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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.06.2022

Abwechslungsreich und mörderisch spannend – Großartige Kurzkimisammlung, nicht nur im Urlaub lesenswert

Tatort Nord
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„Tatort Nord“ wurde von von Yvonne Wüstel, Anke Küpper und Franziska Henze herausgegeben und vereint ganze 23 Kurzkrimis welche alle im Norden Deutschlands spielen. Diese wunderbare Kurzkrimisammlung war ...

„Tatort Nord“ wurde von von Yvonne Wüstel, Anke Küpper und Franziska Henze herausgegeben und vereint ganze 23 Kurzkrimis welche alle im Norden Deutschlands spielen. Diese wunderbare Kurzkrimisammlung war mein erstes Ausflug ins Genre und wird nach dieser tollen Erfahrung auch sicher nicht mein letzter bleiben! Besonders begeisterten mich die Krimis dabei durch ihre große Bandbreite. 23 unterschiedliche Autorinnen entführen hier zu manigfaltigen Szenarien. Als netter Nebeneffekt lernt man so viele neue Autorinnen auf einmal kennen und bekommt gleich noch weitere Leseempfehlungen mit auf den Weg. Zwar gefielen mir nicht alle Werke gleich gut, allerdings ist das Niveau des gesamten Buchs wirklich sehr hoch. Nur zwei bis drei sagten mir gar nicht zu, der Rest faszinierte oder begeisterte mich absolut. Es ist wirklich eine hohe Kunst auf nur wenigen Seiten eine stimmige Geschichte zu erzählen, gekonnt Spannung aufzubauen und das Ganze dann in einem angemessenen Finale aufzulösen. So staunte ich nicht nur immer wieder über die kleinen Meisterwerke, welche detailliert und doch auf den Punkt genau erzählt wurden, sondern rätselte auch fleißig mit, wobei ich mal richtig lag und immer wieder auch überrascht wurde. Für Krimi und Thrillerfans ist das Buch auf jeden Fall ein absolutes Must-Read, manche Geschichte streift nämlich auch das Genre Thriller, höchst spannend und teilweise amüsant geht es außerdem zu. Deswegen gibt es von mir natürlich volle 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 16.06.2022

Mitreißender Jugendthriller, mit kleinen Schwächen aber einer durchaus interessanten Handlung

Truth or Dare. Triff deine Wahl
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„Truth or Dare. Triff deine Wahl“ ist der erste Thriller der Autorin Maja Köllinger und hat mir durchaus gut gefallen. Sehr atmosphärisch beschreibt die Autorin ein greifbares und realistisch erscheinendes ...

„Truth or Dare. Triff deine Wahl“ ist der erste Thriller der Autorin Maja Köllinger und hat mir durchaus gut gefallen. Sehr atmosphärisch beschreibt die Autorin ein greifbares und realistisch erscheinendes Szenario. Obwohl nur aus der Perspektive von einer Person erzählt wird, lernt man auch die anderen Freund:innen gut genug kennen. Dennoch konnte ich mich natürlich am Besten in Brianna hineinversetzen, da man ihr durch die Erzählperspektive einfach sehr Nahe kommt und auch am meisten aus ihrem Leben erfährt. Dennoch ist auch Brianna keine reine Sympathieträgerin, sie zeigt immer wieder auch unschöne Seiten und ist wie auch die anderen Figuren vielschichtig dargestellt. Prinzipiell gefielen mir diese Grauschattierungen gut, da aber auch viele Nebenfiguren eher destruktiv erscheinen und sich immer wieder richtig unfair verhalten, war die allgemeine Stimmung des Buchs für mich ziemlich gedrückt. Gerade deshalb hätte ich mich über ein paar mehr nette Charaktere gefreut. Der Schreibstil gefiel mir allerdings durchgängig gut, er sorgte für einen raschen Lesefluss und passte sich sprachlich auch dem Alter der jungen Protagonist:innen an. Von Anfang bis Ende las sich „Truth or Dare“ fesselnd und hatte dabei durchaus Pageturner-Potenzial. Allerdings konnte ich als geübte Krimi und Thrillerleserin zu einem relativ frühen Zeitpunkt den/die Mörder:in erraten. Somit konnte mich die Geschichte gerade zum Ende hin nur noch wenig überraschen. Dennoch habe ich das Buch gerne gelesen und möchte es vor allem jüngeren Leser:innen weiterempfehlen. Das Potenzial der Autorin ist schon jetzt erkennbar, auf ihre nächsten Werke bin ich auf jeden Fall gespannt!

