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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.06.2020

E steht für Entscheidungsfreiheit

V is for Virgin
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Als Jugendlicher – und eigentlich auch in der Zeit danach – drehen sich wahrscheinlich viele Gedanken um Sex. Bin ich bereit für Sex? Soll ich diesen Schritt mit meinem neuen Partner gehen? Möchte ich ...

Als Jugendlicher – und eigentlich auch in der Zeit danach – drehen sich wahrscheinlich viele Gedanken um Sex. Bin ich bereit für Sex? Soll ich diesen Schritt mit meinem neuen Partner gehen? Möchte ich im Schlafzimmer etwas experimentieren? Oder auch fühle ich mich mit meinem Partner wohl und bei allem was wir gemeinsam machen? Viele Filme und Bücher zeigen uns, dass Sex einfach zu einer Beziehung dazu gehört und das normalste auf der Welt ist.

Dieses Buch ist hier einmal anders. Es zeigt, dass es zwar wichtig ist sich mit diesen Fragen zu beschäftigen, dass es jedoch auch genauso in Ordnung ist, wenn man sich dazu noch nicht bereit fühlt oder einfach generell mit Sex bis zur Ehe warten möchte. Val hat diesen Vorsatz und wird richtig wütend, als sie ihr Freund verlässt, als sie nicht mit ihm schlafen möchte. Ihre Geschichte wird über Youtube bekannt gemacht, womit der Grundstein für eine Freiheitsbewegung gelegt wird.

Val hat zunächst damit zu kämpfen, dass sich ihre Klassenkameraden darüber lustig machen, dass sie noch Jungfrau ist. Sie geht jedoch grandios damit um und zeigt, dass dies in keiner Weise ein Schandfleck ist. Es zeigt sich sogar, dass sie mit ihrer Einstellung nicht die einzige ist.

Wie man vielleicht merkt, hat mich das Thema des Geschichte begeistert und ich fand sehr gut, dass auch einmal diese Sicht in einem New Adult Roman dargestellt wird. Darüber hinaus hat mir der Schreibstil sehr gut gefallen. Ähnlich wie bei „Cinder & Ella“ werden hier tiefgründige Aussagen in einer lockeren Sprache verpackt, sodass es nicht anstrengend zu lesen.

Das Ende dieser Liebesgeschichte der anderen Art hat mich etwas überrascht, aber es war in jedem sehr realistisch. Jetzt bin ich gespannt darauf die Fortsetzung „A is for Abstinence“, vor allem da ich davon ausgehe, dass sie ebenfalls von Val handelt, aber dieses Mal sogar noch eine weitere Komponente dazu kommt, da sie aus Kyles Sicht (quasi der männlichen Hauptperson aus dem ersten Teil) erzählt wird. Zum Glück muss ich nicht allzu lange warten, um diese neue Sicht kennenzulernen, da die Fortsetzung bereits im Juli erscheint.

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Veröffentlicht am 09.06.2020

Ein sehr schöner Roman, aber nicht ganz so tiefgründig wie die anderen Bücher

Never Let Me Down
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„Heute würde ich alles dafür geben, noch einmal ihr Gesicht zu sehen. Alles. Aber ich werde nie wieder die Gelegenheit haben, die Musik auszuschalten und stattdessen die Stimme meiner Mutter zu hören. ...

„Heute würde ich alles dafür geben, noch einmal ihr Gesicht zu sehen. Alles. Aber ich werde nie wieder die Gelegenheit haben, die Musik auszuschalten und stattdessen die Stimme meiner Mutter zu hören. Und so wie es aussieht, sitzt der Kerl, der es fast achtzehn Jahre lang nicht für nötig gehalten hat, sich blicken zu lassen, jetzt vermutlich im Büro der Sozialarbeiterin, um mich zu treffen.“

Die Bücher von Sarina Bowen waren bis dato alle sehr gut. Egal ob bei „The Ivy Years” oder “True North” schafft es die Autorin schwierige Themen in eine wundervolle Geschichte zu verpacken. Auch bei diesem Buch gibt es ein ernstes Thema – die Trauer und Verarbeitung des Todes eines geliebten Menschen. In Rachels Fall muss sie nicht nur über den Tod ihrer Mutter hinwegkommen, sondern muss auch noch mit der ungewöhnlichen Situation zurechtkommen, dass sie nach achtzehn Jahren ihren Vater kennenlernt und bei ihm wohnen soll.

