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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.04.2021

Berührend, aber auch ziemlich traurig

Sprich mit mir
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Die Geschichte im Buch„Sprich mit mir“ von T.C. Boyle ist interessant und wirft zugleich grundlegende philosophische Fragen, wie z.B. was uns als Menschen eigentlich ausmacht, auf. Die Perspektiven wechseln ...

Die Geschichte im Buch„Sprich mit mir“ von T.C. Boyle ist interessant und wirft zugleich grundlegende philosophische Fragen, wie z.B. was uns als Menschen eigentlich ausmacht, auf. Die Perspektiven wechseln kapitelweise immer wieder, zwischen dem Schimpansen Sam und seinen menschlichen Begleitern und Gegenspielern, hin und her. Besonders gelungen fand ich tatsächlich Sams dargestellte Gedankenwelt und Emotionen, so dass ich ihn schnell ins Herz schloss. Die Menschen kamen hingegen fast durchgehend schlecht in dieser Geschichte weg und waren mir stellenweise auch etwas zu eindimensional dargestellt. Der Schreibstil liest sich wiederum leicht und flüssig und passte sich den jeweiligen Charakteren im sprachlichen Ausdruck immer wieder auf Neue an. Hier merkte man schnell, das Können und auch die Erfahrung des Autors. Die Handlung konnte mich durchgehend fesseln, wobei sie mich aufs Ende hin aber auch zunehmend deprimierte, da die Situation immer auswegloser wurde. Allerdings wirkte das Buch so aber auch authentischer und lebensnaher, da nichts beschönigt wird. Es eignet sich für alle Leser*innen, welche auch vor anspruchsvolleren Geschichten die nachdenklich machen, nicht zurückschrecken und sich auf dieses besondere Gedankenspiel einlassen wollen.

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Veröffentlicht am 14.04.2021

Tolles Finale einer wunderbaren Reihe

Das Rätsel des Pferdeamuletts - Eponas Erbe
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Mit dem dritten und letzten Band „Das Rätsel des Pferdeamuletts – Eponas Erbe“ kommt die wunderschöne Pferdebuchreihe von Karin Müller nun zu ihrem krönenden Abschluss. Darin wird es nochmal so richtig ...

Mit dem dritten und letzten Band „Das Rätsel des Pferdeamuletts – Eponas Erbe“ kommt die wunderschöne Pferdebuchreihe von Karin Müller nun zu ihrem krönenden Abschluss. Darin wird es nochmal so richtig spannend, denn Godje und ihre Schwestern müssen sich nun endgültig dem Dunklen entgegen stellen. Trotz aller Action und Aufregung kommt die Pferdeliebe aber auch in diesem Band nicht zu kurz. So gehörten die Szenen aus Pferdesicht wieder zu meinen liebsten Stellen im Buch, da die Autorin diese unglaublich einfühlsam und authentisch, erzählte. Der Schreibstil liest sich leicht und passte gut zum Inhalt und zu den Protagonisten. Geschichtliche Rückblicke und andere Perspektiven, werteten die Handlung darüber hinaus immer wieder auf. Die beiden vorhergehenden Bände, sollte man allerdings unbedingt gelesen haben, da sonst die Handlung nur schwer zu verstehen ist. Gerne wäre ich noch ein wenig länger in der magischen Welt der Pferdegöttin Epona und ihren Schützlingen geblieben und finde es sehr schade, das die Reihe nun endet. „Das Rätsel des Pferdeamuletts“ ist eine tolles Leseerlebnis für junge und alte Pferdefreund*innen und für Alle die es noch werden wollen. Darum vergebe ich gerne 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 12.04.2021

Gemischtes Fazit: Sprachlich toll, inhaltlich ausbaufähig

Unterwasserflimmern
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Der Debütroman „Unterwasserflimmern“ der Autorin Katharina Schaller, lies mich am Ende mit gemischten Gefühlen zurück. Ausgesprochen gut gefiel mir der Schreibstil, mit welchem die Autorin sowohl sprachlich ...

Der Debütroman „Unterwasserflimmern“ der Autorin Katharina Schaller, lies mich am Ende mit gemischten Gefühlen zurück. Ausgesprochen gut gefiel mir der Schreibstil, mit welchem die Autorin sowohl sprachlich überzeugte, als auch gekonnt Szenen anschaulich beschrieb und so für eine einzigartige Atmosphäre sorgte. Auch wenn die Sprache manchmal regelrecht vulgär klang, passte sie doch gut in die Gedankenwelt der Protagonistin und las sich angenehm und flüssig. Schon jetzt lässt sich großes schreiberisches Talent erkennen, was auf mehr hoffen lässt. Im Gegensatz dazu wurde ich von der eigentlichen Geschichte eher enttäuscht. Die Handlung dümpelte vom Anfang bis zum Ende vor sich hin und lies keinerlei Veränderung der Protagonistin erkennen. Diese begibt sich auf eine Art Roadtrip, welcher vielmehr wie eine Flucht wirkt und sie in die Arme zahlreicher (fremder) Menschen treibt. Genau hier fehlte mir der Twist, denn all die Begegnungen scheinen so gar nichts mit ihr zu machen. Unbeeindruckt von allem lässt sie sich treiben und weigert sich Entscheidungen zu treffen. So wurde mir die Protagonistin mit der Zeit richtig unsympathisch. An sich nichts Schlimmes, wenn ich aus der Handlung wenigstens irgendetwas für mich hätte mitnehmen können. Da dies allerdings nicht der Fall war, kann ich für dieses Buch nur 3 Sterne vergeben.