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Veröffentlicht am 14.06.2022

Definitiv kein Thriller, sondern ein dystopischer Roman

Das U-Boot
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Ehrlich gesagt weiß ich nicht warum „Das U-Boot“ des Autoren Hans Leister ins Genre Thriller eingeteilt wurde. Nur weil die Handlung auch spannende Momente bereithält, reicht es meiner Meinung nach noch ...

Ehrlich gesagt weiß ich nicht warum „Das U-Boot“ des Autoren Hans Leister ins Genre Thriller eingeteilt wurde. Nur weil die Handlung auch spannende Momente bereithält, reicht es meiner Meinung nach noch lange nicht aus ein Buch als Thriller zu bezeichnen. Wer also eine atemlose und super spannende Geschichte erwartet wird hier eher enttäuscht werden. Allerdings hat das Buch durchaus seine Stärken und konnte mich dadurch auch fesseln. Die ersten 160 Seiten passiert erst einmal recht wenig. Es geht ausführlich um den Alltag auf einem militärischen U-Boot, dem Leben in Israel und dem Gazastreifen und um das familiäre Geschehen rund um die beiden Hauptprotagonisten. Meisterhaft recherchiert hält der Autor hierbei zahlreiche technische Details und ausführliche Beschreibungen bereit. Hier spürt man seine Faszination für das U-Boot, aber auch wenn sich die Handlung flüssig las, hätte der richtig spannende Teil gerne schon früher beginnen können. Ab dem Zeitpunkt der Katastrophe wurde es nämlich erst richtig packend. Die Geschichte nimmt deutlich an Tempo auf und ich wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Zwar gibt es auch hier vielfältige technische und naturwissenschaftliche Details, diese empfand ich allerdings zumeist als interessant und sie bremsten meinen Lesefluss auch nicht aus. Gut gefiel mir außerdem nicht nur die mitreißende Handlung, sondern auch mehrere unerwartete Wendungen, sowie die authentischen Charaktere. Ein recht großer Zeitsprung am Ende der Handlung war dann wieder für meinen Geschmack zu viel des Guten. Würde ich das Buch allein nach dem Mittelteil bewerten, bekäme es auf jeden Fall 5 Sterne. Durch den gemächlichen Einstieg und das irritierende Ende, gibt es allerdings einen Stern Abzug.

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Veröffentlicht am 13.06.2022

Ökologisch reisen und trotzdem tolle Abenteuer erleben – Hier dreht sich alles um das Reisen mit dem Zug

Reisehandbuch Europa mit dem Zug
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Wer gerne mehr von Europa sehen möchte, ganz ohne schlechtes Gewissen oder Flugscham, sollte sich unbedingt das tolle Buch „Europa mit dem Zug“ aus dem Reisedepeschen Verlag zulegen! Ich bin auf jeden ...

Wer gerne mehr von Europa sehen möchte, ganz ohne schlechtes Gewissen oder Flugscham, sollte sich unbedingt das tolle Buch „Europa mit dem Zug“ aus dem Reisedepeschen Verlag zulegen! Ich bin auf jeden Fall begeistert von der liebevollen wie auch wohlüberlegten Zusammenstellung von möglichen Reiserouten quer durch Europa. Das Buch macht nicht nur durch seine ansprechende Gestaltung Lust auf die Reiseplanung, auch inhaltlich hat es richtig was auf dem Kasten. Geografisch gegliedert und nach Ländern geordnet, kann man sich hier wunderbar inspirieren lassen. Landkartenausschnitte bieten dabei zusätzliche Orientierung und gelungen ausgewählte Fotos geben erste Einblicke in das jeweilige Land. Neben bekannten Strecken finden sich tatsächliche viele Geheimtipps zwischen den Seiten und so sollte wirklich jede:r etwas passendes für sich finden. Ist das genau Reiseziel erst mal festgelegt, findet man dann in jedem Kapitel nützliche Infos zur Anreise, zum Streckennetz innerhalb des Landes und auch wichtige Informationen zu Preisen und dem Fahrkartenkauf. Für Leseverrückte gibt es außerdem noch passende Buchempfehlungen für die Reiselektüre. Als besonders hilfreich empfinde ich allerdings die Auflistung der Direktverbindungen und Nachtzüge. Hier werden auf einen Blick die zahlreichen Möglichkeiten deutlich und schnell zeigte sich das eine Zugreise nicht zwangsläufig besonders zeitaufwendig sein muss. Am Ende der Lektüre fühle ich mich nun rund um vorbereitet auf meine nächste Reise mit dem Zug. Wobei das Buch so vielfältig ist, dass es auf jeden Fall immer wieder neue Anregungen bietet und immer wieder zum stöbern einlädt. Natürlich vergebe ich für dieses großartige Sachbuch volle 5 Sterne und eine klare Empfehlung!