Authentisch finde ich bei diesem Buch, wie die Beziehung zwischen Rachel und ihrem Vater dargestellt wird. Wenn man sich nie wirklich vorher gesehen hat, dann kann es zu Beginn viele Unsicherheiten geben, beide kennen sich noch nicht und müssen erst noch lernen wie sie mit einander umzugehen haben. Auch müssen beide noch in ihre Rollen reinwachsen – sowohl in die Rolle als Vater als auch in die Rolle der Tochter.

So realistisch auch die Entwicklung der Vater-Tochter-Beziehung war, fand ich ein paar andere Dinge weniger stimmig. Rachel ist eine intelligente, selbständige junge Frau, die ihre Entscheidungen komplett unabhängig trifft. Bei so einem Charakter würde ich davon ausgehen, dass sie in der Lage ist allein herauszufinden, was es für Möglichkeiten gibt sich beim Geschlechtsverkehr zu schützen. Klar ist das ein sensibles Thema, aber selbst im Internet findet man hierzu ja genug. Das ist nur ein Beispiel, an dem die Charakterdarstellung nicht bis ins kleinste Detail ausgefeilt ist.

Die Sprache ist wie immer angenehm und es hat Spaß gemacht diese Geschichte zu lesen. Für mich waren jedoch die anderen Reihen etwas stärker und tiefgründiger, sodass ich diese eher empfehlen würde.

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Veröffentlicht am 05.06.2020

Trotz ähnlichem Cover kommt das Buch bei weitem nicht an “Selection” ran

Promised
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Auch wenn ich damals schon nicht die primäre Zielgruppe war, habe dich die Selection-Trilogie geliebt und sogar auch die zwei nachfolgenden Bände über die Tochter Eadlyn verschlungen. Es war quasi der ...

Auch wenn ich damals schon nicht die primäre Zielgruppe war, habe dich die Selection-Trilogie geliebt und sogar auch die zwei nachfolgenden Bände über die Tochter Eadlyn verschlungen. Es war quasi der Traum eines kleinen Mädchens, der in diesen Büchern wahr geworden ist. Bei dem Cover von „Promised“ musste ich auch direkt an diese märchenhafte Geschichte denken und auch wenn das Setting oder die Grundvoraussetzung sehr ähnlich klangen, habe ich mich darauf gefreut.

Der Leser wird hier direkt in die Geschichte gestoßen und lernt Hollis kennen, der der König Jameson den Hof macht. Durch den Klappentext weiß der Leser schon, dass die beiden nicht Herz über Kopf ineinander verliebt sind und dass es auf eine Art Dreiecksbeziehung hinauslaufen wird. Sehr schade finde ich, dass der Klappentext bereits soweit vorgreift und dies verrät. Das wäre eine schöne Überraschung gewesen, wenn sich das erst im Laufe der Geschichte herausgestellt hätte.

In der ersten Hälfte des Buches habe ich sämtliche Gefühle vermisst. Hollis behauptet zwar recht schnell sich in den König verliebt zu haben, aber in meinen Augen klang dies alles viel mehr nach strategischer Kriegsführung als nach einer Liebesgeschichte. In der zweiten Hälfte sind zwar ein paar Gefühle bemerkbar gewesen, aber sonderlich echt wirken sie auch nicht. Die Charaktere habe ich weder in mein Herz geschlossen, noch habe ich mit ihnen mitgefühlt. Alles hat sehr gekünstelt und aufgesetzt gewirkt.

