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Veröffentlicht am 21.02.2025

Spannendes Camp-Drama

Der Gott des Waldes
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'Wenn du dich verläufst, setz dich hin und schrei'. Das ist eine der drei Regeln im Camp Emerson. Schlicht und bedrohlich. Von Anfang wirkt das Feriencamp nicht so idyllisch, wie das Naturreservat, in ...

'Wenn du dich verläufst, setz dich hin und schrei'. Das ist eine der drei Regeln im Camp Emerson. Schlicht und bedrohlich. Von Anfang wirkt das Feriencamp nicht so idyllisch, wie das Naturreservat, in dem es liegt zu sein scheint. Es brodelt und irgendwie ist klar, da braut sich eien Tragödie zusammen und wie wir erfahren, eine Tragödie, sie es ähnlich schon einmal gab.

Inzwischen ist vielen klar, dass ich ein Fan von Geschichten auf verschiedenen Zeitebenen bin, hier komme ich also absolut auf meine Kosten. Und dass mich das Feriencamp in den 70ern an der einen der besten Filme allerzeiten 'Little darlings' erinnert istcein zusätzlicher Pluspunkt. Mehr als die Zeitepoche und dem Camp hat die Geschichte mit dem Film aber nicht gemein.

Liz Moore baut viele Cliffhanger, so dass ich manches Mal geneigt war vorzublättern. Die einzelnen Kapitel sind aus unterschiedlichen Perspektiven geschrieben und schnell wird klar, dass viele Menschen in dem Drama verwickelt sind. Zwei Vermisstenfälle gilt es aufzuklären, wobei der erste eigentlich längst als abgeschlossen galt. Ich liebe es, wenn ich bis zum Schluss spekulieren und rätseln darf, so auch in diesem Buch. Dachte ich zu Beginn noch, dass ich gar keine Lust auf fast 600 Seiten habe, flogen die Seiten dann nur noch so dahin. Ich musste wissen, was nun wirklich geschehen ist. Im Jetzt und in der Vergangenheit.

Ich mochte die atmosphärische Szenerie eines typisch US-amerikanischen Camps, die sehr diversen und authentischen Charaktere und die füe mich logische und schlüssige Geschichte. Ein spannender Roman ohne die brutale Härte eines Thrillers. Barack Obama hat dieses Buch zurück auf seine Summer Reading Liste gesetzt.

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Veröffentlicht am 18.02.2025

Harte Realität, leicht erzählt

Achtzehnter Stock
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Was für ein Trip. Es begann lustig und flapsig und ich dachte, das wird wieder eine seichte Kost, die ich mal eben schnell weglese. Schnell gelesen hab ich das Buch. Weg aus meinem Kopf ist es nicht und ...

Was für ein Trip. Es begann lustig und flapsig und ich dachte, das wird wieder eine seichte Kost, die ich mal eben schnell weglese. Schnell gelesen hab ich das Buch. Weg aus meinem Kopf ist es nicht und trotz des leichten, extrem flüssigen Schreibstils ist es alles andere aber nicht seicht.

Es beginnt  doch so gut. Eine große Chance auf eine Filmrolle, eine funktionierende Hausgemeinschaft, ein perfektes Mutter-Tochter-Gespann. Aber bei den meisten verläuft das Leben eben nicht in geradlinigen Konfetti regnenden Bahnen.
So auch nicht bei Wanda. Ein Schicksalsschlag wirft sie kurzfristig aus der Bahn und raus aus dem lang ersehnten Engagement.

Aber unverhofft kommt nach Regen Sonne und mit ihr neue Perspektiven in Liebe und Job. Die Auf und Abs wechseln sich rasant ab in diesem Buch, wobei es irgendwann nur noch abwärts geht. Mit Wandas Leben, nicht mit der Qualität des Buches. Das ist weiterhin so unterhaltsam und flüssig geschrieben,  dass ich es nicht weglegen konnte. Wobei es unterhaltsam nicht richtig trifft. Glück und Leid liegen so nah beieinander und manchmal ist das ganze Glück weg, von einem Moment auf den anderen. Übrig bleibt nur das Leid.

Ich habe mit Wanda mitgelitten und sie manches Mal verflucht. Einige Entscheidungen habe ich stark hinterfragt und bin mit auch im Nachhinein nicht sicher, ob ich das verzeihen kann. (Achtung  Spoiler: schlafendes Kind allein lassen). Und dann habe ich mich aber gefragt, wie weit kann man noch sinken? Wann hört das auf? Wann kommt die Rettung?

Ob die kommt, müsst ihr schon selbst lesen. Trotz der Dramen im Buch,  ist die Geschichte irgendwie doch eine leichte Lektüre. Sie ist duchaus witzig, aber dennoch ernst, aber nie drüber. Das Buch ist wie Berlin - schnodderig, und authentisch.

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Veröffentlicht am 14.02.2025

Filmreif

Wie Grischa mit einer verwegenen Idee beinahe den Weltfrieden auslöste
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Ich habe beim Lesen dieses Buches direkt eine Leander Haußmann Verfilmung vor meinem inneren Auge. 1982 - DDR. Ich war da gerade 5 Jahre alt und Grischa beginnt seine Arbeit bei der Staatlichen Planungskommision. ...