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Veröffentlicht am 12.06.2022

Ein Schatz an geschichtlichen Informationen, verwebt mit der Liebe zu Büchern

Papyrus
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Bevor ihr zum Buch „Papyrus“ der Autorin Irene Vallejo greift, sollte euch auf jeden Fall bewusst sein, dass diese Lektüre Zeit braucht. Dieses sehr besondere Buch liest sich nicht einfach so weg, sondern ...

Bevor ihr zum Buch „Papyrus“ der Autorin Irene Vallejo greift, sollte euch auf jeden Fall bewusst sein, dass diese Lektüre Zeit braucht. Dieses sehr besondere Buch liest sich nicht einfach so weg, sondern benötigt Konzentration, Aufmerksamkeit und auch den Willen sich auf den durchaus besonderen Stil einzulassen. Wer ein reines Sachbuch erwartet wird hier enttäuscht werden, vielmehr nimmt uns die Autorin mit, auf einen sehr persönlichen Streifzug durch die Geschichte der Menschheit, ihrer Sprache und Büchern. Dabei fokussiert sie sich vor allem auf das antike Griechenland und das römische Reich, stellt aber trotzdem immer wieder Verbindungen zu anderen geschichtlichen Epochen und auch unserer modernen Zeit her. Auf einzigartige und kurzweilige Weise kann man hier Geschichte verpackt in Geschichten erleben. Selten habe ich eine solche lebendige und nachvollziehbare Darstellung von historischen Ereignissen gelesen. So entsteht immer wieder das Gefühl, als wäre man selbst mit dabei und sieht die antiken Bauten vor dem inneren Augen auferstehen. Allerdings erzählt Irene Vallejo nicht chronologisch, sondern springt immer wieder wild hin und her. Mir persönlich machte es große Freude ihre Gedankengänge zu verfolgen und mich einfach durch die Handlung treiben zu lassen. Ihr poetischer, gedankenvoller und manchmal ausgeschmückter Schreibstil, lädt dabei zum langsamen lesen und genießen ein.

Trotzdem kann ich Leser:innen gut verstehen, welche mit dem Aufbau des Buchs nichts anfangen können. Auch ich war stellenweise immer wieder irritiert bzw. konnte nicht alle Kapitel sofort zeitlich einordnen. Ein wenig mehr Struktur hätte dem Werk sicher nicht geschadet. Dennoch dürfen wir auch nicht die immense Rechercheleistung unterschätzen welche sich in den fast 800 Seiten verbergen. Die Autorin hat viele Jahre Arbeit und eine beachtliche Kraft in ihr Werk gesteckt. Auch deshalb gibt es wohl immer wieder sehr persönliche Passagen, in welchen ihre Beweggründe deutlich werden. Nicht zuletzt begeisterte mich das Buch auch dadurch, dass immer wieder ein besonderer Augenmerk auf die ersten Autorinnen gelegt wurde. Gegen zahlreiche Widrigkeiten setzten diese eindrucksvollen Frauen sich durch, wobei es leider nur sehr wenige ihrer Schriftstücke bis in unsere heutige Zeit geschafft haben. Allgemein sensibilisiert das Buch dafür, wie unwahrscheinlich es doch eigentlich war, dass antike literarische Schöpfungen bis in die Gegenwart bestehen und gelesen werden. Auf jeder Seite ist so nicht nur die Liebe zu Büchern und Sprache spürbar, sondern auch die Wertschätzung zahlreicher historischer Figuren. Da man außerdem ganz Nebenbei richtig viel lernt, kann ich „Papyrus“ nur weiterempfehlen. Auch wenn die Lektüre stellenweise beschwerlich erscheint, lohnt sich das durchhalten auf jeden Fall! Dieser Schatz gehört einfach in jedes Bücherregal und sollte auch noch in vielen Jahren gelesen werden!

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