolle: Obwohl ich bekannten Tropes oft eher kritisch gegenüberstehe, da sie einiges vorwegnehmen können, ist dieser hier sinnvoll eingebunden. Er bildet die Grundlage für die Dynamik und den „Vertrag“ zwischen den Protagonisten und ist damit essenziell für die gesamte Geschichte. Daher ist es auch absolut passend, bereits im Vorfeld damit zu werben.
Abgerundet wird das Ganze durch einen sehr angenehmen Schreibstil, der leicht zu lesen ist und mit seiner leicht jugendlichen Note gut zum Studentenalter der Figuren passt. Auch der Kapitelaufbau mit wechselnden Perspektiven ist gelungen: Die Perspektivwechsel werden gezielt eingesetzt und stehen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Holt mich leider nicht ab

Rules of the Game, Band 1 - Offside
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Ich kannte das Buch bereits auf Englisch und erinnere mich, den Schreibstil überhaupt nicht gemocht zu haben. Auf Deutsch hat mir dieser definitiv besser gefallen, weil eben nicht die ganze Zeit so abwertend ...

Ich kannte das Buch bereits auf Englisch und erinnere mich, den Schreibstil überhaupt nicht gemocht zu haben. Auf Deutsch hat mir dieser definitiv besser gefallen, weil eben nicht die ganze Zeit so abwertend von "hot chicks" gesprochen wird, sondern eben einfach von Frauen. Trotzdem konnte mich auch der deutsche Schreibstil nicht richtig abholen. Inhaltlich hat sich das Buch gezogen, vor allem in der ersten Hälfte des Buchs habe ich mir mehr Inhalt gewünscht. Da ist mir zu wenig passiert. Leider habe ich übers ganze Buch hinweg nicht diese Tiefe gespürt, die ich bei Büchern gerne sehe. Fehlt diese, erwarte ich zumindest eine lockere Geschichte, die mich trotzdem auf irgendeine Art fesseln kann. Nun brauchen wir nicht lange drum herum reden, das hat das Buch in meinem Fall nicht geschafft.
Mit spicy Szenen habe ich normalerweise ebenso kein Problem, aber auch das war mir dann irgendwann einfach zu viel, dass ich fast schon gelangweilt dachte "nicht schon wieder". Man muss trotzdem sagen, dass die Charaktere ausgearbeitet waren und mir nicht flächig erschienen. Und das wurde alles auf Unmengen an Seiten rübergebracht, was immerhin eine eigentlich gute Sache ist.

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Veröffentlicht am 03.03.2026

Unbedingt lesen!

Zum ersten Mal
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Der Grund, das Buch überhaupt in die Hand zu nehmen, war für mich zunächst reine Neugier. Ich wollte erfahren, was die zwei Frauen Ende zwanzig zu diversen Themen rund ums Frausein und Erwachsenwerden ...