Ich habe beim Lesen dieses Buches direkt eine Leander Haußmann Verfilmung vor meinem inneren Auge. 1982 - DDR. Ich war da gerade 5 Jahre alt und Grischa beginnt seine Arbeit bei der Staatlichen Planungskommision. Das klingt schon so abstrus, wie es im Buch dann auch beschrieben ist. Ein Neer aus Wichtigtuerei und Nichtstun. Abgedroschen, aber mit Sicherheit nicht ganz an der Realität vorbei.

Der Fakt: Die DDR-Regierung, kurz vor dem finanziellen Ruin, nimmt von der BRD eine Bundesbürgschaft in Höhe von 1 Milliarde DM an. Im Gegenzug demontiert sie die tödlichen Selbstschuss-Anlagen an der Grenze.

Jakob Hein hat sich dieser belegten Tatsache bedient, diese aber sagen wir mal, nich etwas ausgebaut. Wäre doch sonst auch zu simpel. Zurück zu Grischa. Däumchen drehen ist nicht sein Ding und so landet den großen Coup mit Deutsch-Afghanischen Freundschaftsläden. Was man sonst nur im Görli oder am Kotti vermutet hat, spielt sich hier im ostdeutschen Grenzgebiet ab. Mehr möchte ich von dieser rasant erzählten Geschichte gar nicht preisgeben. Jakob Hein schreibt kurzweilig und unterhaltsam bisweilen ein wenig oberflächlich. Tiefe hatte ich jedoch bei diesem Buch nicht erwartet, dafür viel Witz und Ironie und beides habe ich bekommen.

für Nichtberliner: Görlitzer Park und Kottbuser Tor - Orte, die als Drogenverkaufsorte bekannt waren

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Veröffentlicht am 14.02.2025

Kurzweilige Unterhaltung

Die sieben Männer der Evelyn Hugo
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Endlich habe ich nun auch ein Buch von Taylor Jenkins Reid gelesen. Bei Bookstagram kommt man um die Autorin nicht mehr drumrum. Wurde also Zeit, mir selbst ein Urteil zu erlauben.

Evelyn Hugo hat sieben ...

Endlich habe ich nun auch ein Buch von Taylor Jenkins Reid gelesen. Bei Bookstagram kommt man um die Autorin nicht mehr drumrum. Wurde also Zeit, mir selbst ein Urteil zu erlauben.

Evelyn Hugo hat sieben Männer überlebt und alle Welt ist scharf auf ein Interview mit ihr. Nun soll es ausgerechnet Monique Grant die Chance bekommen, selbst ihre Chefin hat keine Ahnung wieso. Der Deal entpuppt sich als riesig, aber Evelyn hat ihre Geheimnisse.

Das muss man Jenkins Reid lassen, sie weiß es geschickt Wendungen zu legen und einem bis zum Ende im Dunkeln tappen zu lassen. Ich hatte ständig andere Ideen, was der Grund für Hugo sei, Monique zu engagieren, aber keine war richtig.

Das Buch liest sich wahnsinnig schnell und ist durchaus unterhaltsam und doch hat es mich mehr als einmal genervt. Dieser Fokus auf Evelyns Brüsten und ihrem Aussehen war mir irgendwann einfach zu viel. Mag sein, dass die Zeiten anders waren. Vielleicht war Hugo auf ihre Art Feministin, spielen tut sie aber gezielt mit ihrem Aussehen. Und so dreht sich die Geschichte zwar um.ihr Leven, aber zum großen Teil eben auch immer um Äußerlichkeiten. Daher fehlt es dem Buch auch an Tiefe, die ihm sicher gut getan hätte.

Dennoch habe ich das Buch gern gelesen und werde vielleicht auch weitere der Autorin lesen.

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Veröffentlicht am 14.02.2025

Mareike Fallwickl überzeugt einfach

Das Licht ist hier viel heller
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Wieder ist es ein eindringliches, gesellschaftliches Portrait. Eine gesellschaftskritische Studie, die klar das Patriarchat aufzeigt. Interessant finde ich die beiden Perspektiven. Einmal aus Sicht des ...

Wieder ist es ein eindringliches, gesellschaftliches Portrait. Eine gesellschaftskritische Studie, die klar das Patriarchat aufzeigt. Interessant finde ich die beiden Perspektiven. Einmal aus Sicht des Vaters und aus Sicht der Tochter, die im Laufe des Buches 18 Jahre alt wird. Und es gibt noch eine dritte Perspektive: Briefe einer Frau, an einen uns unbekannten Mann.

Fallwickl verknüpft die Schicksale wieder so gekonnt miteinander. Schonungslos erzählt sie die Wahrheiten, die Frauen erleiden und erdulden, aber auch die Wahrheiten der Männer, die daraus Profit schlagen. Ein hartes Buch aber auch eine Geschichte der Befreiung und der späten Erkenntnis. Auch hier wird man kein weichgespültes Happy End vorfinden. Das Buch endet für mich mit einem Kopfschütteln. Nicht weil es an Hoffnung vermissen lässt, das tut es nicht, im Gegenteil. Die junge Tochter sät Hoffnung. Aber der Vater zeigt uns auch mach kurzen Momenten der Reflexion, dass das Patriarchat viel zu tief in ihm verwurzelt ist.

Wieder ein Buch, dass ich gern weiterempfehlen werde. Und klar, nun muss ich auch 'Dunkelgrün, fast schwarz' lesen.

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