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Veröffentlicht am 11.04.2021

Faszinierende Einblicke in die Grauzonen unseres Rechts

Die Wahrheit der Dinge
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„Die Wahrheit der Dinge“ von Markus Thiele beschäftigt sich mit keinem leichten Thema, nämlich der Gerechtigkeit bzw. der (Un-)Fehlbarkeit unseres Rechtssystems. Die Handlung ist zwar fiktiv, wurde aber ...

„Die Wahrheit der Dinge“ von Markus Thiele beschäftigt sich mit keinem leichten Thema, nämlich der Gerechtigkeit bzw. der (Un-)Fehlbarkeit unseres Rechtssystems. Die Handlung ist zwar fiktiv, wurde aber von zwei wahren Rechtsfällen inspiriert, welche das Buch besonders authentisch wirken lassen. Hierbei werden zwei spannende Perspektiven gegenüber gestellt. Der Autor schreibt fesselnd, treffend und baut so auf relativ wenigen Seiten, eine beeindruckende Geschichte auf. Alles wirkt dabei real und auch die Protagonisten erscheinen lebensnah. So sind ihre Wünsche, Zweifel und Gedanken äußerst umfassend und gut nachvollziehbar dargestellt, so dass ich mich in jede der Positionen gut hineinversetzen konnte. Schnell merkt man, dass Markus Thiele, selbst Rechtsanwalt, Ahnung von diesem Metier und seinen Grauzonen hat. Das Buch ist atmosphärisch und schafft es die Leser*innen zum Nachdenken anzuregen. Die Handlung wirkte auf mich mit der Zeit eine regelrechte Sogwirkung aus, da man sich nach und nach der Frage nähert, ob es wirklich nur die eine unumstößliche Wahrheit gibt, oder ob sich die Wahrheit der Dinge, nicht je nach Blickwinkel auch unterscheiden kann. Durch das spannende Thema, sowie die gelungen Umsetzung hat sich die Lektüre für mich auf jeden Fall gelohnt, weswegen ich den Roman gerne weiterempfehle!

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Veröffentlicht am 10.04.2021

Bewegendes Jugendbuch, am Nerv der Zeit

Mein Leben als lexikalische Lücke
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Auf fast 500 Seiten erzählt die Autorin Kyra Groh in ihrem zweiten Jugendroman „Mein Leben als lexikalische Lücke“ eine berührende Geschichte, welche aber zugleich auch aufwühlt und zum Nachdenken anregt. ...

Auf fast 500 Seiten erzählt die Autorin Kyra Groh in ihrem zweiten Jugendroman „Mein Leben als lexikalische Lücke“ eine berührende Geschichte, welche aber zugleich auch aufwühlt und zum Nachdenken anregt. Die Perspektive wechselt zwischen den beiden Protagonisten, Ben und Jule, hin und her und vermittelt so von Beiden ein eindrückliches Bild. Die Handlung geht viel tiefer, als in einer normalen Liebesgeschichte und hält zahlreiche gut verpackte politische Botschaften bereit. Die Autorin trifft dabei genau den richtigen Ton, um aufzuklären ohne übermäßig belehrend zu wirken. Vor allem Jule steht stellvertretend für so viele junge Menschen, welche in Klimademonstrationen für ihre Zukunft auf die Straße gehen, ihre Ernährung vegan gestalten wollen und sich klar gegen rechten Hass und Hetze stellen. Ihre Eltern halten davon wenig und so zeigt sich schnell eine glaubwürdige Zerrissenheit zwischen Familienzugehörigkeit und eigenen Wertvorstellungen. Viele der Szenen wirken wie aus dem Leben gegriffen und machen die Handlung dadurch noch authentischer. Der Schreibstil passt dabei perfekt zur Geschichte und konnte mich sowohl sprachlich als auch durch seinen einzigartig treffenden Humor, begeistern. Selten habe ich ein Jugendbuch gelesen, welches so aktuell und pointiert Themen des Generationenkonflikts auf den Tisch packt und dabei trotzdem noch einen Bogen für eine mögliche Versöhnung spannt. Mein Fazit: Absolut lesenswert!

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