Der Grund, das Buch überhaupt in die Hand zu nehmen, war für mich zunächst reine Neugier. Ich wollte erfahren, was die zwei Frauen Ende zwanzig zu diversen Themen rund ums Frausein und Erwachsenwerden zu sagen haben. Und ich wurde definitiv nicht enttäuscht - eher positiv überrascht.
Im Verlauf des Buches werden anhand verschiedener Überkapitel unterschiedliche Themen angesprochen, die jeweils durch persönliche Erfahrungen aus verschiedenen Lebensaltern ergänzt werden. Bereits im Prolog wurde für mich deutlich, dass vermeintliche Tabuthemen hier bewusst enttabuisiert werden. Scham soll genommen und Raum geschaffen werden, um sich gesehen zu fühlen und sich wiederzuerkennen. Dazu trägt auch der angenehme, offene Schreibstil bei, der mir von Beginn an ein gutes Gefühl gab und es mir leicht machte, mich auf die Inhalte einzulassen.
Von Kapitel zu Kapitel merkte ich, wie ich an manchen Stellen immer wieder zustimmend nickte. Ehrlich gesagt wurde mir dabei erst richtig bewusst, mit welchen Tabus wir eigentlich „zu kämpfen“ haben. Die Gesellschaft trägt dazu sicherlich ihren Teil bei. Gerade deshalb fand ich es besonders wertvoll, wie einem beim Lesen die Augen geöffnet werden und man angeregt wird, sich selbst im Hinblick auf die angesprochenen Themen zu reflektieren.
An einigen Stellen wurden in mir ganz automatisch Gedanken angestoßen, die mich in mein eigenes Leben eingesogen haben - und genau das spricht in meinen Augen sehr für dieses Buch.
Ein kleiner Kritikpunkt bleibt für mich der Einfluss von Jugendsprache beziehungsweise Elementen des „Jugendalltags“ - Jugendwörter, viele englische Begriffe zwischen dem Deutschen, Vapes und Ähnliches. Das spricht mich persönlich leider nicht besonders an, vor allem nicht in Büchern, selbst wenn ich manche dieser Begriffe im Alltag vielleicht ebenfalls verwenden würde. Dennoch kann ich deshalb nicht guten Gewissens Sterne bei der Bewertung abziehen, dafür hat mich das Buch insgesamt viel zu sehr begeistert.
Das Buch ist nicht deshalb gut, weil die Autorinnen ein außergewöhnliches Leben führen, sondern gerade weil sie es nicht tun. Sie betonen selbst zu Beginn, dass ihr Leben als weiße, heterosexuelle Frauen kein bemerkenswertes sei. Und genau darin liegt der Reiz: Jemand wie ich kann sich auf beinahe jeder Seite wiederfinden.
Um Scham und Ängste abzulegen, braucht es sicherlich mehr als nur ein Buch - schließlich bleiben die äußeren Umstände dieselben. Dennoch wünsche ich jeder Person, die dieses Buch in die Hand nimmt, dass sie sich verstanden fühlt, den Mut findet, über das ein oder andere vermeintliche Tabu zu springen, und lernt, mehr Vertrauen zu entwickeln.

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Ok

Salto
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Vapes und ChatGPT zeigen sich schnell als Bestandteil im Buch. Auch wenn ich weiß, dass dies irgendwann kommen musste, vermittelt es mir zunächst ein negatives Gefühl. Zugleich schafft es jedoch Realitätsnähe ...

Vapes und ChatGPT zeigen sich schnell als Bestandteil im Buch. Auch wenn ich weiß, dass dies irgendwann kommen musste, vermittelt es mir zunächst ein negatives Gefühl. Zugleich schafft es jedoch Realitätsnähe und setzt die Thematik passend in Szene. Diese wiederum empfinde ich als sehr spannend, konnte mich jedoch trotz Aktualität leider nicht richtig einnehmen.
Durch den Protagonisten sind Hilflosigkeit, Haltlosigkeit und eine gewisse Belastung spürbar. All dies ist zur Thematik ebenso äußerst passend und für mich als Leser auch nachvollziehbar. Die Charaktere selbst erscheinen mir jedoch nicht sehr tiefgründig, sie wirken eher flächig. Zusammen sind sie allerdings stimmig und ergeben ein passendes Gesamtbild. Auffällig ist dabei auch die reduzierte Anzahl an bedeutungsvollen Figuren, also jener, die wirklich im Vordergrund auftreten.
In Hinsicht auf den Aufbau des Buches, mag ich die kurzen Kapitel - wir sprechen zum Teil von einer halben Seite oder zumindest von nur wenigen Seiten. Die vielen Absätze stören hingegen etwas meinen Lesefluss und lassen selbst die kurzen Kapitel abgehackt wirken. Gleichzeitig schaffen sie inhaltliche Abgrenzungen und setzen gezielt Pausen, wie in einem Musikstück – zum Einfühlen, Aufatmen, Denken.
Literarisch ist das Buch schön ausgearbeitet. An passenden Stellen sind stilistische und rhetorische Mittel eingesetzt - das würde meine Deutschlehrerin beim Abi wohl genauso erfreuen wie mich. Besonders stilistische Wiederholungen erzeugen eine spannende Rhythmik, wodurch alles wieder seinen Ursprung findet, als würde man sich selbst sammeln. Sie bringen Kontinuität, eine Regelmäßigkeit, die die Geschichte immer wieder durchläuft und irgendwie auch festhält.
Sprachlich weist das Buch viele Qualitäten auf, auch wenn ich mit dem Schreibstil trotzdem nicht richtig warm werde. Ich kann dabei leider nicht einmal genau sagen, was mich konkret stört.
Während des Lesens war mir zudem unklar, welchen Zusammenhang der Titel zur Geschichte hat. Erst im letzten Kapitel findet sich die Wiederholung des Titels wieder. Trotzdem ist für mich noch nicht ganz klar, welche Bedeutung dieser nun genau trägt.
Das Ende selbst ist nicht ganz offen, aber ebenso wenig wirklich geschlossen, und lässt mich dadurch ebenso etwas unbefriedigt zurück. Ich habe erwartet, dass danach noch irgendetwas kommt. Man kann die Geschichte zwar so stehen lassen, doch manche Informationen, die mir eigentlich relevant erschienen, fehlen mir gänzlich.
Im Gesamten verweisen der Aufbau und die Sprache auf ein Meisterwerk. In der Schule hat man als Abivorbereitung gelernt, worauf es bei einem guten Buch ankommt - auch wenn das immer etwas relativ ist. Und egal, wie mir dieses Buch nun gefallen hat, muss ich zugeben, dass in dieser Hinsicht vieles, wenn nicht alles, sehr gut gepasst hat und sich harmonisch zusammenfügt.

