Etwas zu politiklastig und insgesamt eher erdrückend
Wir in zehn JahrenLeider bin ich nach dieser Lektüre doch etwas enttäuscht. Auch da die Ausrichtung von „Wir in zehn Jahren“ der Autorin Jessica Stanley anders war als erwartet. Das Buch erzählt zwar auch eine Beziehungsgeschichte, ...
Leider bin ich nach dieser Lektüre doch etwas enttäuscht. Auch da die Ausrichtung von „Wir in zehn Jahren“ der Autorin Jessica Stanley anders war als erwartet. Das Buch erzählt zwar auch eine Beziehungsgeschichte, welche voller Höhen und noch mehr Tiefen ist und durchaus zu fesseln weiß. Inhaltlich taucht die Handlung aber detailverliebt und für meinen Geschmack viel zu tief in die britische Politik ein. Letztlich ist es stellenweise fast schon eine Biografie der letzten Wahlkämpfe, sowie des Brexits. Zwar bekommt man dadurch auch Einblicke in gesellschaftlich relevante Themen, trotzdem langweiligten mich diese politischen Passagen eher. Die gemeinsame Geschichte von Coralie und Adam, umfasst zehn Jahre ihrer Beziehung und wirkt auf jeden Fall authentisch. Gerade der ehrliche Blick auf die Herausforderungen des Mutterseins mitten in einer zutiefst patriarchalen Gesellschaft, gefiel mir gut. Wobei ich mit Coralie durchaus haderte und sie und Adam auch nicht die sympathischsten Charaktere sind. Auch deshalb ist die vorherrschende Atmosphäre eher gedrückt und stellenweise richtig deprimierend. Insgesamt schwankte ich lange zwischen 3 und 4 Sternen, ein Punkt führte aber letztendlich zum deutlichen Abzug. Die Autorin lässt ihre Protagonistin nämlich zweimal in der Schwangerschaft Alkohol trinken, was erwiesenermaßen schädlich für das Kind ist. Eine solche Verharmlosung in Büchern ärgert mich wirklich sehr und ist für den Handlungsverlauf auch absolut unnötig. Empfehlen mag ich den Roman aber auch aufgrund des ausschweifend Politischen, nicht wirklich und so kann ich am Ende nur festhalten. „Wir in zehn Jahren“ war einfach nicht mein Buch.