Der Schreibstil von den ganzen Beschreibungen her war sehr angenehm und auch schon das einzig Gute in der Geschichte. Alles Äußerliche wie die bunten Glasfenster im Thronsaal oder die vielen bunten Kleider konnte ich mir sehr gut vorstellen. Hier fehlte dann jedoch die Emotionen oder auch interessante Charaktere, um den die Atmosphäre zu vervollständigen. Auch an dem Handlungsverlauf habe ich wenig positives wahrgenommen. Zunächst gibt es fast nur alltägliche Szenen und quasi gar keine aktive Handlung, danach gibt es schon zu viel Handlung. Eine Wendung überschlägt sich nach der anderen, aber da die Emotionen oder die Identifizierung mit den Charakteren fehlt, habe ich mich da nur wie ein neutraler Beobachter gefühlt.

Nach den bisherigen Erfahrungen mit der Autorin finde ich es sehr schade, dass ich wenig positives an dem Buch gefunden habe, aber die Geschichte konnte – im Gegensatz zu dem Cover – einfach nur wenig glänzen. Wer die Selection-Trilogie noch nicht kennt, der sollte lieber dieser Reihe für eine märchenhafte, royale Geschichte lesen und wer sie bereits kennt, sollte einfach diese glücklich in Erinnerung halten und die Zeit nicht mit „Promised“ verschwenden.

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Veröffentlicht am 04.06.2020

Selten gibt es so eine starke Charakterentwicklung in einem Roman

Forever Free - San Teresa University
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„Freiheit. Sie schmeckt wie Vanilleeis und Eiskaffee. Sie klingt nach Wellenrauschen und wildem Stimmengewirr. Sie fühlt sich wie warmes Sonnenlicht auf meiner Haut an, das mich mit einem schmerzhaften ...

„Freiheit. Sie schmeckt wie Vanilleeis und Eiskaffee. Sie klingt nach Wellenrauschen und wildem Stimmengewirr. Sie fühlt sich wie warmes Sonnenlicht auf meiner Haut an, das mich mit einem schmerzhaften Ziehen vor dem kommenden Sonnenbrand warnt. Und sie riecht nach Meersalz und ein wenig nach Streetfood. Aber das Wichtigste ist, dass sie sich fantastisch anfühlt.“

Forever Free wird wie so viele andere College-New Adult Romane vorgestellt und in gewisser Weise ist er es ja auch was. Was diesen Roman jedoch so besonders macht sind die Charaktere und ihre Entwicklung. Direkt mit dem ersten Kapitel lernt der Leser Raelyn und ihren Wunsch nach Freiheit kennen. Sie wirkt extremst schüchtern, unbeholfen und vielleicht ein bisschen naiv. Es fällt ihr äußerst schwer in der Universität Anschluss zu finden, sodass ihr Start nicht leicht ist. Ich kann hier jeden Leser verstehen, der Raelyn unsympathisch und zu naiv findet. Im ersten Moment habe ich mich hier auch gefragt, ob sie ihr bisheriges Leben hinter dem Mond gelebt hat, aber ihr Verhalten wird nach und nach immer besser erklärt, sodass es auf mich authentisch gewirkt hat. Hier empfehle ich offen zu sein und einfach abzuwarten.

Raelyn ist für mich ein sehr starker Charakter und ihr wird sehr viel Raum in der Geschichte eingeräumt. Das Buch ist kein klassischer Liebesroman, in dem die Paarbeziehung im Vordergrund steht, sondern es geht vor allem um ihre Entwicklung und die Gründe hinter ihrem Freiheitsdrang. Fast die gesamte erste Hälfte dreht sich ausschließlich um sie. Wer hier viel Action erwartet, kommt wahrscheinlich zu kurz, dafür kann ich eine realistische Entwicklung und einen wundervollen Schreibstil mit einer Liebe zum Detail versprechen.

Ein Teil des Buches ist auch aus Hunters Sicht geschrieben. Er ist auch ziemlich komplex, aber ihm wird nicht ganz so viel Platz eingeräumt. Mich hätte hier auch noch mehr sein familiärer Hintergrund interessiert, aber ich kann auch verstehen, dass hier nicht jeder Charakter bis in das kleinste Detail durchleuchtet werden kann. Er war mir auch sehr sympathisch und hatte ein paar schöne, menschliche Makel.