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Veröffentlicht am 18.02.2026

Begeistert!

Restsommer
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Bevor ich dieses Buch in der Hand hatte, kannte ich die Autorin nicht. Aber ich bin immer wieder bereit mein Spektrum zu erweitern, und hier habe ich wieder einmal einen Glücksgriff gemacht. Der Debütroman ...

Bevor ich dieses Buch in der Hand hatte, kannte ich die Autorin nicht. Aber ich bin immer wieder bereit mein Spektrum zu erweitern, und hier habe ich wieder einmal einen Glücksgriff gemacht. Der Debütroman von Kea von Garnier scheint mir sehr gelungen. Vermittelt wird die Jugend in einer sommerlichen Kleinstadt-Atmosphäre und gibt mir schnell Hard-Land-Vibes von Benedict Wells (was ein sehr großes Kompliment ist). Und doch ist das Buch so ganz anders - vom Schreibstil her und irgendwie auch durch den allgemeinen Stil des Buches.
Besonders ist für mich auch das Setting des Bestattungsinstituts, in dem der Protagonist Dominik seinem Vater hilft. Die Arbeit darin ist spannend beschrieben, aber wirkt eher routinemäßig. Keas Schreibstil vermittelt Gefühle, tritt sehr beschreibend und fast schon poetisch in Kraft. So wird auch Dominiks Sehnsucht, ein anderes Leben führen zu wollen, aufgezeigt, bevor er diesen Gedanken überhaupt äußert. Das Buch hat einige Wendungen, die ich aufgrund von Spoilern nicht erläutern werde. Und trotzdem sind gerade diese für die Thematik des Buches entscheidend, und passen äußerst gut zur heutigen Zeit. Dominik verspürt den Wunsch aus seinem alltäglichen Leben auszubrechen, Abenteuer zu erleben, oder zumindest mehr Abwechslung im Alltag zu haben, entgegen der Vorstellungen und Erwartungen aller anderen. Selbst wenn man als Leser die Erfahrungen von Dominik gar nicht oder nur teilweise selbst erlebt hat, konnte ich in jeder Sekunde genaustens nachempfinden, was in ihm vorgeht, und konnte seine Sehnsüchte spüren. Dies erfolgt vermutlich auch durch die sehr gut ausgebauten Charaktere.
Im Allgemeinen steckt in dem Buch viel mehr, als ich im Vornherein dachte. Der Schreibstil ist klasse, nicht aufgesetzt, sondern irgendwie ehrlich, die Charaktere und das Setting überzeugend und die Thematik aktuell.

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