Mit dem Buch wird ein kleiner Freundeskreis vorgestellt. Raelyn findet in zwei Studentinnen April und Kate wirklich gute Freundinnen. Als Leser habe ich hier schon einen Eindruck bekommen, dass auch in April und Kates Leben nicht alles rund läuft. Ich freue mich somit sehr in dem zweiten und dritten Teil ihre Geschichte kennenzulernen und hoffentlich auf ebenso komplexe Charaktere zu stoßen.

Auch wenn es eine eher ruhige Geschichte war, hat sie mich vollkommen mitgerissen. Es werden hier viele alltägliche Themen, aber auch komplexe Probleme wie ein Kontrollzwang oder eine extreme Unsicherheit vorgestellt. Hier gab es einen gute Mischung zwischen lockeren Unterhaltungen und tiefgründigen Gedanken. Auch wenn es viele College-Romane gibt, hat mich dieser besonders begeistert. Von mir gibt es hier eine eindeutige, uneingeschränkte Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 02.06.2020

Wenn man vergeblich einen roten Faden sucht

Whitefeather (Legende der Schwingen 1)
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Als Teenager habe ich eine ganze Menge Romane über Engel gesehen. Das waren so viele, dass ich mal ein paar Jahre mit solchen Geschichten pausieren musste. Somit war „Whitefeather“ seit langer Zeit noch ...

Als Teenager habe ich eine ganze Menge Romane über Engel gesehen. Das waren so viele, dass ich mal ein paar Jahre mit solchen Geschichten pausieren musste. Somit war „Whitefeather“ seit langer Zeit noch einmal ein Fantasybuch mit Engeln. Leider hat dieses Buch nicht dafür gesorgt, dass ich so bald noch weitere Geschichten über solche geflügelten Wesen lesen werde.

Vom Grundkonflikt her klang das Buch nach einer klassischen Geschichte zwischen Gut und Böse. Die junge Liz steht kurz davor ihre Engelsflügel zu erhalten und muss sich damit entscheiden zu welcher Seite sie gehören möchte. Ihr Kopf rät ihr zu der guten Seite, aber ihr Herz gehört jemanden von dem schwarzgeflügelten Volk. So wurde das Buch zumindest mit dem Klappentext beworben und auf diese Geschichte hatte ich mich auch eingelassen. Der Konflikt ist jedoch nach einigen wenigen Kapiteln schon gelöst und ich habe danach den weiteren rote Faden gesucht. Interessant ist hier nur, dass dargestellt wird, dass die Grenze zwischen Gut und Böse nicht immer ganz trendscharf ist.

Etwa die Hälfte des Buches habe ich danach gelesen, ohne zu wissen, worauf die Geschichte eigentlich hinauslaufen soll. Wäre die Handlung besonders spannend gewesen, dann hätte es mich wahrscheinlich nicht sonderlich gestört, aber ich hatte eher das Gefühl, dass hier viele alltägliche Situationen beschrieben werden und die Geschichte so vor sich hin tröpfelt.

Als ich halbwegs den roten Faden gefunden hatte, habe ich auf ein großes Finale gewartet, aber auch dies lies zu wünschen übrig. Es gab zwar ein paar kleine Überraschungen, aber diese wurden mit so vielen Hinweisen vorher angedeutet, dass es eher ein kleiner aha-Effekt war. Auch wenn das Buch nicht in sich abgeschlossen ist, gibt es wenig was mich dazu bewegen würde eine Fortsetzung zu lesen.

Das Buch ist insgesamt nett geschrieben, aber besonders fesselnd war die Handlung nicht. Auch die Charaktere sind wenig vielseitig und tiefgründig beschrieben, sodass auch diese nicht zum Weiterlesen motivieren. Wahrscheinlich gibt es auch wieder ausgesprochen gute Engelgeschichten, aber ich bleibe dem geflügelten Volk weiterhin erst einmal fern.

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